31.03.2006 Beitrag von Hans Feichtinger

Franz Schmidbauer löst Prof. Dr. Grabmeier als Schachstadtmeister ab.

 
 Beim 1925 gegründeten Schachverein Deggendorf pulsiert das Schach- Leben wie nie zuvor in seiner Geschichte:
Zwei fast gleichstarke Mannschaften behaupteten sich in der gerade abgeschlossen Spielsaison in der höchsten niederbayerischen Liga, überraschenderweise die zweite Mannschaft auf Platz 4, noch vor der "Ersten" , Franz Schmidbauer gewann erst kürzlich die niederbayerische Meisterschaften der Senioren und  vom 15. - 18 Juni 2006 führt der Verein mit Unterstützung der Stadt Deggendorf  im Kapuzinerstadl ein internationales Schach-0pen durch, aus dem Spitzenspieler aus ganz Deutschland erwartet werden. Aktuell ging am vergangenen Freitag die in einem 8-rundigen Turnier nach Schweitzer System ausgetragene Schachstadtmeisterschaft 2005/2006, an der 14 Spieler teilnahmen,  mit einer Partie zu Ende, die an Spannung nicht mehr zu überbieten war. Aber der Reihe nach: Klarer Favorit des auch heuer  wieder stark besetzten Turniers war der  mehrmalige Stadtmeister Ludwig Bielmeier mit einer DWZ von 2032 (Deutsche Wertungszahl = ein Gradmesser für die Spielstärke der einzelnen Schachspieler), da Prof. Dr. Grabmeier seinen Titel nicht verteídigte. Sein schärfster Konkurrent:  Franz Schmidbauer mit einer DWZ von 1883. Überraschenderweise mischte von Anfang an ein "Neuling", ohne Wertungszahl (!), mit, Andreas Krauß. Die Erklärung: Krauß, der neu zum Club gestoßen war, spielte bei seinem früheren Verein bereits in der Landesliga, mußte aber aus beruflichen Gründen längere Zeit pausieren und stieg erst nach seinem Umzug nach Deggendorf wieder voll in den Schachbetrieb ein. Keiner dieser drei Spieler gab sich zunächst eine Blöße, so dass es keinem gelang, sich entscheidend abzusetzen. In der 4. Runde trafen dann Bielmeier und Krauß aufeinander und Krauß erreichte, weil Bielmeier  nicht die mögliche entscheidende Gewinnfortsetzung fand, ein glückliches Unentschieden. Wie sich später herausstellte, war dies schon die Entscheidung, denn Schmidbauer gewann seine Partie gegen Krauß und remisierte gegen Bielmeier, führte also das Feld mit einem halben Punkt Vorsprang bis zur letzten Partie an, in der er auf Winfried Schneider traf. Von dessen DWZ 1301 her, scheinbar ein leichte Aufgabe für Schmidbauer. Aber Schneider, ein gefürchteter "Kaffee-Haus-Angriffspieler", hatte zuvor schon aufhorchen lassen, als er Krauß zur Verblüffung aller besiegte. Schmidbauer war gewarnt und eröffnete entsprechend vorsichtig mit Sf3, einem Eröffnungszug der alle Möglichkeiten offen läßt. Aber Schneider spielte unbekümmert auf, errang schon aus der Eröffnung heraus leichte Vorteile, baute diese weiter aus und Schmidbauer gelang es nur durch umsichtige Verteidigung, größeren Nachteil zu vermeiden. Erst im 26. Zug, als Schneider durch einen schwachen Zug seinen Vorteil verspielte, schien sich das Blatt zu wenden. Der Kampf stand auf des Messers Schneide. Schmidbauer hatte einen mit dem Läufer gedeckten Freibauern schon bis zur sechsten Reihe vorgerückt, aber nach einem Zwischenschach von Schneider vergab auch er durch einen schwachen Königszug seinen Vorteil und Schneider hätte Remis durch Dauerschach erzwingen können. Dies hätte allerdings Schmidbauer zum

 Gewinn der Stadtmeisterschaft wegen der besseren Wertung gereicht. Aber Schneider, typisch für ihn, gab sich damit nicht zufrieden! Er opferte einen Turm für einen Bauern und spielte weiter auf Sieg. Die Annahme des Opfers hätte zum Verlust der Partie für Schmidbauer geführt. Einen Zug später bot er Schmidbauer dann doch Remis an, weil er eine klare Gewinnfortsetzung nicht sah! Aber zur Verblüffung der zahlreichen "Kiebitze" lehnte Schmidbauer ab,weil auch er nicht sah, dass er auf Verlust stand! Nebenan ein Stellungsbild. Schwarz hätte, anstelle des in der Partie geschehenen Damentausches, der letztlich wegen eines sehr stark gespielten Endspiels von Schmidbauer zum Verlust der Partie für Schneider führte, folgende zwingende Gewinnfortsetzung spielen können: 43...... Db7!+--. 44. La5 [ was sonst, denn auch 44 f3 - Txc7, 45. Td2 - Tc8 --+ führt zum Verlust] und Schwarz wäre direkt am Ziel, zum Beispiel: 44....- Tc1+ 45. Le1- Txe1 matt. Schmidbauer gewann nach diesem Wechselbad der Gefühle dann noch die Partie und, alles in allem als der kompakteste Spieler, verdient die Stadtmeisterschaft. Auf den nächsten Plätzen folgten: 2. Ludwig Bielmeier, 3. Krauß Andreas, 4. Schneider Winfried 5. Hilner Karl, 6. Rader Lothar, 7. Thurnbauer Alois, 8. Früchtl Felix, 9. Haimerl Willi, 10. Daum Peter.

 

 

__________________________________________________________________________________

 

Ludwig Bielmeier gewinnt Schnellschach-Turnierserie

Spannendes Finale entschied die Gesamtwertung

Oktober 2005 - Beitrag Franz Haselbeck

Ludwig Bielmeier
Bild Hans Feichtinger

Zum zweiten Mal richtete der Schachverein Deggendorf unter der bewährten Spielleitung von

Hans Oberberger in den „schacharmen“ Sommermonaten eine Turnierserie im Schnellschach aus.

Bei dieser Variante des Königlichen Spiels erhalten die Kontrahenten jeweils 15 Minuten Bedenkzeit

für eine Partie. Gespielt wurden sieben Runden, jeweils von Mai bis Oktober an jedem ersten Freitag

im Monat. Die besten drei Turnierergebnisse jedes Teilnehmers wurden für die Gesamtwertung

herangezogen. Diese gewann nach einem an Spannung kaum mehr zu überbietenden Finale

der für den Landesligisten SC Bayerwald/Regen überregional spielende Deggendorfer

Ludwig Bielmeier knapp vor seinem Vereinskollegen, FIDE-Meister Roland Knechtel, gefolgt vom ersten

Aktiven des Schachvereins Deggendorf, Franz Haselbeck.

20 Teilnehmer beteiligten sich am letzten Turnier, und schon die Ausgangslage versprach einen

interessanten Verlauf: Ludwig Bielmeier führte vor der letzten Runde hauchdünn mit einem

halben Punkt Vorsprung von Vorjahressieger Roland Knechtel, der unter anderem erst vor kurzem

das traditionell stark besetzte Schnellschachturnier des SC Straubing souverän für sich entscheiden

konnte. Den beiden Favoriten folgte Franz Haselbeck, der zwar in den Kampf um den Gesamtsieg

nicht mehr eingreifen konnte, dessen dritter Gesamtrang jedoch ungefährdet schien. Für ihn und

die restlichen Teilnehmer ging es daher vor allem darum, mit einem guten Einzelergebnis im

letzten Turnier Selbstvertrauen für die kommende Mannschaftssaison aufzubauen. Ein packender

Zweikampf schien sich also abzuzeichnen; dass sich jedoch aus dieser Konstellation das spannendste

und auch kurioseste Deggendorfer Schachturnier der letzten Jahre entwickeln sollte, war von niemandem

so erwartet worden.

Zunächst nahm der Wettkampf allerdings einen eher langweiligen Verlauf: Nach zwei relativ leichten

Auftaktsiegen trafen die Favoriten bereits in der dritten Runde aufeinander, und dieses Duell

entschied überraschend deutlich Ludwig Bielmeier für sich, der damit schon vorzeitig scheinbar

für klare Verhältnisse in der Gesamtwertung gesorgt hatte. Roland Knechtel hatte sich auch

schon leicht enttäuscht in sein Schicksal gefügt, als im darauf folgenden Durchgang Altmeister

Hans Feichtinger, der an guten Tagen im Schnellschach noch jeden seiner meist deutlich jüngeren

Kontrahenten „vom Brett fegen“ kann, Bielmeier keine Chance ließ und sich mit vier Punkten komfortabel

an die Spitze setzte.

Nun witterte auch Roland Knechtel wieder seine Chance, zumal Bielmeier nach dieser Niederlage

völlig den Faden verlor, gegen Rainer Tauber nur mit viel Glück ein Remis erzielte, anschließend

gegen den krassen Außenseiter Heinrich Zehrer verlor und damit das persönlich schlechteste

Ergebnis dieser Serie für sich verbuchte. Zugleich musste er tatenlos zusehen, wie der FIDE-Meister

Partie um Partie gewann. Der überragend gestartete Hans Feichtinger hingegen brachte, wie

auch Franz Haselbeck, kein Bein mehr auf die Erde. Beide verloren ihre restlichen Partien und

fand sich letztendlich, als Mitfavoriten gestartet, auf den Rängen sieben und vierzehn wieder.

In der letzten Runde kam es zum Aufeinandertreffen von Knechtel und Rainer Tauber, den Kapitän

des ersten Deggendorfer Teams; bei einem Sieg hätte der Bayerwäldler endgültig mit Bielmeier

gleichgezogen. Tauber hatte bis dahin ein unauffälliges und gutes Turnier gespielt, aber gegen

Roland Knechtel wuchs er nun über sich hinaus. In einer dramatischen Partie zwang er nicht

nur den großen Favoriten in die Knie, sondern sicherte sich auch völlig überraschend noch den

Turniersieg mit 5,5 Punkten und der besseren Wertung vor dem punktgleichen Andrej Olchowski,

dem zweiten Sensationsmann: Nach einem schwachen Start hatte sich der talentierte Neuzugang

des Schachvereins heimlich, still und leise mit Siegen gegen u.a. gegen Haselbeck und Feichtinger

sowie dem oftmaligen Stadtmeister und Vereinsvorstand Franz Schmidbauer nach vorne gearbeitet

und sich mit einem Erfolg gegen Bielmeier-Bezwinger Zehrer in der letzten Partie verdient  Rang

zwei noch vor FIDE-Meister Roland Knechtel (5,5 Punkte) gesichert. Hinter Bielmeier (5) Es folgte

dicht gedrängt die „Riege der Altmeister“ mit  Franz Schmidbauer (4,5), Peter Knollmüller (4,5)

und Hans Feichtinger (4) vor dem amtierenden Stadtmeister im Turnierschach, Professor

Dr. Johannes Grabmeier (4).

Rainer Tauber sicherte sich damit nicht nur persönlich einen schönen Erfolg, er verhalf auch

Ludwig Bielmeier zum Gewinn der Gesamtwertung mit insgesamt 19 Punkten denkbar knapp vor

Roland Knechtel (18,5) und Franz Haselbeck (15), der vom Tagessieger (14,5) noch beinahe von

seinem sicher geglaubten „Stockerlplatz“ in der Gesamtwertung verdrängt worden wäre. Mit einem

Erfolg in der ersten Runde hatte Haselbeck hierfür den Grundstein gelegt, die weiteren Siege

hatten sich die Spitzenspieler brüderlich geteilt, wobei Knechtel ein Mal,
Bielmeier sogar in beiden Turnieren das Kunststück fertig brachte, alle Partien für sich zu entscheiden. Die weitere

Reihenfolge: 5. Peter Knollmüller (13); 6. Hans Oberberger (13); 7. Dr. Udo Schäfer (13);

8. Michael Bacholke (12,5); 9. Willi Haimerl (12,5); 10. Franz Schmidbauer (12,5).

Insgesamt beteiligten 30 Spieler an mindesten einem Turnier, 19 davon absolvierten

drei oder mehr Wettbewerbe, um sich für die Gesamtwertung vernünftig zu positionieren.

Ein großer Dank gilt Turnierleiter Hans Oberberger für die Ausrichtung dieser schönen

Serie, die allen Schachspielern in der Region offen steht und eine gute Trainingsmöglichkeit

während der Sommermonate bietet. In knapp zwei Wochen beginnt für die beiden Deggendorfer

Mannschaften in der Niederbayernliga wieder „der Ernst des Lebens“, wobei es schon in der

ersten Runde zum reizvollen und spannungsgeladenen direkten Aufeinandertreffen kommt.

FH

 


 

Hans FeichtingerHans Feichtinger Blitzschachstadtmeister 2005
 

Beitrag Hans Feichtinger
 

Die Stadtmeisterschaft im Blitzschach wurde heuer in vier Durchgängen ausgetragen, in denen Jeder gegen Jeden, also insgesamt 20 Partien, zu spielen hatte. Da im Blitzschach jeweils nur 5 Minuten Bedenkzeit je Spieler zur Verfügung stehen, fordert diese Turnierform nicht nur höchste Konzentration sondern auch Zähigkeit und Ausdauer. Blitzschach erfreut sich unter den Schachspielern großer Beliebtheit. Erstaunlich und enttäuschend deshalb, dass an diesem Abend nur sechs Spieler, allerdings durchwegs hervorragende „Blitzer“, darunter auch der Schachstadtmeister´im Normalschach Prof. Johannes Grabmeier, den Weg in den Turniersaal fanden. Das Turnier verlief sehrt spannend. Nach dem ersten, Durchgang führte Franz Schmidbauer, Stadtmeister 2004, nach dem zweiten Durchgang, den er souverän mit fünf gewonnen Punkten für sich entschied, Johannes Grabmeier, Stadtmeister 2005 Nach dem dritten Durchgang, in dem Hans Feichtinger das gleiche Husarenstück gelang, setzte sich dieser an die Spitze. Da dieser auch im letzten Durchgang vier Partien von fünf gewann, wurde er verdient mit zwei Punkten Vorsprung Stadtmeister im Blitzschach 2005. 2. Franz Schmiderbauer, 3. Johannes Grabmeier, 4. Peter Knollmüller, 5. Hans Oberberger 6. Winfried Schneider.