20.04.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein muss die Regionalliga nach einem Jahr wieder verlassen

 „Erste“ gegen Trostberg chancenlos – „Zweite“ überrascht mit Sieg gegen Meister

 Nun ist es amtlich: Nach nur einer Saison müssen Deggendorfs Schachspieler die Regionalliga wieder verlassen. Die „letzte Chance“ gegen Trostberg endete mit einer herben 0,5-7,5-Niederlage. Hingegen überraschte die „Reserve“ in der Bezirksliga Ost mit einem abschließenden 5-3-Erfolg gegen die bereits zuvor als Meister und Aufsteiger feststehenden Schachfreunde aus Haselbach.

Auch wenn es merkwürdig anmutet – ungeachtet der auch in dieser Höhe verdienten Niederlage verbietet es sich angesichts der gegnerischen Mannschaftsaufstellung, von einem Debakel für Deggendorf zu sprechen. Ein ungarischer Großmeister am 1. Brett, eines der größten europäischen Nachwuchstalente, ebenfalls aus dem Land der Magyaren, an Brett 8, drei Salzburger Zweitligaspieler, dazu lediglich drei Trostberger, die allesamt zur oberbayerischen Elite zählen, ergaben eine oberligataugliche Übermacht, der acht „echte Deggendorfer“ trotz allen Bemühens in keiner Weise Stand halten konnten. Jeder Kontrahent war den Donaustädtern allein schon von der Wertungszahl her um eine Klasse überlegen, und diesem Umstand musste als erster Professor Johannes Grabmeier gegen Arnold Endthaler nach schweren Eröffnungsfehler Tribut zollen. Im folgte an Brett 1 Franz Haselbeck, der gegen Großmeister Emil Anka, den seit Jahren stärksten Akteur der gesamten Liga, eigentlich eine ausgeglichene Position behaupten konnte, aber schon nach der ersten Ungenauigkeit mit dem Verlust einer Figur bestraft wurde. Sehenswert war der Auftritt des 12-jährigen Richard Rapport an Brett 8, der schon im Alter von 10 Jahren den Titel eines Schüler-Europameisters erringen konnte und ohne Zweifel das Potential zum Großmeister besitzt. Er fegte den bedauernswerten Andreas Krauß förmlich vom Brett und schüttelte auch in der anschließenden Analyse für jeden alternativen Zug des Deggendorfers Gewinnvarianten aus dem Ärmel, die bei Gegner und Mannschaftskollegen gleichermaßen erstauntes Kopfschütteln und Bewunderung hervorriefen.

Bei Stand von 0–3 gelang Ludwig Bielmeier gegen den starken FIDE-Meister Reiner Huch mit einem Remis zumindest ein halber Ehrenpunkt, der jedoch angesichts der unhaltbaren Stellungen seiner Mannschaftskameraden zur Hoffnung keinen Anlass mehr gab. Nacheinander mussten Michael Bacholke, Franz Schmidbauer und Dr. Peter Roth die Überlegenheit ihrer Gegner anerkennen und ihre Partien aufgeben. Lediglich Mannschaftsführer Rainer Tauber spekulierte bis zuletzt auf einen weiteren halben Punkt, doch Matthias Marchhart zerstörte mit einem gezielten Bauernvorstoß konsequent die Stellung des Deggendorfer Teamkapitäns und zwang ihn bald darauf zur Aufgabe. Dennoch konnte Tauber mit 5,5 Punkten bei neun Einsätzen nicht nur das beste Einzelergebnis seiner Mannschaft erzielen, sondern liegt mit diesem Score auch in der gesamten Liga im „Vorderfeld der Torjäger“.

Mit zwei Siegen bei sieben Niederlagen muss Deggendorf als Tabellenschlusslicht nun den Gang zurück in die Niederbayernliga antreten. Allerdings hält sich die Enttäuschung hierüber in Grenzen: Angesichts einer meist deutlich überlegenen Gegnerschaft, in vielen Fällen verstärkt durch auswärtige Spitzenspieler, waren die Erwartungen auf den Klassenerhalt minimal, und das Ziel, die Saison mit Anstand zu spielen und geschlossen aufzutreten, wurde in jedem Fall erreicht. Und darüber hinaus konnte man sich noch über den schönen Erfolg der „Zweiten“ freuen, die dem souveränen Meister aus Haselbach mit 5–3 die einzige Saisonniederlage beibrachte und damit auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigte. Die Punkte holten der unverwüstliche Hans Feichtinger an Brett 1, Mannschaftsführer Hans Oberberger (4) sowie Karl Hilmer (7). Lothar Rader (3), Willibald Haimerl (5), Alois Thurnbauer (6) und Helmut Ertl (8), der mit 6 Punkten die besten Einzelbilanz erreichte, steuerten ein Remis bei; lediglich Georg Reisinger musste unglücklich die Segel streichen. Ein schöner Abschlusserfolg für Deggendorf II, der für die neue Saison Hoffnung auf einen Platz im Vorderfeld der Bezirksliga gibt. Dort hofft sich auch die „Erste“ in der Niederbayernliga behaupten zu können, wobei die Erfahrungen dieser Saison sicherlich jedem Akteur von Nutzen sein werden. 

                                                                                                                                                          FH

  

Bild: Helmut Ertl (links) spielte eine ganz starke Saison in der 2. Deggendorfer Schachmannschaft und erreichte mit 6 Punkte aus 9 Partien das viertbeste Einzelergebnis der gesamten Bezirksliga (Foto: Hans Feichtinger).

 

06.04.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachteam liefert beste Saisonleistung

 „Erste“ gegen Germering mit Kantersieg – „Zweite“ sichert trotz Niederlage Klassenerhalt

Die Chance lebt – wenn auch der Hoffnungsschimmer nur noch minimal glimmt! Mit einem auch in dieser Höhe verdienten 6-2-Erfolg gegen den Abstiegs-Mitkonkurrenten Germering verschoben Deggendorfs Schachspieler die Entscheidung um den Klassenerhalt in der Regionalliga Südost auf die letzte Runde. Auch die „Zweite“ scheint ungeachtet der 3-5-Niederlage gegen Aidenbach ihre unerwartete Zittersaison in der Bezirksliga mit dem Nichtabstieg beenden zu können.

Ohne Einzelniederlage bot Deggendorfs „Erste“ im Kellerduell gegen Germering nicht nur die beste Saisonleistung, sondern lieferte auch einen ihrer eindrucksvollsten Mannschaftskämpfe der letzten Jahre ab. Basis war eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der jeder Spieler zeigte, dass er bis zum Schluss alles für sein Team zu geben bereit ist. Wie schon gegen Pang überzeugten zunächst die Deggendorfer Spitzenbretter. Franz Haselbeck (1; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) erzielte mit den schwarzen Figuren gegen den deutlich höher eingestuften Erik Deues ein Remis aus einer Position der Stärke, nachdem er zuvor über weite Strecken das Spiel dominiert hatte, und Hubert Firlbeck (2) stellte mit einem neuerlichen Erfolg gegen den routinierten Klaus Kretschel seine derzeit überragende Verfassung einmal mehr unter Beweiß. Mit klarem Spielaufbau aus der Eröffnung heraus setzte er seinen Kontrahenten unter Druck, gewann Bauer um Bauer und schließlich ungefährdet auch die Partie.

Herausragend ist auch die Performance von Mannschaftsführer Rainer Tauber, der mit seinem Sieg gegen den starken Dr. Stefan Lang – nach Überwindung seiner obligatorischen Zeitnot-Probleme – bereits den fünften Saisonsieg einfuhr und damit (bei einem Remis und zwei Niederlagen) eine der besten Einzelbilanzen der gesamten Liga vorweisen kann. Stark auch das Spiel von Franz Schmidbauer (4) gegen den Ex-Plattlinger und mehrfachen Münchner Stadtmeister Franz Brandl, der gegen den Deggendorfer Vereinsvorstand nur mit viel Mühe das Gleichgewicht aufrecht erhalten und den halben Punkt sichern konnte. Zwei weiteren Unentschieden von Dr. Peter Roth (Brett 8) gegen Dr. Christof Farsakh und Michael Bacholke (5) gegen Bernhard Kern ließ Professor Johannes Grabmeier beim Stande von 4-1 die endgültige Entscheidung folgen: An Brett 7 bezwang er mit den schwarzen Steinen in einer für seinen kraftvollen und unkonventionellen Angriffsstil typischen Partie Hartmut Marian und besiegelt damit die Niederlage der Gäste vorzeitig, die sich von diesem Spielverlauf sichtlich konsterniert zeigten.

Der beste Beweiß hierfür war die letzte nach ausstehende Begegnung von Ludwig Bielmeier (3) gegen den früheren Grafenauer Spitzenspieler Jürgen Wawra, den wertungsstärksten Akteur der Gäste. Aus einer günstigen Position mit Bauernvorteil ließ sich der Germeringer mehr und mehr in die Defensive drängen und ermöglichte Bielmeier schließlich den vollen Punkt mit einem glänzenden Abschluss der Partie zum Endstand von 6-2. Ein Kantersieg („im halben Dutzend billiger“), dennoch steht Deggendorf nach wie vor am Ende der Tabelle. Mit einem weiteren Sieg in zwei Wochen beim TSV Trostberg könnte jedoch noch der voraussichtlich rettende 8. Tabellenplatz erreicht werden. Voraussetzung ist aber die Fairness von Pang und Ingolstadt, die gegen die Mitkonkurrenten Ebersberg und Germering ihre normale Stärke ausspielen müssen und nicht, wie schon des Öfteren in dieser Liga geschehen, mit billig abgeschenkten Punkten die „oberbayerische Solidarität“ gegen die ob der weiten Auswärtsfahrten oftmals „ungeliebten Niederbayern“ (auch Passau II kämpft noch um den Klassenerhalt) zeigen dürfen.

Obwohl sie an den ersten 4 Brettern drei Punkte einfahren konnte mit Siegen von Andreas Krauß (1) gegen Hartmut Sinnhöfer und Lothar Rader (3) gegen Rupert Neulinger-Jagode bei zwei Remisen von Georg Reisinger (2) und Hans Oberberger (4), stand Deggendorfs Reserve in der Bezirksliga am Schluss mit leeren Händen da, weil ab Brett 5 unerwartet sämtliche Partien verloren gingen. Allerdings ist der Klassenerhalt bereits gesichert, und in der kommenden Saison hofft man personell wieder etwas mehr aus dem Vollen schöpfen zu können um die Rolle spielen zu können, die der Mannschaft aufgrund ihrer stärke in dieser Klasse eigentlich zusteht.                                                                                                 FH

 

Bild: Michael Bacholke (links), hier in einer Stadtmeisterschafts-Partie gegen Franz Schmidbauer, beendete mit einem Unentschieden seine Durststrecke, die im einige unglückliche Niederlagen in Serie eingebracht hatte. Dieses Mal hätte er seine Partie sogar gewinnen können, sichert jedoch mit einem Unentschieden den Erfolg im Sinne der Mannschaft. (Foto: Hans Feichtinger)

 

 

 

09.03.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachteam muss auf ein Wunder hoffen

 „Erste“ nach Niederlage in Pang vor dem Abstieg – „Zweite“ verliert gegen Sonnen

 Nachdem sich zu den bekannten langfristigen Ausfällen auch noch die kurzfristigen Absenzen von Professor Johannes Grabmeier und Dr. Peter Roth gesellt hatten, traten Deggendorfs Schachspieler quasi mit den letzten Getreuen die weite Reise zum Tabellendritten der Regionalliga Südost Pang II an. Zwar hatte auch der Gegner, dessen erste Mannschaft erfolgreich in der Bayerischen Oberliga spielt, mit Personalproblemen zu kämpfen: Doch während der Rosenheimer Vorort aus einem immensen Reservoir an Nachwuchsspielern schöpfen kann und sich allein unter den gemeldeten Akteuren der Reserve 13 mit einer Wertungszahl jenseits der 2000 (die magische Schallmauer in dieser Klasse) finden, konnten die Niederbayern gerade einmal einen Spieler dieser Klasse aufbieten und mussten die Lücken mit den Routiniers Hans Feichtinger und Andreas Krauß aus der „Zweiten“ füllen. Das Ergebnis war somit absehbar, und bei etwas mehr Pech hätte man durchaus in ein Debakel laufen können.

Lediglich der in dieser Spielzeit enorm verbesserte Hubert Firlbeck (Brett 2; die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt) gegen Christian Graf und Ludwig Bielmeier (3) gegen Markus Meingast erreichten zufriedenstellende Positionen, die noch vor Ablauf der Zeitkontrolle nach vier Stunden mit einem Remis belohnt wurden. Bei den restlichen Partien jedoch neigte sich die Waagschale schon relativ früh auf die Verlustseite. Niederlagen von Franz Schmidbauer (4), Hans Feichtinger (8) und Michael Bacholke (5) waren die absehbare Konsequenz. Unglücklich verlor hingegen Mannschaftsführer Rainer Tauber an Brett 6, der gegen Romed Kapferer in einer unübersichtlichen, taktisch hochbrisanten Stellung zu lange nachdachte und seine Bedenkzeit überschritt, bevor er seinen 40. Zug ausführen konnte.

Damit war der Tag bereits entschieden, und es hätte für die Deggendorfer noch weitaus schlimmer kommen können, hätte nicht die Schachgöttin Caissa ein Einsehen gehabt und ihre schützende Hand über die Donaustädter gehalten. Andreas Krauß verteidigte an Brett 7 gegen David Uhlmann ein – trotz gleicher Bauernzahl klar auf Verlust stehendes – Läuferendspiel mit dem Mut der Verzweiflung und wurde von seinem jungen Kontrahenten so lange „an die Wand gedrückt“, bis dieser den leichten, einzügigen Gewinn übersah und statt dessen in ein Unentschieden abwickelte! Noch größer war das Drama, dass sich am Spitzenbrett abspielte. Dort geriet Franz Haselbeck nach kleineren Schwächen in der Eröffnungsbehandlung mit den weißen Steinen gegen Michael Heubusch in eine dauerhafte Defensive. Bis zum 37. Zug vermied er den von seinen Mannschaftskollegen schon sicher erwarteten Zusammenbruch, doch dann unterlief ihm bei knapper Bedenkzeit ein schwerer Fehler. Anstatt jedoch diesen zu bestrafen und sich unverzüglich den ganzen Punkt zu sichern, verfolgte der Panger ein „Schachgespenst“ und opfert zum Entsetzen der Zuschauer völlig unmotiviert seine Dame für eine Leichtfigur, um anschließend völlig konsterniert und kopfschüttelnd seinem Gegner zum Sieg gratulieren zu müssen. Dass sich Haselbeck, der im Verlauf der Saison schon mehrer Chancen nicht hatte nutzen können, auf ausgleichende Gerechtigkeit berufen konnte, nutzte seinem Kontrahenten natürlich herzlich wenig…

Schlimmer als die 2,5-5,5-Niederlage waren jedoch die unerwarteten Erfolge der Konkurrenten um den Klassenerhalt, welche die Deggendorfer auf den letzten Platz zurückwarfen. Selbst bei einem Sieg gegen den Tabellenachten Unterpfaffenhofen-Germering in der vorletzten Runde am 6. April (ab 10 Uhr im Kolpinghaus) wird der Abstieg nur noch mit Hilfe eines größeren Wunders zu vermeiden sein. Dennoch werden die kampfstarken Niederbayern bis zuletzt alles versuchen, um dieses doch noch möglich zu machen. Alles klar ist bereits an der Tabellenspitze, wo sich der Landesligabsteiger aus Ingolstadt ohne Punktverlust bereits zwei Spieltage vor Schluss uneinholbar mit einem Vorsprung von 5 Zählern auf den nunmehrigen Tabellenzweiten Pang II den sofortigen Wiederaufstieg gesichert hat.

Geschwächt durch die Abstellung an die „Erste“ hatte auch Deggendorf Reserve in der Bezirksliga Ost gegen Sonnen eine schwere Ausgangsposition, hätte jedoch bei etwas energischem Spiel durchaus punkten können. Die Siege von Willibald Haimerl (Brett 4) und dem unverwüstlichen Karl Hilmer (6) sowie die Punkteteilungen von Georg Reisinger, Lothar Rader und Hans Oberberger an den Brettern 1 bis 3 reichten jedoch nicht aus, um mehr als ein knappes 3,5-4,5 zu erreichen. Um nicht noch um den Klassenerhalt in der Bezirksliga kämpfen zu müssen, wäre zumindest ein Punkt gegen Aidenbach in der nächsten Runde wünschenswert.                                                                                           FH

Bild: Franz Haselbeck (rechts) kommt in dieser Saison die undankbar Aufgabe zu, sich jeweils dem hoch überlegenen Spitzenspieler des jeweiligen Gegners stellen zu müssen. Mit viel Glück wurde der Deggendorfer Kämpfer gegen Michael Heubusch mit seinem ersten Sieg belohnt. (Foto: Hans Feichtinger)

 

 

17.02.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachteam gegen Landesliga-Absteiger chancenlos

Starnberg zu stark für Deggendorfs „Erste“ – „Zweite“ gewinnt gegen Pocking

 Ohne echte Chance war Deggendorfs Schachteam im Mannschaftskampf (Runde 6) der Regionalliga Südost an heimischen Brettern gegen Starnberg. Die Gäste, letzte Saison noch in der Landesliga und damit zwei Klassen höher agierend, waren ein leider eindrucksvoller Beleg dafür, wie hart die diesjährige Aufgabe für die Niederbayern gegen durchweg nominell deutlich stärker besetzte Mannschaften ist.

Das beste Beispiel lieferten schon nach drei Stunden Spielzeit die beiden Spitzenbretter: Franz Haselbeck (die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt) war gegen den jungen, aufstrebenden Matthias Schäfer, dem Deggendorfer „Notnagel“ an Brett 1 um über 300 Wertungspunkte und damit mindest zwei Klassen überlegen, schlichtweg überfordert. Ohne offensichtlichen groben Fehler wurde Haselbeck aus der Eröffnung heraus überspielt und nach 20 Zügen mit einem schlüssigen Figurenopfer zur Aufgabe gezwungen. Hubert Firlbeck (Brett 2) erreichte zwar gegen FIDE-Meister Safet Terciz, der in seiner langen Schachkarriere schon so manchen Großmeister hat schlecht aussehen lassen, eine aussichtsreiche Stellung mit Bauernvorteil, verbrauchte jedoch dafür fast seine ganze Bedenkzeit und konnte die komplizierten Probleme in den verbleibenden Minuten nicht mehr lösen. Sein Kontrahent, der zuvor mit einem Remis zufrieden gewesen wäre, nutzte diesen Umstand routiniert, um auf 2-0 für Starnberg zu erhöhen.

Damit war lange vor der Zeitkontrolle nach vier Stunden schon eine Vorentscheidung gefallen, denn auch Ludwig Bielmeier (Brett 3) und Mannschaftsführer Rainer Tauber (Brett 6) erreichten in ihren Partien gegen den starken Friedrich Absmaier bzw. Clemens von Schmädel nur ein Unentschieden und konnten so den Abstand nicht verkürzen. Dafür geriet Michael Bacholke am fünften Brett gegen Klaus Gschwendtner zunehmend unter Druck, musste schließlich fast seine gesamte Streitmacht für die gegnerische Dame geben und stand am Ende einer Übermacht an gegnerische Figuren gegenüber, die seine Position auf Dauer unhaltbar machte. Professor Johannes Grabmeier (7) hingegen verdarb seine nach der Eröffnung gute Position mit einem nicht korrekten Opfer, bei dem er – von der Schachgöttin Caissa fehlgeleitet – die offensichtliche Verteidigung einfach übersah, nicht aber sein Gegenüber Oliver Rulik, der auch im anschließenden taktischen Geplänkel die Übersicht behielt und den fünften Punkt und damit auch den Sieg für Starnberg fixierte.

Dass die Deggendorfer in Teilen durchaus konkurrenzfähig sind, bewiesen anschließend Dr. Peter Roth, der an Brett 8 gegen Dr. Matthias Litzka alles versuchte, um ein gleichstehendes „Doppelläufer-Endspiel“ doch noch zu gewinnen und nur widerstrebend nach fast sechs Stunden Kampf in das Remis einwilligte, und, allen voran, Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (Brett 4). Das „Urgestein“ des SV Deggendorf kommt nach eher mäßigem Saisonstart immer besser ins Rollen und bezwang Stephan Wehr in einer sehenswerten Partie dank seines starken Springers, der dem ansonsten gleichwertigen, in dem entstandenen Endspiel jedoch unbeweglichen Läufer deutlich überlegen war, ein Vorteil, der Schmidbauers kraftvollem Stil zugute kam und von ihm schlussendlich mit einem Feuerwerk an taktischen Schlusspointen zur Freude der Zuschauer und Mannschaftskameraden sicher verwertet wurde.

 

Trotz der 2,5-5,5-Niederlage sind Deggendorf Chancen auf den Klassenerhalt nach wie vor intakt; allerdings muss dafür in den nächsten beiden Runden gegen Pang II und vor allem im abschließenden Heimspiel gegen den unmittelbaren Konkurrenten aus Ebersberg ohne wenn und aber gepunktet werden.

Besser machte es die Deggendorfer „Reserve“ in der Bezirksliga Ost beim ESV Pocking. Andreas Krauß (Brett 1), Willibald Haimerl (5), der unverwüstliche Karl Hilmer (7) und „Topscorer“ Helmut Ertl (8) mit ganzen und die beiden Altmeister Hans Feichtinger und Georg Reisinger an den Brettern 2 und 3 mit halben Punkten sicherten einen ungefährdeten 5-3-Erfolg. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto nach drei Siegen und drei Niederlagen nimmt man einen komfortablen Mittelplatz ein und kann sich in der restlichen Saison frei von allen Abstiegssorgen nach oben orientieren.

FH

 

 




 

Bild: Helmut Ertl (links) absolviert eine ausgezeichnete Saison für Deggendorf II und ist mit 5,5 Punkten aus 6 Partien der derzeit erfolgreichste Spiele der Bezirksliga Ost. Sein Pockinger Gegner, der über 80-jährige Franz Krah, ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass Schach geistig und körperlich jung hält.

 

 

 

 

20.01.2008 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs Schachteam gibt „rote Laterne“ ab

Gegen Ebersberg den ersten Erfolg in der Regionalliga eingefahren – „Zweite“ unterliegt gegen Bayerwald

Endlich hat es für Deggendorfs Schachspieler mit dem ersten Sieg in der Regionalliga Südost geklappt! Im Kellerduell bei der SU Ebersberg-Grafing gelang ein verdienter 5-3-Erfolg, gleichbedeutend mit dem Verlassen des letzten Tabellenplatzes und neuer Hoffnung im Abstiegskampf für den „Underdog“ aus Niederbayern.

Und als solchen sahen die Münchner Vorstädter ihren Gegner, den sie in der Vorankündigung der lokalen Presse wörtlich als „die wohl schwächste Mannschaft der Liga“ bezeichneten. Hätte es für die Deggendorfer noch einer zusätzlichen Motivation in diesem vorentscheidenden Kampf gegen den Abstieg bedurft, die Ebersberger hätten sich nichts besseres ausdenken können.

Entsprechend konzentriert und ohne Anzeichen von Nervosität gingen die Mannen um Mannschaftsführer Rainer Tauber zu Werke. Einem schnellen Remis von Dr. Peter Roth (Brett 8; die Deggendorfer in der Folge im zuerst genannt) gegen Helmut Behrndt folgten noch vor der Zeitkontrolle nach vier Stunden Siege von Franz Schmidbauer (4) und Michael Bacholke (5) gegen die der Papierform nach höher eingeschätzten Arthur Gil und Altmeister Christian Krause. Die anschließende (und etwas überraschende) erste Saisonniederlage von Rainer Tauber (6) gegen Frank Bauer konnte Ludwig Bielmeier, der an Brett 3 gegen Stephan Brem seine beste Saisonleistung zeigte, unverzüglich korrigieren. Der Rückkehrer mit Landesligaerfahrung sicherte sich vor wenigen Wochen auch den Titel eines Blitzschach-Stadtmeisters zum wiederholten Male und scheint seine kleine Formkrise gerade noch rechtzeitig überwunden zu haben, um seinem Team auch in den nächsten Begegnungen die erhofften und für den Nichtabstieg notwendigen Punkte zu erspielen.

Mit seinem Remis nach spannendem Zeitnotduell gegen den Ebersberger Teamkapitän Georg Schweiger garantierte der zur Zeit in glänzender Form agierende Hubert Firlbeck Brett 2) seiner Mannschaft bereits den Teilerfolg; den Zwischenstand von 2–4 hätte Ebersberg höchsten noch zu einem Unentschieden ausgleichen können. Dies verhinderte an Brett 7 Professor Johannes Grabmeier, dessen unkonventionelle und einfallsreiche Spielweise den König seines Kontrahenten Martin Halsperger in ein nicht mehr zu deckendes Matt führte. Damit stand der Deggendorfer Sieg bereits fest. Auch Franz Haselbeck hatte am ersten Brett nach einem – allerdings unkorrekten – Figurenopfer gegen Ulrich Zenker, den stärksten Akteur der Heimmannschaft, die völlig unerwartet Chance zum „Mattschuss“. Das hierfür erforderlich zweite Figurenopfer sah jedoch nur sein Computer bei der häuslichen Analyse, nicht jedoch er selbst in hochgradiger Zeitnot. Die Niederlage nach über fünf Stunden Spielzeit war als ärgerlicher Schönheitsfehler angesichts des (über-)lebenswichtigen Gesamterfolgs leicht zu verschmerzen.

Wenig konnte, wie erwartet, die Deggendorfer Reserve in der Bezirksliga gegen das letztjährige Landesligateam Bayerwald-Regen ausrichten. Mit einem Remis von Hans Feichtinger (2) und zwei Erfolgen von Karl Hilmer und des weiterhin ungeschlagenen Helmut Ertl an den beiden hinteren Brettern hielt man die Niederlage in erträglichen Grenzen. Der angestrebte Klassenerhalt ist damit kaum in Gefahr, so dass die „Zweite“ in der restlichen Saison befreit aufspielen kann. Ernster ist die Lage nach wie vor für die „Erste“, die möglichst gegen Starnberg in vier Wochen im Kolpinghaus zumindest einen weiteren Punkt anstreben sollte, um den Anschluss an das Mittefeld endgültig herzustellen – eine schwierige, aber durchaus nicht unlösbare Aufgabe für das „wohl schwächste Team der Liga“.

 


Bild: Ludwig Bielmeier sicherte mit seinem ersten Saisonsieg den Deggendorfern einen wichtigen Punkt im Kellerduell gegen Ebersberg.

FH

 

 

 

08.12.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfs „Schacherer“ unterliegen Tabellenführer nach großem Kampf

3–5-Niederlage gegen Ingolstadt – Auch die „Zweite“ verliert

 Es war das gleiche Bild wie in den beiden vorausgegangenen Runden: Deggendorfs Schach-Regionalligateam stemmte sich fast sechs Stunden mit dem Mut der Verzweiflung gegen einen nominell hoch überlegenen Gegner, hatte eine Punkteteilung vor Augen – und stand letztendlich doch mit leeren Händen da.

Gegen den Tabellenführer und Landesliga-Absteiger aus Ingolstadt standen die Vorzeichen ohnehin alles andere als gut. Mit Manfred Menacher, Michael Pollinger und Günther Dörfler fehlten drei der stärksten Spieler – sie werden in dieser Saison aus unterschiedlichen Gründen wohl kaum mehr zur Verfügung stehen. Und angesichts der Tatsache, dass noch der letzte gemeldete Ersatzspieler eine bessere Wertungszahl als das erste Deggendorfer Brett aufwies, gingen die Gäste mit großer Gelassenheit an eine scheinbar leichte Aufgabe heran. Der Spielverlauf gab ihnen zunächst mehr als recht. Franz Haselbeck (Brett 1; die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt) war gegen den oberligaerfahrenen Dr. Jürgen Straub ebenso chancenlos wie auch Vereinsvorstand Franz Schmidbauer (4), der gegen Andre Wurzel nie zu seinem gewohnt kraftvollem Spiel fand. Ohne Form und Fortüne präsentierte sich auch Ludwig Bielmeier an Brett 3, der in einem Läuferendspiel seinen Gegenüber Martin Spieß nach einem feinen taktischen Manöver zum Sieg gratulieren musste. Das 3–0 bedeutete schon fast eine Vorentscheidung, mehr noch: Ein Debakel schien sich anzukündigen.

Dem baute zunächst Huber Firlbeck (Brett 2) vor. Gegen Hans-Walter Geberl zauberte er eine Traumpartie auf das Brett. Gestützt auf eine solide häusliche Vorbereitung „zerlegte“ er seinen deutlich höher eingestuften Kontrahenten nach allen Regeln der Schachkunst und verkürzte auf 1–3. Nur wenig später war allerdings der alte Abstand wieder hergestellt. Dr. Peter Roth unterlag Emin Duraku an Brett 8, und auch in den restlichen Partien waren die Aussichten der Deggendorfer alles andere als rosig.

Doch dann wurde Ingolstadt, einen Kantersieg vor Augen, leichtsinnig und unterschätzte die in Niederbayern bekannte und gefürchtete Kampfkraft der Deggendorfer. Der in Superform agierende Rainer Tauber (6) brachte in einer scharfen Partie Daniel Ebenhöch auf taktischem Glatteis elegant zu Fall – der vierte Sieg in Folge für den Mannschaftsführer. Nahezu zeitgleich behielt Professor Johannes Grabmeier (7) nach einem Zeitnotdrama, in dem sein Gegner mehrere Gewinnchancen ausließ, in der Verlängerung die Oberhand, und plötzlich war der krasse Außenseiter wieder im Spiel. Michael Bacholke (Brett 5) oblag die schwere Aufgabe, eine unklare Stellung in einen Sieg umzumünzen. Sein Gegner Andreas Holl agierte umsichtig und war lange Zeit sichtlich nur auf die Teilung der Punkte aus. Ohne Not verließ er diesen „Pfad der Tugend“ und eröffnete Bacholke plötzlich eine aussichtsreiche Stellung, die dieser aber zu ungestüm nutzte, was ihm eine mehr als unglückliche Niederlage und Ingolstadt doch noch einen schwer erkämpften Arbeitssieg einbrachte.

Eine unnötige Niederlage musste auch die „Zweite“ in ihrem Auswärtsspiel bei der 2. Mannschaft der Spielgemeinschaft Waldkirchen/Freyung hinnehmen. Trotz großer Personalprobleme wäre zumindest ein Unentschieden leicht zu erreichen gewesen. Aber der Sieg des starken Helmut Ertl und die Punkteteilungen von Andreas Krauß, Lothar Rader, Hans Oberberger, Karl Hilmer und Egwin Schreiber reichten leider nur zu 3,5 der erforderlichen 4 Punkte. Ein Platz im Mittelfeld der Bezirksliga Ost ist für die neu formierte Mannschaft jedoch sehr ordentlich, die zudem nach der Winterpause auf personelle Verstärkung aus den eigenen Reihen hoffen darf. Für Deggendorf I hingegen heißt es, mit den vorhandenen Spielern das Beste aus der Situation zu machen und in Ebersberg mit einem Sieg die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die bisher gezeigten Leistungen geben hier noch durchaus Anlass zur Hoffnung.

 

Bild: Professor Johannes Grabmeier „blitzte“ seinen Gegner in Zeitnot aus und sicherte Deggendorf den vollen Punkt.

FH

 

 

 

25.11.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Erneute Niederlage für Deggendorfs Schachspieler

Gegen Ilmmünster trotz guter Leistung wieder ohne Punkte – „Zweite“ gewinnt deutlich

Obwohl sie mit dem SV Ilmmünster einen Gegner an den heimischen Brettern empfingen, der seinen beiden Auftaktspiele gewinnen konnte, rechneten sich Deggendorfs „Schachjünger“ dennoch gute Chancen auf ihren ersten Erfolg aus. Aber nach einer gewohnt kampfstarken Vorstellung stand man am Ende mit viel Pech wieder mit leeren Händen da.

Dabei war der Start durchaus viel versprechend. Ludwig Bielmeier (Brett 3; die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt) führte seine Partie gegen Wilhelm Loder sicher zum Remis, und auch Michael Bacholke konnte an Brett 5 gegen Markus Reischl einen sicheren halben Punkt beisteuern. Endlich einmal kein früher Rückstand für die Donaustädter! Und auch die restlichen Partien standen nach drei Stunden Spielzeit so schlecht noch nicht, was auch die dieses Mal zahlreichen interessierten Zuschauer aus den eigenen Reihen wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Doch dann nahm das Verhängnis seinen Lauf: Günther Dörfler (6) überzog gegen Herbert Baier seine positionell klar bessere Stellung und wollte mit einem Figurenopfer die endgültige Entscheidung erzwingen, übersah dabei jedoch ein Zwischenschach und musste seine Partie aufgeben. Auch Professor Johannes Grabmeier konnte den unkonventionellen Aufbau seines Gegenübers nicht wiederlegen. Damit stand es bereits 3-1 für die Gäste – eine Vorentscheidung, wie sich zeigen sollte.

Denn Franz Haselbeck bekam am Spitzenbrett wie gewöhnlich einen Spieler der Extraklasse vorgesetzt. Markus Lammers ist mit einer DWZ von 2353 der am zweithöchsten eingestufte Spieler der gesamten Liga und damit dem Deggendorfer Frontmann um mindestens 2 Klassen überlegen. So gestaltete sich auch von Beginn an die Partie; mit den schwarzen Steinen wurde Haselbeck gnadenlos in die Defensive gedrückt und verlor ersatzlos einen Bauern, erhielt nach einer Ungenauigkeit von Lammers jedoch unverhofft noch eine Gegenchance, die er jedoch nicht nutzen konnte. Letztendlich war der Deggendorfer im Mattnetz gefangen und Ilmmünster hatte zumindest ein Unentschieden sicher.

Dass die Auseinandersetzung noch einmal spannend wurde, dafür sorgten Hubert Firlbeck (2) und Rainer Tauber (7). Letzterer hatte sich akribisch auf seinen Gegner Edwin Huber vorbereitet. In einer scharfen Variante hatte Deggendorfs Mannschaftsführer die ersten 17 Züge, quasi die halbe Partie, analysiert – danach war für seinen wertungsstarken Kontrahenten das Spiel mehr oder weniger gelaufen. Souverän fuhr Tauber die Ernte seines Fleißes ein und gewann die dritte Partie in Folge. In dieser Form wird er an den hinteren Brettern für jeden Gegner in dieser Liga nur schwer zu besiegen sein. Herausragend auch die Leistung von Hubert Firlbeck an Brett 2, der den starken Andreas Kampert in einer souverän angelegten Partie trotz eines leichten „Hängers“ in finaler Zeitnot verdient besiegte. Nun lag es an Franz Schmidbauer, seinem Team mit einem Sieg noch zum ersten Punkt zu verhelfen. Doch hierfür reichte die Endspielstellung des Deggendorfer Routiniers nicht aus, im Gegenteil: Auch der halbe Punkt, mit dem der Vorstand des Schachvereins lange liebäugelte, war nicht zu erreichen, und nach mehr als fünf Stunden stand die bittere 5-3-Niederlage gegen einen fairen und sympathischen Gegner fest.
Bild: Hubert Firlbeck spielte eine schöne Partie an Brett 2 und fuhr den vollen Punkt für Deggendorf ein

Überaus fair zeigten sich gegen die Deggendorfer Reserve auch die Spieler des SV Schaibing II. Das verbotene Handyklingeln von Mannschaftsführer Hans Oberberger bestraften sie nicht mit dem Verlust der Partie, was ihnen eigentlich zugestanden wäre, sie suchten vielmehr die sportliche Entscheidung. Hier waren sie gegen Deggendorf II ohne Chance und verloren mit 2-6. Dabei boten die Deggendorfer eine geschlossene Leistung, vier Siegen und vier Unentschieden stand keine einzige Niederlage entgegen. Mit diesem deutlichen Sieg hat Deggendorf II in der Bezirksliga Ost nach 3 Spieltagen den Kontakt zur Tabellenspitze hergestellt. Für die Erste steht in der letzten Begegnung vor Weihnachten, wieder an heimischen Brettern (9. Dezember, 10 Uhr, Kolpinghaus) mit dem ungeschlagenen Tabellenführer und letztjährigen Landesligaabsteiger SK Ingolstadt erneut eine kaum lösbare Aufgabe an, zumal sich immer mehr abzeichnet, dass drei Spieler aus der ersten Acht in dieser Saison aus privaten Gründen wohl „die Steine nicht mehr in die Hand nehmen werden“. Deggendorf II muss bei der 2. Mannschaft der Spielgemeinschaft Waldkirchen/Freyung antreten. Hier wird sich zeigen, ob der Weg weiter nach oben führt oder ob eine Saison im Mittelfeld bevorsteht.  .

FH

 

04.11.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Trotz Niederlage klare Steigerung der Deggendorfer Schachspieler

Knappe Niederlage gegen Gräfelfing nach starker Vorstellung – „Zweite“ überraschend siegreich

 Mit einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen Passau präsentierte sich Deggendorfs Regionalligateam beim starken SK Gräfelfing. Während die Donaustädter neben Spitzenspieler Manfred Menacher dieses Mal auch Ludwig Bielmeier ersetzen mussten, trat Gräfelfing in bestmöglicher Aufstellung an. Angeführt von FIDE-Meister Wolfgang Riedel, einem langjährigen Erst- und Zweitligaspieler, konnte bis Brett 8 jeder Akteur der Heimmannschaft eine DWZ (die Wertungszahl gibt Aufschluss über die Spielstärke) von deutlich über 2000 aufweisen, während bei Deggendorf lediglich Günther Dörfler diese Schwelle knapp überschreitet. Kurz gesagt: Jeder Gräfelfinger war seinem niederbayerischen Gegenüber von der Papierform her um Klassenstärke überlegen.

Und es begann auch nicht gut für Deggendorfs „Schacherer“: Franz Schmidbauer (Brett 3; Deggendorf in der Folge immer zuerst genannt) und Professor Johannes Grabmeier (7) gerieten gegen Jürgen Hofmann und Christoph Habdank nach ungenauen Zügen, die man sich gegen derart spielstarke Gegner nicht erlauben darf, in die Defensive und mussten in der Folge ihre Partien trotz tapferer Gegenwehr aufgeben. Damit schien bereits eine Vorentscheidung gefallen, als Günther Dörfler (5) gegen Martin Luft und völlig überraschend auch Franz Haselbeck am Spitzenbrett gegen Wolfgang Riedel in beiderseits aussichtsreichen Stellungen Remisangebote erhielten. Mannschaftsführer Rainer Tauber entschied angesichts der gegnerischen Stärke, die Punkteteilungen zu akzeptieren; die nachfolgenden Analysen ergaben, dass beide Deggendorfer ihre Partien mit guten Chancen auch hätten fortsetzen können!

Beim Zwischenstand von 1-3 wurde die Auseinandersetzung noch einmal spannend. Rainer Tauber (6) nutzte in beiderseitiger Zeitnot einen Fehler seines zu ungestüm auf Sieg spielenden Gegenüber Leif Reichert zum Gewinn der Qualität (= Leichtfigur gegen Turm) und verwertete diesen Vorteil in der Verlängerung sicher zum Punktgewinn – ein schöner und verdienter Erfolg des Teamkapitäns gegen den am zweithöchsten eingestuften Spieler der Gastgeber. Auch Michael Bacholke (4) versuchte, mit einem riskanten Figurenopfer Alexander Würdinger auszumanövrieren, übersah jedoch einen „stillen“ Verteidigungszug und verlor. Fast wäre es danach Hubert Firlbeck (2) nach langwieriger, mühsamer Verteidigung gegen Oliver Gesing noch gelungen, den Spieß komplett zu drehen, doch auch sein halber Punkt ist aller Ehren wert. Gleiches gilt für Dr. Peter Roth (8), der Karsten Kühn nie zur Entfaltung kommen ließ und seine Partie ebenfalls sicher in den Remishafen steuerte.

Ungeachtet dieser neuerlichen Niederlage ist Deggendorf nach den Startschwierigkeiten eines Neulings nunmehr in der Regionalliga angekommen und geht zuversichtliche in den nächsten Kampf an heimischen Brettern gegen den bislang zweimal siegreichen SV Ilmmünster (am 25. November ab 10 Uhr im Kolpinghaus). Noch besser machte es die „Zweite“, die mit einem überraschenden Sieg gegen SK Passau III den schwachen Start ausbügelte. Alois Thurnbauer (6) und Helmut Ertl (8) gewannen ihre Partien, Andreas Krauß (1), Lothar Rader (3), Hans Oberberger (4), Willibald Haimerl (5) und Winfried Schneider (7) steuerten je eine halben Punkt bei; lediglich Georg Reisinger musste im Duell der Routiniers an Brett 2 gegen Joseph Klinger eine Niederlage hinnehmen, was den 4,5-3,5-Erfolg jedoch nicht mehr gefährden konnte.
  

Bild: Rainer Tauber
konnte als einziger Deggendorfer in der Schach-Regionalliga seine beiden Auftaktpartien gewinnen – ein in jeder Hinsicht vorbildlicher Kapitän seines Teams.

FH

 

21.10.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler mit klarer Niederlage gegen Passau II

Ersatzgeschwächt ohne Chance gegen Meisterschaftsfavoriten – „Zweite“ verliert überraschend beim Liganeuling

 Ohne jede Chance waren Deggendorfs Schachspieler beim ersten Mannschaftskampf der Regionalliga Südost im Niederbayernderby gegen die Zweitbundesligareserve des SK Passau. Mit 1,5-6,5 verlor man deutlich an den heimischen Brettern, allerdings gegen ein Team, dass in dieser Form und Aufstellung zu den Topfavoriten auf den Titel zählt, während für Deggendorf als Aufsteiger allein der Klassenerhalt das Ziel sein kann. Überraschend und nicht eingeplant war hingegen die 3-5-Niederlage der „Zweiten“ beim Aufsteiger SV Röhrnbach.

Für die „Erste“ waren das Fehlen ihres Spitzenspielers FIDE-Meister Manfred Menacher und der kurzfristige krankheitsbedingte Ausfall von Franz Schmidbauer nicht zu kompensieren. An den ersten vier Brettern stand man einer Passauer Übermacht mit zwei internationalen Titelträgern gegenüber, die sich auch höherklassig nicht zu verstecken bräuchte. Dementsprechend klar waren die Niederlagen von Rückkehrer Ludwig Bielmeier (Brett 3), der allerdings mit dem Internationalen Meister Wolfgang Kaiser, in den 80er Jahren mehrfacher niederbayerischer Meister und für Passau über Jahre hinweg sogar in der 1. Bundesliga erfolgreich im Einsatz, den wohl schwersten Brocken vorgesetzt bekam, Hubert Firlbeck (2) und Michael Bacholke (4). Einzig Franz Haselbeck, für Menacher an Brett 1 gerückt, vermochte FIDE-Meister Arpad Geller aus defensiver Position anhaltenden Widerstand zu leisten. Sein Endspiel – Bauernnachteil bei ungleichfarbigen Läufern – wäre bei korrekter Behandlung wohl Remis zu halten gewesen, doch letztendlich musste auch er in der längsten Partie des Tages seinem erfahrenen Kontrahenten zum Sieg gratulieren.

Aber auch an Brett 7 und 8 bekamen Professor Johannes Grabmeier und Dr. Peter Roth Gegner mit deutlich besseren Wertungszahlen vorgesetzt, so dass auch hinten für Deggendorf keine Punkte zu holen waren. Lediglich der „Mittelblock“ mit Mannschaftsführer Rainer Tauber (6), der den Passauer Routinier Gerhard Heyne in einer schönen Angriffspartie unter permanenten Druck und letztlich Matt setzte, sowie Günther Dörfler (5), der in der dramatischsten Partie des Tages gegen Peter Eizenhammer nach beiderseits hektischer Zeitnotphase ein verdientes Remis erkämpfte, sorgten mit ihren (Teil-)Erfolgen für Ergebniskosmetik. Doch war man sich trotz der hohen Abfuhr im Deggendorfer Lager rasch einig: Die nötigen Punkte müssen gegen andere Gegner geholt werden. Ob dies allerdings in zwei Wochen beim Auswärtskampf in Gräfelfing gelingen wird, steht in den Sternen, denn nominell ist der letztjährige Tabellenfünfte kaum schwächer als der Auftaktgegner besetzt.

Überraschend und auch etwas enttäuschen war hingegen die Niederlage der 2. Mannschaft (ohne Altmeister Hans Feichtinger) in der Bezirksliga Ost beim Aufsteiger SV Röhrnbach. Dessen starker Neuzugang FIDE-Meister Roland Knechtel aus der „Konkursmasse“ des Ex-Landesligisten SC Bayerwald/Regen an Brett 1 dürfte in dieser Liga zwar kaum zu bezwingen sein und auch an Brett 2 kann der Neuling mit dem Ex-Waldkirchener Reinhard Gibis einen starken Routinier aufbieten; beide gewannen auch ihre Partien gegen Andreas Krauß und Georg Reisinger. Doch glaubten sich die Donaustädter an den folgenden Brettern, auch bedingt durch deren langjährige Erfahrung in Niederbayerns höchster Spielklasse, doch ausreichend überlegen, um einen Sieg einzufahren. Doch reichten hierfür die Siege von Lothar Rader (3), Willibald Haimerl (5) und Helmut Erlt (8) nicht aus, da zugleich Teamkapitän Hans Oberberger (4), Alois Thurnbauer (6) und Karl Hilmer (7) ihre zum Teil klar besser stehenden Partien „in den Sand setzten“, was die 5-3-Niederlage nach sich zog. Auch für die Reserve der Deggendorfer „Schacherer“ gilt es nun, sich schnellstmöglich zu steigern, um einen beruhigenden Saisonverlauf im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu gewährleisten. Allerdings steht ein zwei Wochen mit dem SK Passau 3 ein starker Gegner ins Haus, der eine deutliche Leistungssteigerung verlangt, um einen Fehlstart zu vermeiden.

FH

 

9.07.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Erfolg im Schnellschach

Erstmals niederbayerischer Mannschaftsmeister – Ludwig Bielmeier vertritt den Verein erfolgreich auf bayerischer Ebene

 

Mehr und mehr entwickelt sich Deggendorf zum Mekka des niederbayerischen Schnellschachs. Basis hierfür sind die monatlichen Sommerturniere des Schachvereins, an denen an jedem ersten Freitag im Monat im Vereinslokal Kolpinghaus zunehmend auch starke Spieler aus benachbarten Vereinen als gern gesehene Gäste teilnehmen.

Das Juni-Turnier wurde dabei eine sichere Beute von Ludwig Bielmeier, der sich gegen die höher eingeschätzten Landesligaspieler FIDE-Meister Roland Knechtel (SC Bayerwand) und Dominic Wisnet (SC Pfarrkirchen), niederbayerischer Meister im Turnierschach,  souverän behaupten konnte, mit 7 Punkten aus 7 Partien eine optimale Ausbeute erzielte und damit einen gewichtigen Grundstein für die Wiederholung seines letztjährigen Gesamtsieges legte. Mit Rückkehrer Bielmeier hat der SV auch den amtierenden niederbayerischen Meister dieser Turnierform in seinen Reihen, bei der mit verkürzter Bedenkzeit – zwischen 15 und 30 Minuten – hochwertige und gegen Ende zumeist dramatische Partien an der Tagesordnung sind. Bei den kürzlich in Friedberg ausgetragenen bayerischen Meisterschaften, für die sich Bielmeier mit seinem Titelgewinn qualifiziert hatte, belegte er in einem hochklassig besetzten Feld von 30 Teilnehmern, darunter 9 internationale Titelträger, einen guten 21. Rang mit 5 Punkten aus 9 Partien. Bayerischer Meister wurde ungeschlagen IM Mikhail Umansky (TSV Haunstätten).

Einen weiterer Rückkehrer konnte das Juli-Turnier für sich entscheiden: FIDE-Meister Manfred Menacher ist nach mehrere Jahren, in denen er unter anderem für den Landesligisten SC Pfarrkirchen und in der 2. Österreichischen Staatsliga aktiv war, wo er in einer Saison auch einmal die Norm zum Internationalen Meister erfüllen konnte, zu seinem Heimatverein zurückgekehrt. Und der mehrfache niederbayerischer und bayerische Meister trumpfte sofort wieder groß auf und gewann mit 6,5 Punkten aus 7 Partien vor dem immer stärker werdenden Michael Bacholke (5,5/7) und den punktgleichen Hubert Firlbeck, Franz Schmidbauer und Peter Knollmüller (alle 4,5/7). Im geschlagenen Feld waren neben fast allen Akteuren der 1. Mannschaft auch der Landauer Spitzenspieler Christoph Schultes sowie Jungtalent Martin Christlmaier, ebenfalls SK Landau.

Menacher war es auch, der ein Viererteam des SC Deggendorf zum überraschenden Titelgewinn bei den niederbayerischen Schnellschach-Mannschaftsmeisterschaften, die in Geiselhöring ausgetragen wurden, führte. Nach spannendem Turnierverlauf sicherten sich die Deggendorfer den Sieg in der Besetzung Manfred Menacher, Hubert Firlbeck, Franz Schmidbauer und Alois Thurnbauer vor dem favorisierten Gastgeber TV 1862 Geiselhöring und dem TSV Massing. Damit hat man sich nicht nur den 2. Niederbayerischen Mannschaftstitel der Saison gesichert, sondern sich zugleich auch für die bayerische Schnellschach-Regionalliga qualifiziert, deren Titelkämpfe am 16. September ausgetragen werden. Hier haben die Deggendorfer die gute Gelegenheit, die raue Regionalliga-Luft zu schnuppern, der sie ab Oktober bei den Mannschaftskämpfen im Turnierschach regelmäßig ausgesetzt sein werden!

Franz Haselbeck

 

 

4.05.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Ludwig Bielmeier gewinnt 1. Schnellschach-Sommerturnier des Schachvereins

Erfolgreicher Start der beliebten Turnierserie

Mit einem souveränen Sieg des Titelverteidigers und amtierenden Stadtmeisters im Turnierschach Ludwig Bielmeier endete die erste Runde der diesjährigen Sommer-Schnellschach-Turnierserie des SV Deggendorf. Zum dritten Mal in Folge veranstaltet der Schachverein unter Turnieleiter Hans Oberberger diesen Wettbewerb, beim dem von Mai bis Oktober an jedem ersten Freitag im Monat ein siebenrundiges Schnellturnier absolviert wird. Gespielt werden dabei Partien über 15 Minuten Bedenkzeit, die, abseits der Hektik der sonst üblichen 5-Minuten-Blitzpartien, bereits ein durchaus niveauvolles Schach ermöglichen. Die besten drei Ergebnisse eines jeden Spielers finden am Ende Eingang in die Gesamtwertung. Teilnehmen darf jeder am Schachspiel Interessierte, eine Vereinszugehörigkeit ist nicht erforderlich; aber auch Gäste benachbarter Vereine sind jederzeit gerne gesehen.

 

Bielmeier (Bild), der auch aktueller Niederbayerischer Meister in dieser Disziplin ist, wurde seiner Favoritenrolle unter 16 Teilnehmern von Anfang an gerecht. Lediglich in der 3. Runde gab er mit einem Unentschieden gegen Franz Haselbeck einen halben Punkt ab – es sollte sein einziger bleiben. Etwas Glück benötigte er gegen Altmeister Hans Feichtinger, der ihn in eine prekäre Lage manövriert hatte, ohne aber daraus den durchaus möglichen Gewinn zu erzielen. Die weitere Reihenfolge: 2. Peter Knollmüller, 5,5 Punkte; 3. Hans Feichtinger; 4. Franz Haselbeck; 5. Michael Bacholke, alle 4,5; 6. Alois Thurnbauer, 4 Punkte.

Am Rande der Veranstaltung gab Ludwig Bielmeier, der in den letzten Jahren für den SC Bayerwald-Regen in der Landesliga aktiv war, auch seine definitive Zusage, in der nächsten Saison wieder für seinen Heimatverein zu spielen. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist das aus der eigenen Jugend hervorgegangene „Deggendorfer Urgestein“ die gewünschte Verstärkung des Teams – sowohl in spielerischer Hinsicht als auch, was ein intaktes Mannschaftsgefüge betrifft. Mit ihm wird kann das „Unternehmen Klassenerhalt“ nunmehr mit einer zwar kleinen, aber durchaus realistischen Chance angegangen werden.

FH

 

22.04.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Schachverein beendet erfolgreiche Saison mit Sieg

„Erste“ gewinnt in Vilshofen – „Zweite“ verabschiedet sich mit guter Leistung aus der Niederbayernliga 

Mit 5-3 gewann der bereits als Meister feststehende SV Deggendorf sein letztes Spiel in Vilshofen. Auch die Reserve konnte – obwohl ohne rechnerische Chance auf den Klassenerhalt – einen Achtungserfolg für sich verbuchen. Mit dem quasi letzten Aufgebot holte man ein Unentschieden beim starken SC Grafenau und zeigte damit bis zum Schluss den Kampfgeist, den dieses Team seit Jahren auszeichnet.

Bedeutungslos war das Derby der Donaustädte für die Deggendorfer, während es für die Gastgeber noch darum ging, die Klasse endgültig zu erhalten; mit einer dementsprechend starken Aufstellung trat Vilshofen an, während Deggendorf die Ausfälle von Professor Johannes Grabmeier und Dr. Peter Roth hinnehmen musste. Dennoch stellte der Meister schon bald die Weichen in Richtung Erfolg: Hubert Firlbeck (Brett 1; die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt), Mannschaftsführer Rainer Tauber (3) und Ersatzmann Georg Reisinger (8) sorgten mit ihren Siegen für einen beruhigenden Vorsprung, Franz Schmidbauer steuert an Brett im Duell mit dem Ex-Deggendorfer Thomas Zankl ebenso ein Remis bei wie Michael Bacholke (5) und Andreas Krauß (7) bei seinem zweiten Einsatz in der „Ersten“. Für ein negatives Kuriosum sorgte Franz Haselbeck (4), der nach wechselndem Partieverlauf in eigentlich unverlierbarer, „toter“ Remisstellung gegen Günther Mauritz noch nach einem Gewinnweg suchte, dabei einen simplen Läuferangriff auf seinen Turm schlichtweg übersah, seinen König berührte und sich („berührt-geführt“ lautet die unverrückbare Regel) danach zur sofortigen Aufgabe gezwungen sah.

Dennoch war die Begegnung bereits entschieden, und so konnte Günther Dörfler (6), der zuvor nach einem Fehler ebenfalls nur knapp dem Verlust entgangen war, in komplizierter Stellung das ihm angebotene Unentschieden bei knapper Bedenkzeit getrost annehmen. Mit 8,5 Punkten aus 9 Partien avancierte Dörfer damit nicht nur zum Erfolgsgaranten seines Teams, sondern auch zum absolut besten Punktesammler der Niederbayernliga. Am nächsten kamen ihm der Simbacher Spitzenspieler Dr. Franz  Riemelmoser und Erich Kreilinger (TV Geiselhöring) mit jeweils 8 Zählern, gefolgt von Michael Popp (TV Geiselhöring; 7), Paul Hofmann (FC Ergolding; 6,5) sowie Helmut Stadler (SC Grafenau), Erik Lipok, Karl-Heinz Binder (beide TSV Waldkirchen), Franz Haselbeck und Michael Bacholke (alle 6) in den Top-Ten. Hervorragende Einzelbilanzen steuerten auch die beiden Mannschaftsführer der Deggendorfer Teams bei; Rainer Tauber und Hans Oberberger erzielten jeweils 5,5 Punkte bei neun Einsätzen an der vorderen Brettern.

Mit Anstand verabschiedete sich auch Deggendorf II aus der Niederbayernliga, allerdings in die entgegengesetzte Richtung ein Klasse nach unten. In Grafenau sicherten Hans Feichtinger mit einem schönen Sieg gegen Gregor Wolf an Brett 1, Alois Thurnbauer (7) und Helmut Ertl (8), die ebenfalls den ganzen Punkt einfuhren, sowie Lothar Rader (2) und Hans Oberberger (3) mit zwei Remis bei Niederlagen von Peter Daum, Willibald Haimerl und Karl Hilmer das überraschende Unentschieden. In dieser Form werden die Männer um Kapitän Hans Oberberger in der Bezirksliga Ost sicher ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der nächstjährigen Meisterschaft, verbunden mit dem Wiederaufstieg, mitreden können. Begleitet werden sie als Absteiger aus einer Klasse, in der vor dem letzten Spieltag noch 6 von 10 Teams gefährdet waren, der SC Kauflanden und überraschender Weise auch der Vorjahresdritte FC Ergoling.

Für Deggendorf I geht es nun nach der verdienten Meisterfeier darum, die kommende Saison in der Regionalliga zu planen. Nur mit vereinten Kräften nach dem Motto „Mannschaftsgeist gegen stärkere Einzelspieler“ kann der Erhalt dieser Klasse gelingen. Dafür ist man noch auf der Suche nach einem starken Spitzenmann, der den an Brett 1 agierenden Topleuten dieser Liga Paroli bieten kann und zugleich in das Gefüge des Teams passt. Und vielleicht entschließt sich ja auch das Deggendorfer Eigengewächs, der amtierende Stadtmeister Ludwig Bielmeier, derzeit für Bayerwald-Regen in der Landesliga aktiv, zur Rückkehr.

FH

 

Abbildung: Günther Dörfler (vorne links), der überragende Spieler der gesamten Niederbayernliga, bei der Analyse seiner Partie mit „Altmeister“ Georg Reisinger (rechts); interessierter Beobachter ist Teamneuling Andreas Krauß (Foto: Haselbeck).

 

 

01.04.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachteam sichert sich Titel

Erfolg in der Niederbayernliga schon einen Spieltag vor

Saisonschluss sichergestellt – Zweite endgültig abgestiegen

Geschafft! Zum 4. Mal in seiner Vereinsgeschichte nach 1981/82, 1992/93 und 2001/02 sicherte sich der Schachverein Deggendorf den seit 1951 vergebenen Titel eines Niederbayerischen Mannschaftsmeisters im Turnierschach. Mit einem 5-3-Heimerfolg gegen den vor dieser Saison freiwillig aus der Landesliga abgestiegenen TSV Waldkirchen holte man aus eigener Kraft schon eine Runde vor Schluss die letzten beiden erforderlichen Punkte. Einziger Wermutstropfen: Die sich tapfer wehrende „Zweite“ ist trotz eines 4-4-Unentschiedens gegen den SC Vilshofen endgültig abgestiegen, was der Freude über den Vereinserfolg jedoch keinen großen Abbruch bereitet.

Nach zuletzt zwei etwas schwächeren Spielen mit der bislang einzigen Saisonniederlage gegen den SC Simbach gingen die Donaustädter dieses Mal voll konzentriert an die Bretter. Sicheren Siegen von Topscorrer Günther Dörfler (Brett 6; die Deggendorfer in der Folge immer zuerst genannt) und Teamdebütant Andreas Krauß (8) folgten zunächst allerdings Niederlagen an den ersten drei Positionen: Vereinsvorstand Franz Schmidbauer, Professor Johannes Grabmeier und Mannschaftsführer Rainer Tauber mussten mit ihren jeweils unglücklich verlorenen Partien der Stärke ihrer Konkurrenten Tribut zollen, die sämtliche bereits mehrere Jahre in der Landesliga erfolgreich spielten.

Doch nun kam das in dieser Saison große Plus der Heimmannschaft zu tragen; kein einziges Team in dieser Klasse kann mit einer auch nur annähernd ausgeglichenen Aufstellung aufwarten, und diese Feststellung schließt auch die Ergänzungsspieler mit ein, die das Fehlen des einen oder anderen Stammspielers – dieses Mal war mit Hubert Firlbeck sogar Brett 1 privat verhindert – jeweils problemlos kompensierten. Michael Bacholke erzielte den Ausgleich, und wenig später sorgte der weiterhin ungeschlagene und als unerschütterlicher Positionsspieler gefürchtete Dr. Peter Roth für die erneute Führung. Die endgültige Entscheidung blieb Franz Haselbeck vorbehalten, der die ganze Enttäuschung über sein krankheitsbedingtes Fehlen in Simbach, als man eigentlich schon alles klar machen wollte, in diese Partie legte und nach dem Gewinn eines Bauern seinem Gegner zeigte, wie man ein gewonnenes Endspiel sicher verwertet.

25 Jahre nach dem ersten Titelgewinn waren noch sechs Spieler von damals am Titelgewinn 2006/07 beteiligt – ein Beleg dafür, dass Schach als lebenslanger Sport auf hohem Niveau betrieben werden kann: Rainer Tauber, Franz Schmidbauer, Günther Dörfler und Franz Haselbeck von der ersten Acht, dazu Hans Feichtinger und Alfons Hacker; zum Einsatz kamen weiterhin Hubert Firlbeck, Professor Johannes Grabmeier, Michael Bacholke, Dr. Peter Roth sowie Andreas Krauß. Mit diesem Kader wird man im Großen und Ganzen auch versuchen, im nächsten Jahr den Klassenerhalt in der Regionalliga zu sichern, ein Unternehmen, das angesichts der Spielstärke in dieser Klasse mit Mannschaften wie der Bundesliga-Reserve des TV Tegernsee nicht einfach werden wird. Aber mit der in dieser Saison gezeigten Kampfkraft sowie dem ausgeglichenen und kompakten Auftreten wird man versuchen, auch überregional zu bestehen.

Auch rechnerisch nicht mehr zu retten ist trotz eines achtbaren Unentschiedens gegen Vilshofen hingegen die „Zweite“; der Mannschaftskampf spiegelt den  mehr als unglücklichen Saisonverlauf geradezu exemplarisch wieder. Nach schönen Siegen von Udo Schaefer gegen des Ex-Deggendorfer Thomas Zankl an Brett 1, Mannschaftsführer Hans Oberberger (6) sowie Georg Reisinger (4), dem gegen den landesligaerfahrenen Johann Martin ackeHacker

Hacker eine echte Überraschung gelang, sowie Remispartien von Alfons Hacker (3) und Lothar Rader (5) bei nur einer Niederlage von Helmut Ertl rechneten auch die Gäste nicht mehr mit einem Punktgewinn, als das Pech sich reichlich über die Deggendorfer ergoss: Hans Feichtinger (2) überschritt in klar besserer Stellung ohne Not die Zeit infolge eines Gedankenfehlers, und an Brett 7 versäumte Peter Daum nicht nur den Gewinn nach fast sechs Stunden Spielzeit, er musste sogar noch die Niederlage quittieren. Doch wollen die Mannen um Hans Oberberger im nächsten Jahr in der Bezirksliga erneut angreifen mit dem Ziel, in absehbarer Zeit in Niederbayerns Eliteklasse zurückzukehren

FH

 


Bild der Meistermannschaft (von links): Andreaß Krauß, Michael Bacholke, Franz Haselbeck, Franz Schmidbauer, Hans Feichtinger, Prof. Johannes Grabmeier, Rainer Tauber, Dr. Peter Roth und Alfons Hacker. Es fehlen Günther Dörfer und Hubert Firlbeck. (Foto: Schachverein)

 

 

 

18.03.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Schwarzes Wochenende für Deggendorfs Schachspieler

„Erste“ verpasst gegen Simbach vorzeitige Meisterschaft – „Zweite“ vor dem Abstieg

 Lange Gesichter statt Meisterjubel: So lässt sich die Gemütslage der Deggendorfer Schachspieler nach einmal völlig verpatzten Wochenende zusammenfassen. Deggendorf I kassierte in Simbach mit 3,5 zu 4,5 die erste Saisonniederlage in der Niederbayernliga, Deggendorf II erlebte in Kauflanden mit 1 zu 7ein Debakel und muss sich wohl mit dem Abstieg in die Bezirksliga vertraut machen.

 Von Anfang an stand das Auswärtsspiel der Deggendorfer beim Tabellenzweiten Simbach unter keinem guten Stern. Der zuverlässige Punktesammler Franz Haselbeck fehlte krankheitsbedingt, und der als Ersatz erstmals in dieser Saison aufgebotene Spitzenspieler Michael Pollinger sagte kurzfristig ab, so dass Altmeister Hans Feichtinger einspringen musste, was wiederum die Zweite entscheidend schwächen sollte.

Ausschlaggebend für die überraschende Niederlage war die Tatsache, dass man gegen die ersten vier Bretter der Simbacher, die ausnahmslos mit spielstarken österreichischen „Legionären“ bestückt waren, kein Mittel fand und nur ein Remis erzielen konnte. Dennoch hätte der Mannschaftskampf bei „normalem“ Verlauf zu Gunsten der Donaustädter ausgehen müssen. Günther Dörfler (Brett 6; die Deggendorfer Spieler in der Folge immer zuerst genannt) und Dr. Peter Roth (7) gewannen gewohnt souverän, und Hans Feichtinger (8) sowie Michael Bacholke (5) steuerten mit den schwarzen Steinen je ein Unentschieden bei. Auch nach der nicht einkalkulierten Niederlage von Rainer Tauber, zur Zeit etwas auf der Suche nach seiner vorweihnachtlichen Form, der nach einem schweren positionellen Missgriff an Brett 4 gegen Norbert Frühauf die Segel Zug um Zug streichen musste, herrschte im Lager des Tabellenführers ungebrochene Zuversicht. Verantwortlich hierfür war Professor Johannes Grabmeier (Brett 3), der gegen Gerhard Spiesberger stark aufspielte und eine klar vorteilhafte Stellung erlangte. Doch dann senkte die Schachgöttin Caissa ihren Daumen und das Unglück nahm seinen Lauf. Anstatt mit einem Zug eine Figur zu gewinnen, vergriff sich Grabmeier, verlor die Qualität (einen Turm gegen eine Figur) und letztendlich auch die Partie.

Nach vier Stunden Spielzeit stand es jetzt zwar immer noch 3-3, doch die Verlängerung mussten nun Hubert Firlbeck und Vereinsvorstand Franz Schmidbauer gegen die beiden Spitzenspieler der Simbacher bestreiten. Schmidbauer war an Brett 2 gegen Johann Maierhofer zeitweise schwer unter Druck, konnte sich aber nach einem listigen positionellen Qualitätsopfer befreien und zum Remis abwickeln. Nahezu unlösbar hingegen war die Aufgaben für Firlbeck an Brett 1 gegen den absoluten Topmann und internationalen Titelträger Dr. Franz Riemelmoser. Ungeachtet dessen zeigte der Deggendorfer ein beherztes Spiel und musste sich erst nach härtester Gegenwehr der überlegenen Endspieltechnik des FIDE-Meisters geschlagen geben. Riemelmoser hat damit 7 Punkte aus 7 Partien auf seinem Konto, eine makellose Bilanz, die außer ihm nur noch Deggendorf Günther Dörfler vorweisen kann!

Damit war der Tag entschieden, und die Simbacher, in der letzten Saison eigentlich abgestiegen und nur am grünen Tisch in der Liga verblieben, konnten sich über einen unerwarteten und auch etwas glücklichen Sieg freuen. Dennoch haben es die Mannen um Teamkapitän Rainer Tauber nach wie vor selbst in der Hand: Mit drei Punkten Vorsprung zwei Spieltage vor Schluss kann schon in knapp zwei Wochen gegen den Landesligaabsteiger TSV Waldkirchen, eine deutliche Leistungssteigerung vorausgesetzt, der Sack zugemacht, die Meisterschaft gefeiert und die Niederlage zu einem Schönheitsfehler korrigiert werden. Diese Chance dürfte der Zweiten endgültig verflogen sein. Nach dem nie erwarteten Debakel gegen die ebenfalls stark abstiegsbedrohten Kauflandener, bei dem lediglich Alfons Hacker und Georg Reisinger an Brett 2 bzw. 3 ein Remis erzielen konnten, ist der Klassenerhalt zwar rechnerisch noch möglich, doch müssten dafür schon mehrere kleine Wunder passieren. Ein Abstieg wäre für die eingeschworene Truppe um Hans Oberberger jedoch kein Beinbruch. Der Neuaufbau eine Klasse tiefer käme den Neulingen im Team gelegen, um sich an die raue Turnierluft zu gewöhnen und den Wiederaufstieg in Niederbayerns höchste Spielklasse zu gegebener Zeit in Angriff zu nehmen.

FH

 

25.02.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler steuern auf Meisterkurs

„Erste“ gegen Geiselhöring – „Zweite“ gegen Waldkirche knapp geschlagen

 Sperrangelweit aufgestoßen haben Deggendorfs Schachspieler das Tor zur Meisterschaft in der Niederbayernliga, der höchsten Spielklasse im Bezirk, mit ihrem 6. Sieg in Folge, dem dieses Mal der TV Geiselhöring „zum Opfer fiel“. Nach den gleichzeitigen überraschenden Niederlagen der letzten verbliebenen Konkurrenten aus Simbach und Eggenfelden beträgt der Vorsprung in der Tabelle bereits fünf Punkte, eine Dominanz, die man so nie erwarten konnte. Mit einem Sieg beim Tabellenzweiten SC Simbach könnte in der nächsten Runde der Titel bereits zwei Spieltage vor Schluss fixiert werden.

 Dazu bedarf es allerdings einer deutlichen Leistungssteigerung, den trotz des 5-3-Erfolges lieferte Deggendorfs „Erste“ gegen Geiselhöring ihre wohl schwächste Saisonleistung ab. Dabei hatte es mit relativ leichten Siegen von Michael Bacholke (Brett 6; die Deggendorfer Spieler in der Folge immer zuerst genannt) und des abermals überragenden Günther Dörfler (7) in einer handstreichartigen Kurzpartie eigentlich wie erhofft begonnen. Doch dann versäumte zunächst Franz Haselbeck (5) gegen den sich verzweifelt wehrenden Siegfried Foierl den Gewinn und konnte nach einer falschen Fortsetzung den Remishafen nur noch mit Glück erreichen. Dieses wiederum war Mannschaftsführer Rainer Tauber, der an Brett 4 seiner Favoritenrolle nie gerecht werden konnte, ebenso wenig beschieden wir Franz Schmidbauer (2), der in einer verheißungsvollen Stellung gegen den starken Michael Popp, abgelenkt durch einen kurzzeitigen Tumult am Nebenbrett, seine Bedenkzeit unnötig überschritt und verlor.

Damit stand es plötzlich unentschieden 2,5 zu 2,5, als sich an Brett 3 auch Professor Johannes Grabmeier einer Reklamation seines Kontrahenten Erich Kreilinger hinsichtlich einer Überschreitung der Bedenkzeit ausgesetzt war, die zwar zur oben genannten Unruhe führte, sich jedoch in der neutralen Analyse als nicht begründet herausstellte; jedoch brachte Grabmeier dieser Zwischenfall zumindest so weit aus dem Konzept, dass er nach Wiederaufnahme der Partie einen schönen Gewinnzug außer Acht ließ und sich mit Remis durch Dauerschach begnügte. Hubert Firlbeck blieb es nun an Brett 1 vorbehalten, sein Team wieder in die Erfolgsspur zu führen. Der Jüngste seiner Mannschaft, der sich in dieser Saison zu einem echten Spitzenspieler entwickelt hat, bezwang den höher eingeschätzten Werner Schubert trotz grippalen Infekts und stellte die Weichen damit auf Sieg. Endgültig sicherte diesen Dr. Peter Roth (8), der geduldig seine Bauernvorteil im Endspiel zu Punktgewinn verwandelte.

Pech hatte hingegen die Reserve, die sich in stärkstmöglicher Aufstellung gegen den Landesligaabsteiger aus Waldkirchen, der bis dato in der Liga überraschend schwach agiert hatte, den zweiten Saisonsieg erhofft hatte. Nach Niederlagen von Udo Schaefer (1), Hans Feichtinger (3), Alfons Hacker (4) und Lothar Rader (6) – letzterer verlor kurioser Weise trotz des Gewinns der Dame gegen zwei Leichtfiguren – bei nur einem Unentschieden von Georg Reisinger (5) war der Tag bereits entschieden. Daran konnten auch die starken Vorstellungen von Andreas Krauß, der an Brett 2 überraschend den niederbayerischen Spitzenspieler Robert Autengruber schlecht aussehen ließ, Mannschaftsführer Hans Oberberger (7) und Alois Thurnbauer (8) nicht mehr ändern. Mit der 3,5 zu 4,5-Niederlage bleibt Deggendorf II am Tabellenende und muss im nächsten Aufeinandertreffen gegen Kauflanden unbedingt doppelten punkten, um die Chance auf den Klassenerhalt noch wahren zu können

FH

 

Bild: Hubert Firlbeck bekommt es am 1. Brett regelmäßig mit der niederbacherischen Schachelite zu tun und löst diese Aufgabe hervorragend. Drei Siege und ein Remis stehen bislang lediglich einer Saisonniederlage entgegen. (Foto: Franz Haselbeck)

 

 

 

04.02.2007 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler bleiben in der Erfolgsspur

„Erste“ gewinnt klar gegen Grafenau – „Zweite“ überrascht Ergolding

 Mit zwei Siegen läuteten Deggendorfs Schachspieler die zweite Saisonhälfte in der Niederbayernliga ein. Während die „Erste“ auswärts erwartet klar Grafenau mit 5,5 zu 2,5 besiegte und die Heimmannschaft damit tief in den Abstiegssumpf zog, sorgte die „Zweite“ mit ihrem knappen 4,5 zu 3,5-Erfolg gegen den FC Ergolding, vor wenigen Wochen noch Mitfavorit auf die Meisterschaft, für eine faustdicke Überraschung.

Vollauf gerecht wurde Deggendorf I seiner Favoritenrolle beim SC Grafenau, dessen spie­lerische Mittel zu keiner Phase des Matches ausreichten, um die Donaustädter ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Nach einem schnellen Remis von Alfons Hacker (Brett 8; die Deggendorfer Spieler in der Folge immer zuerst genannt) blies Franz Haselbeck (5) mit seinem Erfolg gegen Theodor Grum, der sich mit einer völlig irrationalen Einteilung seiner Bedenkzeit quasi selbst besiegte, zur Attacke. In kurzer Folge taten es ihm Franz Schmidbauer, dem an Brett 2 gegen den starken Thomas Bernauer die schönste Partie des Tages gelang, Rainer Tauber (4) und Hubert Firlbeck (1) gleich und entschieden somit den Kampf noch deutlich vor der ersten Zeitkontrolle nach vier Stunden Gesamtspielzeit.

Etwas Geduld brauchte dagegen Günther Dörfler (7), um gegen den sich zäh verteidigenden Dr. Erwin Hartmann den entscheidenden taktischen Einschlag zu landen und sich seinen fünften Punkt in Serie zu sichern. Lediglich glückliche Umstände halfen den überforderten Gastgebern anschließend, das drohende Debakel zu vermeiden. Professor Johannes Grabmeier (3) verlor in vorteilhafter Stellung eine Figur und musste schließlich ebenso die Segel streichen wie Michael Bacholke (6), der sich trotz Bauernvorteils im Endspiel in einem selbst gestrickten Mattnetz verfing. Nach diesem leichten doppelten Punktgewinn bleibt Deggendorf I weiterhin unangefochten an der Tabellenspitze.

Die Überraschung des Spieltages aber landete die Deggendorfer „Reserve“; mit dem beinahe letzten Aufgebot gelang gegen die in Bestbesetzung angereisten Ergoldinger der nie erwartete erste Saisonsieg. An den drei vorderen Brettern hielten Andreas Krauß, Hans Feichtinger und Georg Reisinger gegen jeweils nominell deutlich stärkere Gegner ihre Partien ebenso Remis wie Mannschaftsführer Hans Oberberger (Brett 5), der Topscorrer seines Teams, und Helmut Ertl (8). Egwin Schreiber (6) musste bei seinem Comeback nach mehreren Jahren schachlicher Abstinenz zwar eine Niederlage hinnehmen. Doch mit ihren beiden Siegen machten der stark aufspielende Lothar Rader (4) und allen voran Karl Hilmer an Position 7 geben den bis dahin ungeschlagenen Mannschaftsführer der Gäste Paul Hofmann die Sensation perfekt. Nach diesem Erfolg kann sich Deggendorf II wieder berechtigte Hoffnungen auf den Erhalt der Klasse machen, der mit zwei weiteren Punkten gegen den bislang völlig außer Form sich präsentierenden TSV Waldkirchen in den nächsten Runde ein großes Stück näher rücken könnte. Deggendorf I bekommt es dann mit dem Tabellenvierten TV Geiselhöring zu tun und sollte die Gelegenheit nutzen, um sich weiter von seinen Verfolgern abzusetzen

FH

Bild: Karl Hilmer (links), hier in seiner Standardrolle als „größter Fan“ des Deggendorfer Schachvereins
und Zuschauer (bei einer Partie seines Vereinsvorstandes Franz Schmidbauer),
steuerte einen von zwei Siegen beim unerwarteten Erfolg Der 2. Deggendorfer Mannschaft gegen Ergolding bei.

 

 

 

 

 

10.12.2006 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler überwintern als Tabellenführer

„Erste“ deklassiert Kauflanden – „Zweite“ gegen Simbach im Pech

Mit einem nie gefährdeten und auch in dieser Höhe verdienten 7-1-Erfolg gegen den noch ungeschlagenen Aufsteiger SC Kauflanden sicherte sich der SV Deggendorf die „Herbstmeisterschaft“ in Niederbayerns höchster Spielklasse. Weniger gut sieht es hingegen für die 2. Mannschaft aus, die nach furiosem Start gegen den starken SC Simbach noch den kürzeren zog und weiterhin das Tabellenende „ziert“. Dennoch gibt die gezeigte Leistung auch für die „Reserve“ Anlass zur Hoffnung, nach der Winterpause das Blatt zu wenden und den angestrebten Klassenerhalt noch zu erreichen.

Wenn das Handy einmal klingelt – dann ist nach den neuesten Bestimmungen im Turnierschach die Partie für den „Übeltäter“ verloren. Mit dieser strengen Regel will man die notwendige Turnierruhe sicherstellen, und erstmals wurde ein Kontrahent des Schachvereins Deggendorf Opfer dieser Bestimmung. Dr. Peter Roth (Bild) hatte an Brett 7 seinen jungen Gegenüber Thomas Dadlhuber gerade in ein schwierig zu verteidigendes Endspiel manövriert, als ihm dessen Handyklingeln die Arbeit abnahm. Mannschaftsführer Rainer Tauber, der vor Spielbeginn auf das Verbot aufmerksam gemacht hatte, interveniert, und klaglos fügten sich die Gäste in ihre erste Niederlage: „Selbst schuld, darüber brauchen wir uns gar nicht zu beschweren!“

Dieses Missgeschick war jedoch keinesfalls ausschlaggebend für den Erfolg des Tabellenführers. Trotz des Fehlens der beiden Spitzenspieler Michael Pollinger und Hubert Firlbeck spielte das Team wie aus einem Guss. Günther Dörfler (Brett 6) und Hans Feichtinger (8) bei seinem „Comeback“ gewannen ihre Partien überlegen, und nach einem Remis von Michael Bacholke (5) war es Franz Haselbeck (4) vorbehalten, den Gesamtsieg vorzeitig zu fixieren. Professor Johannes Grabmeier (2) sicherte sich nach drei Unentschieden seinen ersten ganzen Punkt mehr als verdient, Rainer Tauber (3) überstand eine zwischenzeitliche Schwächephase unbeschadet und gewann ebenfalls. An Brett 1 hatte Vereinsvorstand Franz Schmidbauer gegen den starken Christian Kaiserberger die wohl schwerste Aufgabe zu bewältigen, doch entsprang auch sein abschließendes Unentschieden einer Position der Stärke nach gut geführtem Spiel.

Pech hatte dagegen die „Zweite“ gegen Simbach, die nach Siegen von Hans Oberberger (Brett 6) und Alois Thurnbauer (8) sowie einem Remis von Alfons Hacker (3) eine Sensation vor Augen hatte. Doch mit Fortdauer des Kampfes setzte sich die nominelle Überlegenheit des mit FIDE-Meister Dr. Franz Riemelmoser an Brett 1 angetretenen Favoriten mehr und mehr durch. Lediglich für den tapfer kämpfenden Georg Reisinger (4) reichte es nach über 5 Stunden Spielzeit noch zu einem Remis, der Rest des Mannschaft musste die Überlegenheit des Gegners anerkennen. Endstand: 5-3 für Simbach.

Nach der überraschenden Niederlage von Ergolding führt Deggendorf die Tabelle bereits mit drei Punkten Vorsprung vor dem punktgleichen Trio Simbach, Eggenfelden und Geiselhöring an. Weiter geht es erst Anfang Februar mit den Paarungen Grafenau - Deggendorf I und FC Ergolding - Deggendorf II. Für die „Erste“ muss es das Ziel sein, mit einer konzentrierten Leistung im Jahr 2007 den bisherigen Weg fortzusetzen, während die „Zweite“ nach Niederlagen gegen die vier Spitzenteams der Liga durchaus noch auf eine Trendwende gegen die Mannschaften der zweiten Tabellenhälfte hoffen darf.

FH

 

28.11.2006 Bericht von Franz Haselbeck
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Professor Johannes Grabmeier schnellster Deggendorfer Schachspieler

Nach der Stadtmeisterschaft im Turnierschach 2005 nun Sieger im Blitzschach

 Professor Johannes Grabmeier (Bild) ist der neue Stadtmeister im Blitzschach. In einem doppelrundigen Turnier – jeder Teilnehmer spielte gegen jeden Kontrahenten zwei Partien – setzte es sich dank einer phänomenalen Rückrunde knapp gegen Vorjahressieger Hans Feichtinger und Topfavorit Ludwig Bielmeier durch.

 Bei dieser schnellsten und dynamischsten Turnierform des königlichen Spiels erhält jeder Spieler lediglich fünf Minuten für die gesamte Partie; ein inkorrekter Zug, beispielsweise das Übersehen eines Schachgebotes gegen den eigenen König, verliert – falls er reklamiert wird – im Gegensatz zum klassischen Turnierschach sofort. Ebenfalls verloren ist eine Partie bei Überschreitung der Bedenkzeit. Schachspieler schätzen Blitzschach als Training. Es erfordert Reaktion, ein gutes Auge und Phantasie, aber auch eine gute „mentale Kondition“, wenn es als Turnier ausgetragen wird.

Obwohl laut eigener Einschätzung eigentlich kein Experte dieser Spielart, konnte sich Dr. Grabmeier bei den diesjährigen Titelkämpfen gegen sieben weitere Teilnehmer durchsetzen. Dabei war er nach der Vorrunde mit 4,5 Punkten hinter Vorjahressieger Hans Feichtinger (5,5), Michael Bacholke und Ludwig Bielmeier (jeweils 5) lediglich Vierter. Allerdings war dies noch keine Vorentscheidung, denn das zahlenmäßig leider etwas dünn besetzte Feld war qualitativ sehr hochwertig und daher bei Halbzeit noch eng beisammen. Und diese Ausgeglichenheit nutzte Grabmeier, um sich mit einer eindrucksvollen Rückrunde, bei der er alles sieben Partien für sich entscheiden konnte, den Meistertitel zu sichern. Mit entscheidend waren dabei seine beiden sicheren Punkte gegen Ludwig Bielmeier, den eigentlichen Turnierfavoriten. Etwas Glück benötigte er hingegen bei seinem Sieg im Rückkampf gegen Hans Feichtinger, trotz seines fortgeschrittenen Alters immer noch der wohl phantasievollste und in seinem jugendlichen Angriffsgeist ideenreichste Blitzschachspieler des Vereins. Letztendlich sicherte dieser Sieg Professor Grabmeier, dessen Stil sich durch eine große Ausgeglichenheit in allen Partiephasen auszeichnet, verdient den Titel mit 11,5 Punkten vor Feichtinger (10,5) und Bielmeier (10), die sich im Verlauf des Turniers doch deutlich vom Feld absetzen konnten. Die weitere Reihenfolge: 4. Michael Bacholke (8,5); 5. Franz Schmidbauer (6,5); 6. Franz Haselbeck (4,5); 7. Winfried Schneider (4); 8. Helmut Ertl (0,5).

FH

 

20.11.2006 Bericht von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler gewinnen Spitzenspiel

„Erste“ siegt gegen Ergolding – „Zweite“ mit Niederlage gegen Eggenfelden

 „Wer auf Dauer vorne mitspielen will, muss solche Spiele gewinnen.“ So lautete die Marschroute vor dem Duell mit den ebenfalls verlustpunktfreien Schachfreunden aus Ergolding, und sie wurde von Deggendorfs 1. Mannschaft in beeindruckender Manier in die Tat umgesetzt. Dank einer kompakten Leistung landete man einen sicheren 5-3-Erfolg, der bei konsequenterer Chancenverwertung sogar noch höher hätte ausfallen können.

Dabei sah es zu Beginn alles andere als gut aus. Ergolding, das die beiden letzten Duelle klar für sich entschieden hatte und als Dritter in den beiden vergangenen Jahren stets vor Deggendorf I platziert war, hatte den besseren Start: Nach einem Unentschieden von Hubert Firlbeck am Spitzenbrett verlor Franz Schmidbauer seine Partie etwas unglücklich gegen das Top-Talent Waldemar Golder, einen von drei eingesetzten Ergoldinger Jugendspielern aus der Jugend-Bayernligamannschaft des Vereins, der seit Jahren mit vorbildlicher Nachwuchsarbeit hervortritt.

Doch im Gegensatz zur vergangenen Saison ließen sich die „Erste“ von diesem Rückstand nicht beirren. Teamkapitän Rainer Tauber (Brett 4) glich nach überlegen geführter Partie aus, und Professor Johannes Grabmeier (3) führte sein lange Zeit zweischneidiges Spiel zu einem letztendlich sicheren Unentschieden. Für die Führung hätte anschließend Dr. Peter Roth sorgen müssen, der seinen Gegner Paul Hofmann klar beherrschte, jedoch den sofortigen Gewinn schlichtweg übersah und danach gezwungenermaßen ebenfalls in das Remis einwilligen musste. Diesen Lapsus bügelte jedoch der sich an Brett 7 in hervorragender Form präsentierende Guenther Doerfler (Bild hinten rechts, daneben Dr. Peter Roth) postwendend aus, der seinem Gegner keine Chance ließ und Deggendorf mit 3,5-2,5 erstmals in Führung brachte.

An Michael Bacholke (Brett 6) und Franz Haselbeck (5) lag es nun, den Sieg sicher zu stellen. Bacholke, der ruhige Ostfriese in Diensten des Schachvereins, spielte ein vorteilhaftes, jedoch technisch äußerst schwieriges Endspiel gegen Tobias Denk, einen weiteren Vertreter des Ergoldinger Jugendstils, routiniert und mit großer Präzision. Die Aufgabe seines Gegners bedeutete den vorzeitigen Deggendorfer Sieg. Haselbeck hingegen, der zum dritten Mal in Folge den längsten „Arbeitstag“ hatte, versäumte nach fast sechs Stunden Spielzeit in Zeitnot nicht nur den Weg zum Gewinn, er gab seine Partie fast gänzlich aus der Hand und rettete sich nur mit viel Glück in den Remishafen.

Weniger erfolgreich agierte die „Zweite“ gegen Eggenfelden. Lediglich fünf Unentschieden konnten erzielt werden, wobei weder Mannschaftsführer Hans Oberberger (Brett 6) noch Lothar Rader (5) und Alois Thurnbauer (7) ihre zeitweise vorhandenen Vorteile nutzen konnten. Drei Partien gingen verloren, und die daraus resultierende 2,5-5,5-Niederlage bedeutet leider den letzten Tabellenplatz. Simbach, das an Brett 1 mit dem österreichischen FIDE-Meister Dr. Franz Riemelmoser den wohl stärksten Spieler der Liga aufbieten kann, steht in drei Wochen als nächster schwerer Brocken ins Haus. Deggendorf I hingegen sollte den überraschend starken Aufsteiger aus Kauflanden nicht unterschätzen, um als Tabelleführer mit beruhigendem Vorsprung in die Winterpause gehen zu können.     FH

 

31.10.2006 Bericht von Franz Haselbeck
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Sieg und Niederlage für Deggendorfer Schachspieler  

„Erste“ gewinnt klar gegen Eggenfelden – „Zweite“ verliert gegen Geiselhöring

Gemischte Bilanz der Deggendorfer Schachspieler in der Niederbayernliga: Während die „Erste“ gegen Eggenfelden nahezu problemlos den zweiten Saisonsieg einfahren konnte und sich damit an die Tabellenspitze setzte, verlor die „Zweite“ ihren Kampf gegen Geiselhöring und ziert vorerst das Tabellenende.

Klar favorisiert war Deggendorf I gegen den SC Eggenfelden, den man im letzten Jahr auf eigenen Brettern mit 7,5-0,5 förmlich deklassiert hatte – und dementsprechend entschlossen gingen die Donaustätter auch ans Werk. Nach weniger als drei Stunden stand es bereits 4-0 für den Gastgeber. Klare Siege von Dr. Peter Roth (Brett 8), Michael Bacholke (6), Günther Doerfler (7) und Mannschaftsführer Rainer Tauber (4) hatten für diesen beruhigenden Zwischenstand gesorgt. Einige Schwierigkeiten wurden dem Gastgeber allerdings an den Spitzenbrettern bereitet. Hier mussten Hubert Firlbeck (1) gegen Andreas Siemens und Franz Schmidbauer (2) gegen Edgar Brückl die Waffen strecken, nachdem beide es versäumt hatten, die sich bietenden Chancen rechtzeitig zu nutzen. Für Vereinsvorstand Schmidbauer war es die erste Niederlage in einem Mannschaftskampf nach fast zwei Jahren! Bevor es jedoch noch einmal spannend werden konnte, sicherte Professor Johannes Grabmeier mit einem Unentschieden an Brett 3 den Gesamtsieg vorzeitig. Den Schlusspunkt setzte anschließend Franz Haselbeck (5), der, befreit vom Druck des „Gewinnenmüssens“, die Angriffsbemühungen seines Kontrahenten letztlich abwehren konnte und damit den deutlichen Endstand von 5,5-2,5 fixierte.

Einen schweren Stand, dies war klar, würde Deggendorf II nach dem Fehlen einiger routinierter Kräfte der Vorsaison in dieser Liga haben. Gegen die starken Geiselhöringer kämpfte man zwar verbissen, geriet jedoch zu früh entscheidend in Rückstand. Vor allem an den vorderen Brettern mussten Udo Schaefer (Brett 1), Andreas Krauß (2) und Georg Reisinger (3) die Überlegenheit ihrer ranglistenhöheren Gegner anerkennen. Auch Alois Thurnbauer (8) geriet bei seinem ersten Mannschaftseinsatz schon bald in materiellen Nachteil und musste seine Niederlage quittieren, so dass nach dem Remis von Mannschaftsführer Hans Oberberger (5) der „Tag bereits entschieden“ war. Doch zeigte die Deggendorfer Reserve ungeachtet des aussichtslosen Rückstandes Kämpferherz und wurde mit zwei schönen Siegen von Lothar Rader (4) und Willibald Haimerl (7) belohnt. Auch Peter Daum (6; im Bild links) fightete gegen Siegfried Foierl verbissen über die volle Distanz und sicherte sich verdient einen halben Punkt.





 


Im Bild:

Links  Peter Daum (Brett 6, Weiße Steine),

Rechts Siegfried Foierl
(Brett 6, Schwarze Steine)



Mit 3-5 konnte man die Niederlage in erträglichen Grenzen halten. Die weiteren Ergebnisse: SC Simbach - SC Grafenau 3,5-4,5; TSV Waldkirchen - SC Kauflanden 4-4; SC Vilshofen - FC Ergolding 3,5-4,5.

In der nächsten Runde kommt es zum Spitzenspiel von Deggendorf I beim ebenfalls noch verlustpunktfreien FC Ergolding; hier werden mit Sicherheit die Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt. Deggendorf II fährt mit guten Chancen nach Eggenfelden und wird versuchen, hier die ersten Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.

FH





15.10.2006 Beitrag von Franz Haselbeck
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Deggendorfer Schachspieler gewinnen gegen eigene „Reserve“

Hoher Erfolg zum Start der Niederbayernliga – Ergoldinger Sensation gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Waldkirchen

Mit einem in dieser Höhe etwas glücklichen, aber letztendlich verdienten Sieg gegen die eigene „Zweite“ startete Deggendorfs erste Mannschaft in die neue Saison. Da beide Teams seit mehreren Jahren in der gleichen Liga, zugleich Niederbayerns höchster Spielklasse, antreten, fordert das Reglement – um späteren Absprachen vorzubeugen – deren Aufeinandertreffen stets in der ersten Runde. In der Vorsaison endete dieses Aufeinandertreffen fast mit einer Blamage für den Favoriten. Lediglich ein Kraftakt in den beiden letzten Partien nach 2-4 Rückstand verhinderte die Niederlage von Deggendorf I; für die „Zweite“ war dieses Unentschieden der Auftakt für eine sensationelle Saison, die auf Platz vier endete, die „Erste“ erholte sich scheinbar nie mehr vollständig von dieser Enttäuschung und kämpfte bis zum Schluss statt um den angestrebten Spitzenplatz gegen den Abstieg.

 In diesem Jahr wollten die Mannen um Mannschaftsführer Rainer Tauber die Weichen verständlicherweise von Beginn an anders stellen. Dementsprechend konzentriert und motiviert ging Deggendorf I in die Partien. Nach einem schnellen Remis von Tauber (Brett 4; Deggendorf I in der Folge immer zuerst genannt) stellte die deutliche Überlegenheit an den hinteren Brettern die Weichen auf Sieg. Guenther Dörfler (Brett 7) und Alfons Hacker (Brett 8) ließen ihren Kontrahenten Peter Daum und Helmut Ertl von Anfang an wenig Chancen und verwerteten ihre Stellungs- und Materialvorteile sicher und routiniert.

Wesentlich mehr Schwierigkeiten hatte da schon Michael Bacholke an Brett 6 gegen Hans Oberberger, den unermüdlichen Mannschaftsführer von Deggendorf II. Nachdem seine Stellung zu verflachen drohte, opfert Bacholke seinen Turm gegen eine Leichfigur, um den Angriff zu beleben. Oberberger verteidigte sich umsichtig, und so hatte Bacholke alle Hände voll zu tun, um nach dem Gewinn zweier Bauern die Partie im Gleichgewicht zu halten und schließlich noch in den Remishafen zu steuern.

 

Abbildung: Hans Oberberger,
Kapitän der „Zweiten“, umtriebiger Turnierleiter und 2. Vorstand des Vereins,
schaffte mit dem Remis gegen den starken Michael Bacholke
einen schönen persönlichen Erfolg (Foto: Haselbeck).

 

Die schärfste Auseinandersetzung des Tages aber spielte sich an Brett 3 ab: Professor Johannes Grabmeier geriet gegen Altmeister Georg Reisinger mit den schwarzen Steinen in eine äußerst unangenehme Druckstellung, nachdem Reisinger, furchtlos wie eh und je, einen Bauern „ins Geschäft gesteckt“ hatte. Schade für ihn, dass er den möglichen Qualitätsgewinn (Turm gegen Leichtfigur) übersah – er hätte ihm wohl klaren Vorteil verschafft. Doch auch so behielt er für den Minusbauern aktives Figurenspiel, so dass Grabmeier angesichts der deutlichen Mannschaftsführung Vorsicht wallten ließ und Remis anbot, was Reisinger nach kurzem Nachdenken auch akzeptierte. Seine sensationelle Form des Vorjahres scheint Vereinsvorstand Franz Schmidbauer auch für die neue Saison konserviert zu haben. An Brett 3 zwang er dem starken Neuzugang Andreas Krauß, der bereits in der Landesliga aktiv war, aber zwischenzeitlich mehrere Jahre pausiert hatte, in der offenen Variante der Spanischen Eröffnung mit Fortdauer der Partie mehr und mehr sein kompromissloses Angriffsspiel auf. Mit dem Punkt zum vorentscheidenden Zwischenstand von 4,5-1,5 wurde seine starke Vorstellung belohnt.

Für das dem Spielverlauf nach etwas zu deutliche Endresultat sorgten anschließend eine Fehleinschätzung an Brett 1 und ein klassischer Fehlgriff an Brett 5. Hubert Firlbeck, stärkster Akteur der ersten Mannschaft in der vergangenen Saison, hatte gegen Udo Schaefer trotz intensiver Bemühungen wenig erreicht, was aber sein Gegner offensichtlich völlig anders sah. Er schätzte die absolut ausgeglichene Stellung als für sich verloren ein und gab, völlig überraschend für Firlbeck, die Partie auf. Nach einer starken Vorstellung im letzten Jahr gegen durchwegs überlegene Gegner am Spitzenbrett sollte sich der kampfstarke Schaefer von diesem „Blackout“ nicht weiter beirren lassen; unter dem Erfolgsdruck eines Mannschaftskampfes haben selbst ausgewachsene Großmeister in den höchsten Spielklassen schon absolut unverständliche Entscheidungen getroffen, die ihnen Punkt und Partie gekostet haben. Diese Feststellung gilt auch für den Verlauf der Partie an Brett fünf: Franz Haselbeck und Egon Dörfler hatten in einem wechselnden Positionskampf nach erfolgter Zeitkontrolle (zwei Stunden stehen jeweils für 40 Züge zur Verfügung, in einer weiteren Stunde pro Spieler ist die Partie in der Verlängerung zu beenden) eine absolut ausgeglichene Stellung erreicht. Angesichts dieser Tatsache sah Dörfler seine Schäfchen bereits im Trockenen und bot Remis an, was Haselbeck jedoch, angesichts des noch zahlreich vorhandenen Materials (Dame, Turm, Springer und mehrere Bauern auf beiden Seiten) und der damit verbundenen Chancen aber ablehnte. Enttäuscht und auch etwas verärgert darüber griff Dörfler unverzüglich daneben, überließ seinen Springer ungedeckt der gegnerischen Dame und gab nach dessen Verlust sofort auf. Auch dies ein „unforced error“, wie ihn schon Generationen von Schachspielern verkraften mussten, jedoch: Im Verlauf einer Saison gleichen sich Glück und Pech erfahrungsgemäß immer aus.
Endstand Deggendorf I gegen II damit 6,5-1,5 – standesgemäß, doch um das „eine oder andere Tor zu hoch“.

Die Sensation des Spieltages liefert die junge Ergoldinger Mannschaft gegen die freiwillig aus der Landesliga zwei Klassen zurückgetretene Waldkirchner ab. Letztere hatten ihren Gegner scheinbar völlig unterschätzt, verzichteten auf ihre beiden Spitzenspieler und kamen ohne einen einzigen Einzelsieg mit 1,5-6,5 unter die Räder; die restlichen Paarungen SC Eggenfelden - SC Vilshofer; SC Kauflanden - SC Simbach und SC Grafenau - TV Geiselhöring endeten jeweils unentschieden. In der nächsten Runde haben beide Deggendorfer Teams Heimrecht. Am 29. Oktober empfängt ab 10 Uhr im Kolpinghaus die „Erste“ als Favorit die Schachfreunde aus Eggenfelden, die „Zweite“ mit durchaus vorhandenen Chance den TV Geiselhöring.

FH