10.04.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein Deggendorf: Klassenerhalt trotz Niederlage

3–5 in Ingolstadt –  „Zweite“ gegen Passau ohne Chance

„Das ist gerade so noch einmal gut gegangen.“ Dieser Aussage von Mannschaftsführer Hubert Firlbeck, mit der er den glücklichen Erhalt der Regionalliga für Deggendorfs Schacherer kommentierte, ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Trotz einer Niederlage nach einer erneut nicht überzeugenden Leistung bei der Landesligareserve des SK Ingolstadt gelang es, die Klasse zu sichern. Grund dafür war der gleichzeitige Misserfolg des einen Punkt hinter Deggendorf liegenden SV Ilmmünster in Gräfelfing. Damit muss Ilmmünster, das vor der Saison den Aufstieg in die Landesliga als Ziel formuliert hat, zusammen mit dem SC Straubing den bitteren Weg in die Ober- bzw. Niederbayernliga antreten. An der Tabellenspitze aber sind der SK Landshut und Gräfelfing sowohl nach Mannschafts- wie auch nach Brettpunkte gleich und haben jeweils auch die identische Anzahl an Gewinnpartien auf ihrem Konto. Somit entscheidet über den Aufstieg in die Landesliga Süd – das Los! Warum die Funktionäre diesen „Wahnsinn, der Wirklichkeit wird“, so der Kommentar auf der Webseite der Landshuter, ins Regelwerk geschrieben haben und nicht einen sportlich fairen Stichkampf, wird wohl auf ewig ihr Geheimnis bleiben.

Der Wettkampf in Ingolstadt spiegelt exakt Deggendorfs Saisonverlauf wieder. Einem herausragenden Start, in der Liga mit drei Siegen in Folge, hier mit drei Gewinnpartien in Serie, folgte der totale Absturz. Schon zu Beginn gingen die Niederbayern mit 1–0 in Führung, da die Heimatstadt des Ministerpräsidenten nur mit 7 Mann antrat und Brett 3 gegen Ludwig Bielmeier nicht besetzen konnte. Es folgten rasche Erfolge von Petar Krstic (Brett 1; Deggendorf in der Folge zuerst genannt) gegen Dr. Wolfgang Claß und Professor Johannes Grabmeier (7) gegen Frank Schröder, und mit einem komfortablen Vorsprung und weitgehend zufriedenstellenden Positionen an allen übrigen Brettern schien der Ligaverbleib aus eigener Kraft nur noch eine Frage der Zeit.

Was folgte, ist nur mit dem strapazierten Nervenkostüm der seit 5 Runden mit Niederlagen konfrontierten Akteure zu erklären. Alle Partien gingen, wie man so schön sagt, „den Bach hinunter“. Den Anfang machte Michael Bacholke (8), der gegen Dr. Ralf Hartmann eine Springergabel mit gleichzeitigem Angriff auf König und Dame übersah und sofort aufgeben musste. Es folgten Franz Haselbeck (4), der gegen Dr. Andreas Götz seine gute Eröffnungsbehandlung überschätzte, die Stellung überzog und trocken ausgekontert wurde, Hubert Firlbeck (3), der ein vorteilhaftes Endspiel gegen Ewald Appel zum Verlust misshandelte und Rainer Tauber (5), dessen Einschätzung, nach dem Abtausch der Damen Ausgleich gegen Daniel Ebenhöch erreicht zu haben, sich als Trugschluss herausstellte. Den Schlusspunkt setzte dann Andreas Kraus; an Brett 6 verlor er gegen Emin Duraku zunächst einen Bauer, dann einen Läufer und damit auch die letzte Partie der Saison. Den hängenden Köpfen beim gemeinsamen Lokalbesuch und während der langen Heimatfahrt folgte erst gegen 18 Uhr hörbares Aufatmen, als der Spielleiter alle Ergebnisse der Schlussrunde ins Netz gestellt hatte. Für die nächste Saison allerdings ist eine klare Steigerung der gesamten Mannschaft unbedingt notwendig, um noch länger auf diesem Niveau das königliche Spiel betreiben zu können.

Keine Chance hatte Deggendorf II im alles entscheidenden Duell um die Meisterschaft gegen Passaus Oberligareserve. Bei einem Sieg hätten Schmidbauer und Co. den Tabellenführer in der Bezirksliga Ost noch in quasi letzter Sekunde vom Thron stürzen und den Weg in die Niederbayernliga antreten können. Dies wussten aber auch die Passauer, und boten aus ihrem reichen Reservoir ein überragendes Team auf, gegen dass kein Kraut gewachsen war. Mit 3–5 fiel die Niederlage noch durchaus moderat aus. „Schorsch“ Reisinger holte an Brett 8 gegen Wilfried Kuran den einzigen vollen Punkt, Dr. Peter Roth – er hatte es mit dem internationalen Titelträger FIDE-Meister Dr. Arpad Geller zu tun –, Johann Mittermeier, der mit 8 Punkten aus neun Partien das beste Einzelergebnis der gesamten Liga erzielte, Helmut Ertl und Willibald Haimerl holten jeweils ein beachtliches Remis, während Franz Schmidbauer gegen den Internationalen Meister und früheren Bundesligaspieler Wolfgang Kaiser, Christian Stutzke und Lothar Rader die Überlegenheit ihrer durchgehend höherklassig erprobten Kontrahenten anerkennen mussten. Dennoch, die Vizemeisterschaft ist ein schöne Erfolg, und nächstes Jahr heißt es einfach: Auf ein Neues!

FH

 Daniel Ebenhöch

Foto: Der Ingolstädter Mannschaftsführer Daniel Ebenhöch (rechts), mit 8,5 Punkten aus 9 Partien der überragende Spieler der Regionalliga Südost, erklärt Professor Grabmeier nach getaner Arbeit das Geheimnis seines Erfolgs. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

20.03.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler droht der Abstieg

Fünfte Niederlage in Folge – „Zweite“ noch mit Titelchancen

Jetzt sind die Alarmglocken für Deggendorfs Schachspieler in der Regionalliga Südost endgültig nicht mehr zu überhören. Gegen Gräfelfing kassierten sie die 5. Niederlage in Folge, gleichbedeutend mit dem Abrutschen auf Rang 8 – nur noch einen Platz und einen Punkt vom Abstieg entfernt. Um sich sicher und vor allem aus eigener Kraft zu retten, hilft in der letzten Runde beim SK Ingolstadt nur noch ein Sieg. Auch die „Zweite“ ist nach dem 4–4 gegen den ESV Pocking unter Zugzwang, allerdings nicht unter Druck. Im letzten Match gegen den SK Passau II kann man mit einem Sieg noch die Meisterschaft erreichen, eine Chance, mit der man zu Saisonbeginn so eher nicht gerechnet hatte.

1–7, so lautete das ernüchternde Ergebnis gegen Gräfelfing am Ende, und die Verantwortlichen waren sich danach einig: Nach dem Traumstart mit 3 Siegen in Serie hat das gesamte Team derzeit nicht die Verfassung, um in der Regionalliga konkurrenzfähig zu sein. Dies wurde schon zu Spielbeginn deutlich. Petar Krstic (Brett I, Deggendorf in der Folge zuerst genannt) war, verunsichert durch die beiden letzten Niederlagen, froh, dass ihm FIDE-Meister Wolfgang Riedel, ausgestattet mit jahrelanger Bundesligaerfahrung, in etwas schlechterer Stellung Remis anbot. Nahezu gleichzeitig misshandelte Franz Haselbeck (4) gegen Alexander Würdinger unnötigerweise seine Lieblingseröffnung mit den weißen Steinen und musste nach einem kraftvollen Figurenopfers seines Gegenüber schon nach 18 Zügen resigniert die Segel streichen. Nicht viel besser erging es dem bislang ungeschlagenen Michael Bacholke gegen Thomas Sörgel (7). Nach zaghafter Eröffnungsbehandlung verlor er zunächst ersatzlos einen Bauern, wenig später war auch ein zweiter nicht mehr zu retten und die Aufgabe die logische Konsequenz. Kurz vor der Zeitkontrolle erwischte es auch Mannschaftsführer Hubert Firlbeck (Brett 3), der die Früchte seiner aus guter Vorbereitung resultierenden vorteilhaften Stellung nicht ernten konnte und statt dessen in Zeitnot Jürgen Hofmann den vollen Punkt überlassen musste.

Bei einem 0,5–3,5 Rückstand war, um die Fußballersprache zu benutzen, „die Messe bereits gelesen“, zumal auch die verbliebenen vier Partien wenig Anlass zur Hoffnung für Deggendorf gaben. Und tatsächlich nahm nun das Debakel seinen Lauf. Lediglich Andreas Krauß konnte es an Brett 5 gegen FM Joachim Olbrich mit einem Remis im Endspiel bei ungleichfarbigen Läufern ein wenig mildern. Der erstmals eingesetzte Neuzugang aus Vilshofen Christian Stutzke (8) hingegen wurde für seinen Kampfgeist nicht belohnt. Den Rückstand der Qualität (Turm für Leichtfigur) konnte er mit einer feinen Kombination gegen Martin Hock noch kompensieren, doch dann postierte er im Turmendspiel seine Streitkräfte zu passiv und konnte die Freibauern seines Gegners nicht mehr entscheidend stoppen. Prof. Johannes Grabmeier (6) hingegen erhielt nach einem, beiderseitig in hochgradiger Zeitnot geführten, hoch spannenden Duell zwar einen Freibauern, den Desiderius Meier nur noch mit dem Opfer seines Turmes stoppen konnte. Allerdings verblieben Meier in der Bilanz 4 Bauern gegen Grabmeiers bei abseitigem König einsamen Turm, deren Weg zur Dame dieser natürlich nicht mehr aufhalten konnte. Und nach fast sechs Stunden musste auch Ludwig Bielmeier (2) gegen Oliver Gesing die Waffen strecken. Im Endspiel mit Bauern auf beiden Flügeln erwies sich dessen weit ausgreifender Läufer dem kurzschrittigen Springer Bielmeiers letztendlich überlegen. Damit zog Gräfelfing auch nach Brettpunkten mit dem bisherigen Tabellenführer aus Landshut gleich, so dass es in der letzten Runde am 10. April noch zu überaus spannenden Entscheidungen um Meisterschaft und Abstieg kommen wird. Deggendorf hat hier den Vorteil, dass die beiden direkten Konkurrenten Ilmmünster (einen Punkt dahinter) und Pang-Rosenheim II (punktgleich) gegen die beiden Tabellenführer antreten müssen, während man es selbst mit den bereits gesicherten Ingolstädtern zu tun bekommt. Theoretisch hat auch noch Waldkraiburg auf Rang 6 leichte Abstiegssorgen, doch das zu erwartende Unentschieden gegen Trostberg (hier sind sich die Oberbayern in ihrer Vorgehensweise zumeist einig) wird diese wohl beseitigen. Krstic und Co. jedenfalls müssen sich gewaltig steigern, um nicht auf die Niederlagen der Konkurrenten angewiesen zu sein.

Weitaus entspannter stellt sich die Lage für Deggendorf II dar. Trotz Personalnot holte man gegen Pocking einen Punkt, den die Siege von Johann Mittermaier an Brett 3, der mit inzwischen 7,5 Punkten aus 8 Partien eine phantastische Bilanz aufzuweisen hat, und Rudolf Veitl (8) bei Remisen von Dr. Peter Roth und Lothar Rader an den beiden Spitzenbrettern sowie Hans Oberberger (5) und Georg Reisinger (6) sicherten. Niederlagen quittieren mussten Helmut Ertl (4) und Robert Haselbeck (8). Jetzt steht den Männern um Mannschaftsführer Hans Oberberger gegen Passau ein echtes Endspiel bevor, bei dem sie in Bestaufstellung sicher nicht ohne Chance sein werden.

FH

 Foto: Christian Stutzke (hinten), Neuzugang aus Vilshofen,
musste bei seinem ersten Einsatz in der Regionalliga nach hartem Kampf die Überlegenheit seines Kontrahenten Martin Hock anerkennen.
Karl Hilmer, Otto Schober und Thomas Sörgel (von rechts) beobachten aufmerksam den Verlauf des Geschehens. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

27.02.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Rabenschwarzes Wochenende für Deggendorfs Schachspieler

„Erste“ im Abstiegskampf – „Zweite“ verliert Tabellenführung

So hatten sich Deggendorf Denksportler das nicht vorgestellt. Nach der inzwischen vierten Niederlagen in Folge, dieses Mal in Germering, hat die Erste in der Regionalliga Südost den perfekten Saisonstart praktisch völlig verspielt und ist von der Spitze in den Tabellenkeller durchgereicht worden. Und in der Bezirksliga Ost ist Deggendorf II durch die unnötige Niederlage gegen Aidenbach, eigentlich eine Mannschaft aus dem hinteren Tabellenbereich, von der Spitze des Klassements verdrängt worden. Für die beiden letzten Runden gilt es nun, alle Kräfte zu bündeln, um die gesteckten Saisonziele – Nichtabstieg bzw. Aufstieg in die Niederbayernliga – nicht zu gefährden.

Dabei hatten Firlbeck und Co. bei der Spielgemeinschaft Unterpfaffenhofen-Germering zunächst einen Start nach Maß. An Brett 6 gelang es Andreas Krauß (Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt), Dr. Christof Buss in eine vorbereitete Eröffnungsfalle zu locken und schon nach etwas mehr als einer Stunde zur Aufgabe zu zwingen, und an Brett 7 setzte Michael Bacholke, inzwischen der beste Punktesammler der Donaustädter, den in der Mitte verbliebenen König von Franz Guttenthaler derart unter Druck, dass als Folge die Dame und damit die gesamte Partie für den Germeringer verloren ging.

Doch dann kam es für Deggendorf knüppeldick. Zunächst verlor Spitzenspieler Petar Krstic, der sich derzeit studienbedingt kaum dem Schach widmen kann, fast schon sensationell gegen Erik Deues, nominell der schwächste Brett-1-Akteur der gesamten Liga und auch in seinem Team mit der schlechtesten Wertungszahl ausgestattet. Doch das Feuer, das Deues gegen die Stellung des serbischen Juniorenmeisters eröffnet, war für dessen unrochierten König absolut tödlich. Franz Haselbeck (4), der es gegen Jürgen Wawra verabsäumte, schon im 10. Zug eine Figur zu gewinnen, verzetteltet sich statt dessen in einen unkorrekten Königsangriff und wurde nach dessen feiner Widerlegung von seinem Kontrahenten förmlich zerlegt, während Rainer Tauber (5) gar nicht zu dem von ihm geplanten Königsangriff kam, sondern von Bernhard Kern an beiden Flügeln souverän positionell überspielt wurde.

Damit stand es nach vier Stunden 3–2 für die Gastgeber, und auch die drei verbliebenen Partien ließen wenig Hoffnung auf eine Korrektur dieses Ergebnisses aufkommen. Tatsächlich verlor zunächst Mannschaftsführer Hubert Firlbeck (3) gegen den Ex-Plattlinger Franz Brandl, der das Schwerfigurenendspiel mit beiderseits zwei Türmen und einer Dame überzeugend zum Sieg führte und dabei den Umstand, dass ein Turm Firlbecks praktisch nicht mitspielte, beeindruckend für sich ausnutzte. Auch Dr. Peter Roth musste nach langer Gegenwehr an Brett 8 letztendlich einsehen, dass zwei gegnerische Mehrbauern, dieses Mal im Leichtfigurenendspiel, auf Dauer nicht von der Umwandlung in eine Dame abgehalten werden können. Lediglich Ludwig Bielmeier (Brett 2) lenkte gegen Klaus Kretschel sein etwas schlechter stehendes Turmendspiel in der längsten Partie des Tages verdient in den Remishafen. Die 2,5–5,5-Niederlage konnte er damit aber auch nicht mehr verhindern.

Auch die Zweite konnte im Heimspiel gegen Aidenbach überraschender Weise nichts gewinnen, und das, obwohl der Gegner nur mit sieben Spielern angereist war und Franz Schmidbauer an Brett 1 somit kampflos zu seinem Punkt kam, obwohl er bestimmt viel lieber schachlich erfolgreich gewesen wäre. Aber die folgenden Niederlagen der bislang zuverlässigen Punktesammler Thomas Weiß und Robert Haselbeck an den beiden hinteren Brettern und von Lothar Rader an Brett 2 konnte der Sieg von Johann Mittermaier gegen Hartmut Sinnhöfer (3) nicht kompensieren. Weder Willibald Haimerl noch Teamkapitän Hans Oberberger oder Georg Reisinger gelang es an den mittleren Tischen (4–6), ihre Gegner zu bezwingen; sie mussten sich allesamt mit einem Unentschieden begnügen, was den Aidenbachern zum Sieg mit einem Punkt Vorsprung genügte. In der Tabelle ist der Meisterschaftskontrahent aus Passau mit seiner Oberligareserve damit vorbeigezogen, doch ist im direkten Vergleich im letzten Saisonspiel die Meisterschaft immer noch aus eigener Kraft zu erreichen – einen Sieg gegen Pocking in der nächsten Runde vorausgesetzt, der allerdings nur mit einer konzentrierteren Leistung als gegen Aidenbach zu erreichen sein wird. Schwer wird es dagegen für Deggendorf I, denn im nächsten Heimspiel kommt mit Gräfelfing die Mannschaft der Stunde, die Tabellenführer Landshut mit 4,5–3,5 besiegt und sich dadurch gemeinsam mit den Dreihelmstädtern an die Spitze der Regionalliga gesetzt hat. Ein Duell auf Augenhöhe ist hier nur mit einer deutlichen spielerischen Steigerung gegenüber der Germeringer Vorstellung überhaupt möglich.

FH

 

 

06.02.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachspieler verlieren unglücklich gegen den Tabellenführer

3,5–4,5 gegen Landshut – „Zweite“ setzt Siegesserie in der Bezirksliga fort

So grausam kann Schach sein! Nach der wohl besten Saisonleistung und einem mit Hacken und Ösen geführten Kampf standen Deggendorfs Schacherer gegen den nominell hoch überlegenen Tabellenführer kurz vor der Sensation, die noch dazu mehr als verdient gewesen wäre. Dann kippte die alles entscheidende Partie nach fast sechs Stunden Spielzeit in den letzten Minuten glücklich zu Gunsten der Gäste aus Landshut, und die heimischen Kopfakrobaten standen mit versteinerten Mienen und leeren Händen da. Genau umgekehrt machte es Deggendorf II in Haselbach, wo Franz Schmidbauer an Brett 1 beim Stande von 3,5–3,5 der entscheidende Siegpunkt gelang.

Von Beginn an übernahm das Team um Mannschaftsführer Hubert Firlbeck gegen die bislang ohne Punktverlust die Tabelle der Regionalliga Südost anführenden Dreihelmstädter energisch die Initiative, obwohl es an fast allen Brettern nach Einzelwertung teilweise klar unterlegen war. Und dieses entschlossene Auftreten wurde belohnt. Mit einem „Blitztor“ erzielte Michael Bacholke (Brett 8; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) die Führung. Heinz Kunz, Teamkapitän des Gegners, tappte schon kurz nach der Eröffnung mit seiner Dame in eine Falle, verlor seine stärkste Figur und damit auch die Partie. Nach einem sicheren Remis von Hubert Firlbeck gegen FIDE-Meister Wolfgang Schmidt der erste Rückschlag: Ausgerechnet Petar Krstic, die „Bank“ am Spitzenbrett, der in seinen Einsätzen für Deggendorf bislang ohne Niederlage war, ging im Angriffswirbel des starken Landshuter Neuzugangs Jürgen Schwetje aus Niedersachsen unter und musste, kurz vor dem Matt stehend, zum ersten Mal seit über zwei Jahren die Segel streichen. Doch diesen nicht einkalkulierten Verlust machte Franz Haselbeck an Brett 4 postwendend wett. Seinem aggressiven Spiel zeigte sich Alexander Wist nervlich nicht gewachsen. Nach dem Verlust eines Läufers quittierte er in hoffnungsloser Stellung wortlos seine Kapitulation. Dagegen konnte Günther Dörfler (3) seine mit einem Minusbauern behaftete Stellung gegen Andreas Neubauer nicht halten, und so stand es nach vier Stunden und der ersten Zeitkontrolle unentschieden 2,5–2,5.

Jetzt sollte die Spannung ihren Höhepunkt erreichen. Zunächst galt es für Andreas Krauß und Prof. Johannes Grabmeier (7), nach wechselvollem Spielverlauf ihre leicht schlechter stehenden Endspiele gegen Horst Schmaus und Joachim Siebert sicher in den Remishafen zu steuern, was beiden Akteuren letztendlich souverän gelang. Danach richteten sich aller Augen auf Brett 5, wo Rainer Tauber gegen Michael Nurbekoglu seine Stellung klug und umsichtig verteidigt und ein Doppelturm-Endspiel bei ungleichfarbigen Läufern mit deutlichem positionellen Vorteil erreicht hatte. Diesen setzte er anschließend in eine klare Gewinnstellung um, verbrauchte hierfür aber seine Restbedenkzeit von einer Stunde fast zur Gänze. Der seit Jahren als famoser Taktiker bekannte „Nurbe“ nutzte diesen Umstand gnadenlos aus, zettelte, nachdem Tauber den rettenden Sicherungszug versäumt hatte, mit seinen verbliebenen Kräften undurchsichtige Komplikationen an, denen der unglücklich Deggendorfer in akuter Zeitnot schließlich zum Opfer fiel. „Wir hätten heute genauso gut Lotterie spielen können“, so das Schlusswort eines Landshuter Spielers, dem wenig hinzuzufügen ist.

Mehr Glück des Tüchtigen hatte Deggendorf II, das seinen Siegeszug in der Bezirksliga auch gegen die Jünger Caissas aus Haselbach fortsetzte. Siegen von Johann Mittermaier (Brett 4) und Altmeister Georg Reisinger (7) standen Niederlagen von Hans Oberberger (6) und Nachwuchsspieler Thomas Weiß gegenüber, Neuzugang Christian Stutzke, Lothar Rader und Willibald Haimer hatten je ein Remis zum Zwischenstand von 3,5–3,5 beigesteuert. Wohl und Wehe hingen nun an Vereinsvorstand Franz Schmidbauer, der in dieser Saison gegen die starken Gegnerschaft am ersten Brett schon einige Tiefschläge hatte hinnehmen müssen. Doch gegen Michael Fuchs, der mit mehr als 200 DWZ-Wertungspunkten mehr aufwarten konnte, zeigte er sich in grandioser Form und verwertete sicher ein vorteilhaftes Leichtfigurenendspiel zum Sieg für ihn und sein Team. Hier läuft alles auf einen finalen Meisterschafts-Showdown hinaus, wenn in der letzten Runde die beiden „Spitzenreserven“ aus Deggendorf und Passau gegeneinander antreten. In der Regionalliga hingegen müssen Krstic und Co. alles daran setzen, um möglichst rasch, am besten schon in gut 2 Wochen in Unterpfaffenhofen, die letzten notwendigen Punkte gegen den Abstieg zu holen.

FH

 

 Abbildung: Michael Bacholke (im Hintergrund) bei der Analyse mit seinem Kontrahenten Heinz Kunz. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

16.01.2011 Bericht von Franz Haselbeck
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Durchwachsener Start in das neue Jahr für Deggendorfs Schachspieler

„Erste“ verliert in Waldkraiburg – „Zweite“ nach Sieg gegen Ortenburg alleiniger Tabellenführer in der Bezirksliga

Nur eingeschränkt nach Wunsch verlief der Auftakt für Deggendorfs Schacherer in das neue Jahr. Während die Reserve nach dem Sieg gegen Ortenburg beim gleichzeitigen überraschenden Punktverlust von Topfavorit Passau II etwas überraschend nunmehr allein die Tabellenspitze der Bezirksliga Ost ziert, enttäuschte Deggendorf I in Waldkraiburg, musste die Heimreise ohne Punkte antreten und darf trotz des noch guten Zwischenergebnisses den Klassenerhalt bei weitem noch nicht als sicher betrachten.

Eigentlich hatten sich die Männer um Kapitän Hubert Firlbeck doch einiges ausgerechnet, hatte man doch letztes Jahr diesen Gegner klar und verdient mit 6–2 bezwungen. Doch dieses Mal wollte der Mannschaftskampf nicht so recht in die Gänge kommen. Als erster bekam dies Andreas Krauß (Brett 6; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) zu spüren, der gegen den taktisch versierten Erdogan Günes nach einem Jahr mit 31 verlustfreien Partien in Folge seine erste Niederlage hinnehmen musste. Nach diesem missglücktem Auftakt kam es knüppeldick für Deggendorf. Kurz vor Ende der ersten Zeitkontrolle verloren Ludwig Bielmeier an Brett 2 gegen Helmut Hauschild, Rainer Tauber (5) gegen Peter Löw und Professor Johannes Grabmeier (7) gegen Peter Hecker. Dabei hatte jeder Deggendorfer gegen seinen individuell jeweils deutlich höher eingestuften Gegenüber zunächst ausgeglichene Positionen erreicht, die allerdings nach und nach samt und sonders „kippten“, was zu einem deutlichen und vorentscheidenden Rückstand von 0–4 führte.

Etwas Hoffnung keimte auf mit dem erwarteten Sieg der Nummer 1 Petar Krstic, der dem serbischen Gastspieler nach einem Patzer von Klaus Poetsch relativ leicht gemacht wurde. Gleichzeitig aber musste Michael Bacholke an Brett 8 einsehen, dass sein materiell absolut ausgeglichenes Endspiel gegen Rudolf Hauschild mit vernünftigen Mitteln nicht mehr zu gewinnen war und in das Remis einwilligen. Damit war die Entscheidung gefallen, Waldkraiburg stand als Gewinner fest, für die niederbayerischen Gäste ging es nur noch darum, eine Debakel zu vermeiden. Und zumindest dies gelang Hubert Firlbeck (3), der mit einer überzeugenden Vorstellung seine derzeit prächtige Form unterstrich, den überaus routinierten Karl-Heinz Jergler jederzeit kontrollierte und schließlich zur Aufgabe zwang. Auch Franz Haselbeck (4) nötigte seinem Gegner Andreas Wahrlich eine genaue Verteidigung ab und erreichte in der längsten Partie des Tages eine verdiente Punkteteilung zum Endstand von 3–5 für die Gastgeber, die sich vor Deggendorf auf Rang 4 des Klassements schieben konnten.

Deutlich besser machte es die „Zweite“ im Heimspiel gegen Ortenburg. Die Niederlage von Franz Schmidbauer (Brett 1) und Lothar Rader (2) gegen die starken jugendlichen Spitzenkräfte Uwe Kleibel und Daniel Thanner kompensiert an den hinteren Brettern Mannschaftsführer Hans Oberberger (6), Team-Senior Georg Reisinger (7) und Nachwuchstalent Thomas Weiß (8) mit drei Erfolgen. Einen weiteren Punkt fuhr Helmut Ertl an Brett 4 ein, mit 4,5 aus 5 hat er derzeit die beste Bilanz aller Aktiven des Vereins. Das Remis von Hans Mittermeier (3) gegen Horst Guthke sicherte den Mannschaftserfolg ab. Somit blieb die Niederlage von Willibald Haimerl (5) gegen den Ex-Deggendorfer Alois Thurnbauer ohne Belang. Nachdem Passau II, mit Abstand die wertungsstärkste Mannschaft der Liga, gegen Aidenbach überraschend nicht gewinnen konnte, liegen Oberberger, Schmidbauer und Co. nunmehr ungeschlagen allein an der Tabellenspitze. Die „Erste“ hingegen wird es auch in der nächsten Runde (5. Februar) gegen den aktuellen Tabellenführer aus Landshut sehr schwer haben, die für den sicheren Klassenerhalt benötigten letzten zwei Zähler einzufahren. Doch sollte es zumindest das Ziel sein, in der Rolle des Außenseiters den Dreihelmstättern einen beherzten Kampf zu liefern – ob mit einem zählbaren Ergebnis, wird man sehen.

FH 

 Abbildung: Petar Krstic (hier mit dem Pokal für den serbischen Juniorenmeister) ist aus dem Regionalliga Team der Deggendorfer Schachspieler weder sportlich noch menschlich wegzudenken. (Foto: Schachverein)

 

 

 

12.12.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler trotz klarer Niederlage zufrieden in die Winterpause

In der Regionalliga klare Niederlage gegen Trostberg – „Zweite“ in der Bezirksliga Tabellenführer

Es wurde das erwartet schwere Spiel, an dessen Ende Deggendorfs Denksportler gegen Trostberg eine herbe 1–7-Niederlage quittieren mussten. Dennoch zeigten sich die Akteure um Mannschaftsführer Hubert Firlbeck mit dem bisherigen  Saisonverlauf mehr als zufrieden, steht man doch mit 6–2 Punkten immer noch im Spitzenfeld der Liga und kann in den verbleibenden fünf Runden das ausgegebene Ziel „sicherer Klassenerhalt“ entspannt, wenn auch nicht überheblich, angehen. Zudem nimmt die „Zweite“ nach ihrem sicheren Sieg in Viechtach in der Bezirksliga Ost mit einer makellosen 8–0-Ausbeute den Spitzenrang ein. Besser hätte es für den Schachverein somit kaum laufen können.

Angesichts der überragenden Trostberger Aufstellung, die auch höherklassigen Gegnern einigen Respekt eingeflößt hätte, hielt sich der Optimismus im Lager der Deggendorfer von Anfang an in engen Grenzen. Angeführt von einem ungarischen Großmeister hatten die Gäste einen Wertungszahlenschnitt von über 2100 aufzuweisen und waren damit ihren Gegnern um mehr als 100 Punkte überlegen – dies bedeutete an jedem Brett schlicht und ergreifend eine Klasse Unterschied! Dennoch erreichten die Niederbayern in ihre Partien zunächst durchaus gute Stellungen. Petar Krstic an Brett 1 (die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt) erkämpfte gegen Großmeister Tibor Fogarasi ein sicheres Remis, eine mehr als respektable Leistung, und auch Andreas Krauß (Brett 7) hatte gegen Arnold Endthaler wenig Probleme, den halben Punkt einzufahren. Krauß blieb damit im Kalenderjahr 2010 ohne Niederlage in seinen Turnierpartien.

Dann allerdings kam es knüppeldick für die Hausherren. Nacheinander unterlagen Franz Haselbeck (Brett 5), der zuvor gegen Michael Heubusch das Remisangebot ausgeschlagen hatte, Ludwig Bielmeier (2), der dem Druck des besten Deutschen in der Regionalliga Reiner Huch nicht standhalten konnte, und Professor Johannes Grabmeier, dessen zunächst gute Stellung gegen Nachwuchsspieler Andreas Tag sich leider in ein verlorenes Endspiel umwandelte. Als dann auch noch Hubert Firlbeck (3) in höchster Zeitnot die Drohungen von Alman Durakovic, der „nebenbei“ auch für Salzburg in der Österreichischen Bundesliga aktiv ist, nicht mehr parieren konnte und kurz vor dem Matt aufgeben musste, war beim Zwischenstand von 1–5 der Mannschaftskampf bereits verloren. Und auch die am Brett verbliebenen Günther Dörfler (4) und Rainer Tauber (6) konnten ihre etwas besser bzw. gleich stehenden Endspiele nicht halten und mussten ihren Kontrahenten Dr. Johannes Kern und Wolfgang Moser zum Sieg gratulieren. Moser hatte dabei das seltene „Vergnügen“, Tauber mit Läufer und Springer in das Matt treiben zu müssen, was zwar theoretisch immer möglich ist, infolge der schwierigen Technik aber schon manchem Großmeister missglückt sein soll. Insgesamt gesehen eine verdiente Niederlage für die Donaustädter, die am Ende allerdings etwas zu hoch ausgefallen ist.

Deutlich besser machte es die Mannen von Deggendorf II, die gegen den SC Gardez Viechtach das Ergebnis der Ersten fast umkehrten und mit 6,5–1,5 einen ungefährdeten Kantersieg landeten. Lediglich die beiden Routiniers Franz Schmidbauer an Brett 1 gegen den starken Christoph Heiduk und Mannschaftsführer Hans Oberberger trübten mit einer Niederlage und einem Unentschieden das Gesamtbild ein wenig. Johann Mittermeier, Willibald Haimerl, Robert Haselbeck – alle drei haben bislang mit 4 Punkten aus vier Partien eine makellose Saisonbilanz – Lothar Rader, Helmut Ertl und Rudolf Veitl gewannen mehr oder weniger ungefährdet und sicherten ihrem Team damit die Herbstmeisterschaft.

Die nächsten Mannschaftskämpfe stehen am 15./16. Januar an. Deggendorf II bekommt es dann zuhause mit dem SC Ortenburg zu tun, während Deggendorf I in Waldkraiburg vor einem entscheidenden Schritt zum vorzeitigen Klassenerhalt steht.

FH

 

Abbildung: Andreas Krauß hat gut lachen. 2010 blieb er in allen seinen Turnierpartien ohne Niederlage
 und ist inzwischen in Einzel- und Mannschaftswettbewerben 31 Spiele am Stück ungeschlagen. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

14.11.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Vom Fast-Absteiger zum Tabellenführer

Deggendorfer Schachspieler auch in der 3. Runde der Regionalliga erfolgreich – auch „Zweite“ souverän an der Spitze

Vor wenigen Monaten nur am „grünen Tisch“ gerettet, jetzt an der Spitze der Liga: So lässt sich der Werdegang der Deggendorfer Schachmannschaft in der Regionalliga Südost treffend beschreiben. In Pang fuhren die Mannen um Mannschaftsführer Hubert Firlbeck ihren dritten Saisonsieg ein und zieren nun zusammen mit Landshut und Gräfelfing ungeschlagen die Tabellenspitze. Auch die „Zweite“ blickt nach ihrem Kantersieg in Röhrnbach in der Bezirksliga Ost derzeit „von oben“ auf die Mitkonkurrenten herab.

Noch nie konnte gegen die Oberligareserve der Spielgemeinschaft Pang-Rosenheim gewonnen werden. Dass es diesem Mal anders aussah, ist sicher dem optimalen Start mit 4–0 Punkten und der daraus resultierenden „breiten Mannschaftsbrust“ zu danken. Entscheidend für den Erfolg war zunächst die nahezu optimale Vorstellung der hinteren Bretter, wo Pang, bekannt für seine hervorragende Nachwuchsarbeit, seinen spielstarken Talenten vertraute, die jedoch allesamt nach gutem Beginn der Erfahrung der Niederbayern Tribut zollen mussten. Andreas Krauß (Brett 6; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) und Professor Johannes Grabmeier (7) fuhren gegen Adrian Renner und Christin Anker den vollen Punkt ein, Michael Bacholke (8) steuerte gegen Christoph Boes ein wichtiges Remis bei. Nebenbei bemerkt: Nach seinem Erfolg ist Krauß seit 30 Turnierpartien ungeschlagen, eine wahrhaft beeindruckende Serie, die er hoffentlich noch lange fortsetzen kann.

Zuvor schon hatte Ludwig Bielmeier an Brett 2 gegen den starken Christian Graf ein Remis aus einer eher etwas besseren Position heraus erzielt. Hubert Firlbeck (3) wiederum zeigte sich gegen Norbert Kranewitter ein weiteres Mal exzellent vorbereitet, opferte zwei Bauern und führte den daraus resultierenden Angriff zwingen zum Sieg. Damit lag Deggendorf mit 4–1 scheinbar uneinholbar in Front; doch die für die Verlängerung nach 4 Stunden Spielzeit verbleibenden 3 Bretter verhießen allesamt nichts Gutes. Als erster musste Rainer Tauber (5) die Waffen strecken, der seine Partie gegen Gerhard Rosner nach schwerer Zeitnotphase nicht mehr halten konnte. Ihm folgte bei seinem ersten Einsatz etwas unglücklich Franz Haselbeck (4), der nach einem schweren Fehler seines Gegners Thomas Steinbacher – er stellte ohne Not eine Figur ein – im 40. und letzten Zug vor der Zeitkontrolle die richtige Fortsetzung verabsäumte und anschließend trotz Materialvorteils keine Chance mehr gegen die zwei verbundenen Freibauern seines Gegenübers hatte. Die Bretter 3 bis 5 der Panger waren dabei allesamt mit österreichischen Gastspielern besetzt, ein Beleg, wie stark die Teams in dieser Klasse aufgestellt sind.

Alles lag nun an Spitzenmann Petar Krstic, der allerdings und noch dazu mit den weißen Steinen gegen den überraschend aufgebotenen Georg Lindenberg ungenau agiert hatte und sich schließlich in einem Springerendspiel mit zwei Minusbauern (wovon allerdings einer als Doppelbauer etwas entwertet war) wieder fand. Normalerweise eine klare Gewinnstellung für Lindenberg, doch dem spielten anscheinend, den Sensationssieg vor Augen, die Nerven einen Streich. Zudem verteidigte sich Krstic präzise und ruhig und wurde schließlich mit dem halben Punkt belohnt, der ihm die erste Niederlage „im Deggendorfer Trikot“ ersparte und seiner Mannschaft beide Punkte bescherte. Nun kommt es im nächsten Heimspiel am 12. Dezember gegen die mit zwei ungarischen Großmeistern aufgestellten Trostberger, die  klaren Favoriten auf die Meisterschaft, zu einem echten Spitzenkampf, dem die Donaustädter als nicht chancenloser Außenseiter mit aller Gelassenheit entgegensehen können. Denn nach wie vor geht es für sie nur um den Erhalt der Klasse, und für dieses Ziel hat man schon einiges getan.

Ihren dritten Erfolg feierte auch die Deggendorfer Reserve gegen die Zweite der Schachfreunde aus Röhrnbach. Und mit 7–1 fiel dieser fast schon mehr als deutlich aus. Lediglich Franz Schmidbauer am 1. Brett musste die Waffen strecken; er hatte allerdings mit Reinhard Gibis einen niederbayerischen Spitzenspieler als Gegner, der sich eigentlich eine Klasse höher in Röhrnbachs „Erster“ betätigen müsste. Neuzugang Christian Stutzke, Hans Mittermaier, Helmut Ertl, Willibald Haimerl, Georg Reisinger, Thomas Weiß und Robert Haselbeck gewannen hingegen allesamt und „schossen“ mit diesem sensationellen „Torverhältnis“ Deggendorf an die Tabellenspitze vor die punktgleiche Oberligareserve der Passauer. Der nächste Gegner Gardez Viechtach wird dies mit Unbehagen verfolgt haben.

FH

 

 

04.11.2010 Bericht von Prof. Dr. Johannes Grabmeier
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Zweiter Regionalliga-Sieg gegen Nachbar Straubing
Deggendorfer Schachverein landet zweiten Sieg mit 5:3 gegen Straubing und 
setzt sich an die Tabellenspitze - Auch die „Zweite“ ist wieder erfolgreich

In der vorletzten Saison hatte man letztmalig in einem Wimpernschlagfinale 
gegen Straubing gespielt und damit den Aufstieg in die Regionalliga Südost 
gesichert. Ein Jahr später schaffte auch Straubinger den Aufstieg und nun traf 
man dort in der zweiten Runde wieder aufeinander.  Die Deggendorfer mussten 
erneut auf den erkrankten Franz Haslbeck verzichten, hatten aber mit Günther 
Dörfler einen sehr guten Ersatz im Team.  Als dieser aber frühzeitig unter 
Druck geriet, war nicht klar wie das Match an diesem Tag enden würde.  

Spitzenspieler Petar Krstic ließ nach dem einzigen Remis gegen Walter Huwa in 
der vorletzten Saison seinem Gegner diesmal keine Chance und behielt in einer 
wilden Abtauschorgie die Oberhand. Mannschaftsführer Hubert Firlbeck hingegen 
musste gegen den Altmeister Ralf Scheipl am dritten Brett eine Niederlage 
einstecken.  Der mehrfache bayerische Meister konterte ruhig den hektischen 
Angriffsversuchen und zwang Firlbeck nach 28 Zügen zur Aufgabe.

Die erneute Führung für Deggendorf sicherte Michael Bacholke am 8. Brett, der 
in seiner Partie gegen den jugendlichen Nachwuchsspieler Daniel Schied zu 
keinem Zeitpunkt das Heft aus der Hand gab, in seiner Partie konsequent seine 
Stellung verbesserte und nach langer Rochade seines Gegners den König in der 
Mitte arg und entscheidend in Bedrängnis brachte. 

Zu diesem Zeitpunkt standen auch Andreas Krauß und Prof. Dr. Johannes 
Grabmeier auf den Brettern 6 und 7 besser und da auch Günther Dörfler das 
Blatt wenden konnte, kam erstmals Hoffnung auf den Tagessieg auf.  Dies trotz 
der Tatsache, dass Rainer Tauber stark unter Druck geraten war und Ludwig 
Bielmeier in höchster Not einen Durchbruch der gegnerischen Bauern auf dem 
Damenflügel mit einem Figurenopfer verhindern musste. 

Der Durchmarsch von zwei Bauern im Zentrum durch Günther Dörfler gegen Bernd 
Haletzki brachte ihm eine zweite Dame und unmittelbar danach ein Schachmatt.  
Grabmeier hatte mittlerweile einen Freibauern mehr, verpasste aber im 
richtigen Moment den entscheidenden Zug, um gegen seinen Gegner Dr. Marinko 
Jurasic den Sieg zu sichern, so dass er schließlich ins Remis einwilligen 
musste. Der Zwischenstand nun 3,5 : 1,5 für Deggendorf.  Nun stand den 
Deggendorfern das Glück des Tüchtigen zur Seite. Rainer Tauber hatte 
mittlerweile seinen materiellen Rückstand versucht durch Gegenchancen 
auszugleichen, als sein Gegner Stefan Grimm, in der Zeitnotphase von Blindheit 
geschlagen, mit dem Turm Schach bot, das Turmfeld aber von Taubers Bauern 
beherrscht war und der Turm diesem zum Opfer fiel. Andeas Krauß gab darauf hin 
etwas verfrüht in besserer, aber schwer zu realisierenden Stellung gegen 
Markus Grimm seine Partie zum 5:2 Zwischenstand remis. 

Im Endspiel mit einer Figur weniger und zwei Bauern mehr stand Ludwig 
Bielmeier aber auf verlorenem Posten, wehrte sich aber noch eine Zeitlang, 
aber letztlich chancenlos,  gegen die drohende Ergebnisverbesserung für die 
Straubinger.  Resume: War die Schachgöttin Caissa in der letzten Saison den 
Deggendorfern öfter einmal nicht hold, so dass knappe Niederlagen oder 
unnötige Unentschieden den Kampf um den Klassenerhalt säumten, so konnten man 
diesmal glücklich den Sieg gegen den Nachbarn Straubing einfahren und sich 
zusammen mit Landshut und Gräfelfing an die Spitze der Tabelle setzen. 

Auch die zweite Mannschaft von Deggendorf sicherte sich mit einem souveränen 
6:2-Sieg in Freyung einen Platz an der Sonne an der Spitze der Tabelle der 
Bezirksliga Ost. Franz Schmidbauer, Johann Mittermaier, Willi Haimerl, 
Jugendspieler Thomas Weiß und Robert Haslbeck steuerten Siege bei. Dr. Peter 
Roth und Helmut Ertl spielten Unentschieden, lediglich Christian Stutzke 
verlor seine Partie.
 
 
 

	

 

 

12.10.2010 Bericht von Hubert Firlbeck
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Erfolgreicher Saisonauftakt für Deggendorfs Schachspieler

Erste Mannschaft holt beide Punkte in Ilmmünster – auch „Zweite“ gewinnt

Besser hätte der Start in die neue Regionalliga-Saison für Deggendorfs Schacherer nicht sein können: Im ersten Auswärtsspiel wurde der SV Ilmmünster knapp mit 4,5:3,5 besiegt, was hoffen lässt, dass diese Spielzeit das Thema „Abstieg“ für weniger Gesprächsstoff sorgt als noch vergangene Saison, als man gerade noch durch eine glückliche Wendung nach Saisonabschluss die Klasse halten konnte.

Und dabei musste die Mannschaft um den neuen Spielführer Hubert Firlbeck bereits am Vortag des Matches mit der Hiobsbotschaft zu Recht kommen, dass der Stammspieler Franz Haslbeck krankheitsbedingt absagen musste. Zum Glück fand sich in Günther Dörfler praktisch in letzter Minute ein sehr erfahrener Ersatzspieler, der damit nach längerer schachlicher Abstinenz wieder für Deggendorf zum Einsatz kam.

Als erste Partie des Tages war die von Andreas Krauß an Brett 6 beendet. Nach Skandinavischer Eröffnung landete Krauß in einer für ihn vorteilhaften Stellung. Sein Gegner Leo Knoblauch konnte sich jedoch durch einige Figurentäusche entlasten, wonach ein Endspiel entstand, in dem sich keiner mehr Gewinnchancen ausrechnete. Man einigte sich schließlich auf Remis.

Den ersten Führungstreffer konnte kurz darauf Prof. Johannes Grabmeier an Brett 7 gegen Herbert Baier vermelden, dessen Gegner im frühen Mittelspiel völlig unverständlich eine Figur für 2 Bauern opferte ohne dafür irgendeine Kompensation nachweisen zu können. Prof. Grabmeier ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und verwandelte souverän zum 1,5:0,5 Zwischenstand für die Donaustädter.

Sicher etwas mehr erhofft hat sich an Brett 1 unser Legionär Petar Krstic. Nach einer kleinen Eröffnungsungenauigkeit unseres Ausnahmespielers in der französischen Eröffnung konnte sein Gegner Thomas Niedermeier bequem ausgleichen, obwohl es zunächst so aussah, als könne Krstic die Stellung vorteilhaft zu seinen Gunsten öffnen. Im Doppelturmendspiel stellte Krstic jedoch bald seine Gewinnbemühungen ein, da es keine Aussicht auf einen entscheidenden Durchbruch gab. Zwischenstand 2-1 für Deggendorf.

Am vierten Brett hatte Rainer Tauber mit den weißen Steinen in einer englischen Partie lange Zeit das Heft fest in der Hand, bevor er in Zeitnot versäumte zum entscheidenden Schlag auszuholen. Ein Remis war die Konsequenz. Spielstand 2,5-1,5.

Kurze Zeit später musste Günther Dörfler an Brett 3 die Überlegenheit seines Gegners Andreas Kampert anerkennen. Durch einen ungenauen Bauernvorstoß am Damenflügel schwächte Dörfler in der Philidor-Verteidigung ein wichtiges Zentralfeld zu sehr, was seinem Gegner eine willkommene Einflugschneise für dessen Figuren bescherte. In der Konsequenz erhielt Kampert einen freien b-Bauern der sich als Spiel entscheidend erwies. Spielstand 2,5:2,5. Auch wenn Dörfler in Vertretung für Haslbeck durch seinen Einsatz das Deggendorfer Punktekonto leider nicht bereichern konnte, war es im Nachhinein betrachtet für die Spielmoral und das Mannschaftsergebnis von entscheidender Bedeutung, dass er an den Start ging.

Positives gab es nach knapp 4 Stunden Spielzeit von Brett 8 zu vermelden. Hier wollte Michael Bacholkes Gegner Georg Seisenberger zu viel und überzog seine Stellung in Zeitnot. Aus Bacholkes zunächst noch schlechterer Position wurde dadurch eine Gewinnstellung und Seisenberger stand mit leeren Händen da, was den 3,5-2,5 Zwischenstand für Deggendorf bedeutete.

In den noch verbleibenden beiden Begegnungen stand Ludwig Bielmeier gegen Edwin Huber nicht mehr rosig, nachdem er zunächst mit schönen Chancen aus der Eröffnung gekommen war. Durch ein Übersehen von Bielmeier ging jedoch zunächst ein Bauer verloren und im weiteren Verlauf konnten beide Türme des Gegners auf die 7. Reihe vordringen, wodurch die Niederlage nicht mehr abgewendet werden konnte. Zwischenstand 3,5:3,5.

In der längsten Partie des Tages konnte Hubert Firlbeck nach ausgeglichenem Eröffnungsverlauf seinen Gegner Wilhelm Loder im Mittelspiel immer stärker unter Druck setzen und nach einigen Fehlgriffen des Gegners bei knapper werdender Zeit 2 Bauern am Königsflügel kassieren. Die zwei Mehrbauern waren letztlich im Turmendspiel entscheidend. Zur großen Freude der Deggendorfer Spieler lautete der Endstand nach knapp fünfeinhalb Stunden Spielzeit somit 4,5:3,5.

In zwei Wochen kommt es an heimischen Brettern zum Niederbayern-Derby gegen Straubing. Mit dem in Ilmmünster demonstrierten Kampfgeist braucht man sich jedoch auch vor diesem Gegner nicht zu verstecken.

Auch für Deggendorfs zweite Mannschaft begann die neue Saison erfolgreich. Mit 5,5:2,5 gewann man beim SC Sonnen 1. Auch wenn man in dieser Saison bestimmt um die vordersten Ränge mitspielen kann, so gilt in der Bezirksliga Ost die zweite Mannschaft des SK Passau doch als haushoher Favorit. Bereits in der ersten Runde gaben die Passauer in dieser Liga die Marschrichtung durch einen 7,5:0,5 Erfolg gegen den SV Röhrnbach 2 vor.

 

 

07.09.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Dominic Wisnet gewinnt 3. Internationales Deggendorfer Schachopen

Gelungene Veranstaltung des Schachvereins im Stadthotel– Ausgeglichenes Feld mit vielen jugendlichen Talenten

Zum 3. Mal nach 2006 und 2008 richtete am vergangenen Wochenende der Schachverein Deggendorf ein offenes Schachturnier aus, an dem sich 52 Schachfreunde aus nah und fern, darunter erfreulich viele Jugendliche, beteiligten. Unter der bewährten Leitung der beiden Vereinsvorstände Franz Schmidbauer und Hans Oberberger und mit Unterstützung der Stadt Deggendorf – Oberbürgermeisterin Anna Eder ließ es sich nicht nehmen, bei der Siegerehrung persönlich anwesend zu sein –, des Stadthotels Deggendorf im Kolpinghaus, dessen Saal eine hervorragende Spielstätte zur Zufriedenheit aller Teilnehmer bot und mehrerer örtlicher Sponsoren entwickelte sich ein überaus spannendes Turnier mit einer Entscheidung „auf der Zielgeraden“. Glücklicher, aber verdienter Sieger nach fünf Runden wurde Dominic Wisnet vom benachbarten Oberligaverein SC Rottal, der als einziger 4,5 Punkte erzielen konnte, gefolgt von einem Quintett mit 4 Punkten, bestehend aus Mariusz Sajka (SC Garching), Thomas Höfelsauer (Schachklub München Südost), Uwe Kleibel (SC Ortenburg), Alex Stadler (SC Vilshofen) und Dr. Christoph Schultes (SK Landau-Dingolfing), deren Reihenfolge die bessere Zweitwertung (Buchholz = Punkte der Gegner) festlegen musste.

Allerdings benötigte der Turniersieger, ungeachtet seiner außer Zweifel stehenden Spielstärke, eine gehörige Portion Glück, um am Ende den Siegerscheck in Höhe von 500 Euro aus der Hand der Schirmherrin in Empfang nehmen zu dürfen. Schon in der ersten Runde stand er gegen den furios aufspielenden Lokalmatador Helmut Ertl nach der regulären Spielzeit klar auf Verlust, bevor dem Deggendorfer in einer an Dramatik kaum zu überbietenden Verlängerung die Nerven einen Streich spielten. Mehrfach ließ Ertl klare Gewinnmöglichkeiten zum Entsetzen der Zuschauer ungenutzt, bis er die am Schluss immer noch unentschiedene Stellung sogar noch zum Verlust verdarb. Und auch in den beiden folgenden Partien gegen Severin Kouba (Sportclub Sinzing) und Franz Haselbeck vom Gastgeberverein spielte Wisnet alles andere als überzeugend und benötigte mehrfach die Hilfe der Schachgöttin Caissa, bis er im Endspurt gegen Uwe Kleibel, wo er ein Endspiel mit Minusbauern glänzend zum Remis verteidigte, und vor allem gegen den an Nummer 1 gesetzten FIDE-Meister Jens-Uwe Pohl-Kuemmel (SV Fortuna Regensburg) seine ganze Klasse zeigte. Wisnet beherrschte den Turnierfavoriten klar und siegte unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer in der längsten Partie der Schlussrunde überzeugend – eine Entscheidung quasi im Fotofinish, wie es Turnierleiter Franz Schmidbauer bei seiner Schlussansprache treffend formulierte. Glück hat am Ende eben nur der Tüchtige, und so waren Wisnets Zähigkeit auch in schlechteren Positionen und sein absoluter Siegeswille ausschlaggebend für den Erfolg des sympathischen Rottaler Oberligaspielers, der aus dem Nachwuchs des TSV Aidenbach hervorgegangen ist, sich schon 2007 als Jugendlicher den Titel eines Niederbayerischen Meisters erspielte und dessen Entwicklung nach oben noch lange nicht abgeschlossen scheint.

Stark präsentierten sich auch die Deggendorfer Regionalligaakteure Ludwig Bielmeier und Franz Haselbeck. Dabei startete Bielmeier etwas zäh in das Turnier, musste gegen das 10-jährige Talent Arshak Ovsepyan, 3. der Deutschen Jugendmeisterschaft in seiner Altersklasse und bereits 2008 Teilnehmer an der Jugend-Europameisterschaft, ein Unentschieden zulassen und verlor knapp gegen Pohl-Kuemmel. Dennoch, mit 3,5 Punkten und Rang 8 erfüllte er die Erwartungen ebenso wie Franz Haselbeck, der sich stets im Vorderfeld bewegte und mit einer unglücklichen Niederlage gegen Alex Stadler in der Schlussrunde wie schon vor zwei Jahren einen besseren Platz als den 12. vergab. Auch Helmut Ertl (Platz 16) und Michael Bacholke (18) erreichten 3 Zähler, auf 2,5 kam Willibald Haimerl (30),  Egwin Schreiber (34) und Robert Haselbeck (36) konnten sich jeweils über zwei gewonnene Partien freuen. Für die größte Überraschung aus heimischer Sicht sorgte jedoch Nachwuchsspieler Thomas Weiß, der mit 3,5 Punkten einen hervorragenden 11. Rang belegte, damit sowohl den Preis für den besten Jugendspieler gewann als auch in der Wertung der Teilnehmer mit einer Ratingzahl (DWZ, gibt Aufschluss über die aktuelle Spielstärke) von „unter 1600“ vorne lag. Thomas musste lediglich in der Auftaktpartie gegen Ludwig Bielmeier eine erwartete Niederlage nach zähem Ringen einstecken und rollte anschließend das Feld von hinten auf, wobei er 2,5 seiner 3,5 Punkte gegen jeweils deutlich höher gewertete Gegner erzielte. Hier scheint unter der sorgsamen Anleitung von Trainer Michael Bacholke nach mehrjährige Durststrecke wieder ein Deggendorfer Schachtalent zu reifen, das, eine kontinuierliche Entwicklung vorausgesetzt, zu Hoffnungen Anlass gibt und in absehbarer Zeit auch in das Regionalligateam aufsteigen könnte! Bester Senior wurde Harald Würz (Gardez Viechtach), die Wertung in der Kategorie „DWZ unter 1800“ sicherte sich der 6. des Gesamtklassements Dr. Christoph Schultes.

Alle Teilnehmer zeigten sich begeistert von der angenehmen Turnieratmosphäre im Stadthotel Kolpinghaus. Mit ihrem fairen Verhalten trugen sie zu einem reibungslosen Ablauf bei, der das Eingreifen der Schiedsrichter zu keiner Zeit erforderlich machte. So bleibt zu hoffen, dass der Schachverein mit der 4. Auflage nicht wieder zwei Jahre wartet, sondern diese schon für 2011 ins Auge fasst. Der Erfolg sollte ihn jedenfalls dazu ermutigen.                                                                                                                                         FH

Abbildungen (alle Fotos Hans Feichtinger)

 Turniersaal Stadthotel
1  An allen drei Turniertagen herrschte gespannte Turnieratmosphäre im Saal des Kolpinghauses, der ein hervorragendes Ambiente bot.

 


2  Helmut Ertl beobachtet die Partie von Ludwig Bielmeier gegen das 10-jährige Supertalent Arshak Ovsepyan.

 


3  Arshak Ovsepyan (rechts) wehrte alle Gewinnversuche des Deggendorfer Spitzenspielers Ludwig Bielmeier scheinbar unbeeindruckt und erfolgreich ab.

 

Severin Kouba und Dominic Wisnet
4  Der spätere Turniersieger Dominic Wisnet (rechts) konzentriert in seiner Zweitrundenpartie gegen Severin Kouba, wo er einige bange Momente überstehen musste.

 

 

 

 

07.06.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler ziehen auch nächste Saison in der Regionalliga

Rückzug eines Zweitbundesligisten verhindert Abstieg – auch Landshut am grünen Tisch gerettet

 Das Hoffen und Bangen der Deggendorfer Brettstrategen hat nach quälenden Wochen der Ungewissheit ein überraschendes Ende gefunden. Durch den nicht absehbaren Rückzug des SK Neuhausen aus der 2. Bundesliga Süd wurde eine „Lawine“ in Gang gesetzt, an deren Ende der Klassenerhalt der Donaustädter steht und deren Verlauf zeigt, welchen Unabwägbarkeiten man auch im königlichen Spiel ausgesetzt sein kann: Krumbach verbleibt als eigentlich dritter Absteiger in der 2. Bundesliga, damit reicht Dillingen Rang 8 zum Erhalt der Bayerischen Oberliga, was wiederum den Nichtabstieg der Tegernseer aus der Landesliga Süd zur Folge hat – und genau deren Platz in der Regionalliga Südost bekommen nun Deggendorfs Schachspieler, die bis dato als respektable 8. der abgelaufenen Saison mit 7–11 Zählern einem mehr als unglücklichen und auch unverdienten Abstieg in die Niederbayernliga ins Auge sahen. Doch damit nicht genug! Durch den Verzicht des zweiten Absteigers aus der Landesliga Süd, der Reserve des SK Passau, auf den Regionalliga-Startplatz haben auch noch die Landshuter Schachfreunde als 9. den Klassenerhalt nahezu sensationell mit genau einem Brettpunkt vor dem nach Mannschaftspunkten gleichstehenden SC Starnberg geschafft, der damit als einziger Verein von ursprünglich Dreien in den saueren Apfel beißen und nächste Saison auf oberbayerischer Bezirksebene sein Glück versuchen muss. Mit dem SC Straubing als spielen damit in der nächsten Saison erstmals drei Vereine aus Niederbayern in der Regionalliga und werden versuchen, die dort bislang vorherrschende „oberbayerische Dominanz“ einzudämmen. Höherklassig agieren aus dem Bezirk nur noch Passau (als Absteiger aus der 2. Bundesliga) und der SC Rottal (als Aufsteiger aus der Landesliga), die in der Oberliga die Klingen zum Derby kreuzen werden. Für die Deggendorfer um ihren serbischen Ausnahmespieler Petar Krstic am Spitzenbrett kann das Ziel jedoch ab Oktober 2010 (am 10. dieses Monats beginnt für alle Klassen einheitlich der Spielbetrieb) nur heißen, einen gesicherten Mittelplatz anzustreben, um am Ende nicht wieder Spekulationen ausgesetzt und von nicht beeinflussbaren Ereignissen in den höheren Klassen abhängig zu sein.                                                                                                                     FH

 

 

20.05.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein geht in eine aktive Sommerpause

Andreas Krauß ungeschlagen Stadtmeister – Turniererfolge für Bielmeier und Krstic

 Mit dem Abschluss der Mannschafts-Punkterunden und der Stadtmeisterschaft geht der Schachverein in eine „aktive Sommerpause“, die für die meisten seiner Mitglieder aber schon Anfang September mit dem 3. Internationalen Deggendorfer Schach-Open im Stadthotel-Deggendorf (Kolpinghaus) früh zu Ende gehen wird. Und auch in der Zwischenzeit waren und sind die „Schacherer“ nicht faul, wie das aktuelle Turniergeschehen zeigt.

Den Stadtmeister-Titel sichert sich erstmals Andreas Kraus, der das Rundenturnier mit zehn Teilnehmern als einziger ohne Niederlage überstand, mit 7,5 Punkten vor Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (6,5) und Turnierleiter Hans Oberberger, der den punktgleichen Willi Haimerl (beide 5,5 Zähler) dank der besseren Feinwertung auf Rang 4 verweisen konnte. Damit belegten die vier wertungsstärksten Spieler auch die ersten vier Plätze. Andreas Kraus gelang zudem das Kunststück, alle neun Mannschaftskämpfe ohne Verlustpartie zu überstehen (2 Siege, 7 Remis), womit er sich als Debütant zu einer festen Größe in der 1. Mannschaft entwickelt hat. In welcher Liga der neue Stadtmeister in der kommenden Saison seine Stärke unter Beweis stellen kann, ist nach wie vor unklar. Vorerst wird der SV Deggendorf noch als Absteiger der Regionalliga Südost geführt, doch die Meldefrist endet erst am 1. Juni, und bis dahin könnte sich durch den Rückzug des ein oder anderen Vereins, auch in höheren Klassen, noch durchaus eine völlig neue Ausgangslage ergeben.

Petar Krstic nahm an den Meisterschaften seines Heimatlandes Serbien teil (wir berichteten bereits kurz). Der Deggendorfer Spitzenspieler hatte im fast ausschließlich mit Großmeistern besetzten Feld einen perfekten Start mit 2 Punkten aus vier Partien, musste jedoch anschließend die Überlegenheit seiner Gegner anerkennen und sieben Niederlagen in Folge hinnehmen, bevor er in den beiden Schlussrunden noch 1,5 Zähler holte. Dabei „erlegte“ er mit Borko Lajthajm seinen zweiten Großmeister, einem weiteren trotzte er ein Unentschieden ab. Krstic zeigte sich in einem kurzen E-Mail-Kontakt mit seinem Abschneiden sehr zufrieden, zumal er sich aus Studiengründen kaum hatte vorbereiten können. Ein besonderer Erfolg für ihn war sein Remis gegen den späteren Turniersieger und Landesmeister GM Nikol Sedlak. In der Endabrechnung teilte er sich mit 3,5 Punkten die Schlussränge 12–14 mit einem Internationalen Meister und einem Großmeister. Nach dieser wertvollen Erfahrung ist Krstic überzeugt, bei entsprechendem Training in den kommenden Jahren in die Großmeisterriege seines schachbegeisterten Heimatlandes vorstoßen zu können. Für Deggendorf wird er weiterhin das erste Brett mit Erfolg verteidigen, unabhängig, in welcher Klasse dies im nächsten Jahr steht.

Einen schönen Erfolg verzeichnete auch Ludwig Bielmeier in seiner Lieblingsdisziplin, dem Schnellschach (30 Minuten pro Partie). Für die am vergangenen Wochenende in Forchheim ausgetragenen Bayerischen Meisterschaften konnte in der Verband als Nachrücker in das Feld der 38 Teilnehmer, darunter ein Großmeister und vier Internationale Meister sowie eine große Anzahl FIDE-Meister und Bundesligaspieler, melden. In der Setzliste nahm er lediglich Rang 26 ein, was ihn aber nicht daran hinderte, 6,5 Zähler aus 11 Partien zu holen, die ihm in der Endabrechnung nach zwei Tagen den ausgezeichneten zehnten Rang einbrachten. Dass er damit auch stärkster Niederbayer war, versteht sich von selbst. Besonders hervorzuheben ist dabei seine Gewinnpartie gegen IM Michael Fedorovsky (SC Tarrasch München), der über 300 DWZ-Punkte mehr auf seinem Konto hatte und zu den Turnierfavoriten zählte, sich letztendlich aber mit Bielmeier den 10. Platz punkt- und wertungsgleich teilen musste. Des Ex-Deggendorfer Manfred Menacher, Überraschungsmeister des letzten Jahres, landete diese Mal mit 6 Punkten lediglich im Mittelfeld der Tabelle. Es gewann der Favorit GM Michael Prusikin (SC Forchheim; 9,5 Punkte) ungeschlagen vor IM Alexander Belezky (Bayern München; 8,5) und FM Stefan Bocksberger (SK Weilheim; 8), sowie zwei weiteren Forchheimern, Leon Mons und FM Manfred Heidrich, die ihr Heimrecht weidlich auszunutzen wussten.

Ebenfalls bereits begonnen hat die erste Runde der Sommer-Schnellschachturnierserie des Vereins. Diese konnte etwas überraschend der frühere Deggendorfer Teamspieler Peter Knollmüller (SK Töging) vor dem punktgleichen Martin Christlmaier (SK Landau; beide 5,5), sowie den Lokalmatadoren Ludwig Bielmeier (5) und Franz Haselbeck (4,5) für sich entscheiden. Die nächste Runde findet am 11. Juni statt; zuvor startet aber schon am 28. Mai die erste Runde zur Ermittlung des Blitzschach-Stadtmeisters (5-Minuten-Partien). Sämtliche Turniere werden im Vereinslokal „Kolpinghaus“ ausgerichtet; auch Turnierneulinge, Gäste oder Mitglieder anderer Vereine sind herzlich eingeladen.                                                                          FH

 

Petar Krstic (rechts) analysiert konzentriert seine Partie mit GM Miodrag Savic  

Petar Krstic (rechts) analysiert konzentriert seine Partie mit GM Miodrag Savic zum Auftakt der Serbischen Landesmeisterschaft, die der Deggendorfer Spitzenmann und Juniorenmeister seines Heimatlandes sensationell für sich entscheiden konnte. (Foto: Veranstalter)

Krauß, Andreas - Schach-Stadtmeister 2010 

Der neue Stadtmeister Andreas Krauß. (Foto: F. Haselbeck)

 

20.04.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler startet bei Serbischer Landesmeisterschaft

Petar Krstic überrascht mit Sieg in der ersten Runde

 Seit nunmehr zwei Jahren ist Petar Krstic (Bild), bedingt durch seine Freundschaft mit dem Deggendorfer Schachspieler und FH-Studenten Ivan Mancic, für den Schachklub erfolgreich am Spitzenbrett im Einsatz. Durch seinen Erfolg bei den Serbischen Juniorenmeisterschaften hat sich Krstic, der inzwischen in Belgrad Jura studiert, für die diesjährigen Serbischen Einzelmeisterschaften qualifiziert. Sie begannen am Sonntag in Kragujevac, einer Stadt mit ca. 140.000 Einwohnern, 140 km südöstlich von Belgrad gelegen. Am Start: 11 Großmeister mit einer ELO-Wertung zwischen 2574 und 2504, zwei Internationale und ein Fide-Meister sowie der Deggendorfer Spitzenmann, als einziger Teilnehmer (noch) ohne Titel und mit einer Ratingzahl von 2348 am Ende des 14-Feldes gesetzt.

Gespielt wird ein Runden-Turnier (also jeder gegen jeden) im Turnierschach mit sogenanntem Fischer-Modus, d.h. pro Spieler 90 Minuten Zeit für 40 Züge, anschließend 30 Minuten für den Rest der Partie und zuzüglich 30 Sekunden Zeitbonus für jeden ausgeführten Zug. Krstic traf in der ersten Runde mit den schwarzen Figuren auf den an zehn gesetzten Großmeister Miodrag Savic, der fast 200 ELO-Punkte mehr auf seinem Konto hatte, was ihm aber im Verlauf der Partie wenig nützen sollte. Krstic wählte auf den Doppelschritt des Königsbauern mit c5 die Sizilianische Verteidigung und übernahm im Mittelspiel mehr und mehr die Initiative. Den drohenden Angriff auf seinen König konnte der Großmeister nur noch mit dem Opfer zweier Bauern abwenden, und diesen Vorteil verwertete der krasse Außenseiter mit seiner blendenden Endspieltechnik und einer Routine, dass man als Zuschauer nicht mehr wusste, wer hier der Großmeister und wer der Juniorenspieler ist. Sämtliche Partien – Rundenbeginn ist jeweils um 15.30 Uhr – werden nämlich live im Internet übertrage (zu verfolgen über die Homepage des Serbischen Schachverbandes unter www.serbiachess.net), und wer einen spannenden Abend verleben und sein amateurhaftes Schach verbessern möchte, der sollte, anstelle des abendlichen Fernsehens, hier die Möglichkeit nutzen, mit Hilfe der modernen Technik Echtzeit zu „kiebitzen“. Spannung wird hier auch in der 2. Runde garantiert sein, wo Petar Krstic auf den an Nummer eins gesetzten Großmeister und Turnierfavoriten Milos Perunovic (ELO 2574) trifft, der allerdings in der ersten Runde gegen den zweiten Außenseiter im Feld, FM Sinisa Saric, über ein Remis nicht hinausgekommen ist. Mit den weißen Steinen und dem ersten „Skalp eines Großmeisters“ im Gepäck ist dem sympathischen „Deggendorfer“ auch hier eine Überraschung durchaus zuzutrauen. Über den weiteren Verlauf und das Endergebnis des Turniers berichten werden wir noch berichten.                FH

Alle Spiele zum Nachspielen unter:
 http://www.perpetualcheck.com/show/show.php?lan=en&data=Y2010001&job=v

Online - Live jeweils ab 15:30 Uhr:
 http://www.perpetualcheck.com/live/index.php?lan=en

Aktueller Tabellenstand:
 http://www.perpetualcheck.com/show/show.php?lan=en&data=Y2010001&job=g1

 

 

 

 

 

11.04.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein vor dem Abstieg aus der Regionalliga

Gute Vorstellung gegen Pang kam zu spät – „Zweite“ wird Vizemeister

Das war’s dann wohl für Deggendorfs Schachambitionen auf Bayerischer Ebene. Trotz einer guten Leistung im letzten Mannschaftskampf gegen die Oberligareserve von Pang, die nach hartem Kampf auch mit einem 4–4 belohnt wurde, muss man nach dem derzeitigen Stand der Dinge die Regionalliga Südost nach nur einem Jahr wieder verlassen. Bei derzeit drei Absteigern (von zehn Teams!) ist der achte Platz mit 7–11 Zählern gerade zu wenig für den Klassenerhalt. Erfreulich hingegen ist die Vizemeisterschaft für die „Zweite“ in der Bezirksliga Ost, die zudem im letzten Spiel dem bereits als Meister feststehenden DJK SV Schaibing mit 4,5–3,5 die einzige Saisonniederlage beibringen konnte.

Im Nachhinein hätte ein Sieg mit mindestens 5,5 Brettpunkten den Klassenerhalt für die „Erste“ bedeutet, da die bereits als Absteiger feststehenden Landshuter unverhofft Schützenhilfe unter Niederbayern geleistet und Waldkraiburg überraschend mit 4,5–3,5 in die Schranken gewiesen hatten. Und dieser wäre durchaus im Bereich des möglichen gewesen, denn sowohl Ludwig Bielmeier (Brett 3; Deggendorf in der Folge zuerst genannt) gegen Georg Kiener als auch Professor Johannes Grabmeier (6) gegen Norbert Kranewitter hatten bei ihren unnötigen Niederlagen zunächst vielversprechende Positionen erlangt, verdarben diese aber dann im Verlauf der Partie. Und auch Franz Haselbeck (5), dritter Verlierer des Tages, verschmähte nach schlechter Eröffnungsbehandlung die ihm angebotene Chance zum positionellen Ausgleich und spielte statt dessen weiterhin unseriös auf Angriff, was sein Kontrahent Thomas Steinbacher mit dem verdienten finalen Mattschuss bestrafte. Hingegen warteten Hubert Firlbeck an Brett 2 gegen Robert Heigermoser, Andreas Krauß (7), der im Verlauf der Saison ohne Niederlage blieb, gegen Manuel Baldauf und Michael Bacholke (8) gegen Nachwuchstalent Christoph Boes mit soliden Leistungen und überzeugenden Gewinnpartien auf. Und noch vor Ablauf der Zeitkontrolle steuerte Mannschaftsführer Rainer Tauber gegen Gerhard Rosner, einen von insgesamt drei österreichischen Legionären im Team der Panger, einen halben Zähler zum Zwischenstand von 3,5–3,5 bei.

Alles hing zu diesem Zeitpunkt, da die Endstände aus den weiteren Spielorten noch nicht bekannt waren, an Petar Krstic. Doch ausgerechnet in diesem wichtigen Match „schwächelte“ der serbische Ausnahmespieler zum einzigen Mal im Verlauf der gesamten Saison. Gegen Christian Graf übersah der Jurastudent aus Belgrad, merklich gestresst durch eine dreiwöchige Prüfungsphase mit wenig Schlaf im Vorfeld, einen tückischen Turmzug, der ihn nahe an den Abgrund manövrierte. Nur seine ausgezeichnete Endspieltechnik und wohl auch der Respekt seines Kontrahenten bescherten ihm nach fast sechs Stunden Spielzeit noch ein ausgeglichenes Endspiel mit König, Turm und Bauer auf jeder Seite, dass in eine absolut ausgeglichene Remisposition mündete. Dennoch, mit 7 Punkte aus acht Einsätzen avancierte Krstic zum mit Abstand überragenden Spieler der gesamten Liga.

Dass die Donaustädter wahrlich nicht vom Glück verfolgt waren, zeigt nicht nur der Verlauf dieses letzten Mannschaftskampfes. Parallel dazu verlor Starnberg 3,5–4,5 gegen Ilmmünster und begleitet nun Landshut und Deggendorf „nach unten“, wobei der letzte Starnberger sich acht Sekunden (!) vor Ablauf der Bedenkzeit noch von seinem Gegner Matt setzen ließ – eine ansonsten unvermeidliche Niederlage von Ilmmünster hätte deren Abstieg, verbunden mit der Deggendorfer Rettung bedeutet. Dennoch verbleibt ein Funke Hoffnung, da Passau, das sowohl mit der Ersten aus der 2. Bundesliga als auch mit der Zweiten aus der Landesliga absteigen muss, bereits angekündigt hat, aus beiden Teams nur noch eine schlagkräftige Truppe für die Oberliga zu formen und zugleich die Reserve aus der Regionalliga zurückzuziehen. Damit wäre dort für Deggendorf auch in der kommenden Saison ein Platz quasi durch die Hintertüre frei.

Freude bereitet dagegen bereits jetzt das Abschneiden der „Zweiten“, die sich durch einen überraschenden Sieg im Heimspiel gegen Meister und Aufsteiger Schaibing nach verpatztem Saisonstart noch Rang 2 sicherte. Franz Schmidbauer, Lothar Rader und Johann Mittermaier hielten die drei Spitzenbretter souverän Remis, Hans Oberberger, Willibald Haimerl und Helmut Ertl, der mit seinem 7 Punkt im neunten Einsatz für das überragende Einzelergebnis sorgte, steuerten an Position 4 bis 6 die drei siegbringenden Zähler bei, so dass die Niederlagen von Routinier Karl Hilmer und Nachwuchstalent Thomas Weiß nicht mehr ins Gewicht fielen. Letzterer war ohnehin entschuldigt, kehrte er doch erst am Vortag von den Bayerischen Jugendmeisterschaften aus Regensburg zurück, wo er sich mit 2,5 Punkten aus sieben Partien als einziger noch ohne Wertungszahl in einem Feld von 22 Teilnehmern durchaus achtbar geschlagen hat und eine gelungene Talentprobe für die Zukunft abliefern konnte.                                                                                               FH

 Franz Haselbeck und Helmut Ertl

Foto: Franz Haselbeck (links) im Duell mit Helmut Ertl, dem besten Punktesammler von Deggendorf II, beim Deggendorfer Open 2008,
            das heuer vom 3. – 5. September 2010, dieses Mal im Stadthotel Deggendorf, erneut stattfinden wird.

(Foto: F. Schmidbauer)

 

 

21.03.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein wahrt Chance auf den Klassenerhalt

Überzeugender Erfolg gegen Starnberg – Auch „Zweite“ erfolgreich

 

Die Hoffnung lebt! Ihre buchstäblich letzte Chance auf den Erhalt der Regionalliga haben Deggendorfs Schachspieler beim Schopf gepackt. Im Duell der Kellerkinder wurde der SC Starnberg an heimischen Brettern mehr als verdient mit 5–3 besiegt. Damit haben in dieser sehr ausgeglichenen Klasse vor der letzten Runde noch fünf Teams zumindest theoretische Chancen auf die Meisterschaft, während die Mannschaften von Rang 6 bis 9 sich (bei bis zu drei möglichen Absteigern!) noch ernsthafte Sorgen machen müssen; lediglich Landshut kann als abgeschlagenes Schlusslicht bereits für die kommende Saison in der Niederbayernliga planen.

Noch bevor der ersten Zug ausgeführt wurde, lag Deggendorf bereits mit 1–0 in Front. Als erstes Team in dieser Saison verzichteten die ohnehin von Personalnot geplagten Starnberger darauf, einen Spieler gegen die überragende Nummer 1 der Niederbayern Petar Krstic zu stellen und hofften so, mit ihrem kompletten Kader um ein Brett nach hinten gerückt, die Niederbayern aus ihrer Vorbereitung und damit aus dem Konzept bringen zu können. Diese Taktik sollte sich für die Gäste allerdings nicht auszahlen. Franz Haselbeck (Brett 5; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt), motiviert und mit der gewohnten Aggressivität zu Werke gehend, und Ludwig Bielmeier (3), bisher das „sieglose Sorgenkind“ der Deggendorfer, dieses Mal mit einer hervorragenden Leistung aufwartend, zeigten ihren Kontrahenten Oliver Rulik bzw. Friedrich Absmaier jeweils mit den schwarzen Steinen in der Caro-Kann-Verteidigung noch vor Ablauf der ersten vier Stunden die Grenzen auf und schraubten das Ergebnis auf 3–0. Einen weiteren halben Punkt steuerte der wiedererstarkte Mannschaftsführer Rainer Tauber (Brett 4) bei, der gegen Klaus Gschwendten zwar im Endspiel einen Bauern weniger hatte, dieses Manko aber mit ungleichfarbigen Läufern problemlos ausgleichen konnte.

Nun benötigte man in der „Nachspielzeit“ noch einen Punkt aus vier Partien. Und für diesen sorgten im Duett Professor Johannes Grabmeier an Brett 6 gegen Dr. Rainer Pappenheim und Michael Bacholke (8) gegen Dr. Gerhard Strecker. Beide hatten zwar mehr oder weniger gewonnene Stellungen, verzichteten aber angesichts der Gesamtsituation auf das letzte Risiko und sicherten so mannschaftsdienlich vorzeitig den Gesamtsieg. Wenig später hatte auch der nach wie vor ungeschlagene Andreas Krauß (7) gegen Dr. Stefan Winkler seine zwischenzeitlichen Endspielschwierigkeiten mit einem eher schwachen Springer gegen einen starken Läufer überwunden und erhöhte das Score mit einem weiteren Remis auf 5–2. Da fiel es auch nicht mehr ins Gewicht, dass Hubert Firlbeck an Brett 2 gegen FIDE-Meister Safet Terzic, den stärksten und „mit allen schachlichen Salben gesalbten“ Gästeakteur, für seine aufopfernde Verteidigung nicht mehr belohnt wurde. Am Ende seiner Bedenkzeit angelangt, stellte er in ausgeglichener Stellung eine Figur und damit die Partie ein. Auch für ihn wäre ein Remis der wohlverdiente Lohn für seinen unermüdlichen Einsatz gewesen.

Jetzt gilt es in der letzten Runde, bei der Oberliga-Reserve der SG Pang-Rosenheim noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Mit einem Sieg könnte, eine nicht allzu ungünstige Abstiegskonstellation aus den darüber angesiedelten Ligen vorausgesetzt, das vor dieser Runde unmöglich erscheinende doch noch gelingen – der Klassenerhalt mit einem nominell deutlich am Ende des Rankings angesiedeltem Team. Frei von derartigen Sorgen ist schon seit mehreren Spieltagen die Reserve der „Schacherer“. Gegen Haselbach gelang in der Vorschlussrunde der Bezirksliga Ost trotz starker personeller Nöte ein nie gefährdeter 5,5–2,5-Erfolg. Johann Mittermaier (Brett 2), Käpt’n Hans Oberberger (3) und Topscorrer Helmut Ertl (6) mit seinem schon sechsten Sieg gewannen ihre Partien, der Rest des Teams begnügte sich mit friedlichen Punkteteilungen. In der letzten Runde können Schmidbauer, Reisinger und Co. gegen den bereits als Meister und Aufsteiger feststehenden DJK SV Schaibing noch einmal zeigen, dass eigentlich ihnen dieser Spitzenplatz gebührt und sich mit einem Prestigeerfolg zumindest noch die Vizemeisterschaft sichern.                                             FH

 

Foto: Bester Dinge vor Beginn seiner Partie und in deren Verlauf weit mehr als ein Ersatzmann: Michael Bacholke (rechts) steuerte an Brett 8 ein immens wichtiges Unentschieden bei. (Foto: Haselbeck)

 

 

28.02.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachspieler tief im Abstiegssumpf

Gegen Illmmünster dritte Niederlage in Folge – Auch „Zweite“ verliert

 

Jetzt wird es richtig eng für Deggendorfs Schachspieler! Nach der dritte Niederlage in Folge gegen die ebenfalls noch abstiegsgefährdeten Schachfreunde aus Illmmünster finden sich Krstic und Co. auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder, nur noch einen Zähler vor dem die rote Laterne tragenden Lokalrivalen aus Landshut. Und bei sicher zwei, möglicherweise sogar drei Absteigern aus der nur zehn Vereine umfassenden Regionalliga helfen wohl in den verbleibenden zwei Runden gegen Starnberg und bei der SG Pang/Rosenheim nur noch zwei Erfolge, um gesichert die Klasse halten zu können. Frei von solchen Sorgen ist die „Zweite“, die sich trotz der Niederlage gegen Sonnen im oberen Bereich der Bezirksliga Ost behauptet.

 

Es sind stets die gleichen Voraussetzungen, die zum seit der Winterpause gewohnt erfolglosen Spielverlauf führen: Während bei Illmmünster sieben von acht Akteuren Wertungszahlen (die DWZ ist ein Indikator der Spielstärke) jenseits der „magischen“ 2000er-Marke aufweisen, kann Deggendorf lediglich deren zwei aufbieten. Um mit dieser individuellen Unterlegenheit bestehen zu können, muss jeder einzelne Deggendorfer an seinem oberen Limit spielen. Gelingt dies nicht und fehlt zudem mit Hubert Firlbeck einmal ein wichtiger Spieler, wird es nahezu unmöglich, die Niederlage abzuwenden. Lediglich für Spitzenmann Petar Krstic gelten andere Gesetze. Der junge Serbe dominiert eindeutig Brett 1 in dieser Klasse und beherrschte auch seinen Gegner Peter Seisenberger mit leichter Hand nach Belieben. Doch diesem schönen Erfolg standen nach gut drei Stunden Spielzeit bereits drei Niederlagen gegenüber. Professor Johannes Grabmeier (Brett 6; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) konnte seinen König nicht ausreichend gegen die anstürmenden Figuren von Andreas Kampert schützen, Ludwig Bielmeier (2), glücklos und außer Form agierend, wurde mit den weißen Steinen von Edwin Huber ausmanövriert und Franz Haselbeck (4) änderte nach langem Nachdenken kurzfristig seinen Erfolg versprechenden Plan, übersah dabei eine Fesselung seiner Dame und wurde anschließend trotz heftiger Gegenwehr von Thomas Niedermeier souverän überspielt.

Den Anschlusstreffer erzielte ausgerechnet Mannschaftsführer Rainer Tauber, der Pechvogel der letzten beiden Runden, mit dem „Tor des Tages“. An Brett 3 gelang ihm gegen Wilhelm Loder, dem wertungsstärksten Gästespieler, eine seiner besten Partien der letzten Jahre. Perfekt vorbereitet in einer Variante der Französischen Verteidigung opferte er einen Bauern für aktives Spiel und zwang seinen Opponenten derart in die Defensive, dass dieser in hoffnungsloser Stellung auch noch die Bedenkzeit überschritt.

Somit betrug der Rückstand nach der ersten Zeitkontrolle lediglich 2–3, doch an den Brettern sechs bis acht, wo sich jeweils Endspiele mit einer oder zwei Leichtfiguren (Läufer oder Springer) entwickelt hatten, waren für die Donaustädter kaum noch Gewinnaussichten vorhanden. Lediglich Andreas Krauß (7) hatte gegen Philip Schwertler einen Mehrbauern, der jedoch im Endkampf wieder verloren ging. Ebenso wie Ersatzmann Michael Bacholke (Brett 8) gegen Leonhard Knoblauch musste er schließlich seine Bemühungen einstellen und ins Remis einwilligen. Schlechter erging es da Dr. Peter Roth (7) gegen Markus Reischl, der unbedingt einen entfernten Freibauern „abholen“ musste, bevor sich dieser zur Dame verwandeln konnte, und dabei leider zwei seiner eigenen verlor und plötzlich statt einem ausgeglichenen ein hoffnungsloses Endspiel auf dem Brett hatte.

Dennoch – die Hoffnung stirbt zuletzt, und vielleicht fallen in knapp drei Wochen gegen die einen Rang vor Deggendorfs „Schacherern“ rangierenden Starnberger die knappen Partien einmal auf die „richtige“ Seite. Aufgegeben werden jedenfalls nach wie vor Postkarten und Briefe, aber jedenfalls keine Schach-Mannschaftskämpfe im Vorhinein. Pech hatte die „Reserve“ gegen Sonnen, das eine Kooperation mit dem Schachverein Haselbach in Niederösterreich pflegt und insgesamt fünf bärenstarke Gästespieler aufbieten konnte, während man selbst fast schon mit dem „letzten Aufgebot“ antreten musste. Damit war die 2–6-Schlappe wenig überraschend, und man konnte sich mit einem schönen Einzelerfolg von Karl Hilmer an Brett 7 gegen Ludwig Resch und zwei Remispartien des jungen Thomas Weiß (8) gegen Josef Auer und – vor allem und nahezu sensationell – von Lothar Rader am Spitzenbrett gegen den fast 500 DWZ-Punkte „schwereren“ Andreas Priesner (in zudem klar besserer Position) trösten. Platz vier in der Tabelle lässt zudem optimistisch auf das Saisonfinale blicken.                                                                                     FH

 

Foto: Rainer Tauber (rechts vorne sitzend) – nach schweren Rückschlägen
gelang ihm mit einem glänzenden Sieg das Comeback – der verdiente Lohn für nie erlahmenden Kampfgeist. (Foto: Haselbeck)

 

 

07.02.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachspieler unterliegen im Niederbayernderby

Unglückliche Niederlage gegen Landshut – „Zweite“ weiter auf dem Vormarsch

 Das war kein Spiel für schwache Nerven! Nach einem dramatischen Kampf über sechs Stunden unterlag Deggendorfs Regionalliga-Team gegen Landshut denkbar knapp und unglücklich mit 3,5–4,5 und steckt nun tief im Abstiegssumpf. Erfolgreich war hingegen die „Zweite“, die gegen Aidenbach mit dem selben Ergebnis ihren vierten Sieg in Folge einfuhr und sich damit auf Rang 3 der Bezirksliga Ost vorschob.

 Eigentlich hätte das Spiel bei den langjährigen Kontrahenten aus Niederbayerns Regierungshauptstadt mit einem klaren und verdienten Erfolg der Mannen um Teamchef Rainer Tauber enden müssen. Doch hätte, wäre, wenn… – speziell im Schachsport passieren auf allen Leistungsebenen Dinge, die es „eigentlich so nicht gibt“, und selbst in der Bundesliga hat schon manch renommierter Großmeister bei knapper Bedenkzeit nicht nur den Faden, sondern gleich den ganzen Kopf und als Folge dessen eine klar gewonnene Partie verloren.

Dabei sah es zunächst nicht schlecht für die ambitioniert und selbstbewusst auftretenden Donaustädter aus. Zwar verlor Hubert Firlbeck (Brett 2; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen Andreas Neubauer, da er in aussichtsreicher Stellung zu früh mit verpflichtenden Zügen seinen Vorteil suchte, doch diesen Rückstand glich Petar Krstic am Spitzenbrett postwendend aus. In seiner gewohnt ruhigen, unscheinbaren Art – hier ein kleine Drohung, dort eine minimale positionelle Schwäche im gegnerischen Lager, alle eigenen Figuren mit maximaler Wirkungskraft postiert – zwang er Michael Nurbekoglu nach weniger als drei Stunden zur Aufgabe. Nicht ganz zufrieden war hingegen Dr. Peter Roth (7), dem es mit den weißen Steinen nicht gelang, gegen Heinz Kunz einen Vorteil herauszuspielen. Ein völlig gleich stehendes Endspiel mit Springer und Bauern auf beiden Seiten mündete in ein logisches Remis.

Beim Zwischenstand von 1,5–1,5 folgte nun des Dramas erster Akt, und wieder traf es den in dieser Saison arg gebeutelten Mannschaftsführer der Deggendorfer. Rainer Tauber hatte an Brett 4 gegen den starken Horst Schmaus eine blitzsaubere Partie gespielt und sich eine klar vorteilhafte, wenn nicht bereits auf Gewinn zu taxierende Position erarbeitet, als er bei knapper Bedenkzeit in einem Anflug von Schachblindheit („So etwas passiert mir nicht einmal beim Blitzschach im Kaffeehaus!“) seinem Opponenten die Dame zum sofortigen Verzehr anbot, was sich dieser, kopfschüttelnd und fast schon beschämt, natürlich nicht zweimal sagen ließ, den saftigen Happen sofort verspeiste und den vollen Punkt für sich einfuhr. Der gesamten Mannschaft stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, doch zumindest Franz Haselbeck (5), der das Unglück am Nachbarbrett hautnah verfolgt hatte, zeigte sich davon unbeeindruckt. Mit einer überzeugenden Partieanlage in seinem Lieblingssystem, dem Königsindischen Angriff, zwang er Alexander Wist zunächst in die Defensive, eroberte anschließend die Qualität (Turm gegen Leichtfigur) bei zudem klar besserer Stellung und verwertete diesen Vorteil, ohne seinem Gegner auch nur die leiseste Andeutung von Schwindelchancen zu gewähren, zum erneuten Ausgleich für seine Farben.

Drei Partien gingen nun nach vier Stunden in die Verlängerung, und hier konnten zunächst Professor Johannes Grabmeier (6) gegen Joachim Siebert das Gleichgewicht nicht halten. Aus einer für ihn typischen, von Beginn an unübersichtlichen Stellung mit taktischen Chancen auf beiden Seiten, bei der Siebert zunächst zwei Figuren für einen Turm und Angriff geopfert hatte, ging Grabmeier letztendlich mit einem verlorenen Endspiel von Läufer gegen Turm bei gleicher Bauernzahl hervor. Jetzt lag es an Andreas Krauß und Ludwig Bielmeier, das Blatt noch zu wenden, doch statt dessen folgten Teil 2 und 3 des Dramas. Gegen den routinierten und in der Ratingzahl klar besser eingestuften Josef Schubert hatte Andreas Krauß schon klare Gewinnchance verschmäht und sich statt dessen in eine Position nahe am Abgrund manövriert, aus der er sich mit Kampfgeist und taktischem Geschick gerade so eben noch befreien konnte. Als aber sein Gegner es in hochgradiger Zeitnot übersah, die Uhr zu betätigen, spielte Krauß weiter, anstatt die Bedenkzeit des Gegners ablaufen zu lassen und den Sieg für sich zu reklamieren. Die so entstandene Position war für beide Seiten objektiv nicht mehr zu gewinnen, Remis das faire Ergebnis. Gleichzeitig kämpfte Ludwig Bielmeier auf Anweisung des Mannschaftsführers trotz Remisangebot gegen den mehrfachen niederbayerischen Meister früherer Jahre Wolfgang Schmidt in leicht vorteilhafter Stellung mit Bravour weiter. König, Turm, Springer und drei Bauern waren auf beiden Seiten noch vorhanden, doch Bielmeiers Figuren konnten deutlich harmonischer manövrieren und unablässig Druck ausüben. Schließlich schien das Bemühen des Deggendorfer Vorkämpfers von Erfolg gekrönt. Mit einem stillen Königszug konnte er den gegnerischen Monarchen mitten am Brett im Mattnetz festzurren, aus dem sich dieser nur mit dem Opfer einer Figur bei gleichzeitigem Partieverlust hätte befreien können, doch leider blieb Bielmeier dieser krönende Abschluss verborgen und so musste auch er sich in ein unvermeidliches Remis fügen. Dennoch, eine hervorragende kämpferische Einzelleistung Bielmeiers, die leider die 3,5–4,5-Niederlage nicht mehr abzuwenden vermochte. Jetzt gilt es, sich nicht aufzugeben, den zur Resignation besteht nach wie vor kein Anlass. Die halbe Liga, von Waldkraiburg bis Starnberg, kämpft noch gegen den Abstieg, und Deggendorf hat es in den beiden folgenden Heimspielen gegen Illmmünster und Starnberg selbst in der Hand, aus eigener Kraft das rettende Ufer zu erreichen.

 Keine Sorgen muss sich hier die „Reserve“ in der Bezirksliga Ost machen. mit 8–4 Zählern liegt man nach dem knappen Erfolg in Aidenbach auf Rang 3, und zumindest die Vizemeisterschaft ist noch in greifbarer Nähe. Johann Mittermaier, Willibald Haimerl und Georg Reisinger holten den ganzen, Michael Bacholke, Franz Schmidbauer und Hans Oberberger je einen halben Punkt, lediglich Helmut Ertl und Nachwuchsspieler Thomas Weiß mussten ihre ersten Saisonniederlagen quittieren. Das letzte Drittel der Saison sollte für Schmidbauer, Oberberger und Co. einen entspannten Verlauf nehmen

FH

 Weiß, Thomas 

Foto: Musste seine erste Niederlage im erst dritten Mannschaftskampf seiner noch jungen Karriere akzeptieren,
hat aber mit Rang 2 bei den Niederbayerischen Jugendmeisterschaften schon eine eindrucksvolle Talentprobe geliefert: Thomas Weiß (links), Deggendorfs Nachwuchshoffnung. (Foto: Schachbund Niederbayern)

 

24.01.2010 gelesen von Hubert Firlbeck
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... was andere über uns schreiben ...

Hallo Schachfreunde!

Auch wenn die Niederlage am Sonntag noch so schmerzhaft für uns war - man kann auch wieder schmunzeln wenn man die gegnerischen Stimmen über den Wettkampfverlauf verfolgt.
So stand auf der Homepage des SK Landshut über den Wettkampf:

Schachklub Landshut holt ersten Sieg in der Regionalliga Süd-Ost

Die Erste behielt beim Niederbayernderby gegen den SV Deggendorf die Nase knapp mit 4,5:3,5 vorn. Durchden glücklichen Erfolg bleibt die Hoffnung auf den Klassenerhalt erhalten.

Am ersten Brett wurde Michael Nurbekoglu mit der grausamen Technik vom steten Tropfen zermürbt und sein Franzose ging schließlich den Bach hinunter. Andreas Neubauer errichtete seine Partie am zweiten Brett auf einem soliden Fundament und behielt so den Bauern, den der Schwarze ins Geschäft gesteckt hatte. Als sein Kontrahent diesen mit einem Kamikazekommando zurückholte, kassierte der Landshuter mit einem coolen Zwischenzug eine Figur und den vollen Punkt. Am dritten Brett kam Wolfgang Schmidt mit seinem Holländer vom Gewinnkurs ab und segelte in raues Gewässer. Hier musste der Deggendorfer beim Navigieren mithelfen, damit Schmidt noch den Remishafen erreichen konnte. Horst Schmaus traf am vierten Brett auf den Unglücksraben der Deggendorfer, dessen unglaublicher Dameneinsteller stark an die Selbststrangulation von Hans Huckebein erinnerte. Am fünften Brett kam Alexander Wist schon in der Eröffnung nicht in die Puschen und wurde von den gegnerischen Figuren wie vom D-Zug überrollt. Joachim Siebert inszenierte am sechsten Brett eine spannende aber riskante Wildwestpartie. Glücklicherweise nahmen beim abschließenden Fight am O.K-Corral die gegnerischen Figuren die Rolle der Clantons ein. Viel friedlicher verlief am siebten Brett die Caro-Kann Verteidigung von Heinz Kunz, bei der das Gleichgewicht der Kräfte nie gestört wurde. Am achten Brett agierte Josef Schubert mit seinem Damenbauernspiel zu passiv und hatte dann viel Glück, dass sein Gegenüber nicht den Knüppel auspackte. So konnte sich Schubert in letzter Sekunde ins Unentschieden retten.

Ich hoffe dass gegen Ilmmünster was drin ist und wir den Klassenerhalt doch noch schaffen. Wenn ich jemanden bei der Vorbereitung unterstützen kann bitte lasst es mich wissen.

Grüße

Hubert

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24.01.2010 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachspieler unterliegen dem Tabellenführer

3–5 gegen Meisterschaftsfavorit Trostberg – „Zweite“ gewinnt gegen Vilshofen

 Hatte man vor zwei Jahren mit 0,5–7,5 noch eine der schlimmsten „Klatschen“ der Vereinsgeschichte hinnehmen müssen, gelang es Deggendorfs „Schacherern“ in der Regionalliga Südost dieses Mal zumindest, den Mannschaftskampf gegen Trostberg lange offen zu halten. Und mit ein bisschen mehr Glück wäre vielleicht sogar eine Überraschung möglich gewesen, doch letztendlich gaben die größere Routine und mannschaftliche Geschlossenheit den Ausschlag dafür, dass der Tabellenführer verdient beide Zähler aus Niederbayern mitnehmen konnte. Den dritten Sieg in Serie konnte hingegen Deggendorf II verbuchen; mit einem ungefährdeten 5–3 gegen Vilshofen setzte die Truppe um Mannschaftsführer Hans Oberberger ihren Marsch aus dem Tabellenkeller in Richtung gesichertes Mittelfeld erfolgreich fort.

 Das Match gegen den langjährigen Dauerrivalen aus dem Chiemgau begann schlecht für die Donaustädter. Franz Haselbeck (Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt), bislang eine Bank am fünften Brett, erlaubte sich in einer neu einstudierten Eröffnung schon bald eine Ungenauigkeit, die der gegnerische Mannschaftsführer Wolfgang Moser konsequent bestrafte, zunächst in einen materiellen Vorteil und schließlich einen tödlichen Königsangriff umwandelte. Diese frühe Führung gab den Gästen merklich Sicherheit, zumal sich auch die Gesamtsituation für sie positiv entwickelte. Weder Petar Krstic gegen den ungarischen Großmeister Emil Anka, Hubert Firlbeck gegen Reiner Huch, den stärksten Deutschen Spieler in dieser Liga, noch Ludwig Bielmeier gegen den ebenfalls deutlich höher eingestuften Dr. Johannes Kern konnten an den Brettern 1–3 ihre zumindest zeitweilig durchaus vorhandenen Vorteile ausbauen bzw. nutzen und mussten schließlich nacheinander in ein Remis einwilligen. Auf diesem Weg folgte ihnen auch Professor Johannes Grabmeier, dem sich gegen Arnold Endthaler ebenfalls kein Weg zu einem erfolgversprechenden Gewinnversuch erschloss.

Diese Serie unentschiedener Spiele nutzte Trostberg geschickt aus, denn an Brett 7 sah sich Dr. Peter Roth dauerhaften Druck seines Kontrahenten Dr. Volker Thome ausgesetzt, den dieser zum scheinbar vorentscheidenden 4–2 ummünzte. Dass es weiterhin spannend blieb, dafür sorgte der – wie schon im gesamten Saisonverlauf – groß aufspielende Andreas Krauß (Brett 8). Mit den weißen Steinen druckvoll agierend gewann er in klar überlegener Stellung gegen Peter Penn zunächst einen Bauern bei andauerndem Angriff, der seinen Gegner zu weiteren Fehlern drängte. Zwei Läufer als Mehrfiguren, so lautet am Ende die Bilanz für Krauß, dessen Kontrahent sich die Verwertung dieses Vorteils allerdings nicht mehr zeigen lassen wollte und stattdessen die hoffnungslose Partie aufgab.

Alles lag nun an Mannschaftskapitän Rainer Tauber (4), der als „letzter Mohikaner“ seinen Farben noch einen Teilerfolg bescheren sollte. Und gegen Bernhard Besner hatte er sich auch einen dauerhaften Stellungsvorteil erarbeitet, doch gelang es ihm bei abnehmender Bedenkzeit nicht, diesen soweit zu vergrößern, um ihn in einen Gewinn verwandeln zu können. Statt dessen nutzte der sich ebenso verzweifelt wie geschickt verteidigende Trostberger Taubers Zwangssituation – das Einwilligen ins Remis hätte zwar einen persönlichen Erfolg für den Deggendorfer, für seine Truppe jedoch die Niederlage bedeutet – aus, um mit einer plötzlich möglichen Springergabel eine Figur und damit das Spiel zu gewinnen. Ein unglückliche und unverdiente Niederlage für Tauber, dessen Einsatz sich jedoch seine Teamkameraden zu Herzen nehmen sollten, wenn es in zwei Wochen gegen Landshut zum Niederbayernderby gegen den Abstieg kommt. Für die mit nur einem Punkt am Tabellenende festsitzenden Dreihelmstädter geht es hier schon um alles oder nichts, und auch Deggendorf benötigt dringend beide Punkte, um nicht in akuter Abstiegsnot bis zum letzten Spieltag zittern zu müssen.

 Mit ihrem Sieg gegen den SC Vilshofen gelang es der „Zweiten“ in der Bezirksliga Ost, den bislang vor ihr platzierten Absteiger aus der Niederbayernliga zu überholen und sich auf Platz 4 der Tabelle vorzuschieben. Zwar mussten Michael Bacholke und Franz Schmidbauer die Punkte an den beiden Spitzenbrettern den aufstrebenden „Youngsters“ Alex Stadler und Daniel Thanner überlassen, und auch Lothar Rader und Johann Mittermaier hatten sich an Brett 3 und 4 gegen die Routiniers Jürgen Wimmer und Günter Mauritz in eine Punkteteilung zu fügen. Doch die Bretter 5 bis 8 wurden geschlossen zur Beute der „Deggendorfer Königsjäger“. Bei Willibald Haimerl, Georg Reisinger und Helmut Ertl, der mit 5 Punkten aus 5 Begegnungen zum aktuell erfolgreichsten Spieler der ganzen Runde avancierte, konnte man dies auch erwarten. Überraschend und erfreulich aber ist vor allem der Sieg des erst 14-jährigen Nachwuchsspielers Thomas Weiß, der in seinem erst zweiten Einsatz für Deggendorf II schon das zweite Mal den vollen Punkt einfuhr. Noch überraschender jedoch war sein Abschneiden bei den vor kurzem zu Ende gegangenen Niederbayerischen Jugend-Einzelmeister­schaften. Hier belegte der ohne jede Turniererfahrung an den Start gegangene Thomas in seiner Altersklasse unter zehn Teilnehmern den ausgezeichneten 2. Platz und qualifizierte sich damit auch für die Titelkämpfe auf bayerischer Ebene. Bis auf Tobias Laimer vom FC Ergolding, der mit einer DWZ von 1646 schon die Spielstärke eines durchschnittlich talentierten Erwachsenen auf niederbayerischer Ebene aufweist und dem er nur hauchdünn den Vortritt lassen musste, distanzierte er das Feld deutlich, wobei die meisten seiner Kontrahenten im Gegensatz zu ihm schon mehrere Jahre auf Turnieren aktiv sind. Hier scheint unter der behutsamen Führung von Nachwuchstrainer Michael Bacholke ein vielversprechendes Talent heranzuwachsen, und vielleicht kann man in ein paar Jahren das erfolgreiche Regionalligateam des SV Deggendorf endlich wieder einmal mit einem Jugendspieler aus den eigenen Reihen verstärken.

  Krauß, Andreas

Foto: Derzeit in Topform und auch als Betreuer von Brett-1-Spieler Petar Krstic für den Schachverein unverzichtbar: Andreas Krauß (rechts), mit zwei Siegen und drei Unentschieden noch ungeschlagen in der Regionalliga. (Foto: Haselbeck)

 

 

13.12.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein überwintert im gesicherten Mittelfeld

Verdienter Punktgewinn bei starken Gräfelfingern – „Zweite“ gewinnt in Freyung

 „Heute hatte ich das Glück des Tüchtigen!“ Diese Feststellung traf Franz Haselbeck, nachdem er eine mehrfach verlorene Stellung taktisch geschickt verkompliziert und seinen Gegner nach einem letzten Fehler mit einer „Traumkombination“ über acht Züge bei Opfer von Turm und Läufer Matt gesetzt hatte. Und sie galt für das gesamte Regionalliga-Team der Deggendorfer, das sich mit nie erlahmendem Kampfgeist gegen einen an (fast) allen Brettern deutlich überlegenen Mitfavoriten auf die Meisterschaft ein letztlich verdientes 4–4 erkämpfte. Noch erfolgreicher war die Reserve der „Schacherer“, die sich in Freyung nach verpatztem Saisonstart mit 4,5–3,5 den zweiten Sieg in Folge holte.

 In Gräfelfing sah es nach ausgeglichener Eröffnungsphase bald schon alles andere als rosig für die Donaustädter aus. Nach Niederlagen des erneut glücklosen Ludwig Bielmeier (Brett 3; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen Jürgen Hofmann und von Hubert Firlbeck, der an Brett 2 gegen Oliver Gesing erstmals in dieser Saison nach ungenauer Eröffnungsbehandlung die Waffen strecken musste, war man erneut fast aussichtslos in Rückstand geraten. Den verkürzte zwar zunächst Petar Krstic; seine Vorstellung am Spitzenbrett gegen den langjährigen Bundesligaspieler FM Wolfgang Riedel mit den weißen Steinen in der Abtauschvariante der Spanischen Partie war eine Augenweide für jeden Freund des königlichen Spiels. Mit feinem, abgeklärten Positionsspiel zwang er seinen erfahrenen Kontrahenten, dem eigentlich kein erkennbarer Fehler unterlaufen war, zur Aufgabe.

Nahezu zeitgleich aber stellte die Niederlage von Rainer Tauber (4) im Duell der Mannschaftsführer gegen Alexander Würdinger den alten Abstand wieder her. Ärgerlich für Tauber, hatte er doch mit einem „gesunden Mehrbauern“ lange Zeit alle Trümpfe in der Hand, bis ihn ein Patzer in Zeitnot die Partie kostete. Doch dann kam der eingangs erwähnte Konter von Franz Haselbeck (5) gegen Martin Luft, und nach einem hart erkämpften Unentschieden von Professor Johannes Grabmeier (6), der gegen Martin Schneider den Qualitätsnachteil (= Turm gegen Leichtfigur) mit einem Mehrbauern kompensieren konnte, war beim Stande von 3,5–2,5 für die Gastgeber plötzlich das Match wieder völlig offen.

Dass dem so war, dafür sorgte der an diesem Tag herausragende Dr. Peter Roth (7) gegen FIDE-Meister Joachim Olbrich. Abgeklärt und ruhig widerlegte er die ungestümen Angriffsbemühungen seines Gegners und wickelte eine komplizierte Stellung in ein Endspiel ab, in dem der den Vorteil von zwei Leichtfiguren gegen den Turm bei gleicher Bauernzahl in die Waagschale werfen konnte. Diesen Vorteil ließ sich Roth, der ohnehin für seine feine, ausgefeilte Endspieltechnik bekannt ist, zu keinem Zeitpunkt mehr nehmen und zwang seinen sich verzweifelt wehrenden Gegner in kurioser Schlussstellung – zwei neue Damen standen zwei hilflosen Bauern gegenüber – zu einer sehr späten Aufgabe. Damit konnte auch Andreas Krauß (8) in absolut ausgeglichener Stellung gegen Martin Hock ins Remis einwilligen und den 4–4-Endstand fixieren. Nun gilt es, sich in der Winterpause zu regenerieren und weiterhin gut vorzubereiten, damit sich die mit Abstand an letzter Stelle des Wertungsratings geführte Deggendorfer Mannschaft in den restlichen Begegnung die noch erforderlich Zähler zum durchaus möglich Klassenerhalt sichern kann.

Erfolgreich war auch der Auftritt der „Reserve“ in der Bezirksliga Ost. Beim stark aufgestellten Freyunger Traditionsverein gewannen Hans Oberberger und Co. Knapp, aber verdient. Willibald Haimerl, Hans Mittermaier und Helmut Ertl waren als Sieger die Erfolgsgaranten, Michael Bacholke – stark am Spitzenbrett gegen Otto Coduro –, Lothar Rader und Georg Reisinger trugen mit sicheren Remispartien zum Erfolg bei, lediglich Franz Schmidbauer an Brett 2 gegen den wohl stärksten Akteur der Heimmannschaft Robert Autengruber und Hans Oberberger, der sich in einem gewonnenen Turmendspiel noch betrügen ließ, mussten Niederlagen hinnehmen. Damit steht auch Deggendorf II mit ausgeglichenem Punktekonto im gesicherten Mittelfeld.

FH

                                                                                             

Bild: Dr. Peter Roth (links) kurz nach der Aufgabe seines Gegner … Olbrich, den er mit ausgezeichneter Endspieltechnik unter den bewundernden Blicken von „Freund und Feind“ in die Knie zwingen konnte. (Foto: Haselbeck)

 

 

 


29.11.2009 Bericht von Franz Haselbeck


Deggendorfer Schachspieler erkämpfen wertvollen Punkt gegen Mitaufsteiger

4–4 gegen Unterpfaffenhofen/Germering – „Zweite“ mit Kantersieg

 „Dieser hart erkämpfte Zähler kann in der Endabrechnung für uns immens noch wichtig werden.“ Eine Feststellung des Deggendorfer Routiniers Ludwig Bielmeier, der nach fast 6-stündigem Kampf an heimischen Brettern alle Akteure ausnahmslos beipflichteten. Denn nach fast aussichtslos scheinendem Rückstand zeigten die Donaustädter wieder einmal ihre gefürchtete „niederbayerische Kampfkraft“ und erzwangen gegen den Mitaufsteiger aus der Oberbayerischen Bezirksliga eine glückliche, aber letztendlich verdiente Punkteteilung. Beide Teams rangieren damit mit jeweils drei Zählern zunächst im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga Südost.

Von Beginn an entwickelten sich an allen Brettern verbissene, aber jederzeit sportlich faire Duelle. Eine erste Entscheidung fiel erst nach über drei Stunden an Brett 2 zwischen Hubert Firlbeck (Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) und Klaus Kretschel, wo eine kuriose Partie, bei der Firlbeck zwar erst etwas mehr als zehn Züge (von 40 erforderlichen) ausgeführt, für diese aber fast schon seine gesamte Bedenkzeit aufgebraucht hatte, in absolut unübersichtlicher Stellung in gegenseitigem Respekt Remis gegeben wurde. Doch dann kam es knüppeldick für die Heimmannschaft: Ludwig Bielmeier (Brett 3), der zur Zeit wahrlich nicht vom Glück verfolgt wird, versäumte gegen den Ex-Plattlinger Franz Brandl einen befreienden Bauernvorstoß und wurde anschließend so lange eingeengte, bis ihm die Luft ausging, Franz Schmidbauer verdarb im „Duell der Ersatzspieler“ an Brett 8 gegen Ralf Gosebrink überraschend seine eigentlich ansehnliche Stellung, und auch Rainer Tauber stand gegen den Ex-Grafenauern Jürgen Wawra, den zweiten Niederbayern im Team der Münchner Vorstädter, mit knappster Bedenkzeit und dem Minus eines Bauern auf scheinbar verlorenem Posten. „Eigentlich wollte ich schon aufgeben“ – doch dann entdeckte der noch dazu grippegeschwächte Mannschaftsführer der Deggendorfer einen „Notausgang“, der ihm das Entkommen sicherte. Er tauschte die Schwerfiguren und beschäftigte seinen Gegenüber so lange mit Läufer und Springer, bis dieser den Bauern zurück und sich bald darauf mit der Punkteteilung zufrieden gab.

Dieses Remis war für die verbliebenen vier Kämpfer, die in die Verlängerung gehen mussten, das Zeichen zur Attacke. Zwar war für Andreas Krauß (Brett 7) gegen Dr. Stefan Lang bei einem absolut ausgeglichenen Turmendspiel trotz aller Schwindelversuch ebenfalls nicht mehr als ein halber Punkt zu holen, doch dann erzielten Spitzenmann Petar Krstic (Brett 1) und Franz Haselbeck (Brett 5) mit einem Doppelschlag den Ausgleich. Gegen Erik Deues bzw. Bernhard Kern hatten beide ein Endspiel mit Mehrbauern auf dem Brett, und diesen Vorteil ließ sich weder der elegante Serbe noch der wuchtige Niederbayer nehmen. Geduldig zogen sie nach über 5 Stunden Spielzeit die Daumenschrauben so lange an, bis zunächst Deues und wenig später auch Kern angesichts unerträglicher Schmerzen die Waffen streckten. Fixiert wurde das Ergebnis an Brett 6, wo es in einem von Beginn an messerscharfen Duell zweier Taktiker Professor Johannes Grabmeier gegen Dr. Christof Buss versäumte, das Spiel mit klarem Vorteil in ruhige Bahnen zu lenken und sich am Ende mit einer geopferten Figur weniger in ein Remis mit Dauerschach flüchtete. Dennoch – ein wichtiger Punkt, dem man in zwei Wochen beim Tabellendritten Garching als chanchenreicher Außenseiter einen (oder zwei) weitere folgen lassen möchte.

Auch die „Zweite“ korrigierte mit einem 7–1 Kantersieg gegen die Spielgemeinschaft aus Haselbach und Castra Batava Passau den verkorksten Saisonstart. Lediglich Lothar Rader (Brett 3) und Georg Reisinger (6) mussten in eine Punkteteilung einwilligen, Michael Bacholke (1), Johann Mittermaier, Hans Oberberger, Willibald Haimerl (Brett 3–6), Helmut Ertl (7) mit seinem bereits dritten Sieg in Folge und auch der erst 13-jährige Debütant Thomas Weiß in seiner allerersten Turnierpartie überhaupt gewannen ihre Partien souverän. Damit hat die Reserve einen ersten Schritt zum Marsch aus dem Tabellenkeller getan, der ebenfalls in zwei Wochen gegen den TV Freyung seine Fortsetzungen finden sollte.

FH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Ludwig Bielmeier (links)vor seinem Duell mit Franz Brandl; der sympathische Ex-Plattlinger ist vielen Spielern des SV Deggendorf seit mehr als zwei Jahrzehnten sportlich und freundschaftlich verbunden. Im Hintergrund bereiten sich Teamkapitän Rainer Tauber und der aus der Grafenauer Schachschule hervorgegangene Jürgen Wawra (rechts) auf ihren Einsatz vor. (Foto: Haselbeck)

 


... weitere Berichte von Franz Haselbeck aus dem Jahr 2009 in unserem Zeitungsarchiv:

 zeitung09.htm - zeitung08.htm - zeitung07.htm - zeitung06.htm - zeitung05.htm