01.10.2013 Bericht von Franz Schmidbauer
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          Frau Sophia Frey

Frau Sophia FreyDer SV Deggendorf trauert um sein langjähriges, treues Mitglied Frau Sophia Frey.
Frau Frey verstarb am 1.Oktober 2013 im 94.Lebensjahr. Über 30 Jahre übte sie
in der Vorstandschaft das verantwortungsvolle Amt des Kassiers aus .
Bei allen Veranstaltungen des SV konnten wir stets auf ihre tatkräftige
Mitarbeit bauen. Sie wusste auch noch vieles über die Zeit des Neuanfangs
des SV Deggendorfd in den Nachkriegsjahren zu berichten.
Leider ist diese Quelle nun versiegt.

Für ihre Verdienste wurde Frau Frey im Jahre 2005
mit der Ehrenmitgliedschaft des SV Deggendorf ausgezeichnet.
 



Danke.

 

 

 

 

 

 

 

 

14.05.2013 Bericht von Franz Schmidbauer
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SV Deggendorf sichert sich Niederbayernpokal

 

Mit 3,5 : 0,5 gewannen die Deggendorfer Schachspieler gegen den SV Röhrnbach zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das niederbayerischen Mannschachtspokalfinale. Damit gelang den Donaustädtern die Revanche für die Finalniederlage im letzten Jahr gegen den Landesliga-Aufsteiger.

Beide Mannschaften nahmen dieses Cupfinale sehr ernst und traten in bärenstarker Aufstellung an. Röhrnbach setzte dabei mit dem internationalen Meister Peter Schmidt, Uwe Kleibel, Franz Schmid und FIDE-Meister Roland Knechtel auf die bewährten Kräfte, die den Landesliga-Aufstieg sicherten. Deggendorf trat hingegen mit Großmeister Nikola Sedlak, Großmeister Alexander Delchev, Petar Krstic und Ludwig Bielmeier an.

 Für den Wettkampf an vier Brettern waren also vier Titelträger am Start, wobei Deggendorf mit dem nominell stärkeren Team die Favoritenrolle innehatte.

Die erste Entscheidung fiel dann an Brett 4 zwischen dem Deggendorfer Ludwig Bielmeier und dem Röhrnbacher FM Roland Knechtel. Der Röhrnbacher hatte bei den Mannschaftskämpfen im Februar gegen den gleichen Gegner noch gewonnen und wählte auch dieses Mal dem gleichen Partieaufbau. Ludwig Bielmeier war aber bestens präpariert und profitierte dabei von den Analysen seiner großmeisterlichen Vereinskameraden. Statt mit Mehrbauern auf Gewinn zu spielen, zwang er seinen Gegner lieber zu einer Stellungswiederholung, eine taktisch sicher richtige Entscheidung.

 Unmittelbar danach gelang dann den Deggendorfern die Führung. Petar Krstic - bereits in seiner 5. Saison für Deggendorf  - ging aus einer verwickelten Abtauschaktion mit einem Mehrbauern hervor – und konnte diesen Vorteil erstaunlich schnell verwerten. Obwohl nicht fehlerfrei gespielt, eine sehr ansprechende Leistung, zumal der Jura-Student mitten in den Prüfungsvorbereitungen steckte.

 Zu diesem Zeitpunkt hatte der für Deggendorf spielende bulgarische Großmeister Alexander Delchev an Brett 2 bereits eine sehr ansprechende Stellung erhalten, ein verzweifeltes Qualtätsopfer seines jugendlichen Gegners Uwe Kneibel wurde kühl ausgekontert. Kurz darauf musste Uwe Kleibel aufgeben. Für Alexander Delchev der 11. Sieg im 11. Spiel für Deggendorf – Dies zeigt, welchen Ausnahmekönner hier die Deggendorfer in ihren eigenen Reihen haben.

Spannend und undurchsichtig verlief dagegen die Partie an Brett 1 mit Großmeister Nikola Sedlak in seinem ersten Spiel für die Donaustädter gegen den besten Röhrnbacher, dem Routinier IM Peter Schmidt. IM Schmidt wählte die königsindische Verteidigung, GM Sedlak opferte zeitweise 2 Bauern, um seine Figuren in aktive Stellung zu bringen. Es war schwer einzuschätzen, wer wohl hier die Oberhand behalten würde.  Erst nach der Zeitkontrolle war dann den zahlreichen Kiebitzen klar, dass der Deggendorfer GM Sedlak auch hier die Oberhand behalten würde. Mehrbauer und die überlegene Figurenstellung machten das Endspiel für IM Schmidt hoffnungslos, der die Partie aufgab, ohne weiter die Endspieltechnik des Deggendorfers testen zu wollen.

 Nach diesem Pokalsieg werden nun die Deggendorfer Niederbayern im Mannschaftspokal  auf bayerischer Ebene vertreten. In dieser Aufstellung ist den Denksportlern auch hier einiges zuzutrauen.

 In den letzten Runden der Mannschaftsmeisterschaften konnten die Deggendorfer keinen Boden mehr gut machen. So verlor  in der Regionalliga die ersatzgeschwächte Erste des SV gegen SC Tegernsee klar mit 6 : 2. Der Ligaerhalt war jedoch bereits gesichert.  Meisterschaft und Aufstieg  in die Landesliga erkämpften sich die Röhrnbacher Schachfreunde. Deggendorfs Zweite konnte sich noch vor dem Spiel gegen Passaus Zweite Hoffnungen auf den Aufstieg in die Niederbayernliga machen. Aber zwei unnötige Niederlagen von Schmidbauer und Feichtinger  in für beide klar vorteilhaften Stellungen machten diese Träume zunichte. So blieb nach einer deutlichen 6 : 2 – Niederlage nur der ehrenvolle 2. Platz in der Bezirksliga. Ebenfalls einen 2. Platz konnte die 3. Mannschaft in der Kreisliga erringen, der zum Aufstieg in die Bezirksliga berechtigt. Da hier mit Achtermannschaften  gespielt wird, ist allerdings noch eine personelle Verstärkung notwendig -  eine Möglichkeit zum Einsteigen in den Schachsport  für junge Nachwuchsspieler.

In der letzten Aprilwoche wurde auch die7. und letzte Runde der Deggendorfer Schach - Stadtmeisterschaft durchgeführt. Unter 16 Teilnehmern konnte sich „ Oldie“ Franz Schmidbauer überraschend mit 5,5 Punkten den Meistertitel 2013 sichern und zum Teil deutlich höher eingeschätzte Teilnehmer auf die Plätze verweisen. Mit  5,0 Punkten folgten auf Platz 2 und 3 Ludwig Bielmeier und Lothar Rader.

Jeden ersten Freitag des Monats führt der SV im Kolpinghaus ein  Schnellschachturnier mit 15 Minuten Bedenkzeit durch.
Die Teilnahme von Nichtmitgliedern ist durchaus erwünscht.

 

 

17.03.2013 Bericht von Franz Schmidbauer
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Knappe Niederlage des Schachvereins Deggendorf gegen Trostberg

Mit dem Sieg in der siebten Runde hatte sich die erste Mannschaft im sicheren Mittelfeld der Regionalliga Südost festgesetzt. Ohne die beiden Spitzenspieler vom Balkan ging es in der achten Runde auswärts gegen Trostberg - in ähnlicher Situation in der Tabelle: weder nach unten noch nach oben Spielraum. Dennoch wurde es ein spannender Kampf, da insbesondere die beiden Reservisten auf den beiden letzten Brettern eine unerwartet gute Leistung ablieferten. Willibald Haimerl war der erste, der solide seine Partie gegen einen wesentlichen stärkeren Gegner zum Unentschieden abwickelte. Prof. Dr. Johannes Grabmeier mit den schwarzen Steinen steuerte das zweite Unentschieden bei. Zu diesem Zeitpunkt hatte Alexander Stadler gegen den ungarischen Großmeister Fogarasi in Diensten von Trostberg gerade seine zweite Figur geopfert, um einen starken Königsangriff zu inszenieren. Kaltblütig konnte der GM einen Turm zurückopfern, um dann nach Damentausch seinen Gegner zur Aufgabe zu zwingen: 2:1 Zwischenstand für Trostberg. Auch Andreas Kraus und Hubert Firlbeck gegen seiner wesentlich stärkeren Gegner erreichten Remis, währen Ludwig Bielmeier in der Zeitnot ungenau spielte und zunächst einen Bauern verlor, zwei verbundene Freibauern des Gegners zulassen musste und zwangsläufig die Dame und schließlich die Partie verlor. Beim neuen Zwischenstand von 4:2 für Trostberg war man dennoch guter Stimmung, da mittlerweile Helmut Ertl am achten Brett gegen seinen wesentlich stärker eingeschätzten Gegenspieler einen Freibauern nach dem anderen auf das Brett bekam und das dann sicher zum „Anschlusstreffer“ von 3:4 nutzte. Auch Franz Haselbeck spielte eine sehr gute Partie gegen seinen starken Gegner und kämpfte verbissen auf Sieg zum Mannschaftsunentschieden. Der Erfolg blieb ihm verwehrt und er musste schließlich ins Remis einwilligen. Tragisch hier, dass seinem Gegner mit dem 40. Zug die Zeit „umsprang“ - und er damit eigentlich wegen Zeitüberschreitung verloren gehabt hätte. Insgesamt ein schmeichelhafter 3,5 : 4,5 Sieg für Trostberg!

Die Zweite des SV musste auswärts gegen den SK Pocking antreten. Die Deggendorfer wollten unter allen Umständen noch ihre Chance auf die Meisterschaft in der Bezirksliga Ost wahren. Mit einem knappen 4,5 : 3,5 Sieg gelang das auch. Stutzke Christian, Michael Bacholke, Lothar Rader, Hans Feichtinger und Georg Reisinger steuerten mit sicheren Remis jeweils einen halben Punkt bei. Der Jugendspieler Thomas Weiß konnte nach großen taktischen Verwicklungen die Partei für sich entscheiden, ebenso wie Hans Mittermeier. In der letzten Runde kann  sich Deggendorfs Zweite auf ein echtes Endspiel freuen, denn da tritt Passaus Reserve an , die einen Punkt mehr in der Tabelle vorweisen kann. Der Sieger entscheidet Meisterschaft und Aufstieg für sich. Eine Aufgabe, die die Deggendorfer nur in starker Aufstellung lösen  können.

Deggendorfs Dritte musste nach Kreuzberg zum dortigen TSV  Wegen personeller Aufstellungsschwierigkeiten mussten die Männer um Hans Oberberger mit einem Spieler weniger antreten. Sie konnten jedoch durch eine gute Mannschaftsleistung den Rückstand noch aufholen und zu einem 3 : 3 ausgleichen .Hans Oberberger und Robert Haselbeck konnten ihre Gegner bezwingen. Alexander Lenhard und Rudolf Veitl steuerten halbe Punkte zum Gesamtergebnis bei.

 

 

 

24.02.2013 Bericht von Franz Schmidbauer
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Deggendorfer Schachverein sichert die Regionalliga

In der 7.Runde der bayerischen Schachmannschaftsmeisterschaften musste der SC Waldkraiburg bei den Deggendorfern antreten. Ein Sieg hätte den Oberbayern wieder etwas Luft im Abstiegskampf verschafft, die Niederbayern allerdings in den Abstiegsstrudel gezogen. Für Höchstspannung war also gesorgt.

Aus taktischen Gründen hatten die Gäste das 1.Brett gegen Großmeister Aleksander Delchev freigelassen. In Anbetracht dieses Vorsprungs willigte Hubert Firlbeck auf Brett 4  in ein schnelles Remis ein. Der in Topform an Brett 2 spielende Petar Krstic opferte erst einen Läufer, dann auch noch die Dame, um am Ende ein undeckbares Mattnetz um den gegnerischen König zu spinnen. Kurioses passierte an Brett 5. Bielmeier  Ludwig versäumte es in für ihn vorteilhafter Stellung, die Zeitüberschreitung seines Gegners zu reklamieren, verlor dann auch noch eine Figur, gewann sie postwendend zurück und sorgte so für einen klaren 3,5 zu 0,5 – Vorsprung nach der ersten Zeitkontrolle. An den restlichen 4 Brettern standen die Deggendorfer ausgeglichen bis vorteilhaft. Ein klarer Sieg für Deggendorf stand im Raum. Doch zunächst gelang es an Brett 6 dem Waldkraiburger den Deggendorfer Krauß Andreas in taktische Scharmützel zu verwickeln, bei denen Bauer um Bauer verloren ging und am Schluss auch die Partie. An Brett 7 und 8 suchten Haselbeck Franz und Dr. Peter Roth noch nach dem richtigen Gewinnweg. Dr.Roth konnte seinem Gegenüber zeigen, dass der Springer in bestimmten Stellungen dem  Läufer überlegen ist und das nicht einfache Leichtfigurenendspiel für sich entscheiden. Stadler Alex an Brett 3 steuerte ungefährdet das Turmendspiel gegen seinen starken Gegner in den Remishafen. Damit war der Mannschaftskampf bereits entschieden. Der SV führte uneinholbar mit 5 : 2 Punkten. Haselbeck wollte auf Grund seiner schönen Stellung verständlicherweise nicht in ein Remis einwilligen, übersah zuerst vorteilhafte Wendungen, in der beginnenden Zeitnot eine Pattkombination seines Gegners, die er vermeiden wollte und fand sich in einem verlorenen Turmendspiel wieder. Für den Mannschaftssieg ohne Bedeutung, aber trotzdem schade. Endstand  5 : 3 Für den SV Deggendorf .

Deggendorf 2 hatte in der Bezirksliga Ost den SC Schaibing 2 zu Gast. Die Gäste hatten offenbar Aufstellungsschwierigkeiten, denn sie ließen Brett 1 und 8 unbesetzt, so dass Schmidbauer und Schreiber zu kampflosen Punkten kamen. Stutzke Christian (Brett 2), Weiß Thomas( 3), Bacholke Michael (4), Mittermaier Hans (5) sowie Haimerl Willi fuhren in schneller Folge die Punkte ein. Lediglich Reisinger Georg ließ sich in vorteilhafter Stellung seine Dame einsperren und büßte seine in dieser Saison bisher weiße Weste ein. Mit diesem 7 : 1 Sieg kann sich die Zweite des SV mit einem Punkt hinter dem Tabellenführer Passau 2 in Lauerstellung noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen,

Deggendorf 3 musste zur Spielgemeinschaft Regen / Viechtach 3. Die Mischung aus alten Haudegen und jugendlichen Nachwuchstalenten war wiederum sehr erfolgreich. Zuerst siegte Bösl Timo auf Brett 6, indem er seinem Gegner einen Turm abnahm. Lenhard Alexander (4), Hilmer Karl (1) und Veitl Rudi (3)  hatten wenig Mühe zu gewinnen. In schwieriger Stellung willigte Haselbeck Robert  in ein Remis ein. Berthold Thomas (5) lehnte in vorteilhafter Stellung das Remisangebot seines Gegners ab, übersah bei seinen Gewinnversuchen aber ein Matt. Endstand 4,5 : 1,5 für den SV Deggendorf 3, der momentan auf dem 3.Tabellenplatz in der Kreisliga weilt.

 

 

 

02.02.2013 Bericht von Prof. Dr. Johannes Grabmeier und Franz Schmidbauer
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Licht und Schatten beim Schachkampf gegen den Spitzenreiter Röhrnbach in der Regionalliga Südost.

Deggendorfer knöpft mit einem 4:4 dem Tabellenführer den ersten Mannschaftspunkt ab

Der Deggendorfer Schachverein reiste als Außenseiter zum ungeschlagenen Tabellenführer: zum Niederbayernderby nach Röhrnbach.
Fidemeister Roland Knechtel hat im kleinen Bayerwaldort in den vergangenen Jahren verschiedene regionale Schachspieler um sich versammelt um den Weg von ganz unten nun bis zur souveränen Tabellenführung in der Regionalliga Südost für den Bereich Niederbayern und Oberbayern mit bislang 5 Siegen in 5 Kämpfen zu beschreiten. Deggendorf trat in Stammbesetzung an. Der junge serbische Jurastudent Petr Krstic für Deggendorf traf auf Brett 2 auf den ebenbürtigen gleichaltrigen tschechischen Spieler Jan Havlik für Röhrnbach. Ein Kampfremis war die erste Entscheidung des Tages.
Der Deggendorf Spitzenspieler Großmeister Aleksander Delchev aus Bulgarien brauchte nur drei Stunden um den Spitzenspieler von Röhrnbach, Internationaler Meister Peter Schmidt in die Schranken zu verweisen und damit den 5. souveränen Sieg in Folge im 5. Einsatz zu erzielen. Es folgten weitere Unentschieden von Andreas Kraus auf Brett 7 in allerdings chancenreicher Stellung – im Mannschaftssinne daher nur suboptimal - und von Hubert Firlbeck auf Brett 4. Nach 4 Niederlagen in Folge endlich wieder ein voller Punkt für Franz Haselbeck: Nach langer ausgeglichener Partie konnte er überraschend schnell dann die Entscheidung zu seiner Gunsten forcieren. Hoffentlich beendet dieser Punktgewinn seine Formkrise. Damit stand es 3,5 : 1,5 für Deggendorf und eine Überraschung lag in greifbarer Nähe. Allerdings waren die drei verbliebenen Partien zu diesem Zeitpunkt insgesamt alles andere als rosig für Deggendorf. Während Alexander Stadler über das Läuferpaar und damit noch über leichten Vorteil verfügte, war Ludwig Bielmeier bereits unter Druck gegen Knechtel, während Prof. Dr. Grabmeier schon problematisch im Nachteil war. Das Blatt wendete sich aber als er in beidseitiger Zeitnot auf Brett 8 gegen seinen jugendlichen Gegner dessen Ungenauigkeiten durch konsequente Verteidigung in Gleichstand wandeln konnte und dann dessen Remisangebot zur 4:2 – Führung für die Deggendorfer annehmen konnte. Damit war das Unentschieden im Gesamtkampf schon gesichert und die Deggendorfer Spieler konnten zu diesem Zeitpunkt auf einen Überraschungssieg gegen den Tabellenführer hoffen, da Stadler immer noch über eine klare Remisstellung verfügte. Das Unheil nahm dann aber seinen Lauf. In seiner – nicht wirklich notwendigen - Vermeidungsstrategie gegen letzten Chancen für seinen Gegner, die allerdings alle Deggendorfer als aussichtlichslose Gewinnversuche interpretieren mussten und dadurch die Nervosität im Raum merklich gesteigert wurde, manövrierte er sich in eine Stellung, in der zwei weitere Fehlgriffe schließlich zu einer nicht mehr zu erwartenden Niederlage auf Brett 3 führten. Parallel dazu verschlechterte sich auch die Stellung von Bielmeier auf Brett 5 immer mehr bis zur Niederlage. Das Endergebnis nach sechs Stunden: Mit einem blauen Auge konnte der Tabellenführer Röhrnbach noch ein 4:4 erreichen. Auf Grund des Verlaufs des Kampfes letztlich mehr Frust als Freude für die erste Mannschaft vom Schachverein Deggendorf, die damit nach wie vor nicht vor dem Abstieg gesichert ist. Die Partien können im Internet unter „
http://www.ligamanager.schachbund-bayern.de/bsb/pgn/partien.htm?ligaId=352#runde6“ nachgespielt werden.

Zufrieden konnten allerdings die Zweite und die Dritte des SV Deggendorf sein.

Deggendorf 2 musste nach Passau zur Spielgemeinschaft Haselbach / Castra Batava reisen. Da der Heimverein das letzte Brett nicht besetzen konnte, kam Schreiber zu einem kampflosen Sieg und konnte so den Rest des Nachmittags die Partien seiner Mannschaftskollegen beobachten. Als Erster konnte Dr. Peter Roth an Brett 1 seinem prominenten Gegenspieler, Staatssekretär Dr. Max Stadler, nach einem starken Angriff den vollen Punkt abknöpfen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Deggendorfs erfolgreichster Jugendspieler, Thomas Weiß, sicherte sich eine Mehrfigur und gleichzeitig den Sieg. Senior Georg Reisinger bestätigte mit einem weiteren Sieg seine gute Form. Kurze Zeit später stellte Ertl Helmut den Mannschaftssieg mit einem vollen Punkt sicher. Schmidbauer , Mittermeier und Bacholke sorgten mit 3 Remis für den 6,5 : 1,5 Endstand aus der Sicht der Deggendorfer. Mit 8 : 2 Punkten belegt DEG 2 den 2.Platz in der Tabelle der Bezirksliga Ost.

Deggendorf 3 empfing zu Hause den in der Tabelle Zweitplazierten TSV Aidenbach 2. Die Aidenbacher ließen das 1. Brett frei, so dass Haimerl Willi kampflos siegte. Die beiden Jugendspieler Bösl Timo und Berthold Thomas (Brett 6 und 5) stockten das Deggendorfer Punktekonto bald mit weiteren Siegen auf. Hilmer Karl nahm seinem Gegner erst die Dame und dann den ganzen Punkt ab. Veitl Rudi und Lenhard Alexander konnten ihre schlechter stehenden Partien noch drehen und weitere Siegpunkte zum nie erwarteten 6 : 0 Kantersieg für den SV beisteuern.

 

 

 

11.11.2012 Bericht von Prof. Dr. Johannes Grabmeier und Franz Schmidbauer
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Schachverein Deggendorf gewinnt wichtigen Vergleich gegen Ingolstadt

 Zum dritten Mal innerhalb von 1,5 Jahren musste der SV in der 2. Runde der Regionalliga Südost auswärts beim Schachclub Ingolstadt antreten. Da deren zweite Mannschaft in dieser Liga ebenso wie die Deggendorfer nicht gerade zu den Aufstiegskandidaten zählen, kam dem Treffen verstärkte Bedeutung zu. Nach unglücklichem Agieren in den beiden letzten Begegnungen, gelang den Deggendorfern endlich ein überzeugenden Sieg. Der Verlierer Ingolstadt musste nun die rote Laterne übernehmen. In der vorletzten Saison verlor man nach 3:0 – Führung noch mit 3:5. In der letzten Saison endete der Vergleich unentschieden 4:4 nach einer unglücklichen Niederlage von Hubert Firlbeck in einer dramatischen Partie mit zeitweise 8 Freibauern auf beiden Seiten.

 Die Männer vom SV gingen gegen die stark aufgestellten Ingolstädter höchst konzentriert und motiviert zu Werke. Als erster konnte Stadler mit Schwarz an Brett 2 seinem hoch eingeschätzten Gegner ein Remis abringen. Auf Brett 7 kam es zum dritten Mal in Folge zur Begegnung von Prof. Dr. Grabmeier mit Frank Schröder von Ingolstadt. Während in den beiden vergangenen Begegnungen Grabmeier jeweils einen glücklichen Sieg verzeichnen konnte, ließ er diesmal keinerlei Zweifel aufkommen: Ein Damenausflug seines Gegners ins gegnerische Lager wurde konsequent geahndet. Dieser musste sich daher als erster geschlagen geben – persönliche Bilanz 0:3 gegen Grabmeier.

 An Brett 1 hatte Krstic es mit dem internationalen Meister Alexander Maier zu tun. In der scharfen sizilianischen Drachenvariante konnte der Belgrader Jurastudent dem Meister ein inkorrektes Opfer widerlegen und den vollen Punkt einheimsen. Beim Stand von 2.5 : 0,5 für Deggendorf gab dann Schmidbauer sein Spiel gegen die starke U16-Jugendspielerin Winterholler remis. Die Partie wäre nur unter riskantem  Opfer vielleicht zu gewinnen gewesen. Ein Blick auf die übrigen Bretter hatte ergeben, dass es für die Deggendorfer Mannschaft sehr gut aussah. Bielmeier an Brett 4 und Kraus an Brett 5 standen auf Gewinn. Firlbeck (Brett 3) stand ebenfalls sicher und leicht vorteilhaft. Lediglich Haselbeck war einem starken Angriff ausgesetzt. So kam es dann auch: Haselbeck verlor, während Bielmeier sein genaues Springerendspiel zum Sieg führte. Kraus musste schließlich trotz zweier Mehrbauern mit Remis zufrieden sein. Auch Firlbeck ging kein Risiko mehr ein und steuerte ein Remis zum klaren 5 : 3 Endstand für Deggendorf bei. Der ungefährdete Sieg sollte den Deggendorfer Schachspieler Sicherheit für die nächste Aufgaben geben. Denn schon am kommenden Sonntag steht der Heimkampf gegen die starken Aufsteiger vom Schachclub Starnberger See, eine  neu formierte Mannschaft aus ehemaligen Ober- und Landesligaspielern.  Ein Mannschaftspunkt wäre ein Erfolg. Zuschauer im 4. Stock des Stadthotels in der Zeit vom 10:00 bis nach 15:00 sind wie immer willkommen.

Deggendorf 2  hatte in der 2. Runde spielfrei, sie empfängt am Samstag um 14:00 den Schachclub Freyung. Die 3. Deggendorfer Mannschaft  musste gegen die Spielgemeinschaft Regen/Viechtach in der Kreisliga  eine knappe 3,5 :2,5 Niederlage hinnehmen.  Hilmer und Veitl siegten, der Jugendliche Bösl erspielte ein Remis. Die dritte Mannschaft muss in der nächsten Runde gegen den SK Sonnen antreten.

Aktueller Tabellenstand in der Regionalliga Südost (nach Runde2):

1.         SK Gräfelfing 1                     4 - 0                12,0 - 4,0
2.         SF Starnberger See 1             4 - 0                11,5 - 4,5
3.         SV Röhrnbach 1                    4 - 0                10,0 - 6,0
4.         TSV Trostberg 1                    2 - 2                  8,5 - 7,5
5.         SV Deggendorf 1                  2 - 2                  7,5 - 8,5
6.         SK Landshut                         2 - 2                  7,0 - 9,0
7.         TV Tegernsee 1                     2 - 2                 6,5 - 9,5
8.         SU Ebersberg-Grafing 1         0 - 4                 6,5 - 9,5
9.         SC Waldkraiburg 1                0 - 4                 5,5 - 10,5
10.       SK Ingolstadt 2                     0 - 4                 5,0 - 11,0

 

 

 

14.10.2012 Bericht von Prof. Dr. Johannes Grabmeier und Franz Schmidbauer
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Licht und Schatten zum Schachauftakt

 

In die erste Runde der neuen Schachsaison bayerischen Schachligen startete der SV Deggendorf mit seinen drei Mannschaften leider nur mit unterschiedlichen Erfolgen.

Die 1. Mannschaft traf in ihrem Heimspiel der Regionalliga Südost auf den starken SK Gräfelfing. Die Oberbayern konnte man in der letzten Saison noch glücklich knapp bezwingen. Trotz starker Aufstellung wurde es dieses Mal nichts mit einem Sieg. Der Kampf begann recht vielversprechend, denn Deggendorf ging nach ca. 3 Stunden  mit 2:0 in Führung.  An Brett 2 war es Petar Krstic, der Jurastudent aus Belgrad, der nun schon in der 4. Saison für Deggendorf tätig ist und für einen souveränen Auftaktsieg sorgte. Großmeister Alexander Delchev, kürzlich noch im Nationalteam für Bulgarien bei der Schacholympiade tätig, hatte den Gegner und das Spiel am Brett 1 jederzeit fest im Griff – bis dieser schließlich noch als beste Lösung in seiner Stellung es vorzog die Zeit zu überschreiten.

An den restlichen 6 Brettern sah es zunächst auch nicht schlecht aus. Doch mit zunehmender Spieldauer und Zeitnot bei einigen Deggendorfern kippten die Spiele. Zuerst scheiterte Haselbeck nach Fehlgriff und Qualitätsopfer an Brett 6 mit seinem Angriff an der soliden Verteidigung seines Kontrahenten. Dann konnte Stadler (Brett 3) denn Attacken seines Gegners nicht mehr standhalten, obgleich mehr in der Partie für ihn zu erreichen gewesen wäre. Auch Firlbeck und Dr. Grabmeier verloren kurz vor der Zeitkontrolle den Überblick und verwandelten ihre vorteilhaften Spiele  in Verluststellungen. Lediglich Krauß (Brett 7) konnte noch ein Remis erreichen – wegen seiner starken Stellung samt  Mehrbauer letztlich aber unbefriedigend, aber dennoch glücklich, da sein Gegner eine klare Gewinnfortsetzung versäumte. . Zuletzt verlor Bielmeier noch unnötigerweise in Zeitnot die Qualität und damit auch die Partie. Endstand also 2,5 : 5,5 aus Deggendorfer Sicht. Auch in dieser Saison wird in der starken Regionalliga trotz der Spitzenbesetzung an den vorderen Brettern wieder alles abverlangt werden. Die Partien der ersten Mannschaft können wie immer direkt im Internet unter  nachgespielt werden.

Besser lösten die 2. und die 3.  Mannschaft ihre Aufgaben. Die Zweite hatte in der bei der Bezirksliga Niederbayern beim mannschaft des SK Sonnen anzutreten. Ohne ihre österreichische Verstärkung hatten die Waldler den Deggendorfern jedoch nichts entgegenzusetzen. Der Vergleich endete 70,5 :07,5 für den SV Deggendorf. Schmidbauer, Weiß, Bacholke, Rader, Mittermeier, Reisinger und Ertl holten ganze Punkte. Tauber an Brett 1 steuerte das Remis bei.

Die Dritte musste beim neu gegründeten Verein der Schachfreunde Gotteszell in der Kreisliga antreten. Aller Anfang ist schwer mussten die dortigen Schachfreunde erkennen. Sie verloren nämlich glatt mit 1: 5. Haimerl, Haselbeck,  Veitl, Lenhard und Berthold holten für Deggendorf die Punkte.

 

 

 

 

21.04.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein schafft Klassenerhalt

Verbleib in der Regionalliga Südost gesichert – überraschender Erfolg in der Schlussrunde beim Tabellenvierten Gräfelfing

 

Nun ist es amtlich! Nach Abschluss der Punkterunde und Feststellung der Absteiger aus den höheren Klassen ist der Verbleib der Deggendorfer Schachspieler in der Regionalliga auch für die kommende Saison gesichert. Im Gegensatz dazu mussten die Nachbarvereine aus dem Rottal (Absteiger aus der Oberliga mit der 1. und der Regionalliga mit der 2. Mannschaft) und Landshut (Absteiger aus der Landesliga) in der Schlussrunde ihre lange gehegten Hoffnungen begraben. Zusammen mit den Landshutern sowie dem Aufsteiger Röhrnbach vertreten damit künftig mit drei Teams den Niederbayerischen Schachbund in der Regionalliga Südost und hoffen, der oberbayerischen Dominanz erfolgreich begegnen zu können.

 

Ohne Belang, so sollte es sich hinterher herausstellen, war das Ergebnis im letzten Auswärtsspiel gegen den SK Gräfelfing. Ungemein spannend und von einem mehr als kuriosen Verlauf gekennzeichnet war es allemal. Dabei trafen die Deggendorfer mit ihrem quasi „letzten Aufgebot“ auf einen Gegner, der nominell an jedem Brett mit 100 DWZ-Punkten besser gewertet und damit klar favorisiert war. Kurz gesagt: die Niederbayern waren in der Saison noch nie so schlecht, Gräfelfing hingegen noch nie so gut aufgestellt.

Nützen sollte es ihnen allerdings wenig. Denn das Team um Mannschaftsführer Huber Firlbeck, der an Brett 2 ebenso wie Petar Krstic (1) und Ersatzmann und Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (8) ungefährdet und rasch eine sichere Remisstellung erreichte, warf von Anfang an eine fulminante Kampfkraft und nie nachlassenden Einsatzwillen in die Waagschale und glich damit die zweifellos vorhandenen schachlichen Defizite aus. Als ersten gelang dies Franz Haselbeck, der seine taktisch auf Messers schneide stehende Partie stets unter Kontrolle behielt – was allerdings erst die häusliche Computeranalyse zeigte –, am Ende in klar besserer Stellung jedoch einem „Mattgespenst“ vergeblich nachlief und Remis durch Dauerschach zuließ, was seinen Gegner jedoch dermaßen verwirrte, dass er es in den letzten Sekunden seiner Bedenkzeit verabsäumte, dieses auch zu reklamieren und statt dessen die Partie durch Zeitüberschreitung verlor. Gräfelfing zeigte sich davon jedoch noch unbeeindruckt und wandelte den Rückstand durch Erfolge von Martin Luft gegen Rainer Tauber (Brett 6) und Jürgen Hofmann gegen Ludwig Bielmeier (3) in eine 3,5–2,5-Führung um.

Und auch die beiden Schlusspartien von Alexander Stadler gegen Helge Uhlmann und Andreas Krauß gegen FIDE-Meister Joachim Olbrich (7) standen für die Deggendorfer zwar nicht unbedingt schlecht, ganze Punktgewinne jedoch schienen nach einer Spielzeit von 5 Stunden nur noch durch ein Wunder möglich. Dass die Gräfelfinger selbst für ein solches sorgen würden, damit hatte im Deggendorfer Lager allerdings niemand gerechnet. Warum sie ihre kaum zu verlierenden Stellungen derart überzogen, dass sowohl Stadler nach dem Gewinn zweier Bauern als auch Krauß nach einem völlig falsch berechneten Damenopfers seines Gegenüber ihre Partien mühelos gewinnen konnten, wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben. Wie auch immer, nachdem der überzeugend agierende Andreas Krauß auch die letzten Klippen seiner Zeitnotphase umschifft und Olbrich zur Aufgabe gezwungen hatte, stand für Deggendorf ein nie erwarteter, glücklicher, aber keinesfalls unverdienter 4,5–3,5-Erfolg fest. Leider liefen alle anderen Paarungen gegen die Donaustädter, aber der schon zuvor feststehende 8. Platz reichte am Ende für den Klassenerhalt. Meister wurde der SC Unterpfaffenhofen, dem ein 4–4 gegen die punktgleichen Trostberger genügte, um mit dem Minimalvorsprung von genau einem halben Brettpunkt diesen Erfolg zu sichern und in die Landesliga aufzusteigen.

Franz Schmidbauer

 

Erfolgreich war nach einer längeren Durststrecke auch Deggendorf III, das sich mit 1–5 souverän und ohne Einzelniederlage gegen Ortenburgs Dritte durchsetzen konnte. Karl Hilmer und Robert Haselbeck remisierten an den Spitzenbrettern, Rudolf Veitl, Alexander Lenhard, Thomas Bertold und Timo Bösl sorgten mit Siegen für das deutliche Ergebnis. Einen schönen Einzelerfolg feierten vor kurzem Alexander Stadler und Ludwig Bielmeier. Beim BSGW-Open in Erlangen, das traditionell für Teilnehmer bis 2100 offen ist, erreichten sie jeweils 4,5 Punkte aus 5 Partien und belegten gemeinsam Rang 2 und 3; lediglich der für Illmünster startende Leonhard Knoblauch erreichte mit vollen 5 Zählern ein besseres Ergebnis.

FH

 

Abbildung

Franz Schmidbauer, der hier (links) stehend das Schachgeschehen verfolgt,
ist nicht nur seit 30 Jahren Vorstand des Vereins,
er steht auch immer und in jedem Team mit vollem Einsatz seinen Mann.
Ohne in wäre der SV Deggendorf sicher nicht da, wo er heute ist.

 

 

 

 

21.03.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein verpasst vorzeitige Rettung

 

SU Ebersberg-Grafing bei 3–5-Niederlage das bessere Team – Chancen auf

Klassenerhalt nach wie vor intakt

 Nach zwei Erfolgen hintereinander war für Deggendorfs Schachspieler beim Regionalligakampf gegen die SU Ebersberg-Grafing die Marschroute eigentlich klar. Ein Heimerfolg gegen die ebenfalls stark abstiegsgefährdeten Gäste, die zudem bislang in dieser Saison erkennbar unter Aufstellungssorgen litten, sollte den Klassenerhalt schon eine Runde vor Ende in trockene Tücher bringen. Sollte – und bei diesem „sollte“ sollte es auch bleiben. Denn erstmals brachten die Schachfreunde aus Ebersberg ihre besten Acht komplett an die Bretter, und die wiesen den Gastgeber etwas glücklich, aber durchaus nicht unverdient mit 5–3 in die Schranken.

Dabei sah es zunächst einmal ganz und gar nicht nach einer Niederlage für Firlbeck & Co. aus. Nach zwei wenig aufregenden Remispartien von Ludwig Bielmeier (Brett 4; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen den routinierten Senior der Gäste Christian Krause und Rainer Tauber (7) gegen Frank Bauer erzielte Alexander Delchev – sein erneuter Einsatz hatte die Gäste sichtbar nervös werden lassen – trotz der schwarzen Steine und der erkennbaren Bemühungen seines gewiss nicht schwachen Kontrahenten Ulrich Zenker, den Remispfad zu beschreiten, problemlos den Führungstreffer für Deggendorf. Mit welcher Ruhe und Übersicht der Großmeister diesen Erfolg scheinbar mühelos einfuhr, erzeugte bei Freund und Feind gleichermaßen bewunderndes Kopfschütteln.

Damit war es aber vorbei mit der niederbayerischen Herrlichkeit – jetzt folgte Rückschlag auf Rückschlag. Zunächst musste Andreas Krauß (8) seine kurz vor dem finalen Mattschuss stehende Stellung gegen Melik Kurt Kramer aufgeben, dann verlor Petar Krstic an Brett 2 im „Duell der Serben“ gegen Marko Maksimovic trotz Figurenvorteil zunächst die Übersicht und dann die Partie, und schließlich erlag auch Franz Haselbeck (6) nach zu zaghafter Eröffnungsbehandlung dem zunehmende stärker werdenden Druck seines Gegenübers Stephan Brem. Den Schlusspunkt dieser Serie von Pleiten, Pech und Pannen setzte Hubert Firlbeck im Duell der Mannschaftsführer gegen Georg Schweiger, als er nach dem Verpassen einer vorteilhaften Fortsetzung die Zeitkontrolle nach 40 Zügen – in allerdings schon schlechterer Stellung – um Sekunden verpasste.

Damit war die Messe bereits gelesen; mit ihren vier Siegen in Folge hatten die Gäste den 1–2-Rückstand in einen uneinholbaren 5–2-Vorsprung gedreht. Auch ein Großmeister kann eben nicht mehr als einen Punkt erzielen! Für einen versöhnlichen Abschluss sorgte noch Alex Stadler (Brett 5), der Arthur Gil erst die Qualität (Turm gegen Läufer) abnahm und nach 74 Zügen und über 5 Stunden Spielzeit seinen a-Bauern so weit nach vorne manövriert hatte, dass die Umwandlung zur Dame nicht mehr zu verhindern war, was auch seinem Gegner natürlich nicht verborgen blieb und ihm nur noch das gratulierende Händeschütteln als Option gewährte.

Dennoch ist die Situation für Deggendorf nach wie vor keinesfalls hoffnungslos, nur leider einigermaßen unübersichtlich, da die Zahl der Absteiger erst am Ende definitiv feststehend wird, abhängig von den darüber liegenden Ligen. Derzeit liegt man auf Rang 8 mit 5–9 Zählern und kann von Rottal II (2–14) sicher nicht mehr und von Pang II (3–13) kaum noch überholt werden. Rechnet man, wonach es derzeit aussieht, mit zwei Absteigern aus der Regionalliga Südost, wäre Deggendorf bereits gerettet, doch steht dies keinesfalls fest. Und bei einem Sieg im letzten Spiel bei der SK Gräfelfing wäre theoretisch sogar noch das Vorrücken bis auf Platz 5 möglich, allerdings nur, falls alle anderen gefährdeten Teams (Waldkraiburg, Ebersberg, Ingolstadt) auch mitspielen, womit kaum zu rechnen ist. Fazit: Alles ist möglich, der bereits feststehende Klassenerhalt ebenso, wie der Abstieg trotz eines klaren Sieges gegen die als einzige Mannschaft im „Niemandsland“ der Tabelle schwebenden Gräfelfinger. Es bleibt spannend bis zum Schluss!

 

 

26.02.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Der Klassenerhalt ist in Reichweite

 

Klarer Sieg des Schachvereins im Kellerduell gegen Pang/Rosenheim – „Zweite“ und „Dritte“ verlieren

 

 

Nach dem Kantersieg gegen Rottal II überzeugten Deggendorfs „Schacherer“ im nervenaufreibenden Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga Südost auch beim eminent wichtigen Kellerduell auswärts gegen die Oberligareserve der SGem Pang/Rosenheim. Ohne Niederlage in den Einzelduellen behielten die Niederbayern mit 5,5–2,5 verdient, wenn auch etwas zu hoch, die Oberhand und haben nun den Erhalt der Klasse wieder in den eigenen Händen. Dagegen mussten die bislang erfolgsverwöhnten Reserven dieses Mal ohne Punkte die Bretter verlassen: Die Zweite unterlag in Aidenbach mit 3–5, die Dritte zuhause gegen Schaibing gar mit 1–5.

Duplizität der Ereignisse: Wie zuvor schon Tegernsee verzichtete auch Pang darauf, das Spitzenbrett gegen Großmeister Alexander Delchev zu besetzen, und so stand es schon zu Beginn der Auseinandersetzung 1–0 für Deggendorf. Ob so ein Verhalten sportlich ist, sei dahingestellt, Punkte bringt es allemal, und auch eine gewisse Sicherheit für den Rest der Mannschaft. Dieser zeigte sich angesichts der Führung zunächst einmal relativ entspannt. Nacheinander willigten Prof. Johannes Grabmeier (Brett 8; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen Christian Homann, Mannschaftsführer Hubert Firlbeck (3) gegen Michael Heubusch und Andreas Krauß (7) gegen Stefan Kell in die Remisangebote ihrer Kontrahenten ein, wobei sich diese angesichts des Rückstandes ihres ebenfalls mitten im Abstiegssumpf steckenden Teams nicht sonderlich engagiert zeigten. Eine lasche Einstellung, die sich alsbald rächen sollte, den an Brett 6 sorgte Franz Haselbeck mit einem Paukenschlag für den entscheidenden „big point“. In guter zunächst Stellung hatte er gegen Stefan Holzner unachtsam einen Bauern verloren und stand danach wohl – wie es so schön heißt – im höheren Sinne bereits auf Verlust, als sein Gegner ihn förmlich zu einem Qualitätsopfer (Preisgabe von Turm gegen eine Leichtfigur) einlud und diesen kurzfristigen Materialvorteil auch noch annahm, anstatt sich mit einem Dauerangriff auf Haselbecks Dame zumindest noch ein Remis durch Zugwiederholung zu sichern. Wenige Züge später lag Holzners Stellung in Trümmern und es stand etwas überraschend plötzlich 3,5–1,5 für Deggendorf.

Damit war die Vorentscheidung bereits gefallen, den auch Ludwig Bielmeier konnte an Brett 4 gegen Gerhard Rosner am Ende klaren Vorteil für sich reklamieren, gab sich aber in Anbetracht der Gesamtsituation mit einem halben Punkt zufrieden. Hauptgrund dafür war die Partie von Alexander Stadler (5), der sein Damenendspiel gegen Adrian Renner angesichts zweier Mehrbauern samt andauernder Mattdrohungen nur noch durch gröbste Fahrlässigkeit hätte verlieren können. Lange unternahm er aussichtsreiche Gewinnversuche, die sein Gegner jedoch gekonnt abwehren konnte, bis sich Stadler schließlich ebenfalls mit einem Unentschieden zufrieden geben musste, damit aber den Gesamtsieg für Deggendorf vorzeitig sicherstellte. Übrig blieb nun noch Brett 2, und hier sorgte Petar Krstic gegen den routinierten Christian Graf für das zweite Sahnehäubchen des Tages, und das in passiver Stellung, wobei beide Seiten neben dem unverzichtbaren König noch Turm und Springer besaßen und dazu vier Bauern; einen davon opferte Krstic im 45. Zug kurzfristig, gewann ihn aber unverzüglich zurück und hatte sich mit diesem feinen Manöver nicht nur aus der unangenehmen Umklammerung seines Gegners befreit, sonder auch die Initiative an sich gerissen. Dieser kleine Vorteil reichte ihm angesichts der knapper werdenden Bedenkzeit Grafs, um diesen in der schönsten Partie des Tages nach knapp sechs Stunden und 76 Zügen zur Aufgabe zu „überreden“. Damit steht Deggendorf mit 5 Punkten auf Rang 7 des Klassements. Dort werden Trostberg, Unterpfaffenhofen und Tegernsee in den letzten beiden Runden die Meisterschaft unter sich ausmachen. Das gesicherte Mittelfeld besteht allein aus Gräfelfing, und ab Platz 5 – diesen nimmt derzeit Waldkraiburg mit 6 Punkten ein – kämpfen bis zum Schlusslicht SC Rottal (2 Punkte) noch alle um den Klassenerhalt, da die Zahl der Absteiger infolge der Lage in den oberen Ligen noch völlig offen ist. Klar ist nur: Mit einem Sieg gegen die punktgleiche SU Ebersberg-Grafing kann Deggendorf den Klassenerhalt eine Runde vor Schluss definitiv sicherstellen.

Beendet ist die Saison hingegen bereits für Deggendorf II, da in der Bezirksliga Ost diese Saison lediglich acht Mannschaften die Klingen kreuzten. Die letzte Runde gegen Aidenbach ging mit 3–5 verloren, wobei als einzige Helmut Ertl seine Partie gewinnen konnte; remis spielten Franz Schmidbauer, Hans Mittermaier, Lothar Rader und Hans Oberberger. Aidenbach sicherte sich damit die Vizemeisterschaft punktgleich mit Ortenburg und steigt laut Turnierordnung durch den Sieg im direkten Vergleich erstmals in die Niederbayernliga auf. Herzlichen Glückwunsch dazu! Böse erwischte es Deggendorf III mit 1–5 gegen Schaibing II, das damit die Tabellenführung in der Kreisliga Ost übernahm. Als einziger konnte dabei Robert Haselbeck einen ganzen Punkt einfahren, und nach 7 von zehn Runden findet sich Deggendorfs Mischung aus Jung und Alt erwartungsgemäß im Mittelfeld wieder.

 

Foto: Noch lachen beide! Roland Knechtel (rechts) und Franz Haselbeck vor ihrer Partie bei den diesjährigen Niederbayerischen Meisterschaften,
        mustergültig organisiert vom SV Aham, in der Haselbeck dem späteren Titelträger die einzige Niederlage beibrachte.
        Auch in den Mannschaftskämpfen gelangen ihm nach katastrophalem Start zuletzt drei Siege in Folge. (Foto: Andreas Haider)

FH

 

 

 

 

 

05.02.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler mitten im Abstiegskampf

„Erste“ gewinnt gegen Rottal II mit 7–1 von den Brettern – „Zweite“ wahrt Chance auf Spitzenplatz – „Dritte“ erstmals unterlegen

 Das hatten selbst die kühnsten Optimisten unter Deggendorfs Schachspielern nicht für möglich gehalten. Im ersten von drei „Alles-oder-nichts-Matches“ gegen den Abstieg aus der Regionalliga fegten die Donaustädter im Niederbayernderby Rottal II mit 7–1 förmlich von den heimischen Brettern – und die Gäste konnten sich darüber nicht einmal beschweren, denn der Sieg war auch in dieser Höhe vollauf verdient. Während sich für Deggendorf II nach einem ebenfalls eindrucksvollen 6–2-Erfolg gegen Haselbach sogar noch eine kleine Meisterschaftschance aufgetan hat, blieb Deggendorf III gegen Sonnen II ohne Punktgewinn.

Erwartet hatte der bisherige Tabellenletzte gegen die lediglich einen Punkt und einen Rang besser notierte Oberligareserve der Spielgemeinschaft aus Eggenfelden und Pfarrkirchen einen Nervenkrimi mit einem denkbar knappen Ausgang. Dass es anders kam, lag alleine daran, dass sich Deggendorf erstmals in dieser Saison als Mannschaft präsentierte, die weiß, worauf es im Abstiegskampf ankommt: Kampfgeist, Geschlossenheit und Vertrauen auf die eigene Stärke und nicht auf die Erfolge von Spitzenspielern. Und so war schon bald nach Beginn des Mannschaftskampfes zu erkennen, dass die Vorteile an fast allen Brettern auf Seiten der Heimmannschaft lagen, sehr zur Verwunderung der zahlreichen schachinteressierten Zuschauer. Damit war es natürlich nicht getan, entscheidend war es, die Vorteile auch zu verwerten, woran es dieses Mal jedoch nicht mangeln sollte. Den Anfang machten Mannschaftsführer Hubert Firlbeck (Brett zwei; Deggendorf in der Folge zuerst genannt) und Franz Haselbeck (5), die ihre Gegenüber Andreas Siemens und Dr. Hans Eichinger relativ humorlos zusammenschoben; Firlbeck, indem er dem aggressiven Wolgagambit des Gegners mit einer zunächst ruhigen Variante begegnete, bei der das Standardprogramm des Angreifers auf diesen selbst zurückschlug, Haselbeck mit einer Eröffnung, „die ich noch vor einigen Wochen eigentlich schon ganz weit wegwerfen wollte, weil sie bislang nie den erwünschten Erfolg brachte“, aber schon gegen Unterpfaffenhofen erfolgreich zum Einsatz gekommen war. Auch im Schach ist eben manchmal Geduld der Schlüssel zum Paradies!

Nur eine kurze Verschnaufpause gewährte den Rottalern das verdiente Remis zwischen Michael Bacholke und Edgar Brückl an Brett 7, danach setzte Deggendorf seinen Sturmlauf unbeirrt fort. Alex Stadler (4) und Ludwig Bielmeier (3) stellten mit überzeugenden Auftritten gegen Klaus Wiedmann, den Teamkapitän der Gäste, bzw. Norbert Frühauf die Weichen vorzeitig auf Sieg. Und mit dem kuriosesten Partieende des Tages erhöhte Professor Johannes Grabmeier (8) das Score um einen weiteren Zähler. Grabmeier hatte den alten Kämpfer Alois Höchtl im Partieverlauf gehörig unter Druck gesetzt und dabei dessen König in der Brettmitte „festgenagelt“. Den finalen Mattangriff begegnete Höchtl, indem er seinen Monarchen ergriff, um eine weit entfernte, Schach gebende Figur verbotener Weise im Stil eines Damenzuges vom Brett zu nehmen, um darauf mit dem erstaunten – und für Humor im Raum sorgenden – Ausruf: „Ach, das ist ja der König“ seinen Irrtum in der Hitze des Gefechtes zu bemerken und sofort darauf aufzugeben.

Nachdem Rainer Tauber (Brett 6) mit feiner Technik sein schwieriges Damenendspiel in den sicheren Remishafen gelenkt hatte, wobei sein Gegenüber Andreas Nöhbauer noch Glück hatte, dass Tauber zuvor einen sicheren Gewinnzug ausgelassen hatte, zeigte Spitzenspieler Petar Krstic gegen Rainer Hartl, dass auch er sein studienbedingtes Formtief überwunden hat. Ein materiell völlig gleichstehendes Turmendspiel führte er studienhaft zum Sieg, indem er die Stärke eines Bauern sowie seine aktivere Stellung präzise ausnutzte und damit den 7–1-Sieg fixierte. Damit katapultierte sich Deggendorf mit einem Streich vom letzten Platz auf Rang 7 und damit aus den Abstiegsrängen. Doch der Schein trügt. Die Liga teilt sich auf in vier Spitzenteams, die den Meister in den folgenden Duellen unter sich ausmachen werden, und 6 Mannschaften, die noch gegen den Abstieg kämpfen. Und so schön sich dieser Kantersieg auch anfühlt: Der letzte Platz ist für Deggendorf genau einen Punkt weit entfernt, und in den beiden folgenden Spielen gegen die Tabellennachbarn aus Pang und Ebersberg müssen mindest 3 weitere Zähler gut geschrieben werden, um dem Duell mit dem Ex-Landesligisten Gräfelfing in der letzten Runde gelassen entgegensehen zu können.

In der Bezirksliga Ost schaffte Deggendorf II einen unerwartet hohen Sieg gegen Pocking, wobei vor allem der Erfolg von Dr. Peter Roth am Spitzenbrett gegen Michael Fuchs bemerkenswert ist. Auch wenn dieser bei seiner Niederlage kräftig mithalf, muss ein derart starker und erfahrender Akteur erst einmal zu einem solchen Fehler gezwungen werden. Gewinnen konnten daneben auch Hans Mittermeier, Thomas Weiß (kampflos), Lothar Rader, Willi Haimerl und Helmut Ertl. Nach der Niederlage von Tabellenführer SC Ortenburg gegen den TSV Aidenbach liegen diese beiden Mannschaften vor der letzten Runde punktgleich an der Spitze des Klassements, Deggendorf II lediglich einen Zähler dahinter. Mit einem Sieg gegen Aidenbach können die Männer um Hans Oberberger und Franz Schmidbauer zumindest Platz 2 aus eigener Kraft erreichen und zudem auf einen Ausrutscher der Ortenburger in Pocking hoffen. Dann käme man sogar noch überraschend zu Meister- und Aufstiegsehren. Etwas überraschend musste die „Dritte“ gegen dies bislang wenig erfolgreiche Reserve aus Sonnen die erste Saisonniederlage einstecken. Lediglich Karl Hilmer punktete an Brett 1 gegen Ludwig Resch, Thomas Berthold steuerte an Brett 4 ein Remis zum 1,5–4,5 bei. Tabellenführer der Kreisliga Ost ist aktuell Röhrnbach II, aber im sehr ausgeglichen besetzten 11-er-Feld hat noch mindestens die Hälfte der Mannschaften Chancen auf die Meisterschaft. Die junge Deggendorfer Truppe sollte also den Kopf keineswegs hängen lassen.

 

Foto: Rainer Tauber (rechts) und Andreas Nöhbauer lieferten sich das spannendste Duell des Tages, kritisch und aufmerksam verfolgt von (von links) Franz Schmidbauer,
Dr. Hans Eichinger, Michael Bacholke und (sitzend) Karl Hilmer. Altmeister Hans Feichtinger beäugt im Hintergrund lieber das Brett von Professor Grabmeier, wo wenig später
König und Dame eine humorvolle Verwechslung erfahren. (Foto: Haselbeck)

FH

 

26.01.2012 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler mitten im Abstiegskampf

 

„Erste“ verliert in Germering – „Zweite“ und „Dritte“ weiterhin auf Erfolgskurs

 

„Wenn man vorne stehst, gewinnt man so ein Spiel, stehst man hinten, verliert man eben – ob verdient oder nicht, danach fragt später keiner mehr.“ Diese frustrierte Aussage eines Deggendorfers nach dem Regionalliga-Mannschaftskampf beim SC Unterpfaffenhofen lässt das Ergebnis schon erahnen. Mit einer äußerst unglücklichen 3–5-Niederlage trat man nach sechs Stunden Spielzeit die Heimreise an, im Gepäck einen gefestigten letzten Tabellenplatz und die Gewissheit, dass der Abstiegskampf nun auch für die größten Optimisten im Team unleugbare Tatsache – mit ungewissem Ausgang – ist!

Dabei hatte alles so gut begonnen. Franz Haselbeck (Brett sechs; Deggendorf in der Folge zuerst genannt), im bisherigen Saisonverlauf völlig außer Form und folgerichtig mit vier Niederlagen behaftet, gewann gegen den bislang ungeschlagenen und daher klar favorisierten Klaus Kretschel nach nur 21 Zügen überzeugend eine Figur und damit die Partie. Diese kurzzeitige Führung verwandelte sich zwar nach den Niederlagen von Manfred Menacher (2) und Alexander Stadler (5), die gegen Christian Grawe bzw. den Ex-Plattlinger Franz Brandl in unübersichtlichen Stellungen jeweils entscheidenden Materialnachteil hinnehmen mussten, in einen Rückstand. Doch der wieder erstarkte Ludwig Bielmeier sorgte an Brett 4 gegen Jürgen Wawra, früher ebenfalls in Niederbayern für Grafenau aktiv, postwendend für den Ausgleich, da sein Gegner zu verschwenderisch mit seiner Bedenkzeit umging und in komplizierter Stellung für mehr als zehn Züge nur noch wenige Sekunden zur Verfügung hatte, was ihm unweigerlich den Partieverlust durch Zeitüberschreitung bescheren sollte.

Mit dem 2–2 war somit ein verheißungsvolles Zwischenresultat zu verzeichnen, standen doch die verbliebenen Bretter allesamt durchaus ordentlich. Doch dann nahm das Verhängnis seinen Lauf. Zunächst versäumte Spitzenmann Petar Krstic es mehrmals, seinen Kontrahenten Erik Deues mit einfachen Mitteln in die Schranken zu weisen und musste am Ende mit Remis durch Dauerschach zufrieden sein. Und in der anschließenden Verlängerung kam es für Deggendorf knüppeldick: Anstatt einen durchaus möglichen Sieg oder zumindest den verdienten Punktgewinn anzusteuern, konnten Rainer Tauber (7) und Professor Johannes Grabmeier (8) ihre Partien gegen Bernhard Kern und Dr. Christof Buss nicht halten, wobei vor allem Taubers Niederlage enorm schmerzte. In ausgeglichener Stellung ging ihm am Schluss einfach die Bedenkzeit aus, und da sein Gegner ernsthaft Gewinnversuch unternahm, war auch die Reklamation auf ein Unentschieden nicht möglich – typisch für „und dann kam auch noch Pech hinzu“! Mannschaftsführer Hubert Firlbeck hingegen konnte an Brett 2 seinen gegen Franz Guttenthaler sauber erspielten Mehrbauern im Turmendspiel nicht zum Erfolg verwandeln, doch stand zu diesem Zeitpunkt die Niederlage ohnehin bereits fest. Jetzt hilft im „niederbayerischen Kellerduell“ gegen die Rottaler Oberligareserve wirklich nur noch ein Sieg, um überhaupt noch Chancen im Abstiegskampf zu haben.

Deutlich besser agierte die 2. Mannschaft in der Bezirksliga Ost. Sie gewann sowohl das Nachholspiel zuhause gegen SC Gardez Viechtach (Siege für Thomas Weiß, Lothar Rader, Willi Haimerl und Hans Oberberger, Remis spielten Franz Schmidbauer und Helmut Ertl) als auch in Runde 5 auswärts beim TV Freyung (hier holten Willi Haimerl, Helmut Ertl und Hans Feichtinger ganze, Michael Bacholke, Hans Mittermaier, Lothar Rader und Hans Oberberger halbe Punkte) mit 5–3 und belegt damit derzeit Rang 3. Uneingeschränkt Freude bereitet den Verantwortlichen nach wie vor das neu formierte „Team 3“. Zwar gelang gegen den TSV Aidenbach nicht der erhoffte Sieg, sondern „nur“ ein 3–3, für das die Partiegewinne von Alexander Lenhard – er konnte damit bislang alle Begegnungen für sich entscheiden – und Thomas Berthold sowie die Punkteteilungen von Robert Haselbeck und Timo Bösl sorgten. Doch dies genügte, um im Feld der 11 Mannschaften die Spitze zu behaupten und die Chancen auf die Meisterschaft intakt zu halten, mehr, als sich die aus hoffnungsvollen Jugendspielern und „alten Hasen“ zusammengesetzte Mannschaft zu erträumen wagte. Und sollten Haselbeck, Hilmer, Lenhard und Co. weiterhin so kampfkräftig und geschlossen auftreten, ist eine Überraschung durchaus im Bereich des Möglichen. Zumindest die „Erste“ sollte sich an dieser Einstellung ein aufmunterndes Beispiel nehmen.

FH

 

 

 

 

 

20.11.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler mit ersten Teilerfolg in der Regionalliga –

„Zweite“ verliert – 3. Mannschaft gewinnt

 Nun ist der Knoten bei Deggendorfs Schachspieler in der Regionalliga wenigstens zur Hälfte aufgegangen. In Ingolstadt holten Krstic, Firlbeck und Co. bei der Reserve des dortigen Landesligateams zumindest einen Mannschaftspunkt. Dennoch kann man aufgrund des Spielverlaufs mit diesem Teilerfolg nicht ganz zufrieden sein, aber zumindest ist man jetzt nicht mehr alleiniges Schlusslicht, sondern teilt sich diese „Ehre“ mit Ebersberg und Rottal II, die beide auch erst einen Punkt vorweisen können.

Im Duell der Donaustädter sah es zunächst vielversprechend für den Gast aus Niederbayern aus. Professor Johannes Grabmeier (Brett 8; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) bei seinem ersten Saisoneinsatz in der Ersten und der starke Neuzugang Alexander Stadler (Brett 4) zwangen ihre jeweils etwas zu forsch bzw. optimistisch agierenden Kontrahenten Frank Schröder und Lothar Michaelis souverän zur Aufgabe. Doch diesen beiden Siegen standen alsbald die Niederlagen von Franz Haselbeck (5) und Rainer Tauber (6) gegenüber; beide Routiniers sind derzeit von ihrer Bestform ein gutes Stück entfernt und hatten Ewald Appel bzw. Dr. Andreas Götz am Ende nichts mehr entgegenzusetzen. Somit ging es nach 4 Stunden Spielzeit mit dem Zwischenstand von 2–2 in die „Verlängerung“ – die sich zu einem kaum absehbaren, dramatischen „Showdown“ zuspitzen sollte.

Zunächst lief noch alles in geordneten Bahnen ab. Am Spitzenbrett erreichte Petar Krstic gegen den Internationalen Meister Alexander Maier ein Unentschieden durch Zugwiederholung, nachdem er es leider zuvor versäumt hatte, seinen Vorteil in ein überschaubares und klar besser stehendes Endspiel zu überführen. Andreas Krauß (7) tat es ihm gegen Emin Duraku gleich, nachdem er sich zuvor sehr umsichtig verteidigt und ein Turmendspiel mit gleicher Bauernzahl erreicht hatte. Für die Führung sorgte – die Spielzeit neigte sich mehr und mehr dem Ende entgegen – Ludwig Bielmeier (3), der seinen Gegenüber Thomas Zeindlmeier in dem für ihn charakteristischen Stil über Stunden mehr und mehr unter positionellen Druck gesetzt hatte, bis dessen Stellung völlig kollabierte: Ein mehr als verdienter Erfolg des Deggendorfer Serienstadtmeisters nach langer Durststrecke in den Ligaspielen!

Aller Augen richteten sich nun auf das 2. Brett, wo Hubert Firlbeck gegen Wolfgang Sailer eine kuriose – und in der knappen Zeit auch schwierig zu spielende –, aber letztendlich gewonnene Stellung erreicht hatte. Firlbeck hatte den Vorteil der Qualität (= Turm gegen Läufer), sein Kontrahent sich dafür allerdings 4 Freibauern auf beiden Flügeln geschaffen. Nun wäre ein einfacher Turmschwenk als Sicherheitszug von Nöten gewesen, und die Stellung hätte sich für den Deggendorfer Mannschaftsführer quasi „von selbst“ gespielt. Firlbeck jedoch wandelte sofort seinen eigenen Freibauern in eine Dame um, die Sailer unter dem Opfer seines Turmes wieder vom Brett entfernte. Nun hatte der Ingolstädter nur noch den Läufer gegen zwei Türme, seine weit vorgerückten Bauern schufen jedoch in Verbindung mit dem König gewaltige taktische Drohungen, die zumindest ein Unentschieden hätten erzwingen können, was für Deggendorf ja immer noch zum Sieg gereicht hätte. Doch in buchstäblich letzter Minute tappte Firlbeck in die Falle, indem er ein Schach zuließ und anschließend zunächst den in der Diagonale des Königs platzierten Turm und anschließend Haus und Hof verlor. Schach ist oftmals tragisch und ungerecht, doch solche Szenarien machen einfach den Reiz dieses unergründlichen Spiels aus.

Ohne Punkte blieb dieses Mal die „Zweite“ gegen die ambitionierten und erheblich verstärkten Schachfreund aus Ortenburg, die man wohl als den absoluten Titelfavoriten der Bezirksliga Ost ansehen muss. Mit 3,5–4,5 verloren die ersatzgeschwächten Deggendorfer dabei denkbar knapp. Thomas Weiß (Brett 4) und Willibald Haimerl (6) holten ganze, Franz Schmidbauer (2), Helmut Ertl und Hans Feichtinger halbe Zähler. Besser machte es die neu formierte „Dritte“, die sich nach ihrem 3,5–2,5-Erfolg gegen Vilshofen an die Spitze der Tabelle setzte: Robert Haselbeck (Brett 2), Alexander Lenhard (4) und Timo Bösl (6) gewannen ihre Partien, Thomas Berthold sorgte mit seinem Remis dafür, dass sich die Waage am Ende ganz auf die Seite von Deggendorf III neigte.

 Alexander Stadler, Neuzugang aus Vilshofen,
 im Bild rechts gegen den Ingolstädter Lothar Michaelis,
 hat sich bereits gut in die Mannschaft integriert
 und ist mit einem Ergebnis von 2 Punkten aus 3 Partien erfolgreich
 in seine erste Regionalliga-Saison gestartet.

(Foto: F. Haselbeck)

 

 

FH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12.11.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schach: Deggendorfs Spitzenspieler besiegt den Europameister

Verpatzter Start in der Regionalliga – 2. und 3. Mannschaft auf Erfolgskurs

 Vor wenigen Tagen ist Griechenland die Europäische Mannschaftsmeisterschaft im Turnierschach zu Ende gegangen – mit dem nur an Position zehn eingestuften deutschen Team als Europameister, eine Sensation und der mit Sicherheit größte Erfolg des deutschen Schachs in den letzten Jahrzehnten. Das Team mit den Großmeistern Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman, Jan Gustafsson und Rainer Buhmann gewann sieben von neun Begegnungen und räumte dabei mit der Ukraine den amtierenden Olympiasieger sowie mit den im Gesamtklassement an Platz 2–4 folgenden Mannschaften aus Aserbaidschan, Ungarn und den zweifachen Olympiasieger Armenien drei der fünf weltbesten Nationen aus dem Weg; die an 1 gesetzten Russen mussten mit dem enttäuschenden 5. Rang Vorlieb nehmen. Neben dem Unentschieden gegen die traditionell starken Israelis kassierte Deutschland nur eine Niederlage, und die ausgerechnet gegen Bulgarien mit dem heuer für Deggendorf am Spitzenbrett aufgestellten Großmeister Alexander Delchev, der hinter Ex-Weltmeister Vesselin Topalov und dessen Sekundanten Ivan Cheparinov an Brett 3 die Farben seines Landes ausgezeichnet vertrat.

Großmeister Delchev wurde in allen neun Begegnungen eingesetzt und erzielte mit 4,5 Punkten ein ausgezeichnetes Ergebnis gegen Gegner der absoluten Weltklasse, die im Schnitt 30 ELO-Punkte mehr als er auf ihrem Konto hatten. Besonders hervorzuheben ist dabei sein Erfolg gegen den derzeit in bestechender Form agierenden Russen Alexander Morozewich, aktuell die Nummer neun der Weltrangliste. Topfavorit Russland war ohne Chance bei der 1–3-Niederlage gegen Bulgarien, das bis zum Schluss um die Medaillen mitspielte und erst in der letzten Runde nach zuvor 5 Siegen und 2 Remis von den Ungarn mit 0–4 unsanft ausgebremst wurde und vom geteilten 3./4. Platz auf Rang sieben zurückfiel. Dennoch können sich der Delchev und Co. – frei nach dem Weltpokal-Sieger-Besieger FC St. Pauli – zumindest Europameister-Besieger nennen.

Die Deggendorfer Mannschaft jedoch tut es dem bulgarischen Großmeister vorerst noch gar nicht gleich. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage gegen Tegernsee ging auch das 2. Spiel in der Regionalliga, dieses Mal an den heimischen Brettern, gegen Waldkraiburg verloren, und zwar mit 2–6 sang- und klanglos und auch in dieser Höhe verdient. Lediglich Manfred Menacher (Brett 2), Hubert Firlbeck (3), Alex Stadler (4) und Michael Bacholke erreichten in etwa Normalform, ohne in ihren Remispartien restlos zu überzeugen. Petar Krstic (1), derzeit studienbedingt völlig außer Form, ging im Angriffswirbel seines nominell deutlich schwächeren Gegners völlig unter, Franz Haselbeck (5) verlor durch einen unverständlichen Eröffnungsfehler bereits früh einen Bauern ohne Kompensation und stellt so die Weichen – allerdings in die falsche Richtung, Rainer Tauber (6) stand zwar zwischenzeitliche gut, musste sich aber in seiner üblichen Zeitnot den taktischen Finessen seines Kontrahenten beugen, und auch für Andreas Krauß war das Spiel aus, bevor es noch so richtig angefangen hatte. Gegen Ingolstadt ist jedenfalls am kommenden Wochenende eine deutliche Leistungssteigerung von Nöten, um nicht erneut „von den Brettern“ gefegt zu werden.

Besser machen es da die 2. und 3. Mannschaft des Schachvereins. Die „Zweite“ erreichte gegen die mit ihren österreichischen Legionären angetretenen Schachfreunde aus Sonnen ein beachtliches 4–4, wobei vor allem die Routiniers Franz Schmidbauer, Lothar Rader und Georg Reisinger mit ganzen Punkten zu überzeugen wussten. Die „Dritte“ kam bei der ebenfalls stark aufgestellten Reserve von Röhrnbach ebenfalls zu einem Unentschieden; hier zeichnete aber die Jugend an Brett 4–6 in Gestalt von Alexander Lenhard, Thomas Berthold und Timo Bösl für die Siege verantwortlich. Deggendorf II empfängt am kommenden Samstag die ambitionierten Ortenburger zum Topspiel der Bezirksliga, während Deggendorf III sich mit dem SC Vilshofen auseinandersetzen muss. Beide Teams wollen dabei versuchen, sich im Vorderfeld der Tabelle festzusetzen, für die „Erste“ hingegen geht es schon nach nur zwei Runden „um’s nackte Überleben“:

Foto: Großmeister Alexander Delchev bei seinem Auftritt für Deggendorf in Tegernsee.
(Foto: Haselbeck)
    

 

FH

 

 

 

 

02.10.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein verliert unglücklich in Tegernsee

3–5 gegen den Ex-Bundesligisten – Zweite und Dritte mit klaren Siegen

Es wäre ein Auftakt nach Maß für Deggendorfs Schachspieler geworden, wenn das Regionalligateam in Tegernsee die sich ihm bietenden Chancen genutzt hätte. Denn sowohl die Zweite in der Bezirksliga Ost mit einem 6–2-Erfolg gegen Pocking als auch die neu formierte Dritte in der Kreisliga mit einem 5,5–0,5 Kantersieg gegen Viechtach II waren erfolgreich in die neue Saison gestartet, während die Erste nach einem mehr als unglücklichen Spielverlauf mit leeren Händen die Heimreise antreten musste.

Dabei hatte die Begegnung gegen den Ex-Bundesligisten – noch 2009 hatte Tegernsee in der höchsten deutschen Spielklasse Rang 3 belegt – verheißungsvoll begonnen. Deggendorf konnte mit seinem neuen Star Aleksander Delchev am Spitzenbrett aufwarten. Der bulgarische Großmeister kam direkt vom Mannschafts-Europacup im slowenischen Rogaska Slatina angereist, wo er mit seinem Team Naiden Voinov Rang 15 unter 62 Mannschaften belegt und an Brett 1 das hervorragende Ergebnis von 3,5 Punkten aus 6 Partien erzielt hatte, wobei er seine einzige Niederlage gegen den absoluten Weltklassemann Michael Adams quittieren musste. Auch gegen Tegernsee punktete er ohne Probleme, da der gegen ihn gesetzte Internationale Meister (IM) Edin Pezerovic sich als nur auf dem Papier vorhandene Luftnummer erwies und der Punkt kampflos an die Donaustädter ging. Über die Sportlichkeit eines solchen Verhaltens seitens der Gastgeber, die zugleich mit einer kompletten 2. Mannschaft antraten und so das erste Brett keinesfalls hätten unbesetzt lassen müssen, kann man zumindest geteilter Meinung sein!

Der weitere Spielverlauf gestaltete sich für Deggendorf zunächst positiv. Andreas Krauß  (Brett 7), Michael Bacholke (8) und, nach beherztem Kampf, Neuzugang Alex Stadler (5) sicherten mit verdienten Punkteteilungen die Führung, bevor Manfred Menacher an Brett 2 gegen IM Roman Vidonyak in schwieriger Stellung die beste Verteidigung verabsäumte und aufgeben musste. Dennoch war man im Lager der Gäste nach wie vor guter Dinge, denn nach der ersten Zeitkontrolle stand man zumindest in zwei der drei verbliebenen Partien deutlich besser. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Zunächst stellt Hubert Firlbeck (3) gegen die International Meisterin Nellya Vidonyak ohne Not seinen Mehrbauern ein, der ihm wohl den Sieg gebracht hätte, und musste statt dessen ins Remis einwilligen. Anschließend vergab Franz Haselbeck, der zuvor Brett und Gegner klar dominiert hatte, zunächst ein gewonnenes Turmendspiel mit Mehrbauern kläglich und danach das entstandene Bauernendspiel, das zumindest bei bester Fortsetzung noch den halben Punkt eingebracht hätte, äußerst unglücklich und verlor. Jetzt hing beim Stande von 3–4 alles vom 4. Brett ab, wo Ludwig Bielmeier sich gegen den Ex-Deggendorfer Gerhard Lettl eine Mehrfigur erspielt hatte, dafür jedoch zwei Bauern und die Initiative seinem Kontrahenten überlassen musste. Und diese Bauern wurden ihm in den letzten dramatischen Sekunden noch zum Verhängnis, da Lettl einen von ihnen zur Dame und zum Punktgewinn umwandeln konnte und den Tegernseern damit den Sieg mit 5–3 sicherte, womit in deren Reihen noch kurze Zeit vorher eigentlich kaum mehr jemand ernsthaft gerechnet hatte. Nun stehen Firlbeck und Co. im nächsten Heimspiel am 23. Oktober ab 10 Uhr im Stadthotel Kolpinghaus gegen Waldkraiburg bereits wieder unter Druck, denn mit einer weiteren Niederlage wäre man schon zu Beginn der Saison im Abstiegskampf angekommen, den man heuer eigentlich gerne vermieden hätte.

Deutlich besser machten es die zweite und dritte Mannschaft des Schachvereins mit klaren Erfolgen gegen Pocking bzw. Viechtach II, wobei von den 14 hier ausgetragenen Partien (die Kreisklasse wird nicht mit den üblichen acht, sondern nur mit sechs Spielern absolviert) keine einzige verloren ging. Für die Zweite punkteten Franz Schmidbauer (Brett 2), Helmut Ertl (6), Hans Feichtinger (7) und Karl Hilmer (8) voll, Professor Johannes Grabmeier (1), Johann Mittermeier (3), Nachwuchstalent Thomas Weiß (4) und Georg Reisinger (5) jeweils zur Hälfte. In der aus Routiniers und hoffnungsvollen Nachwuchsspielern neu zusammengesetzten Dritten ließ lediglich der Teamsenior Rudolf Veitl mit sich über ein Remis verhandeln, Robert Haselbeck (Brett 1), Alexander Lenhard, Thomas Berthold, Timo Bösl und Günther Berthold (Brett 3–6) sorgten mit ganzen Zählern für den fast perfekten Start.

 

 

   IM Manfred Menacher   Delchev und Krauß

Bild 1: Rückkehrer Manfred Menacher (links), der eigenen Jugend entstammender 3-facher bayerischer Meister, konnte seine Partie gegen den starken Roman Vidonyak nicht halten.
Bild 2: Großmeister Alexander Delchev (rechts) analysiert mit seinem Deggendorfer Betreuer Andreas Krauß dessen Partie und hatte dabei sicher einige Verbesserungen parat. (Fotos: Haselbeck)

FH

 

 

15.09.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein mit spektakulären Neuverpflichtungen

Mit zwei Großmeistern und einem mehrfachen bayerischen Meister in die neue Regionalliga-Saison

 Auftakt gegen Ex-Bundesligisten Tegernsee

Am 2. Oktober starten die Schachligen in die neue Saison 2011/12, und für diese hat sich der Schachverein Deggendorf in der Regionalliga Südost nach zwei harten Jahren mit permanenten Sorgen um den Klassenerhalt einiges vorgenommen. Insgesamt vier Akteure wurden neu für den Kader verpflichtet, darunter auf Vermittlung des bereits seit drei Jahren für die Niederbayern aktiven serbischen Gastspielers Petar Krstic auch zwei renommierte Großmeister, denen man ohne Übertreibung Bundesligaformat zusprechen kann.

Das erste Brett besetzt Großmeister (seit 1998) Alexander Delchev, 175. der aktuellen Weltrangliste (ELO 2620), 4. im Ranking seines Heimatlandes Bulgarien, das der 40-jährige unter anderem bei fünf Schacholympiaden vertrat. 1994, 1996 und 2001 gewann er die Landesmeisterschaft, 1991/92 wurde er im holländischen Aalborg Junioren-Europameister. Damit steht er in einer Reihe mit den heutigen absoluten Weltklassespielern Vassily Ivanchuk, Boris Gelfand und Levon Aronian, die sich diesen Titel ebenfalls zu Beginn ihrer Karriere sicherten. Seine jüngsten größeren Einzelerfolge datieren auf das Jahr 2007, als er das Internationale Schachfestival in Benidorm und die Offenen Meisterschaften von Kroatien für sich entscheiden konnte. Bei den diesjährigen französischen Mannschaftsmeisterschaften remisierte er gegen die beiden „Supergroßmeister“ Dimitry Jakovenko (Russland) und Michael Adams (England) und errang mit dem Team von „Marseille Echecs“ den Titel. Großmeister Delchev ist Verfasser zweier Schach-Standartwerke über die Sizilianische und die Grünfeld-Verteidigung.

Brett 2 nimmt Großmeister (seit 2003) Nikola Sedlak ein, derzeit 273. der Weltrangliste (ELO 2589) und 6. der serbischen Rangliste. Bei der Schacholympiade 2010 gelang dem 28-jährigen das Kunststück, dem Weltranglisten-Ersten und „Wunderkind“ Magnus Carlsen mit den schwarzen Steinen ein Unentschieden abztutrotzen, wobei er zeitweise sogar einen Mehrbauern sein Eigen nennen konnte. Herausragend unter seinen vielen Erfolgen ist sicher der Gewinn der EU-Meisterschaft im Juni 2007 in Arvier.

Der bisherige Spitzenspieler Petar Krstic (3) folgt als Nummer 4 mit Rückkehrer Manfred Menacher eine weitere „Granate“. Das Deggendorfer Eigengewächs der 1980er Jahre, bayerischer Meister 1993, 1994 und 1997 und Gewinner des Schnellschach-Titels 2009, hat sich nach zwei weniger erfreulichen Jahren beim Landesligisten Kehlheim wieder seinem Heimatverein angeschlossen, dem er bei seinem ersten Comeback 2008/09 mit einer makellosen Bilanz entscheidend zu Meisterschaft und Aufstieg mit verholfen hat. Nebenbei ist Menacher auch noch für Ranshofen in der 2. Österreichischen Liga aktiv. Nach Mannschaftsführer Hubert Firlbeck und Rekord-Stadtmeister Ludwig Bielmeier folgt mit Alexander Stadler die vierte Neuverpflichtung. Der junge Vilshofener, schon seit zwei Jahren im Deggendorfer Vereinsgeschehen präsent, hat die Chance zur sportlichen Verbesserung ergriffen und kürzlich mit dem Gewinn des Opens im österreichischen Braunau vor deutlich höher eingestuften Kontrahenten, verbunden mit dem Sprung über die 2000er DWZ-Marke, bereits eine Kostprobe seines Talents abgeliefert. Die ersten Acht komplettiert Franz Haselbeck, doch da im Lauf der Saison sicher nicht immer alle Topspieler gleichzeitig eingesetzt werden, können sich auch die Rainer Tauber (9) und Andreas Krauß (10) als fester Bestandteil des Teams fühlen. Für weitere personelle Notfälle stehen die Männer der zweiten Mannschaft um Vorstand Franz Schmidbauer Gewehr bei Fuß. Wie die Aufstellung beim Saisonauftakt in Tegernsee, eine Mannschaft, die vor wenigen Jahren noch in der Bundesliga und im Europacup aktiv war und mit Edin Pezerovic, Roman und Nelya Vidnonyak ebenfalls drei International Meister aufbieten kann – schau mer mal. Jedenfalls profitiert von den Neuzugängen nicht nur Deggendorf I, auch der „Zweiten“ stehen nun so viele Spieler wie lange nicht zur Verfügung und die Verantwortlichen haben sich daher entschlossen, auch noch ein drittes Team für die Kreisliga Ost zu melden, um allen spiefreudigen Schacherern auch die Chance zum Einsatz zu geben.


                                                                                                                                                                                                                               FH

Großmeister Alexander Delchev 

Foto: Großmeister Alexander Delchev, Spitzenspieler des Deggendorfer Schachvereins in der kommenden Saison.

 

 

 

 

10.04.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein Deggendorf: Klassenerhalt trotz Niederlage

3–5 in Ingolstadt –  „Zweite“ gegen Passau ohne Chance

„Das ist gerade so noch einmal gut gegangen.“ Dieser Aussage von Mannschaftsführer Hubert Firlbeck, mit der er den glücklichen Erhalt der Regionalliga für Deggendorfs Schacherer kommentierte, ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Trotz einer Niederlage nach einer erneut nicht überzeugenden Leistung bei der Landesligareserve des SK Ingolstadt gelang es, die Klasse zu sichern. Grund dafür war der gleichzeitige Misserfolg des einen Punkt hinter Deggendorf liegenden SV Ilmmünster in Gräfelfing. Damit muss Ilmmünster, das vor der Saison den Aufstieg in die Landesliga als Ziel formuliert hat, zusammen mit dem SC Straubing den bitteren Weg in die Ober- bzw. Niederbayernliga antreten. An der Tabellenspitze aber sind der SK Landshut und Gräfelfing sowohl nach Mannschafts- wie auch nach Brettpunkte gleich und haben jeweils auch die identische Anzahl an Gewinnpartien auf ihrem Konto. Somit entscheidet über den Aufstieg in die Landesliga Süd – das Los! Warum die Funktionäre diesen „Wahnsinn, der Wirklichkeit wird“, so der Kommentar auf der Webseite der Landshuter, ins Regelwerk geschrieben haben und nicht einen sportlich fairen Stichkampf, wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben.

Der Wettkampf in Ingolstadt spiegelt exakt Deggendorfs Saisonverlauf wieder. Einem herausragenden Start, in der Liga mit drei Siegen in Folge, hier mit drei Gewinnpartien in Serie, folgte der totale Absturz. Schon zu Beginn gingen die Niederbayern mit 1–0 in Führung, da die Heimatstadt des Ministerpräsidenten nur mit 7 Mann antrat und Brett 3 gegen Ludwig Bielmeier nicht besetzen konnte. Es folgten rasche Erfolge von Petar Krstic (Brett 1; Deggendorf in der Folge zuerst genannt) gegen Dr. Wolfgang Claß und Professor Johannes Grabmeier (7) gegen Frank Schröder, und mit einem komfortablen Vorsprung und weitgehend zufriedenstellenden Positionen an allen übrigen Brettern schien der Ligaverbleib aus eigener Kraft nur noch eine Frage der Zeit.

Was folgte, ist nur mit dem strapazierten Nervenkostüm der seit 5 Runden mit Niederlagen konfrontierten Akteure zu erklären. Alle Partien gingen, wie man so schön sagt, „den Bach hinunter“. Den Anfang machte Michael Bacholke (8), der gegen Dr. Ralf Hartmann eine Springergabel mit gleichzeitigem Angriff auf König und Dame übersah und sofort aufgeben musste. Es folgten Franz Haselbeck (4), der gegen Dr. Andreas Götz seine gute Eröffnungsbehandlung überschätzte, die Stellung überzog und trocken ausgekontert wurde, Hubert Firlbeck (3), der ein vorteilhaftes Endspiel gegen Ewald Appel zum Verlust misshandelte und Rainer Tauber (5), dessen Einschätzung, nach dem Abtausch der Damen Ausgleich gegen Daniel Ebenhöch erreicht zu haben, sich als Trugschluss herausstellte. Den Schlusspunkt setzte dann Andreas Kraus; an Brett 6 verlor er gegen Emin Duraku zunächst einen Bauer, dann einen Läufer und damit auch die letzte Partie der Saison. Den hängenden Köpfen beim gemeinsamen Lokalbesuch und während der langen Heimatfahrt folgte erst gegen 18 Uhr hörbares Aufatmen, als der Spielleiter alle Ergebnisse der Schlussrunde ins Netz gestellt hatte. Für die nächste Saison allerdings ist eine klare Steigerung der gesamten Mannschaft unbedingt notwendig, um noch länger auf diesem Niveau das königliche Spiel betreiben zu können.

Keine Chance hatte Deggendorf II im alles entscheidenden Duell um die Meisterschaft gegen Passaus Oberligareserve. Bei einem Sieg hätten Schmidbauer und Co. den Tabellenführer in der Bezirksliga Ost noch in quasi letzter Sekunde vom Thron stürzen und den Weg in die Niederbayernliga antreten können. Dies wussten aber auch die Passauer, und boten aus ihrem reichen Reservoir ein überragendes Team auf, gegen dass kein Kraut gewachsen war. Mit 3–5 fiel die Niederlage noch durchaus moderat aus. „Schorsch“ Reisinger holte an Brett 8 gegen Wilfried Kuran den einzigen vollen Punkt, Dr. Peter Roth – er hatte es mit dem internationalen Titelträger FIDE-Meister Dr. Arpad Geller zu tun –, Johann Mittermeier, der mit 8 Punkten aus neun Partien das beste Einzelergebnis der gesamten Liga erzielte, Helmut Ertl und Willibald Haimerl holten jeweils ein beachtliches Remis, während Franz Schmidbauer gegen den Internationalen Meister und früheren Bundesligaspieler Wolfgang Kaiser, Christian Stutzke und Lothar Rader die Überlegenheit ihrer durchgehend höherklassig erprobten Kontrahenten anerkennen mussten. Dennoch, die Vizemeisterschaft ist ein schöne Erfolg, und nächstes Jahr heißt es einfach: Auf ein Neues!

FH

 Daniel Ebenhöch

Foto: Der Ingolstädter Mannschaftsführer Daniel Ebenhöch (rechts), mit 8,5 Punkten aus 9 Partien der überragende Spieler der Regionalliga Südost, erklärt Professor Grabmeier nach getaner Arbeit das Geheimnis seines Erfolgs. (Foto: Haselbeck)

 

 

  

 


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