13.12.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein überwintert im gesicherten Mittelfeld

Verdienter Punktgewinn bei starken Gräfelfingern – „Zweite“ gewinnt in Freyung

 „Heute hatte ich das Glück des Tüchtigen!“ Diese Feststellung traf Franz Haselbeck, nachdem er eine mehrfach verlorene Stellung taktisch geschickt verkompliziert und seinen Gegner nach einem letzten Fehler mit einer „Traumkombination“ über acht Züge bei Opfer von Turm und Läufer Matt gesetzt hatte. Und sie galt für das gesamte Regionalliga-Team der Deggendorfer, das sich mit nie erlahmendem Kampfgeist gegen einen an (fast) allen Brettern deutlich überlegenen Mitfavoriten auf die Meisterschaft ein letztlich verdientes 4–4 erkämpfte. Noch erfolgreicher war die Reserve der „Schacherer“, die sich in Freyung nach verpatztem Saisonstart mit 4,5–3,5 den zweiten Sieg in Folge holte.

 In Gräfelfing sah es nach ausgeglichener Eröffnungsphase bald schon alles andere als rosig für die Donaustädter aus. Nach Niederlagen des erneut glücklosen Ludwig Bielmeier (Brett 3; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) gegen Jürgen Hofmann und von Hubert Firlbeck, der an Brett 2 gegen Oliver Gesing erstmals in dieser Saison nach ungenauer Eröffnungsbehandlung die Waffen strecken musste, war man erneut fast aussichtslos in Rückstand geraten. Den verkürzte zwar zunächst Petar Krstic; seine Vorstellung am Spitzenbrett gegen den langjährigen Bundesligaspieler FM Wolfgang Riedel mit den weißen Steinen in der Abtauschvariante der Spanischen Partie war eine Augenweide für jeden Freund des königlichen Spiels. Mit feinem, abgeklärten Positionsspiel zwang er seinen erfahrenen Kontrahenten, dem eigentlich kein erkennbarer Fehler unterlaufen war, zur Aufgabe.

Nahezu zeitgleich aber stellte die Niederlage von Rainer Tauber (4) im Duell der Mannschaftsführer gegen Alexander Würdinger den alten Abstand wieder her. Ärgerlich für Tauber, hatte er doch mit einem „gesunden Mehrbauern“ lange Zeit alle Trümpfe in der Hand, bis ihn ein Patzer in Zeitnot die Partie kostete. Doch dann kam der eingangs erwähnte Konter von Franz Haselbeck (5) gegen Martin Luft, und nach einem hart erkämpften Unentschieden von Professor Johannes Grabmeier (6), der gegen Martin Schneider den Qualitätsnachteil (= Turm gegen Leichtfigur) mit einem Mehrbauern kompensieren konnte, war beim Stande von 3,5–2,5 für die Gastgeber plötzlich das Match wieder völlig offen.

Dass dem so war, dafür sorgte der an diesem Tag herausragende Dr. Peter Roth (7) gegen FIDE-Meister Joachim Olbrich. Abgeklärt und ruhig widerlegte er die ungestümen Angriffsbemühungen seines Gegners und wickelte eine komplizierte Stellung in ein Endspiel ab, in dem der den Vorteil von zwei Leichtfiguren gegen den Turm bei gleicher Bauernzahl in die Waagschale werfen konnte. Diesen Vorteil ließ sich Roth, der ohnehin für seine feine, ausgefeilte Endspieltechnik bekannt ist, zu keinem Zeitpunkt mehr nehmen und zwang seinen sich verzweifelt wehrenden Gegner in kurioser Schlussstellung – zwei neue Damen standen zwei hilflosen Bauern gegenüber – zu einer sehr späten Aufgabe. Damit konnte auch Andreas Krauß (8) in absolut ausgeglichener Stellung gegen Martin Hock ins Remis einwilligen und den 4–4-Endstand fixieren. Nun gilt es, sich in der Winterpause zu regenerieren und weiterhin gut vorzubereiten, damit sich die mit Abstand an letzter Stelle des Wertungsratings geführte Deggendorfer Mannschaft in den restlichen Begegnung die noch erforderlich Zähler zum durchaus möglich Klassenerhalt sichern kann.

Erfolgreich war auch der Auftritt der „Reserve“ in der Bezirksliga Ost. Beim stark aufgestellten Freyunger Traditionsverein gewannen Hans Oberberger und Co. Knapp, aber verdient. Willibald Haimerl, Hans Mittermaier und Helmut Ertl waren als Sieger die Erfolgsgaranten, Michael Bacholke – stark am Spitzenbrett gegen Otto Coduro –, Lothar Rader und Georg Reisinger trugen mit sicheren Remispartien zum Erfolg bei, lediglich Franz Schmidbauer an Brett 2 gegen den wohl stärksten Akteur der Heimmannschaft Robert Autengruber und Hans Oberberger, der sich in einem gewonnenen Turmendspiel noch betrügen ließ, mussten Niederlagen hinnehmen. Damit steht auch Deggendorf II mit ausgeglichenem Punktekonto im gesicherten Mittelfeld.

FH

                                                                                             

Bild: Dr. Peter Roth (links) kurz nach der Aufgabe seines Gegner … Olbrich, den er mit ausgezeichneter Endspieltechnik unter den bewundernden Blicken von „Freund und Feind“ in die Knie zwingen konnte. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

 

29.11.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler erkämpfen wertvollen Punkt gegen Mitaufsteiger

4–4 gegen Unterpfaffenhofen/Germering – „Zweite“ mit Kantersieg

 

„Dieser hart erkämpfte Zähler kann in der Endabrechnung für uns immens noch wichtig werden.“ Eine Feststellung des Deggendorfer Routiniers Ludwig Bielmeier, der nach fast 6-stündigem Kampf an heimischen Brettern alle Akteure ausnahmslos beipflichteten. Denn nach fast aussichtslos scheinendem Rückstand zeigten die Donaustädter wieder einmal ihre gefürchtete „niederbayerische Kampfkraft“ und erzwangen gegen den Mitaufsteiger aus der Oberbayerischen Bezirksliga eine glückliche, aber letztendlich verdiente Punkteteilung. Beide Teams rangieren damit mit jeweils drei Zählern zunächst im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga Südost.

Von Beginn an entwickelten sich an allen Brettern verbissene, aber jederzeit sportlich faire Duelle. Eine erste Entscheidung fiel erst nach über drei Stunden an Brett 2 zwischen Hubert Firlbeck (Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) und Klaus Kretschel, wo eine kuriose Partie, bei der Firlbeck zwar erst etwas mehr als zehn Züge (von 40 erforderlichen) ausgeführt, für diese aber fast schon seine gesamte Bedenkzeit aufgebraucht hatte, in absolut unübersichtlicher Stellung in gegenseitigem Respekt Remis gegeben wurde. Doch dann kam es knüppeldick für die Heimmannschaft: Ludwig Bielmeier (Brett 3), der zur Zeit wahrlich nicht vom Glück verfolgt wird, versäumte gegen den Ex-Plattlinger Franz Brandl einen befreienden Bauernvorstoß und wurde anschließend so lange eingeengte, bis ihm die Luft ausging, Franz Schmidbauer verdarb im „Duell der Ersatzspieler“ an Brett 8 gegen Ralf Gosebrink überraschend seine eigentlich ansehnliche Stellung, und auch Rainer Tauber stand gegen den Ex-Grafenauern Jürgen Wawra, den zweiten Niederbayern im Team der Münchner Vorstädter, mit knappster Bedenkzeit und dem Minus eines Bauern auf scheinbar verlorenem Posten. „Eigentlich wollte ich schon aufgeben“ – doch dann entdeckte der noch dazu grippegeschwächte Mannschaftsführer der Deggendorfer einen „Notausgang“, der ihm das Entkommen sicherte. Er tauschte die Schwerfiguren und beschäftigte seinen Gegenüber so lange mit Läufer und Springer, bis dieser den Bauern zurück und sich bald darauf mit der Punkteteilung zufrieden gab.

Dieses Remis war für die verbliebenen vier Kämpfer, die in die Verlängerung gehen mussten, das Zeichen zur Attacke. Zwar war für Andreas Krauß (Brett 7) gegen Dr. Stefan Lang bei einem absolut ausgeglichenen Turmendspiel trotz aller Schwindelversuch ebenfalls nicht mehr als ein halber Punkt zu holen, doch dann erzielten Spitzenmann Petar Krstic (Brett 1) und Franz Haselbeck (Brett 5) mit einem Doppelschlag den Ausgleich. Gegen Erik Deues bzw. Bernhard Kern hatten beide ein Endspiel mit Mehrbauern auf dem Brett, und diesen Vorteil ließ sich weder der elegante Serbe noch der wuchtige Niederbayer nehmen. Geduldig zogen sie nach über 5 Stunden Spielzeit die Daumenschrauben so lange an, bis zunächst Deues und wenig später auch Kern angesichts unerträglicher Schmerzen die Waffen streckten. Fixiert wurde das Ergebnis an Brett 6, wo es in einem von Beginn an messerscharfen Duell zweier Taktiker Professor Johannes Grabmeier gegen Dr. Christof Buss versäumte, das Spiel mit klarem Vorteil in ruhige Bahnen zu lenken und sich am Ende mit einer geopferten Figur weniger in ein Remis mit Dauerschach flüchtete. Dennoch – ein wichtiger Punkt, dem man in zwei Wochen beim Tabellendritten Garching als chanchenreicher Außenseiter einen (oder zwei) weitere folgen lassen möchte.

Auch die „Zweite“ korrigierte mit einem 7–1 Kantersieg gegen die Spielgemeinschaft aus Haselbach und Castra Batava Passau den verkorksten Saisonstart. Lediglich Lothar Rader (Brett 3) und Georg Reisinger (6) mussten in eine Punkteteilung einwilligen, Michael Bacholke (1), Johann Mittermaier, Hans Oberberger, Willibald Haimerl (Brett 3–6), Helmut Ertl (7) mit seinem bereits dritten Sieg in Folge und auch der erst 13-jährige Debütant Thomas Weiß in seiner allerersten Turnierpartie überhaupt gewannen ihre Partien souverän. Damit hat die Reserve einen ersten Schritt zum Marsch aus dem Tabellenkeller getan, der ebenfalls in zwei Wochen gegen den TV Freyung seine Fortsetzungen finden sollte.

FH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Ludwig Bielmeier (links)vor seinem Duell mit Franz Brandl; der sympathische Ex-Plattlinger ist vielen Spielern des SV Deggendorf seit mehr als zwei Jahrzehnten sportlich und freundschaftlich verbunden. Im Hintergrund bereiten sich Teamkapitän Rainer Tauber und der aus der Grafenauer Schachschule hervorgegangene Jürgen Wawra (rechts) auf ihren Einsatz vor. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

15.11.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler gegen Freising mit knapper Niederlage

Spitzenbretter in Topform – „Zweite“ verliert auch den 2. Mannschaftskampf

 „Da wäre mehr drin gewesen!“ Dies war der einhellige Tenor aller Akteure nach der knappen Auswärtsniederlage gegen den Ex-Landesligisten und diesjährigen Mitfavoriten auf den Titel SK Freising. Ähnlich dachten auch die Spieler der „Zweiten“ nach ihrer unnötigen Niederlage gegen Pocking, nach der sich die wertungsstärkste Mannschaft der Bezirksliga Ost erst einmal am Tabellenende wiederfindet.

 Dass Deggendorf I lediglich mit einer ehrenvollen Niederlage die Heimreise antreten musste, ist für den weiteren Saisonverlauf noch absolut kein Beinbruch, nimmt man die Tatsache, dass mit Ausnahme des Spitzenbrettes jeder einzeln Donaustädter eine zum Teil deutlich schwächere Wertungszahl (DWZ) als sein Kontrahent aus der Domstadt aufzuweisen hatte. Betrachtet man jedoch den Spielverlauf vor allem an den Brettern drei und fünf, wird die Enttäuschung verständlich. Dort hatte Ludwig Bielmeier (Brett 3; die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt), dem zur Zeit das „Schachpech“ förmlich an den Händen klebt, seinen Kontrahenten Anton Knitl jederzeit im Griff, bevor er nach einem eigenen Schachgebot – normalerweise nie ein Fehler – unversehens vor dem unabwendbaren Verlust einer Figur stand und aufgeben musste. Und Franz Haselbeck (5) versäumte es gegen den schon aus der Eröffnung heraus völlig überspielten Andreas Dost mehrfach, die ihm angebotenen Chancen, den Sack endgültig zuzumachen, zu nutzen, und musste sich nach einem feinen taktischen Manöver seines Gegners mit Remis durch Dauerschach begnügen.

Und diese vergebenen Zähler wären dringend nötig gewesen, um zumindest einen Punkt zu holen, denn zu diesem Zeitpunkt hatten bereits Rainer Tauber, der an Brett 4 im Duell der Mannschaftsführer neidlos die überlegene Endspielführung seines Pendants Robert Bauer anerkennen musste, Professor Johannes Grabmeier (6) in einem extrem taktischen und jederzeit spannenden Duell mit Wolfgang Benischek und Dr. Peter Roth (7) nach einer Eröffnungsungenauigkeit, die Hans-Dieter Wolf gnadenlos bestrafte, die Segel streichen müssen. Lediglich Andreas Krauß konnte mit zäher und genauer Verteidigung den Königsindischen Angriff seines jugendlichen Gegners Guido Stoll abwehren und das Schiff in den Remishafen steuern.

Es blieb jetzt den beiden derzeit in Topform agierenden Spitzenbrettern vorbehalten, das Ergebnis achtbar zu gestalten, und sie enttäuschten ihr Team nicht. Petar Krstic führte an Brett 1 eine unscheinbar gestaltete Partie gegen FIDE-Meister Christoph Zill in ein Endspiel mit minimalem Vorteil über, den er Zug um Zug ausbaute und schließlich zum Sieg verwertete. Klar erkennbar hingegen war die Überlegenheit von Hubert Firlbeck, der ebenfalls in ein Endspiel, aber mit Mehrbauern und „gutem“ Läufer gegen „schlechten“ Springer abwickelte und sich diese Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließ – zwei absolute Klasseleistung an den starken Spitzenbrettern. Nun gilt es schon in zwei Wochen beim nächsten Heimspiel gegen Mitaufsteiger Unterpfaffenhofen-Germering (mit den beiden Ex-Niederbayern Franz Brandl Jürgen Wawra), die Enttäuschung zu verdauen und die sich bietenden Chancen zu nutzen, um einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu tun.

 Schwierig verläuft die Saison bislang für die „Reserve“ in der Bezirksliga Ost, wo auch der 2. Mannschaftskampf in Pocking überraschend und unnötig verloren ging. Gute Stellungen wurden nicht verwertet, und so blieb es nach Siegen von Michael Bacholke (Brett 1), Franz Schmidbauer (2), Helmut Ertl (7) und einem Remis von Mannschaftsführer Hans Oberberger (4) bei 3,5 Punkten, der knappsten aller möglichen Niederlagen. Jedoch müsste genügend Substanz vorhanden sein, um möglichst bald den letzten Tabellenplatz in Richtung gesichertes Mittelfeld verlassen zu können. Ein erster Schritt hierzu sollte allerdings unbedingt schon im nächsten Heimkampf gegen die Spielgemeinschaft aus Haselbach und dem Traditionsverein Castra Batava Passau getan werden. Vom angestrebten Spitzenplatz aber wird man sich wohl verabschieden müssen.

FH

Bild: Derzeit in bestechender Form an Brett 2 gegen durchweg starke Gegner: Hubert Firlbeck. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

18.10.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein Deggendorf überrascht zum Saisonauftakt

Deutlicher und verdienter Sieg gegen Waldkraiburg – „Zweite“ verliert überraschend in Ortenburg

 

 

Ein in dieser Form kaum zu erhoffender Einstand nach Maß gelang der Mannschaft des Deggendorfer Schachvereins in der Regionalliga Süd-Ost. Der Liganeuling, von vielen als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt, besiegte an den heimischen Brettern den starken VfL Waldkraiburg deutlich und auch in dieser Höhe verdient mit 6–2 Brettpunkten. Weniger glücklich verlief der Auftakt der „Zweiten“ in der Bezirksliga Ost, die bei den deutlich schwächer eingeschätzten Ortenburger Schachfreunden mit 3–5 unterlag.

 

Waldkraiburg trat mit der Empfehlung eines gesicherten Mittelplatzes aus der Vorsaison, den an den meisten Brettern im direkten Vergleich deutlich stärkeren Einzelspielern und somit insgesamt viel Selbstbewusstsein im Vereinslokal „Kolpinghaus“ an. Doch schon bald ließen Körpersprache und Gesichtsausdruck der Gäste erkennen, dass sie sich mehr oder weniger „im falschen Film“ wähnten. Die Deggendorfer, perfekt vorbereitet und durch die Bank kämpferisch eingestellt, „überrannten“ ihren Gegner bereits in den ersten drei Spielstunden. Den Anfang machte Professor Johannes Grabmeier (Brett 6; die Deggendorfer in der Folge stets zuerst genannt) gegen Erdogan Günes, der nach dem Verlust eines Bauern nur noch taktisch agierte, sein schnelles, nur auf einen Fehler Grabmeiers ausgerichtetes Spiel jedoch selbst mit dem leichtfertigen Verlust der Dame und damit der Partie bezahlte. Ihm gleich tat es Franz Haselbeck, dem an Brett 5 mit Peter Löw der beste Waldkraiburger Punktesammler des letzten Jahres mit den weißen Steinen gegenübersaß. Mit dessen ungewöhnlicher Bird-Eröffnung hatte sich Haselbeck allerdings im Vorfeld ausgiebig auseinander gesetzt, er folgte dabei einer „großmeisterlichen Empfehlung“, opferte früh einen Bauern und zwang seinen vollkommen konsternierten Gegenüber bereits nach 21 Zügen zur Aufgabe. Eine Bank war wie schon im Vorjahr Petar Krstic, der Spitzenmann der Donaustädter. Ohne größere Mühe gewann er gegen Andreas Wahrlich in optisch kaum vorteilhafter Stellung einen Bauern und baute diesen Vorteil planmäßig und ruhig aus. Den Verlust eines zweiten Bauern vor Augen, ließ sich sein Gegner das hoffnungslose Endspiel nicht mehr vorführen und gab auf. Stand: Drei zu Null für Deggendorf!

 

Nach einem Remis von Dr. Peter Roth gegen Rudolf Hauschild (Brett 7), der dabei ein wenig seinen möglichen Gewinnchancen nachtrauerte, sorgte Hubert Firlbeck (2) in einer dramatischen Zeitnotpartie für die frühe Entscheidung. Gegen Klaus Poetsch, den wertungsstärksten Akteur der Gäste, hatte er sich schon einen klaren Vorteil erarbeitet, als ihn das unbarmherzige Ticken der Uhr kurzzeitig vom rechten Weg abbrachte. Doch anstatt seinen Zeitvorteil zu nutzen, passte sich Hauschild dem Tempo Firlbecks an, verlor in nunmehr für ihn besserer Stellung durch eine Unachtsamkeit eine Figur und strich daraufhin unverzüglich die Segel. Damit war das Schiff der Deggendorfer im sicheren Hafen, den 4,5 Punkte bedeuten in Mannschaftskämpfen den vorzeitigen Sieg. Dies hinderte jedoch Andreaß Krauß an Brett 8 nicht daran, gegen Rafael Hecker seinen bereits nach der Eröffnungsphase deutlichen Stellungsvorteil zuerst in einen Figurengewinn und anschließend den ganzen Punkt umzumünzen. Zu kämpfen hatte hingegen Mannschaftsführer Rainer Tauber (Brett 4), um nach einer kleinen Unachtsamkeit gegen den starken Helmut Hauschild sein Endspiel doch noch im Gleichgewicht zu halten und sich letztendlich das verdiente Remis zu sichern. Lediglich Ludwig Bielmeier musste sich an Brett 3 dem routinierten Karl-Heinz Jergler nach fast 6 Stunden hartnäckigem Widerstand beugen. Der frühe Verlust eines Bauern brachte dem Deggendorfer nach einem Fehler nicht das erhoffte Gegenspiel, und diesen Vorteil wandelte Jergler letztendlich im Endspiel sicher zum Ehrenpunkt für die Waldkraiburger um. Nach diesem zwar überraschenden, doch auch in dieser Höhe verdienten Erfolg sind die ersten beiden Zähler im Kampf gegen den Abstieg eingefahren, und in 4 Wochen können die Mannen um Rainer Tauber unbelastet, wenn auch als klarer Außenseiter, zum Ex-Landesligisten Freising reisen und dort ihr Glück erneut versuchen.

 

Weniger erfolgreich war der Auftritt der „Reserve“ in der Bezirksliga Ost. Zum SC Ortenburg war man als klarer Favorit angereist, doch lediglich Altmeister Georg Reisinger und der enorm zuverlässig agierende Helmut Ertl konnten an den beiden hinteren Brettern voll Punkten. Michael Bacholke und Lothar Rader erreichten an Brett 1 und 3 immerhin ein Remis, doch der Rest des Teams erreichte zu keiner Zeit Normalform und so gingen alle vier weiteren Paarungen an die Ortenburger, die sich über einen unerwarteten 5–3-Erfolg freuen durften. In der nächsten Runde gilt es für Mannschaftsführer Hans Oberberger und Co, gegen Haselbach 2 diese Schafte auszuwetzen, um das Saisonziel „vorne mitspielen“ nicht schon früh aus den Augen zu verlieren.

FH

 

Bild: Professor Johannes Grabmeier (hinten rechts sitzend bei einer Partieanalyse) konnten den ersten Punktgewinn der neuen Saison für den SV Deggendorf in der Regionalliga verbuchen. (Foto: Schachverein)

 

 

 

 

 

12.09.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachtraining für Kinder und Jugendliche beim SV Deggendorf

Trainer und lizenzierter Übungsleiter Michael Bacholke lädt zum Erlernen
des königlichen Spiels ein
 

 Der Schachverein Deggendorf bietet ab Freitag, 18. September 2009, ein kostenloses Schachtraining für alle Kinder und Jugendlichen an, die Interesse daran haben, das königliche Spiel zu erlernen. Immer von 17 bis 19 Uhr im Stadthotel, Kolpinghaus Deggendorf (die Räume des Vereins sind im 4. Stock) lädt Michael Bacholke alle Jungen und Mädchen dazu ein, die schon immer einmal wissen wollten, wie man mit der Dame einen König matt setzen kann. Bacholke ist aktiver Spieler in beiden Teams des Vereins, ausgebildeter Schachtrainer und lizenzierter Übungsleiter und erfüllt somit alle Voraussetzungen, die ein Trainer mitbringen sollte. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, ebenso ist zunächst auch eine Vereinsmitgliedschaft nicht verpflichtend. Der Schachverein beabsichtigt mit diesem Angebot, langfristig wieder mehr Kinder und Jugendliche für sein Spiel zu gewinnen. Die rege Teilnahme am bereits von Michael Bacholke und Franz Schmidbauer durchgeführten Ferienkurs (Bild) zeigt, das Interesse durchaus vorhanden ist und lässt auf eine entsprechende Resonanz hoffen.
 

Eltern, aber auch potentielle Kursteilnehmer, können sich bei noch vorhandenen Rückfragen gerne auch an den Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (Tel. 0991/23442) wenden oder sich auf der Homepage des Schachvereins informieren (http://freenet-homepage.de/hans_oberberger/svdeggendorf/index.html).

 FH




 


12.08.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Petar Krstic Serbischer Junioren-Meister im Turnierschach

Sensationeller Erfolg für den Deggendorfer Spitzenspieler – Für Juniorenweltmeister­schaften in Argentinien qualifiziert

Einen geradezu sensationellen Erfolg verbuchte der derzeit in seiner Heimat weilende Spitzenspieler des Schachvereins Deggendorf, der 19-jährige Petar Krstic. Bei den vom 27. Juli bis 4. August im serbischen Kurort Divcibare ausgetragenen serbischen Landesmeisterschaften der Junioren sicherte er sich souverän den Titel eines serbischen Juniorenmeisters. Gleichzeitig qualifizierte er sich damit für die kommenden Junioren-Weltmeisterschaften in Argentinien – wo er auch seine Teilnahme bereits zugesagt hat – sowie für die Serbischen Landesmeisterschaften der Senioren-Elite, wo er sich mit einer Vielzahl spielstarker Großmeister messen und dabei sein enormes Talent sicherlich weiter verbessern wird.

In das Juniorenturnier startet Krstic (ELO 2309) fulminant. Hinter dem Internationalen Meister und hohen Favoriten Milos Roganovic (ELO 2485) und Ivan Sarenac (ELO 2341) an Position 3 unter 12 qualifizierten Teilnehmern gesetzt, gewann er die ersten 4 Partien in Folge und setzte sich an die Spitze des starken Feldes. Es folgten die erste – und einzige – Niederlage gegen den nahezu gleichstark eingestuften Milos Stankovic (ELO 2306) mit den schwarzen Steinen sowie zwei Remispartien. Nach dieser kurzen Phase der Konsolidierung ging Petar Krstic mit zwei weiteren Siegen erneut „in die Vollen“, bevor es in den beiden letzten Runden zum „Showdown“ mit den beiden „Topguns“ kam. Und hier zeigte der Deggendorfer Topspieler eiserne Nerven. Er hielt mit den weißen Figuren gegen IM Roganovic Remis und behauptete seinen Vorsprung von einem halben Punkt mit einem Schwarz-Sieg in der abschließende Partie gegen Sarenac. Mit 8,5 Zählern aus 11 Partien erreichte er nicht nur ein herausragendes Ergebnis nach Punkten, er erzielte mit über 2400 auch die beste ELO-Performance aller Teilnehmer und verbesserte mit 22 Ratingpunkten seine ELO-Zahl auf aktuell 2331, ein weiterer Schritt auf seinem Weg zum Titel eines Internationalen Meisters, den er sich bei derartigen Leistungen über kurz oder lang sichern wird.

Für die kommende Saison in der Regionalliga haben die Deggendorfer damit einen Spieler an ihrem Spitzenbrett, der auch in dieser höheren Klasse nur sehr schwer zu bezwingen sein wird. An ihm kann sich das Team aufrichten, und dies wird auch nötig sein, sind doch die Abgänge von FIDE-Meister Manfred Menacher (endgültig nach Kelheim) und Ivan Mancic (studienbedingt ein nach Gladbeck „ausgeliehen) zu verkraften. Dies will man mit einer homogenen Mannschaft erreichen, die den Klassenerhalt in folgender Aufstellung (in der Reihenfolge ab Brett 2) bewerkstelligen soll: Hubert Firlbeck, Ludwig Bielmeier, Mannschaftsführer Rainer Tauber, Franz Haselbeck, Professor Johannes Grabmeier, Dr. Peter Roth und als einziger „Neuzugang“ aus der eigenen zweiten Mannschaft Andreas Krauß. Als Ersatz stehen in erster Linie Vereinsvorstand Franz Schmidbauer und Michael Bacholke als Spitzenkräfte der „Zweiten“ und möglicherweise der derzeit noch pausierende Günther Dörfler bereit. Los geht’s am 18. Oktober mit dem bereits die Richtung vorgebenden Heimspiel gegen Waldkraiburg, die als Aufsteiger in der letzten Saison mit 10 Punkten und Rang 6 souverän die Klasse gehalten haben. Dennoch, wollen Deggendorfs Schacherer nicht von Anfang an zu den Kellerkindern gehören, sollten zum Start an den heimischen Brettern die Punkte in der Donaustadt verbleiben.

FH

 
Bild: Petar Krstric mit dem verdienten Pokal des Gesamtsiegers der serbischen Juniorenmeisterschaften im Turnierschach (Foto: Veranstalter).

 

 

19.05.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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FM Manfred Menacher holt den Meistertitel

Sensationeller Erfolg bei den bayerischen Schnellschach-Meisterschaften in Forchheim – Glanzpartie gegen Großmeister brachte die Vorentscheidung

 „Ich wollte den Titel, und ich habe ihn für Deggendorf geholt.“ Mit diesen Worten kommentierte Manfred Menacher seine Sensationserfolg bei den Bayerischen Schnellschachmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Forchheim. Der Deggendorfer FIDE-Meister gewann zur Überraschung aller Experten mit einem halben Zähler Vorsprung vor den beiden Lokalmatadoren des Ausrichters SC Forchheim Manfred Heidrich und Berthold Bartsch sowie dem ebenfalls stark aufspielenden zweiten Vertreter des Schachbezirks Niederbayern Franz Riemelmoser vom SC Simbach, der ein mit sieben Zählern punktgleiches Quintett auf den Rängen vier bis  acht anführte, an dessen Ende sich auch der Vorjahresmeister Moritz Koch vom SV Puschendorf wiederfand.

 Lediglich als Nummer 10 der Setzliste war Menacher im starken Feld der 38 vorqualifizierten Teilnehmer, unter ihnen auch ein Großmeister und ein Internationaler Meister, geführt, eine Ausgangsposition, die auch bei wohlwollender Betrachtung lediglich geringe Außenseiterchancen erahnen ließ. Zudem steht er nach mehrjähriger Schachabstinenz noch am Anfang seines Comebacks und ist sich über seine aktuelle Verfassung selbst noch im Unklaren. Doch schon am ersten Turniertag legte er zusammen mit Franz Riemelmoser einen „niederbayerischen Raketenstart“ mit fünf Punkten aus sechs Partien hin. Diese hervorragende Ausgangsposition baute Menacher am zweiten Tag weiter aus. Dabei gelang ihm nach Erfolgen gegen IM Mark Safyanowsky (SC Dillingen) und den wertungsstärksten Teilnehmer Michael Fedorovsky (SC Tarrasch 1945 München) in der 8. Runde der wohl vorentscheidende „große Wurf“. Gegen Großmeister Hans-Joachim Hecht (TuS Fürstenfeldbruck), ehemals deutscher Einzel- und Mannschaftsmeister und mehrfacher Teilnehmer an Schach-Olympiaden, spielte er die nach eigener Einschätzung „sicher beste Schnellpartie meines Lebens“. Mit den schwarzen Steinen baute er aus einer überraschenden Eröffnung heraus gewaltigen Druck auf den König des Großmeisters auf, dem dieser nur mit dem Opfer eines Bauern, verbunden mit dem Tausch der Damen, begegnen konnte. Das gewonnene Endspiel offerierte ihm dann die Gelegenheit, mit einem feinen Mattnetz, geknüpft von Turm und Springer, den weißen Monarchen doch noch elegant zur Strecke zu bringen. Zuschauer und Gegner zeigten sich ob dieser überragenden Leistung gleichermaßen beeindruckt.

Allerdings musste Menacher in der darauf folgenden Begegnung mit dem für den FC Bayern München aktuell in der Bundesliga spielenden Thomas Lentrodt dieser Kraftanstrengung Tribut zollen und seine erste Niederlage im Turnier (und gegen diesen Kontrahenten überhaupt) hinnehmen. Sein Vorsprung war jedoch schon groß genug, um mit zwei sicheren Remispartien in den beiden Abschlussrunden den Titel endgültig zu fixieren.

Mit diesem Erfolg qualifizierte sich der Deggendorfer auch für die Deutschen Schnellschachmeisterschaften, die im September in Kiel ausgetragen werden. Einziger Wermutstropfen: Er wird dann schon kein Deggendorfer mehr sein, denn am Rand der Meisterschaften gab er seinen Wechsel zum Landesligisten Kehlheim bekannt, wo er, bei Regensburg wohnend, mit geringerem zeitlichem Aufwand höherklassig spielen kann und zudem auch als Trainer zweier vielversprechender Nachwuchstalente tätig sein wird. Der Schachverein Deggendorf, zu dessen Aufstieg in die Regionalliga er einen entscheidenden Beitrag geleistet hat, bedauert diesen Schritt zwar enorm, wünscht aber dennoch seinem ehemaligen Eigengewächs und inzwischen mehrfachen bayerischen Meister für die Zukunft alles Gute und gratuliert von Herzem zum Titelgewinn!

 

Bild: M. Menacher sitzend, FM Heidrich 2. Pl, FM Bartsch 3. Pl, dahinter Landrat Glauber (Schirmherr) und BuSpl W. Fiedler (Foto: Veranstalter)

 

 

 

01.05.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Ludwig Bielmeier gewinnt erstes Schnellschach-Sommerturnier

Der Vorjahres-Gesamtsieger dominierte auch den Auftakt der Turnierserie 2009: Mit 6 Punkte aus 7 Partien gewann Ludwig Bielmeier das erste von insgesamt 6 Schnellschachturnieren, mit denen der Schachverein die „schacharmen“ Sommermonate seit einige Jahren erfolgreich überbrückt.

Bielmeier stellte damit seine derzeitige Ausnahmestellung im Verein erneut unter Beweiß, denn auch der Titel eines Stadtmeisters im Turnierschach ist ihm, obwohl noch nicht alle Partien beendet sind, schon seit Wochen nicht mehr zu nehmen. Allerdings musste der ausgewiesene Schnellschach-Experte hart kämpfen, bis er sich gegen seine Mitkonkurrenten durchsetzen konnte. Nach seinem Sieg zum Auftakt verlor er nämlich schon in der 2. Runde gegen den Spitzenspieler der „Zweiten“ Michael Bacholke, ebenfalls ein fundierter Könner im Kampf mit der auf 15 Minuten limitierten Bedenkzeit. Und dieser Niederlage lief er bis zur vorletzten Runde hinterher, als der mit einem halben Punkt Vorsprung die Konkurrenz anführende Bacholke in einem dramatischen Zeitnotduell gegen Franz Haselbeck etwas unglücklich seine einzige Niederlage einstecken musste. Damit war der Weg frei für Bielmeier, der sich in allen anderen Partien keine Blöße gab und sich nicht nur mit seinen Siegen, sondern auch der Art und Weise, wie er sie erspielen konnte, sehr zufrieden zeigte. Die weitere Reihenfolge: 2./3. Michael Bacholke und Dr. Christoph Schultes (SK Landau-Dingolfing) 5,5 Punkte; 4.–7. Rainer Tauber, Franz Haselbeck, Helmut Ertl, Franz Schmidbauer, alle 4 Punkte (12 Teilnehmer).

Das nächste Turnier findet am 5. Juni ab 20 Uhr statt. Turnierleiter Hans Oberberger hofft zuversichtlich, dass dann wieder einige Teilnehmer mehr den Weg zum Vereinsraum im Kolpinghaus finden werden. Auch Gäste ohne Turniererfahrung und Akteure umliegender Vereine sind jederzeit herzlich eingeladen und willkommen.

FH

 

Bild: Mit Spannung verfolgen (von rechts) Robert Haselbeck und Karl Hilmer die von Turnierleiter Hans Oberberger professionell am Laptop vorgenommene Auswertung des 1. Sommer-Schnellschachtuniers. (Foto: Haselbeck)

 

 

29.03.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler machen ihr Meisterstück

Kantersieg gegen Adlkofen – „Zweite“ erreicht Unentschieden in Schaibing

 

Mit einem nie gefährdeten, auch in der Höhe verdienten 7,5–0,5-Erfolg beim SC Adlkofen sicherte sich der SC Deggendorf Rang 1 in der Niederbayernliga und zugleich den sofortigen Wiederaufstieg in die Regionalliga Südost, verbunden mit der Teilnahme am Spielbetrieb auf bayerischer Ebene. Es ist dies der fünfte Titel des Niederbayerischen Mannschaftsmeisters in der Geschichte des Vereins nach 1981, 1992, 2001 und 2007. Den 3. Rang in der Bezirksliga Ost nach einem 4–4 gegen die DJK Schaibing und damit ebenfalls einen schönen Erfolg konnte die 2. Mannschaft für sich verbuchen.

Um einen Stichkampf gegen Straubing zu vermeiden, mussten gegen den Tabellenvorletzten beide Punkte her, und diese wollte man sich ohne langes Taktieren mit sportlicher Leistung sichern. So ging man gegen die nicht in Bestaufstellung angetretenen Gastgeber von Anfang an „in die Vollen“. Den Anfang machte dabei Ivan Mancic (Brett 6), der kampflos den Punkt einfahren konnte, nachdem sein Gegner nach Ablauf der Frist von einer Stunde nach Spielbeginn den Weg in den Turniersaal immer noch nicht gefunden hatte. Noch deutlich vor der Zeitkontrolle stellten Dr. Peter Roth (7), Professor Johannes Grabmeier (8) und Hubert Firlbeck (2) auf 4–0. Die Entscheidung blieb schließlich Spitzenmann Petar Krstic vorbehalten, der mit 7,5 Zählern aus acht Partien zugleich das mit Abstand herausragende Ergebnis erzielte. Nun waren Sieg und Meisterschaft perfekt, und so konnte Mannschaftsführer Rainer Tauber, der neben „Ersatzmann“ Franz Schmidbauer als einziger Spieler an allen fünf Titelgewinnen beteiligt war, bei absolut ausgeglichener Stellung – ungern, aber beruhigt – in das angebotene Remis einwilligen. Keine halben Sachen wollte hingegen Ludwig Bielmeier, und nach zähem Ringen gewann er an Brett 3 ebenso verdient wie Franz Haselbeck (5), der in der längsten Partie des Tages gegen den bislang ungeschlagenen Helmut Kurz in jeder Hinsicht den Schlusspunkt setzte.

15–1 Mannschafts- und 47,5 (von 64 möglichen) Brettpunkte: Deggendorf dominierte eindeutig die Liga zusammen mit dem SC Straubing, dem man in einem denkwürdigen Duell die einzige und entscheidende Niederlage beibringen konnte. Herausragende Einzelspieler waren neben Petar Krstic an Brett 1 FIDE-Meister Manfred Menacher, der als Joker an Brett 3 bei vier Einsätzen 100 Prozent erreichte, und Dr. Peter Roth, der mit 4 Punkten aus 5 Partien ebenfalls ungeschlagen blieb. Von den Stammkräften erzielte Franz Haselbeck mit 6 aus 8 das beste Score. Entscheidend für den Erfolg war jedoch die mannschaftliche Geschlossenheit; das Team konnte fast immer in bestmöglicher Aufstellung antreten, außer den genannten Akteuren kam lediglich Vereinsvorstand Franz Schmidbauer aus dem Kader der „Zweiten“ zu einem Aushilfseinsatz, und jeder Spieler erzielte ein überdurchschnittliches Einzelergebnis. Beste Voraussetzungen, um sich nach dem letztjährigen Gastspiel wieder auf Dauer in der Regionalliga zu etablieren, wobei hier noch viel Arbeit auf die Mannen um Rainer Tauber zukommen wird. Die Zeit der Kantersiege ist in jedem Fall erst einmal vorbei.

Bei etwas mehr Glück wäre auch für Deggendorf II in Schaibing ein Sieg möglich gewesen, doch Altmeister Hans Feichtinger konnte in einem dramatischen Zeitnotduell das Remis nach dreimaliger Zugwiederholung nicht beweisen und musste sich in eine unverdiente Niederlage fügen. Die Punkte zum 4–4 erzielten Michael Bacholke (Brett 1), Franz Schmidbauer (3) und Helmut Ertl, Remis spielten Andreas Krauß (2) und Alois Thurnbauer (7), dessen mehrfach verschenkte Siegchancen seine Teamkameraden auf eine harte Bewährungsprobe stellten. Rang 3, punktgleich mit dem letzten Kontrahenten Schaibing, ist sicher ein schöner Erfolg, der für das nächste Jahr das Ziel Aufstieg in Niederbayerns Eliteklasse realistisch erscheinen lässt. Von allen eingesetzten Spieler erzielte „Oldie“ Franz Schmidbauer ungeschlagen mit 7 Punkten aus 8 Partien das Topergebnis – überflüssig zu erwähnen, dass der oftmalige Stadtmeister auch bei seinem Einsatz in der Ersten als Sieger vom Platz ging. Stark war auch die Performance von Helmut Ertl mit 6 und Andreas Krauß, dessen Engagement die Verpflichtung von Petar Krstic überhaupt erst ermöglichte, mit 5,5 Zählern. Doch auch für die „Reserve“ galt die Devise: Einigkeit macht stark, und mit dieser Einstellung wird das routinierte Team um Käpt’n Hans Oberberger auch die kommende Saison angehen.                                     FH

 

 Bild: So sehen Sieger aus! Das Meisterteam Deggendorf 1, flankiert von den beiden Spitzenspielern der „Zweiten“ Michael Bacholke (links) und Andreas Krauß (rechts). Von links: Professor Johannes Grabmeier, Rainer Tauber, Peter Roth, Ludwig Bielmeier, Franz Haselbeck, Petar Krstic und Hubert Firlbeck. Es fehlen Ivan Mancic, Manfred Menacher und Franz Schmidbauer. (Foto: Rainer Tauber).

 

 

 

14.03.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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„Reserve“ des Schachvereins weiter auf Erfolgskurs

Knapper Sieg gegen Ortenburg – „Erste“ vor dem entscheidenden Match spielfrei

 Knapp, aber verdient gewann Deggendorf II das letzte Heimspiel in der Bezirksliga Ost des Schachverbands Niederbayern gegen Ortenburg. Damit stehen die Donaustädter auf Rang 2 der Tabelle, punktgleich mit der DJK Schaibing, bei der man in zwei Wochen zum Entscheidungsspiel um die Vizemeisterschaft antreten muss. Als überlegener Meister dieser Klasse und Aufsteiger in die Niederbayernliga steht nach seinem klaren Sieg gegen den TV Freyung der SV Röhrnbach auch rechnerisch fest.

 Gegen Ortenburg sah es für Kapitän Hans Oberberger und Co. zunächst nach einem leichten Sieg aus. Nach Remispartien von Lothar Rader gegen Alois Baumgartner (Brett 4; Deggendorf in der Folge jeweils zuerst genannt), Georg Reisinger gegen Hans-Albert Zacharias (5) und Michael Bacholke am Spitzenbrett gegen den aufstrebenden Jugendspieler Uwe Kleibel sorgten Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (3) und Andreas Krauß (2) für eine beruhigende Führung. Schmidbauer setzte den König seines Kontrahenten Felix Mednikov, der in schwieriger Verteidigung vollkommen die Orientierung verloren hatte, mit Turm. Läufer und Springer gleichermaßen hübsch wie humorlos matt. Noch eindrucksvoller war die Spielführung des in bestechender Form agierenden Krauß; nach einem unglücklichen Springerzug seines Gegenüber Gerhard Schönbuchner blies er mit den weißen Steinen in einer Spanischen Partie entschlossen zum Angriff, verstärkte seine Stellung Zug um Zug und zertrümmerte schließlich trotz verzweifelter Gegenwehr die schwarze Königsstellung mit Bauerngewinn, was den Ortenburger Mannschaftsführer resigniert zur Aufgabe veranlasste.

Damit schien alles in trockenen Tüchern, doch dann verdarben Willibald Haimerl (5) und Hans Oberberger (6) ihre optisch ansprechend bis überlegen wirkenden Stellungen gegen Erich Auer und Horst Guthke zum Verlust, und plötzlich hatte der Gast den Kampf ausgeglichen. Dass es letztendlich doch zum Erfolg reichte, dafür sorgte der in dieser Saison stark aufspielende Helmut Ertl an Brett 8, der Hans Wiesinger nach zähem Ringen besiegte. Mit bislang 5 erspielten Zählern avancierte Ertl damit auch (zusammen mit Andreas Krauß) zum derzeitigen ‚Topscorer’ seines Teams.          

Schonen konnte sich derweil Deggendorfs „Erste“ für das letzte und alles entscheidende Spiel in Adlkofen, wo das Team um Mannschaftsführer Rainer Tauber mit einem Sieg die Meisterschaft unter Dach und Fach bringen möchte. Kontrahent SC Vilshofen hatte seine Mannschaft bereits seit längerem zurückgezogen und ist damit auch erster Absteiger. Straubing hat nach einem klaren 6-2-Erfolg nach wie vor nur einen Punkt Rückstand und wird bis zuletzt auf einen Ausrutscher des Lokalrivalen lauern. Spannung pur auch in der Bezirksliga West, wo in der Schlussrunde der bisher ungeschlagene SK Landau-Dingolfing gegen die zwei Punkte zurückliegende SK Landshut II zu einem echten Endspiel um den Titel aufeinander treffen werden.                                                                             

    Bild: Helmut Ertl   (Foto: Haselbeck).                                                                                                                                                                FH

 

 

 

 

01.03.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein kurz vor dem Ziel

Nach Sieg gegen Ergolding Meisterschaft greifbar nahe – Deggendorf II gewinnt gegen Sonnen

 

 

Es war ein hartes Stück Arbeit, doch am Ende rangen die Deggendorfer den Tabellendritten aus Ergolding an heimischem Bretter verdient mit 5–3 nieder und stehen damit dicht vor dem Gewinn der Niederbayerischen Meisterschaft, verbunden mit dem Wiederaufstieg in die Regionalliga. Mit dem selben Ergebnis gewann die „Zweite“ in Sonnen, festigte damit den dritten Tabellenrang und hat noch alle Chancen auf die Vizemeisterschaft in der Bezirksliga Ost.

 

Als der erwartet schwere Gegner erwies sich der FC Ergolding. Bekannt für seine engagierte und auch überregional erfolgreiche Nachwuchsarbeit traten die Landshuter Vorstätter in Deggendorf folgerichtig mit einer von lediglich drei Routiniers verstärkten Jugendauswahl an, und diese „Jungspunde“ machten dem Favoriten das Leben an den 64 Feldern von Beginn an nicht einfach. Zwar besiegten zunächst Ivan Mancic (Brett 6; Deggendorf in der Folge jeweils zuerst genannt) und Hubert Firlbeck (2) die beiden „Oldies“ Boris Bilyavskyy und Vladimir Simin ohne größere Probleme, doch dann schlug erstmals der „Ergoldinger Jugendstil“ zu. Als Opfer herhalten musste dabei Professor Johannes Grabmeier, der in hoher Zeitnot und unübersichtlichen Stellung gegen Johannes Oberpriller einen Gewinnzug übersah und anschließend den Verlust der Partei hinnehmen musste. Auch Ludwig Bielmeier (Brett 3) musste sich gegen den enorm stark agierenden mit einem Remis durch Dauerschach zufrieden geben – ein Weiterspielen hätte ihn wohl in akute Verlustgefahr gebracht. Damit war die Niederlage von Franz Haselbeck (5) gegen Anton Königl in jeder Hinsicht besonders bitter. Er ließ sich in etwas gedrückter Position durch das die Grenzen der Fairness deutlich überschreitende Verhalten des Ergoldinger Mannschaftsführers zu einem folgenschweren Fehler verleiten, der seine Stellung in kurzer Zeit zum Einsturz brachte.

Das Auftreten Königls war jedoch der einzige Wehrmutstropfen in einer sonst tadellosen Ergoldinger Vorstellung. Sie fand Ihre Fortsetzung in der Verlängerung nach der Zeitkontrolle an Brett 4, wo es Mannschaftsführer Rainer Tauber trotz aller Versuche nicht gelang, seinen leichten Vorteil  gegen Tobias Denk in einen ganzen Punkt umzumünzen; ungleichfarbige Läufer im Endspiel verhindert letztendlich den Erfolg. Beim Stand von 3–3 lag nun alles an Petar Krstic (1) und Dr. Peter Roth (7). Deggendorfs serbischer Spitzenmann, als einziger Donaustätter den Ergoldingern an Jugendlichkeit ebenbürtig, ließ zunächst Waldemar Golder keine Chance. Den Nachteil der Qualität (Turm gegen Leichtfigur) kompensierte er mit dem Läuferpaar, das den Vormarsch seiner Freibauern gegen den feindlichen König zu einem tödlichen Sturm anschwellen ließ. Den Sieg stellt schließlich Peter Roth im längsten Spiel des Tages gegen Carl Wanninger sicher, der sich über mehr als fünf Stunden zäh in einem materiell gleich stehenden Endspiel verteidigte, bevor er dieser Anstrengung doch Tribut zahlen musste und mit einem einzigen falschen Zug die Partie verlor! Jetzt haben die Deggendorfer am letzten Spieltag alle Trümpfe in der Hand, um sich mit einem Sieg beim noch vom Abstieg bedrohten SC Adelkolfen die Meisterschaft zu sichern.

 

Diese ist für Deggendorf II zwar nicht mehr möglich – die „Waldkirchener Legionärstruppe“ des SV Röhrnbach steht als Meister praktisch fest –, dennoch zeigte sich das Team um Mannschaftsführer Hans Oberberger in Sonnen hoch motiviert und bezwang den starken Gegen mit 5–3. Den schönsten Einzelerfolg feierte dabei Andreas Krauß an Brett 2, der den über 160 Wertungspunkte stärker eingestuften österreichischen Gastspieler Alois Löffler sicher bezwang. Krauß, dessen Engagement auch die Verpflichtung von Petar Krstic für das Spitzenbrett der „Ersten“ ermöglichte, verteidigte dabei einen von seinem Gegner schon in der Eröffnung zweifelhaft geopferten Bauern und führte diesen Vorteil sicher zum Gewinn der Partie. Ihm gleich taten es Franz Schmidbauer (3) und Helmut Ertl (7), Willibald Haimerl (4), Hans Oberberger (5), „Schorsch“ Reisinger (6) und Robert Haselbeck (8) steuerten je ein Remis bei, lediglich Michael Bacholke musste der Überlegenheit des zweiten Österreichers Andreas Priesner am Spitzenbrett Tribut zollen. Damit hat sich Deggendorf II die Option offen gehalten, sich aus eigener Kraft mit einem Sieg gegen die punktgleichen Schaibinger am letzten Spieltag die Vizemeisterschaft zu sichern. Zuvor gilt es jedoch, am nächsten Spieltag in zwei Wochen einen Ausrutscher gegen den SC Ortenburg zu vermeiden. Deggendorf I ist hier spielfrei, da der Gegner aus Vilshofen seine Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb zurückgezogen hat und damit als erster Absteiger bereits feststeht.

 

FH

Bild: Andreas Krauß feierte einen schönen Sieg an Brett 2 von Deggendorf II.

 

 

01.02.2009 Bericht von Franz Haselbeck - NBL Runde 6 Straubing - SV Deggendorf 1     3,5 : 4,5
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Schach: Tor zur Meisterschaft weit offen

Deggendorf gewinnt gegen Tabellenführer Straubing – Deggendorf II ebenfalls wieder in der Erfolgsspur

Nach einem an Spannung kaum noch zu überbietenden Spielverlauf rang der SV Deggendorf in der Niederbayernliga den bislang verlustpunktfreien Spitzenreiter aus Straubing an dessen Brettern mit 4,5–3,5 nieder und hat es bei noch zwei ausstehenden Spielen nun selbst in der Hand, sich den Titel eines Niederbayerischen Mannschaftsmeisters und – ein Jahr nach dem Abstieg – den sofortigen Wiederaufstieg in die Regionalliga zu sichern. Mit einem 5,5–2,5 gegen den TSV Aidenbach trug auch die „Zweite“ ihr Scherflein zu einem rundum gelungenen Schach-Wochenende bei.

„Es laufen die letzten Sekunden der Verlängerung, das Spiel steht Unentschieden, der Schiedsrichter blickt bereits auf seine Uhr und wird jeden Augenblick abpfeifen, noch einmal wird ein Ball hoch und weit in den Strafraum geschlagen…“ Schach ist nicht Fußball, dennoch waren sich alle Beteiligten und die zahlreichen Zuschauern aus beiden Lagern einig, dass sie selten einen derart dramatischen, nervenaufreibenden und dennoch jederzeit fairen Wettkampf erlebt haben. Beide Mannschaften wussten, was auf dem Spiel stand, und gingen entsprechend konzentriert zu Werke. Lang Zeit blieben die Partien im Gleichgewicht, und so fiel die ersten Entscheidung erst kurz vor der Zeitkontrolle nach vier Stunden. Ivan Mancic (Brett 7; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) musste sich nach anfänglich guter Stellung in Zeitnot dem stark agierenden Martin Pissinger beugen. Ein erster unerwarteter Rückschlag, den allerdings Professor Johannes Grabmeier am 8. Brett gegen Robert Griesbeck unverzüglich ausglich. Und als dann Mannschaftsführer Rainer Tauber (5) und FIDE-Meister Manfred Menacher (3)(zum Nachspielen...) mit jeweils feinen Leistungen ihre Farben mit 3–1 in Front brachten, schien Deggendorfs Schachwelt vollends in Ordnung zu sein.

Doch dann verloren ausgerechnet die bislang so zuverlässigen Punktesammler Hubert Firlbeck (Brett 2) und Ludwig Bielmeier (4) gegen Wolfgang Ströher und Dr. Michael Fischer, wobei vor allem Bielmeier sehr unglücklich das durchaus mögliche Remis gegen den Ex-Zweitbundesligaakteur Dr. Fischer verpasste. Damit stand es 3–3, aber man hatte ja noch mit Petar Krstic den stärksten Spieler der Liga an Brett 1 im Einsatz – was sollte also schon groß passieren? Es passierte, was oft in engen Matches vorkommt: Krstic geriet mit den weißen Steinen gegen den enorm stark aufspielenden Walter Huwa in arge Bedrängnis, konnte nur mit größter Mühe den Verlust abwenden (zum Nachspielen...) und gab ausgerechnet in diesem entscheidenden Spiel seinen ersten halben Punkt ab. 3,5–3,5 nach fünf Stunden Spielzeit, und Deggendorf musste unbedingt gewinnen, wollte man noch eine Chance auf die Meisterschaft haben!

Alle Augen richteten sich nun auf die beiden letzten verbliebenen Kämpfer am 6. Brett. Dort hatte Franz Haselbeck gegen Dr. Marinko Jurasic bereits mehrfach beste Chancen zum sicheren Gewinn ungenutzt verstreichen lassen. Und auch nach Jurasic’ letztem verzweifelten „Schwindelversuch“ war für Haselbeck mit der Dame gegen Springer und vier Bauern der Gewinn nur noch eine Frage der Zeit. Doch genau diese lief dem Deggendorfer davon, wieder übersah er mehrfach die sofortig Entscheidung, die Uhr zeigte weniger als eine Minute und im Lager der Deggendorfer war Hoffen und Bangen dem blanken Entsetzen gewichen… In diesem Moment „flog der letzte lange Ball in den Strafraum“: Der dem dauerhaften Druck nicht mehr gewachsene Straubinger schnitt vollkommen unnötig seinem König mit den eigenen Bauern selbst den Rückzug ab und ermöglichte Haselbeck „in letzter Sekunde“ ein Matt in vier Zügen unter dem ungläubigen Kopfschütteln der Gäubodenstätter und dem Jubel seiner Mannschaftskameraden – vom Spielverlauf her hochverdient, doch am Ende überaus glücklich. Entscheidend für diesen wichtigen Erfolg war aber die geschlossene Mannschaftsleistung und der unbedingte Siegeswille der Mannen um Kapitän Rainer Tauber, dem sich die Straubinger letztendlich beugen mussten. Nun gilt es, in den beiden letzten Runden nicht leichtsinnig zu werden und gegen Ergolding und Adlkofen die Tabellenspitze mit höchster Konzentration zu verteidigen.

Einen schönen Erfolg konnte auch Deggendorf II mit einem nie gefährdeten 5,5–2,5 gegen Aidenbach verbuchen. Die Riege der Altmeister – Franz Schmidbauer, Hans Feichtinger und Georg Reisinger – sowie der in dieser Saison enorm stark aufspielende Willibald Haimerl steuerten jeweils einen ganzen Punkt bei, Andreas Krauß, Hans Oberberger und Alois Thurnbauer führte ihre Partien sicher in den Remishafen, lediglich

Helmut Ertl musste eine Niederlage einstecken. Mit 8–4 Punkte rangiert man in der Tabelle der Bezirksliga Ost auf Rang drei und hat noch alle Chancen auf die Vizemeisterschaft.

 

FH

 

 

 

 

 

Erzielte einen seiner wichtigsten Siege, seit er 1979 erstmals für Deggendorf „an die Bretter ging“:
Franz Haselbeck, dessen Partie die Nerven aller Zuschauer und Mitspieler auf eine harte Probe stellte.
(Foto: Schmidbauer)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.01.2009 Bericht von Franz Haselbeck
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Höchster Sieg in der Geschichte des Schachvereins

Deggendorf fegt Bayerwald mit 8–0 von den Brettern – „Zweite“ gegen Topfavorit Röhrnbach chancenlos

 An viele klare Siege und so manche deftige Niederlage kann sich der altgediente Vereinsvorstand Franz Schmidbauer erinnern, aber was Deggendorfs „Schacherer“ am Sonntag gegen den keinesfalls schwach aufgestellten SC Bayerwald auf die Bretter zauberten, war auch für ihn Neuland. Mit 8–0 schickte man den Ex-Landesligisten nach Hause, ein Ergebnis, das in Schachmannschaftskämpfen selbst bei klarsten „Machtverhältnissen“ nur alle heiligen Zeiten einmal vorkommt. Weniger erfreulich verlief hingegen der Auftritt der „Zweiten“, die sich erwartungsgemäß dem Top-Favoriten aus Röhrnbach mit 2–6 beugen musste.

 Von Anfang an setzten die Männer um Mannschaftsführer Rainer Tauber die Gäste aus Regen und Zwiesel enorm unter Druck, was sich vor allem an den hinteren Brettern rasch bemerkbar machte. Und so war es dem „Käpt’n“ persönlich an Brett 5 vorbehalten, die überhastete Spielweise seines Kontrahenten Reiner Bergmann nach dem Gewinn einer Figur umgehend zu bestrafen und den ersten Punkt einzufahren. Auch Ivan Mancic (Brett 7) und Dr. Peter Roth (8) ließen sich gegen die überforderten Thomas Pledl und Ludwig Haydn nicht lange bitten und erhöhten wenig später auf 3–0. Da wollte als letzter des hinteren Quartetts auch Franz Haselbeck (5) nicht nachstehen; gegen Werner Orzol eroberte er mit einem simplen taktischen Trick die Dame und stellte bereits nach weniger als drei Stunden Spielzeit auf 4–0.

Etwas zäher war das Ringen an den vorderen Brettern, wo Bayerwald durchweg Akteure mit höherklassiger Erfahrung aufbieten konnte. Davon unbeeindruckt gelang dem immer mehr an seine frühere Form anknüpfenden FIDE-Meister Manfred Menacher an Brett 3 gegen den zu zaghaft agierenden Michael Müller, den ansonsten wohl stärksten Akteur der Gäste, eine Glanzpartie, die er zufrieden mit den Worten „Jeder Zug ein Treffer“ kommentierte. Mit diesem Sieg stand der Mannschaftserfolg bereits fest, was Spitzenspieler Petar Krstic aber nicht daran hinderte, den niederbayerischen Vizemeister Herbert Palmi mit einem Figurenopfer für drei Bauern bei gleichzeitig starkem Angriff mit leichter Hand an die Wand zu spielen. Und wenn es einmal läuft, steht einem auch das Glück zur Seite: An Brett 4 überzog Andreas Dick gegen Ludwig Bielmeier seine leicht bessere Stellung und opferte unkorrekt eine Figur, eine Einladung, die Bielmeier schwerlich ablehnen konnte und sich mit dem Gewinn der Partie und des siebten Punktes bedankte. Abschließend demonstrierte der immer stärker werdende Hubert Firlbeck, aus welchem Holz das Deggendorfer Team heuer geschnitzt ist; obwohl die Entscheidung längst gefallen war, führte er ein kompliziertes Springerendspiel mit Mehrbauern konsequent zu Ende und sichert nach über 5 Stunden seiner Mannschaft den „clean sweap“ – den Sieg ohne den Verlust auch nur eines halben Punktes. Mit diesem Erfolg haben sich Krstic und Co. auch das notwendige Selbstvertrauen für das in knapp zwei Wochen anstehende entscheidende Match gegen Tabellenführer Straubing geholt. Dem Sieger dürften Meisterschaft und Aufstieg nicht mehr zu nehmen sein.

Ohne große Ambitionen war Deggendorf II zum Auswärtsspiel bei der „Waldkirchner Filiale“ SV Röhrnbach gefahren, der mit IM Peter Schmidt und FM Roland Knechtel nicht nur zwei internationale Titelträger in seinen Reihen hat, sondern darüber hinaus noch zahlreiche weitere langjährige Spitzenspieler der niederbayerischen Schachszene ins Rennen schicken kann. Somit war das Endergebnis von 2–6 aus Sicht der Deggendorfer keine Überraschung und auch kein Beinbruch. Erfreulich waren der Sieg von Altmeister Georg Reisinger (Brett 6) gegen den hoch favorisierten ehemaligen niederbayerischen Schnellschachmeister Reinhard Gibis sowie die Remispartien von Franz Schmidbauer (3) und Karl Hilmer (8) gegen Erik Lipok und Johann Brunner. Röhrnbach wird sich den Aufstieg mit 10–0 Punkten nicht mehr nehmen lassen und auch in der nächstjährigen Niederbayernliga nur schwer zu bezwingen sein. Deggendorf II rangiert mit 6-4 Punkten derzeit auf Rang 4 und hat noch gute Chancen auf die Vizemeisterschaft.

FH

 

Ein Bild mit Seltenheitswert: Mannschaftsführer Rainer Tauber (links) analysiert bereits nach gut einer Stunde seine Gewinnpartie mit Reiner Bergmann, beobachtet vom Spitzenspieler der „Zweiten“ Michael Bacholke. (Foto: Haselbeck)

 

 

 

14.12.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Zum Jahresende erfolgreich

Beide Deggendorfer Schachteams wahren Chance auf Meisterschaft und Aufstieg

Mit einem überzeugenden und auch in dieser Höhe verdienten 6–2 Erfolg kehrte Deggendorfs 1. Schachmannschaft vom schweren Auswärtsspiel in Geiselhöring zurück. Mit sieben Punkten liegt man zur „Herbstmeisterschaft“ nur einen Zähler hinter dem verlustpunktfreien Spitzenreiter aus Straubing und hat damit noch alle Chancen, das angestrebte Ziel „Meisterschaft in der Niederbayernliga und Wiederaufstieg in die Regionalliga“ zu realisieren. Pech hatte hingegen die „Zweite“, die in der Bezirksliga Ost durch äußerst unglückliche Umstände den eigentlich schon sicher gewonnenen Heimkampf gegen Freyung noch zum aus Sicht der Gäste äußerst schmeichelhaften 4–4 verdarb.

Schwungvoll und überzeugend agierte Deggendorf I beim unangenehm zu spielenden TV Geiselhöring, bei denen zudem das Verhalten einiger Akteure, was Turnierruhe und Disziplin nach verlorenen Partien anbelangt, zu wünschen übrig ließ. Davon ließen sich jedoch bei ihren mehr oder weniger klaren Siegen weder der erneut überragende Spitzenspieler Petar Kristic und Manfred Menacher (Brett 3) noch an den hinteren Brettern Ivan Mancic (7) und Professor Dr. Johannes Grabmeier (8), die beide damit ihre leichten Formkrisen bewältigt haben, beeindrucken. Die spannendste und kurioseste Partie gelang diese Mal Ludwig Bielmeier, der an Brett 4 den König seines Kontrahenten Dr. Joachim Demmer trotz des „halbfreiwilligen“ Opfers eines ganzen Turmes so lange in der Mattklammer hielt, bis diesem angesichts des permanenten Würgegriffes die Luft vollends wegblieb.

Den fünf Gewinnpunkten fügten Rainer Tauber (Brett 5) in Zeitnot nach dreimaliger Zugwiederholung und Hubert Firlbeck (3), der trotz gesundheitlicher Probleme dem starken Mannschaftsführer der Gastgeber Werner Schubert vorbildlich Paroli bot, zwei Remis und damit den sechsten Zähler hinzu. Letzterem kann man, dies sei betont, das zum Teil abfällig Verhalten einiger seiner Spieler mit Sicherheit am wenigsten anlasten; ohne seine Autorität und Ruhe, die auch seinen jahrelangem Einsatz als Bezirksspielleiter und Schiedsrichter auszeichnet, wäre ein Eklat durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Als einziger eine Niederlage quittieren musste in der längsten Partie des Tages der bislang ungeschlagene Franz Haselbeck (6), der nach beiderseits nahezu fehlerfreiem Spiel in starker Zeitnot einen angegriffenen Bauern falsch deckte und anschließend verlor, ein Vorteil, der sein jugendlicher Gegenüber Thomas Kiendl und mit beeindruckender Präzision zum verdienten Sieg verwertete. Zusammen mit Straubing dominiert Deggendorf I die Niederbayernliga, bereits auf Rang drei rangiert mit dem FC Ergolding, der lediglich ein ausgeglichenes Punktekonto aufweist, das erste Team aus dem Mittelfeld. Seine Mannschaft zurückgezogen hat, wohl aufgrund anhaltender personeller Probleme, der SC Vilshofen, der damit als erster Absteiger bereits feststeht.

Kurios war der Verlauf der Begegnung zwischen Deggendorf II und dem TV Freyung. Nach einem Siegen von Helmut Ertl an Brett 8 und einer Niederlage von Michael Bacholke (Brett 1) bei unentschiedenen Partien von Andreas Krauß (2) gegen den starken Robert Autengruber, Willibald Haimerl (5), Georg Reisinger (6) und Alois Thurnbauer (7) waren noch Hans Feichtinger (3) und Lothar Rader (5) am Brett, und beide hatten deutliche Gewinnstellungen. Doch dann nahm ein Verhängnis seinen Lauf, dass so häufig wohl kaum vorkommen dürfte. Lothar Rader stellte unbedrängt und ohne Not seine Mehrfigur wieder ein und einigte sich daraufhin auf ein Unentschieden. Dies sollte noch kein Problem sein, spielte doch Hans Feichtinger gegen Anton Eberle eine traumwandlerisch sichere Partie – und ging kurz vor dem final Countdown nach draußen, um via Handy seiner Frau die baldige Heimkehr anzukündigen: Dass dies inzwischen verboten ist, wussten weder er noch seine Kameraden, der Freyunger Mannschaftsführer hingegen schon. Er folgte Feichtinger angesichts dessen Griffs zum Handy vor das Spiellokal – und reklamierte anschließend den Verlust der Partie. Angesichts massiver Proteste der Deggendorfer und deutlicher Fragen nach sportlicher Fairness wurde den Gästen dann doch noch mulmig zumute und man einigte sich auch hier auf ein Unentschieden. So wurde aus einem schon gebuchten 5–3 Sieg noch ein mageres 4–4. Wie man insgesamt das Verhalten der Freyunger beurteilen möchte, mag jeder für sich entscheiden. Dennoch steht auch Deggendorf II mit sechs Punkten hinter der „Übermannschaft“ aus Röhrnbach, die bei ihrem Erfolg gegen die DJK Schaibing allerdings auch erstmals ungewohnte Schwächen zeigten, überraschend an Platz 2 der Bezirksliga. Und nachdem man über das neueste Telefonverhalten inzwischen Bescheid weiß, dürfte weiteren Erfolgen in 2009 nichts mehr im Weg stehen…

 

FH

 

 

30.11.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachspieler finden zurück in die Erfolgsspur

Mit deutlichen Erfolgen Chancen auf fordere Platzierungen gewahrt

Nach dem mageren Abschneiden am letzten Spieltag mit zwei enttäuschenden Unentschieden haben sich beide Deggendorfer Schachteams mit deutlichen Erfolgen zurückgemeldet und ihre Ambitionen auf eine vordere Platzierung in ihren jeweiligen Spielklassen nachhaltig unterstrichen.

Besonders „gnadenlos“ ging dabei die Zweite bei ihrem Auswärtsspiel in Teisnach vor. Der Liganeuling, mit zumeist noch relativ unerfahrenen Schachspielern ausgestattet, ging kam gegen die Deggendorfer Reserve, die zudem noch stark ersatzgeschwächt antrat, mit 0,5 – 7,5 unter die Räder. Lediglich Robert Haselbeck an Brett 8 erlaubte bei seinem Comeback nach mehreren Jahren der schachlichen Abstinenz seinem jugendlichen Gegner ein Remis, während Michael Bacholke, Andreas Krauß, Willibald Haimerl, Mannschaftsführer Hans Oberberger, Routinier Georg Reisinger, Alois Thurnbauer und Helmut Ertl an den Brettern 1 bis 7 nach zum Teil nur kurzer Spieldauer ihren Kontrahenten keinerlei Chancen ließen. Mit 5 Zählern rangiert die Zweite damit in der Bezirksliga Ost auf einem aussichtsreichen 3. Platz hinter der ungeschlagenen „Übermannschaft“ des SV Röhrnbach und der punktgleichen, traditionell starken DJK Schaibing.

Deggendorf 1 hatte es in der Niederbayernliga an den heimischen Brettern mit dem SC Grafenau zu tun. Obwohl noch ohne Punktgewinn erwiesen sich die Gäste als der erwartet unangenehme und kampfstarke Gegner, die den nach wie vor in Teilen noch nicht in Bestform agierenden Gastgebern ein hartes Stück Arbeit bereitete. Bei etwas Glück hätte die auf dem Papier mit 5,5 – 2,5 recht deutliche Niederlage auch in ein 4 – 4 münden können.

Dass es nicht dazu kam, dafür sorgten zunächst die beiden Deggendorfer Spitzenspieler Petar Krstic und FIDE-Meister Manfred Menacher bei seiner lange erwarteten Rückkehr in das Turnierschach. Beide agierten gegen ihre deutlich schwächer eingestuften Gegner Gregor Wolf und Theodor Grum souverän und unaufgeregt und wurden noch vor Ablauf der Zeitkontrolle nach vier Stunden mit dem ganzen Punkt belohnt. Professor Johannes Grabmeier hingegen fand am 8. Brett nicht recht in die Partie und musste diesen Umstand letztendlich mit einer etwas überraschenden Niederlage gegen Arthur Ranzinger quittieren. Auch Franz Haselbeck (Brett 5) vergab gegen Helmut Stadler mehrfach einen klaren Vorteil, bevor sein Kontrahent, allerdings in bereits aussichtsloser Lage, sich quasi „selbst matt setzte“. Mannschaftsführer Rainer Tauber (4), der sich mit Thomas Bernauer ein spannendes, wenn auch nicht immer fehlerfreies Zeitnotduell lieferte und insgesamt die beste Vorstellung des Tages bot, und Franz Schmidbauer (7), der gegen Dr. Erwin Hartmann den unfreiwilligen Verlust der Qualität (Turm gegen Leichtfigur) einfach ignorierte und mit Hilfe seines Mehrbauern und eines starken Läufers in einen entscheidenden Vorteil verwandelte, führten bereits die Entscheidung herbei.

Dies war auch notwendig, denn Stadtmeister Ivan Mancic (6) überzog gegen Johannes Ebner seine eigentlich ausgeglichene Stellung und konnte das Endspiel schließlich nicht mehr in ein Remis abwickeln. Und auch Ludwig Bielmeier stand an Brett 3 gegen Andreas Wolf nach passiven Spiel vor den Trümmern seiner Stellung. Trotz knapper Bedenkzeit konnte der Deggendorfer Schnellschachspezialist seinen unentschlossenen Gegner mit trickreichem Spiel noch in eine Falle locken und ein Remis durch Dauerschach erzwingen. Bielmeier hätte sogar noch einzügig die verlorene Partie gewinnen können, doch hier sorgten die Zeitnot und die Schachgöttin Caissa dafür, dass dem Grafenauer die verdiente Gerechtigkeit widerfuhr – ein Sieg wäre hier eindeutig des Guten zu viel gewesen!

Mit dem am Ende klaren Erfolg konnte sich Deggendorf mit einem Punkt Rückstand als alleiniger Verfolger des Spitzenreiters aus Straubing etablieren. Gegen Geiselhöring wird aber in zwei Wochen eine deutlich stärkere Vorstellung von Nöten sein, um mit einem weiteren Sieg den Anschluss zu halten und zufrieden in die Winterpause gehen zu können.

FH

  Bild: Der bislang überragend agierende Spitzenspieler der Deggendorfer Petar Krstic,
  aufmerksam und sichtlich zufrieden beobachtet von Ludwig Bielmeier. (Foto: Franz Haselbeck

 

 

 

 

 

25.10.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Dämpfer für Deggendorfs „Schacherer“

Beide Teams kommen gegen Simbach bzw. Pocking über ein 4–4 nicht hinaus

 Dem perfekten Auftakt folgte die Ernüchterung. In ihrem Mannschaftskämpfen der Niederbayern- bzw. Bezirksliga Ost kamen beide Deggendorfer Teams gegen Simbach bzw. Pocking, obwohl im Vorfeld relativ klar favorisiert, über ein Unentschieden nicht hinaus. Allerdings bedeutet dies für den weiteren Saisonverlauf noch keinen allzu herben Rückschlag – eher schon darf man von einem kleinen Dämpfer zur rechten Zeit sprechen.

 In Simbach stand den Mannen um Teamkapitän Rainer Tauber nach fast sechs hart umkämpften Stunden die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Vor zwei Jahren, in der erfolgreichen Aufstiegssaison, hatte man gegen die unangenehm zu spielenden Innstädter die einzige Niederlage kassiert; dieses Mal wollte man sich dafür unbedingt revanchieren. Aber statt des erhofften klaren Sieges stand man am Ende mit einem fast schon glücklichen Punkt da – zu wenig für ein Team mit Aufstiegsambitionen.

Dabei hatte das Match für die Deggendorfer durchaus verheißungsvoll begonnen. Nach einem sicheren Remis von Dr. Peter Roth an Brett 7 gegen Christa Hackbarth kam zwar Rainer Tauber (4) gegen das aufstrebende Talent Stefan Riemelmoser nach einem Bauernopfer in starke Bedrängnis und konnte schließlich den zwingend vorgetragenen Angriff des Jugendspielers auf seinen König nicht mehr abwehren. Doch Franz Haselbeck (5) stellte im Gegenzug mit einem weitgehend sicheren Sieg gegen Ernst Putz, der in den entscheidenden Situationen stets nur die „zweitbesten Lösungen“ fand, unverzüglich den Gleichstand her. Es folgte die Demonstration des serbischen Neuzugangs Petar Krstic am Spitzenbrett, wo er mit FIDE-Meister Franz Riemelmoser, übrigens dem Vater von Taubers Kontrahenten, den stärksten Spieler der vergangenen beiden Jahre in dieser Klasse mit einer Erfolgsbilanz von über 90 Prozent zum Gegner hatte. Krstic gewann nicht nur diese Partie, er „zerlegte“ seinen erfahrenen Gegenspieler nach allen Regeln der Schachkunst mit leichter Hand und brachte Deggendorfer damit erstmals in Führung – es sollte auch das letzte Mal sein!

Denn schon zu diesem Zeitpunkt merkte man den Donaustädtern an, dass es „nicht richtig lief“. Und so musste Ivan Mancic gegen Stefan Berger an Brett 6 eine nicht einkalkulierte Niederlage hinnehmen, und in den verbleibenden drei Partien waren ebenfalls zwingende Gewinnmöglichkeiten nicht absehbar. Zwar versuchte zunächst Hubert Firlbeck (2) gegen den sehr erfahrenen Johann Maierhofer alles, um seinen leichten Positionsvorteil zu realisieren, dich angesichts knapper werdender Bedenkzeit war er gezwungen, dem Remisangebot des Simbachers zuzustimmen. Professor Johannes Grabmeier (8) und Ludwig Bielmeier (3) hatten schließlich die unangenehme Aufgabe, Georg Putz bzw. Norbert Frühauf in ausgeglichenen Stellungen noch zu einem möglicher Weise entscheidenden Missgriff zu verleiten – ohne Erfolg. Um nicht noch das Remis zu gefährden, bot Mannschaftsführer Rainer Tauber schließlich die Punkteteilung an beiden Brettern an, was die Simbacher sofort akzeptierten, um sich anschließend über einen unerwarteten, aber nicht unverdienten Teilerfolg zu freuen.

 Auch die „Zweite“ konnte ihrer Favoritenrolle beim Heimspiel gegen Pocking in keiner Phase des Kampfer gerecht werden. Zwei Niederlagen von Michael Bacholke an Brett 1 gegen den starken Fritz Arnold und dem auf Formsuche befindlichen Hans Feichtinger (4) standen lediglich zwei Siege von Alois Thurnbauer (7) und Helmut Ertl (8) gegenüber. Für Andreas Krauß (2), Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (3) und Lothar Rader (5) reichte es gegen jeweils schwächer eingestufte Gegner nur zu einem Unentschieden, und so musste Willibald Haimerl an Brett 6 seine ganze Kampfkraft in die Waagschale werfen, um gegen Franz Huber wenigstens noch das Unentschieden festzuhalten. Trotz dieser kleinen Enttäuschung – beide Deggendorfer Mannschaften stehen mit den Plätzen 2 und 3 im Vorderfeld der Tabellen. Und falls der kleine Rückschlag dazu dient, die Konzentration wieder hochzufahren – wer weiß, wozu er dann gut war…

FH

 

Bild: Petar Krstic (rechts) bei seiner Schachdemonstration gegen den österreichischen FIDE-Meister Dr. Franz Riemelmoser, interessiert beobachtet von Ludwig Bielmeier.
Im Hintergrund brüten Hubert Firlbeck und Norbert Frühauf über ihren komplizierten Stellungen. (Foto: Franz Haselbeck)

 

 

 

19.10.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Manfred Menacher Niederbayerischer Meister im Schnellschach

Deggendorfer FIDE-Meister dominiert die Titelkämpfe in Teisnach – Franz Schmidbauer gewinnt Seniorenwertung

 Ein überragendes Comeback nach mehr als einem Jahrzehnt Turnierpause auf niederbayerischer Ebene feierte am Sonntag der seit letzten Jahr wieder für seinen Heimatverein SV Deggendorf spielende FIDE-Meister Manfred Menacher (Bild). Der dreifache Bayerische Meister im „langen“ Turnierschach (1993, 1994, 1997) siegte bei den vom SC „Gardez“ Teisnach vorbildlich ausgerichteten niederbayerischen Schnellschachmeisterschaften nahezu unangefochten vor den beiden gleichfalls den FIDE-Meistertitel führenden Favoriten Roland Knechtel (SV Röhrnbach) und Franz Riemelmoser (SC Simbach). Es war Menachers erste Teilnahme an einer Bezirksmeisterschaft seit seinem Titelgewinn im Turnierschach 1992!

30 Minuten pro Partie für beide Kontrahenten werden bei dieser Turnierform gespielt, ein Modus, der Menacher laut eigener Aussage durchaus entgegenkommt, da er präzise Berechnung sehr gut mit intuitivem Spiel und realistischer Stellungseinschätzung zu verbinden in der Lage ist. Vor allem seine mit Zeitvorteil erreichten, leicht vorteilhaften Endspielstellungen verwertet er dabei nahezu unwiderstehlich zu ganzen Punkten. Und dementsprechend dominant trat der Deggendorfer von Anfang an in seinen Partien gegen Niederbayerns nahezu vollständig versammelte Schnellschachelite an. Nach drei souveränen Auftakterfolgen folgte in Runde vier die wohl vorentscheidende Partie gegen FM Knechtel, und hier stellte Menacher mit einem sicheren Sieg die Weichen in Richtung Titelgewinn, von dem in den beiden folgenden Partien auch der überraschend starke, am Schluss jedoch einbrechende Reiner Bergmann (SC Bayerwald/Regen) und der spätere Jugendsieger Tobias Schindlbeck (FC Ergolding) nicht abbringend konnten. Lediglich in der Schlussrunde, als ihm der Titel bereits rechnerisch nicht mehr zu nehmen war, „patzte“ er gegen den für Simbach startenden österreichischen FM Franz Riemelmoser – nach fast sieben Stunden Daueranspannung allerdings eine „lässliche Sünde“, die seinen Erfolg keinen Abbruch mehr tat.

Auch die anderen Deggendorfer machten Ihre Sache zum Teil sehr gut, allen voran Franz Schmidbauer, der mit einem Score von 50 Prozent die Seniorenwertung für sich entscheiden konnte. Eine besser Gesamtplatzierung verdarb ihm die letzte Runde gegen seinen Vereinskameraden Franz Haselbeck, gegen den er einer der dramatischsten Partien des gesamten Turniers nach schwachem Beginn klar dominierte, in beiderseitiger Zeitnot jedoch den Gewinn durch ein einzügiges Matt übersah und statt dessen seinen eigenen Monarchen so unglücklich zog, dass er einer „Gabel“ des feindlichen Springers auf König und Dame zum Opfer fiel. Dieser äußerst glückliche Umstand bescherte Haselbeck einen schönen neunten Gesamtrang mit 4,5 Zählern, Punktgleich mit dem Vierten Michael Nurbekoglu (SK Landshut) und von diesen und den weiteren Zwischenplätzen nur durch die schlechtere Feinwertung getrennt. Nicht so gut erging es hingegen dem eigentlichen Deggendorfer Schnellschachspezialisten Ludwig Bielmeier, Titelträger des Jahres 2006, der von Anfang an nicht „ins Turnier fand“ und sich am Ende mit 4 Punkten und dem 12. Platz unter 27 Startern zufrieden geben musste. Mit seinem Schicksal haderte auch Professor Johannes Grabmeier ein wenig, dessen Bilanz mit 3,5 Punkten zwar durchaus respektabel ausfiel, der jedoch einige besser stehende Partien noch verlor – allen voran wiederum gegen Vereinsvorstand Franz Schmidbauer, dem „Schicksalsgott“ für seine Mannschaftsgefährten an diesem Tag. Hingegen blieb Helmut Ertl mit drei Zählern in diesem stark besetztem Feld durchaus im Rahmen seiner Möglichkeiten. Mit diesem geschlossenen Auftreten haben sich Deggendorfs „Schacherer“ auch die entsprechende Motivation für die Mannschaftskämpfe am nächsten Wochenende geholt.

FH

 

 

 

 

05.10.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Traumstart für Deggendorfs Schachspieler

„Erste“ mit Kantersieg gegen Rottal 2 – „Zweite“ besiegt Vorjahresmeister

Einen Auftakt nach Maß gab es für die beiden auf niederbayerischer Ebene aktiven Teams des Schachvereins Deggendorf. Die 1. Mannschaft fegte die Landesligareserve des SC Rottal mit 7–1 förmlich von den Brettern, die 2. brachte das Kunststück fertig, den Vorjahresmeister aus Haselbach nach dem überraschenden Erfolg in der Vorsaison in der diesjährigen Auftaktbegegnung erneut zu besiegen.

Gegen die bestimmt nicht schwach aufgestellte Rottaler Mannschaft lieferte Deggendorf I eine Vorstellung wie aus einem Guss und gewann auch in dieser Höhe verdient. Eine abgeklärte Vorstellung bot dabei am Spitzenbrett der erst 18-jährige serbische Neuzugang Petar Krstic, der den unangenehm zu spielenden Andreas Siemens zunächst positionell unter Druck setzte und ihn anschließend wie aus heiterem Himmel im forcierten Königsangriff überrollte. Stark auch die Performance von Hubert Firlbeck an Brett 2, der in der schönsten Partie des Tages Edgar Brückl mit einem Qualitätsopfer (Turm gegen Läufer) in die Defensive zwang und mit präzisem Angriffsspiel den in der Mitte des Bretts verbliebenen König „erlegte“.

Den ganzen Punkt für die Donaustädter fuhren auch Ludwig Bielmeier (3) gegen Reinhard Rund, Franz Haselbeck (5) in einem spannenden Endspiel gegen den Ex-Deggendorfer Thomas Zankl, der amtierende Stadtmeister Ivan Mancic (6) in der längsten Partie des Tages sowie Professor Johannes Grabmeier mit einer souveränen Leistung an Brett 8 ein. Lediglich Rainer Tauber im Duell der Mannschaftsführer an Brett 4 gegen Klaus Wiedmann – trotz Mehrfigur in komplizierter Lage – und Dr. Peter Roth (7) gegen Routinier Alois Höchtl bei beidseitiger Blockadestellung vermochten trotz ausdauernder Bemühungen ihre Partien „nur“ zum Remis zu führen.

Mit diesem unerwartet deutlichen Erfolg hat man bereits gezeigt, wohin die Reise führen soll. Nun heißt es in drei Wochen „nachlegen“, wenn es zum starken SC Simbach geht, der mit Sicherheit seine komplette „österreichische Legionärstruppe“ aufbieten wird, um dem Erzrivalen aus Deggendorf Paroli zu bieten. In der Aufstiegssaison 2006/07 kassierte man dort die einzige Niederlage, ein Scharte, die es auszuwetzen gilt, um die entscheidenden Weichen für einen erfolgreichen Saisonverlauf zu stellen.

Die eigentliche Sensation lieferte jedoch Deggendorfs „Reserve“ in der Bezirksliga Ost ab. Nach einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spielverlauf gelang ein glücklicher Erfolg gegen die Schachfreunde Haselbach, der zweite in Serie, nachdem man dem Vorjahresmeister schon in der vergangenen Schlussrunde die einzige Niederlage zugefügt hatte. Nach Siegen von Franz Schmidbauer (Brett 3) und Willibald Haimerl (Brett 6), zwei sicheren Remispartien an den Spitzenbrettern von Michael Bacholke und Andreas Krauß und nur einer Niederlage an Brett 7, wo sich Teamsenior Georg Reisinger verkalkuliert hatte, rechnete der an diesem Tag infolge eines Überangebotes an starken Akteuren lediglich als „non-playing-captain“ agierende Hans Oberberger eigentlich mit einem deutlichen Sieg. Lothar Rader (5) sichert auch mit einem ganzen Punkt nach genauer Endspielbehandlung seinen Farben den Teilerfolg beim Zwischenstand von 4–2. Doch dann traf den klar auf Gewinn stehenden Hans Feichtinger an Brett 4 der Blitz der Schachgöttin Caissa. Sein Kontrahent war mit dem Mut der Verzweiflung zu einem unkorrekten Opferangriff geschritten, den Feichtinger eigentlich genau durchgerechnet und souverän abgewehrt hatte – bis er in einem Moment der Unachtsamkeit seinen König auf das falsche Feld postierte, damit ein entscheidendes Tempo verschenkte und im nächsten Zug vor einem durchschlagenden Mattangriff seines Gegners stand, der im anderen Fall getrost hätte aufgeben können!

Alles hing nun am achten Brett, an dem Alois Thurnbauer die Nerven seiner Mannschaftskollegen sowie der zahlreichen „Kiebitze“ auf eine harte Probe stellte. Zunächst ließ der den einfachen Weg einer Zugwiederholung, der ihm den halben Punkt und seinem Team den Gesamtsieg gesichert hätte, aus, spielte weiter auf Gewinn und wählte, nachdem er seine eigenen Chancen ausgelassen hatte, im nachfolgenden Endspiel stets die „zweitbeste“ Möglichkeit, was schließlich zum Verlust der Qualität führte, den ein Mehr- und zugleich Freibauer jedoch gerade noch ausreichend kompensierte, um letztendlich doch das ersehnte Remis zu erreichen. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht; dennoch – ein verdienter Erfolg der „Zweiten“, die mit dieser Einstellung sicher ein Wörtchen bei der Vergabe der Spitzenplätze mitreden wird.

FH

 

 

 

 

 

Bild: Petar Krstic (links) und Ivan Mancic, die beiden diesjährigen Neuzugänge des SC Deggendorf.
Beide trugen mit Siegen nicht nur sportlich zu einem erfolgreichen Wochenende ein,
sie haben sich auch bereits bestens in das Team integriert. (Foto: Franz Haselbeck)

 

 

 

 

 

 

 

01.10.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Niederbayerische Schachligen vor spannender Saison

Start am Wochenende – Teams aus Deggendorf peilen Spitzenplätze an

Vor einer ungemein spannenden Saison stehen die niederbayerischen Schachspieler, deren Mannschaftskämpfe am kommenden Wochenende starten. Dabei gab es im Vorfeld einige Veränderungen in der höchsten Spielklasse des Bezirks, bedingt durch den Aufstiegsverzicht der SF Haselbach und den Rückzug des TSV Waldkirchen, zudem melden mehrere Vereine namhafte Verstärkungen, so dass sich das Niveau sowohl in der Niederbayernliga als auch in der Bezirksliga Ost, wo die beiden Teams aus Deggendorf an den Start geben, trotz des Aufstiegs der SK Landshut in die Regionalliag Südost deutlich angehoben hat.

Deggendorf I hat sich nach dem „Abstieg mit Anstand“ aus der Regionalliga eine eindeutiges Ziel gesetzt: Meisterschaft und sofortiger Wiederaufstieg. Ein Blick auf die Aufstellung zeigt, dass man die Messlatte sicher nicht unberechtigt so hoch ansetzt. An Brett 1 haben die Donaustädter mit Petar Krstic eine namhafte Verstärkung an Land gezogen. Der erst 18-jährige Serbe war für sein Land schon bei Jugend-Europameisterschaften erfolgreich im Einsatz; er weist derzeit eine internationale Turnierwertungszahl von 2295 auf und spielt damit auf FIDE-Meister-Niveau. Der Sprung zum Internationalen Meister scheint in Anbetracht seiner Jugend in absehbarer Zeit möglich. Nach dem aktuellen Stand der Dinge wird Krstic bei allen Begegnungen zur Verfügung stehen, womit das letztjährige Problem, nämlich das Fehlen eines geeigneten Spitzenmannes, für Deggendorf dauerhaft gelöst ist.

An den Positionen zwei bis vier folgt mit Hubert Firlbeck, der sich in der vergangenen Saison enorm gesteigert hat und zu einem echten Spitzenmann auf niederbayerischer Ebene gereift ist, FM Manfred Menacher, der dieses Mal eine sichere Zusage für mehrere Einsätze gegeben hat und Routinier Ludwig Bielmeier ein starkes Trio mit Wertungszahlen deutlich jenseits der 2000. Mannschaftsführer Rainer Tauber, Franz Haselbeck, der zweite Neuzugang und amtierende Stadtmeister Ivan Mancic und Dr. Peter Roth komplettieren an den Brettern 5 bis 8 eine Stammformation, die sich vor keinem Team der Liga zu verstecken braucht. Und mit Guenther Dörfler, Vereinsvorstand Franz Schmidbauer, Professor Dr. Johannes Grabmeier und Andreas Krauß stehen starke Ersatzleute zur Verfügung, die diese Einordnung eigentlich nicht verdienen, auf jeden Fall aber das fallweise Fehlen der einen oder anderen Stammkraft jederzeit zu kompensieren in der Lage sind.

Den „Platz an der Sonne“ werden den Deggendorfern in erster Linie die starken Teams aus Straubing (mit FM Ralf Scheipl, dem Nestor der niederbayerischen Schachszene) und Simbach (aufgestellt mit fast ausschließlich österreichischen Gastspielern, angeführt von FM Dr. Franz Riemelmoser) streitig machen. Zu beachten sind auch der Aufsteiger und Ex-Landesligist SC Bayerwald, der mit dem Internationalen Meister Dr. Peter Petran den stärksten Spieler der Liga an Brett 1 gemeldet hat, sowie das verjüngte Team des SC Vilshofen, das sich mit dem Rückkehrer und mehrfachen niederbayerischen Meister Dominic Wisnet ebenfalls die Dienste eines starken Spitzenmannes gesichert hat; auch der erste Gegner am kommenden Sonntag, die Landesliga-Reserve des SC Rottal, ist keineswegs zu unterschätzen. Gleiches gilt für den TV Geiselhöring und den FC Ergolding, während der SC Adlkofen sowie der SC Grafenau wohl von Anfang an hart um den Klassenerhalt kämpfen müssen. 

In der Bezirksliga Ost geht mit dem SV Röhrnbach quasi die „Konkursmasse“ der Waldkirchener Schachschule mit jahrelanger Landesligaerfahrung an den Start. Dem „Macher“ des Dorfvereins aus dem bayerischen Wald, FM Roland Knechtel, ist es gelungen, sein Team mit dem Internationalen Meister Peter Schmidt, vormals für Passau in der 2. Bundesliga erfolgreich am Brett, Uwe Eckerl, Erik LipoK, Karlheinz Binder sowie dem Deggendorfer Fachhochschulmeister Anton Ott  derart zu verstärken, dass sämtliche anderen Mannschaften nur Staffage beim Schaulaufen des neuen Meisters sein werden. Sollte Röhrnbach tatsächlich seine Mannschaftskämpfe weitgehend mit dieser Aufstellung bestreiten, wird auch die Niederbayernliga nur eine Durchgangsstation zum Schach auf überregionaler Ebene sein!

Sämtliche anderen Kontrahenten sind hingegen zumindest in Reichweite der Deggendorfer „Reserve“, die einen gesicherten Platz im Vorderfeld anstrebt. Michael Bacholke, Andreas Krauß, Franz Schmidbauer, Professor Johannes Grabmeier, Hans Feichtinger, Alfons Hacker, Lothar Rader, Willibald Haimerl und Georg Reisinger – aus dieser Auswahl an höherklassig geschulten Akteuren kann Mannschaftsführer Hans Oberberger gegen jeden Gegner eine schlagkräftige Truppe fomieren. Als erster soll dies am Samstag ab 14 Uhr im Kolpinghaus  der Vorjahresmeister aus Haselbach zu spüren bekommen, dem man schon in der Schlussrunde der Vorsaison die einzige Niederlage beibringen konnte. Zuschauer sind bei freiem Eintritt bei allen Mannschaftskämpfen jederzeit gerne gesehen.

 

 Bild: Petar Krstic, der jugendliche Neuzugang der Deggendorfer Schachspieler, bei einer Siegerehrung und am Brett (links) bei einem Mannschaftskampf in Serbiens höchster Liga.