16.12.2018 Bericht von Franz Schmidbauer
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Über die 4. Runde der Schachmannschaften in den Schachligen

Schachverein behauptet Tabellenführung in der Oberliga

In der 4 Runde der bayerischen Schachligen musste der Deggendorfer Schachverein gegen den Tabellenzweiten, die SG Post / Süd Regensburg antreten. Die Mannschaft musste den kurzfristigen Ausfall eines Großmeisters verkraften, vertreten wurde dieser durch Dr. Johannes Grabmeier.

An Brett 4 gab sich IM Novak Caparcapa in seiner königsindischen Verteidigung keine Blöße und so kam es zu einer schnellen Punkteteilung mit seinem Gegner Pohl- Kümmel. An Brett 8 hatte es Dr.Johannes Grabmeier mit seinem Kontrahenten Roland Gruber zu tun. Der um 300 Elopunkte höher gewichtete Regensburger hatte seine Partie etwas passiv angelegt und konnte mit den weißen Steinen keinerlei Vorteil herausarbeiten, sodass auch diese Partie remis endete. Die Führung für den SV holte an Brett 1 GM Nikola Sedlak, der in unübersichtlicher Stellung gegen seinen Gegner Roland Loos alles unter Kontrolle hatte. An Brett 3 landete GM Dusan Popovic nach mehrfachem Bauernopfer in einer Wiener Partie einen schönen Angriffssieg gegen Michael Quast in einer Wiener Partie. An Brett 5 leistete sich Peter Krstic Ungenauigkeiten beim Angriff, die zu entscheidendem Materialnachteil und Partieverlust führten. Am sechsten Brett geriet Ludwig Bielmeier nach lange recht ausgeglichener Partie gegen Werner Claus am Königsflügel unter die Räder. Nach diesem 3 : 3 –Zwischenstand stellte GM Alexander Delchev mit seinem Arbeitssieg gegen Roland Schmid die 4 : 3 – Führung sicher. Die längste Partie des Tages spielte Mannschaftsführer Andreas Krauß gegen den um 350 Rating-Punkten höher gewerteten Christoph Wutz. In einem von dem Deggendorfer gut angelegten Damebauernspiel kam der Regensburger trotz eines Mehrbauern im Turmendspiel auf Grund des aktiven Königs des Deggendorfers und seiner fehlerlosen Verteidigung trotz zahlreicher Gewinnversuche auch nach 87 Zügen nicht ans Ziel und musste mit dem Remis in die Mannschaftsniederlage einwilligen.

Alles in allem ein knapper, verdienter, wenn auch etwas glücklicher Sieg, mit dem die Mannschaft die Tabellenführung erfolgreich verteidigte.

Die analysierte Partie von GM Dusan Popovic gegen Michael Quast.

Die Deggendorfer Zweite war beim Tabellenersten, dem FC Ergolding zu Gast. Die Ergoldinger ernten nun die Früchte ihrer ausgezeichneten Jugendarbeit. In ihrer Mannschaft spielt durchwegs spielstarker Nachwuchs, wie die Donaustädter bald zur Kenntnis nehmen mussten. Da für Dr. Johannes Grabmeier kurzfristig kein Ersatz mehr organisiert werden konnte, ging an Brett 4 der Punkt gleich zu Beginn an die Ergoldinger. Diesen Rückstand konnte Oberberger Hans an Brett 7 mit seinem Sieg gegen den starken Jugendlichen Dimitri Alexandrov noch ausgleichen. An Brett 6 konnte Hans Mittermaier keinen entscheidenden Vorteil herausholen, sodass diese Partie remis gegeben wurde. Doch dann wurden die Deggendorfer von einer Niederlagenserie überrollt. Nacheinander gingen die Partien an Brett 3 ( Bacholke Michael) und Bett 2 (Rainer Tauber) verloren, weil es an wirkungsvollem Gegenspiel fehlte. Anschließend musste auch noch Helmut Ertl die Qualität geben und sich mit einem verlorenen Endspiel quälen. Die Niederlage von Bernd Bauer an Brett 1 gegen den um mehr als 300 Elopunkten stärkeren Stefan Mooser in einem wohl klar remislichen Bauernendspiel machte das Pech perfekt. Das letzte Spiel an Brett 5 gab dann Franz Schmidbauer, der im 18. Zug den Gewinn ausgelassen hatte, gegen Vladimir Simin remis. Endstand: 6 : 2.

Die dritte Mannschaft empfing zu Hause die Spielgemeinschaft Freyung/Kreuzberg in der vierten Runde der Bezirksliga Ost. Dabei führte Deggendorf von Beginn an mit 1 – 0, da die Gäste nur zu siebt antraten und Brett 8 kampflos an Deggendorf fiel. Robert Haselbeck verlebte demgemäß einen ruhigen Nachmittag. Als erste der gespielten Partien endete das Spitzenbrett zwischen Simon Staudinger und Otto Coduro unentschieden. Auf dem Brett entstand eine Stellung, in der Staudinger einen Freibauern bilden konnte und dafür seine Figuren etwas passiv stellen musste und Coduro Druck auf die schwarze Stellung gestatten musste. Coduro fand aber keinen Weg, den Druck zu erhöhen und bot das dann akzeptierte Remis an. Den ersten Sieg fuhr Alexander Lenhard an Brett 3 gegen Walter Wilhelm ein. Lenhard stellte zunächst eine Figur ein und schien auf der Verliererstraße zu sein, ehe Wilhelm seinerseits eine Figur einstellte. In der Folge opferte Lenhard seinen Läufer, was bei richtiger Behandlung durch Wilhelm eine chancenreiche Stellung für beide Seiten gebracht hätte. Durch einen verfehlten Königszug wurde Wilhelm mattgesetzt. Zwischenstand 2,5 – 0,5 für Deggendorf. Den Anschluss für Freyung besorgte Joachim Rölz an Brett 5 gegen Stefan Kaufmann. In einem Bauernendspiel geriet Kaufmann in Zugzwang und hätte Rölz König gewinnverheißend eindringen lassen müssen, was er durch die Aufgabe der Partie verhinderte Den nächsten Sieg für Deggendorf besorgte an Brett 7 Egwin Schreiber gegen Josef Seidl. Schreiber eroberte im Mittelspiel einen Bauern, den er zur Dame führte, worauf er mit einem Mehrturm verblieb und gewann. Den Mannschaftssieg sicher stellte an Brett 2 Alfons Hacker gegen Walter Müller. In einem komplexen Mittelspiel bildete Müller einen Freibauern, während Hacker einen Mattangriff startete. Dieser erwies sich als gefährlicher und entschied die Partie zugunsten Hackers. Den letzten Sieg für Deggendorf erzielte an Brett 4 Daniel Holzer gegen Josef Schmidbauer. Schmidbauer erlangte im Mittelspiel Vorteil und stand auf Sieg. Zwei schwache Züge Schmidbauers führten nicht nur zum Verlust des Vorteils, sondern auch einer Qualität und mit ihr am Ende auch der Partie. Die Partie an Brett 6 zwischen Karl Hilmer und Franz Schuster nahm einen kuriosen Verlauf. Schuster erlangte im Mittelspiel Vorteil und wickelte in ein Dame-Turm-Endspiel ab, in dem er zeitweise über drei Mehrbauern verfügte. Dann jedoch stellte Schuster einen Turm ein und musste die Damen tauschen, wodurch Hilmer plötzlich auf Gewinn stand. Durch einen Fehler Hilmers entstand ein Endspiel mit zwei verbunden Freibauern gegen den Turm, das sich als schwer gewinnbar erwies und das die Kontrahenten daher Remis gaben, ein Ergebnis, das den Partieverlauf gar nicht widerspiegelt.

Das Remis bedeutete den 6 – 2 – Endstand für Deggendorf, wodurch man in der Tabelle Freyung und den SC Bayerwald Regen II überholt, gegen den man im neuen Jahr zu spielen hat.

 

 

25.11.2018 Bericht von Franz Schmidbauer
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Über die 3. Runde der Schachmannschaften in den Schachligen

SV Deggendorf 1 hält Bayern München 2 in Schach

Die erste Mannschaft des Deggendorfer Schachvereins verteidigte gegen einen Favoriten der Bayerischen Oberliga, FC Bayern München 2, die Tabellenspitze überraschend klar.

In der 3. Runde der höchsten bayerischen Spielklasse konnten die Deggendorfer endlich einmal in Bestaufstellung gegen die Münchener antreten.

An Brett 3 kam es zwischen Andreas Schenk und Großmeister Dusan Popovic (Deg) zu einem relativ schnellen Remis. An Brett 5 kam der Internationale Meister Novak Caparcapa gegen Dr.Klebel aus einer etwas gedrückten Stellung heraus zu einem starken Konter mit Qualitätsgewinn und Mattangriff. Das absolute Highlight aber lieferte an Brett 7 Lyuboslav Katov, dem als Arzt am Donauisarklinikum noch die Nachtschicht in den Knochen steckte. In seinem Spiel gegen den bekannten Internationalen Meister Thomas Reich konnte er mit einer „ brilliant combination“ , wie die kiebitzenden Großmeister respektvoll kommentierten, ein klar vorteilhaftes Endspiel herbeiführen und seinen Gegner zur Aufgabe zwingen. Dann gelang es Ludwig Bielmeier (Brett 8), seinen Partner nach längerem positionellen Lavieren zu einem taktischen Fehler zu verleiten und mit einem Scheinopfer einen entscheidenden Vorteil zu erlangen. Den Sieg sicherte bereits GM Boban Bogosavljevic gegen Dr. Thomas Rodewis an Brett 4. An Brett 6 hatte Petar Krstic die aktivere Stellung, lehnte zurecht ein Remisangebot ab, verlor aber im Endspiel einen Bauern und die Partie. Eine wahre Seeschlange (118 Züge!) gab es an Brett 1: GM Nikola Sedlak führte mit einer technischen Meisterleistung ein Endspiel Turm­ und Läufer gegen Turm zum Gewinn für Deggendorf. An Brett 2 konnte GM Alexander Delchev gegen Dr. Ferdinand Unzicker die Überlegenheit seines Springers gegenüber dem Läufer im Leichtfigurenendspiel zeigen. Endstand:
Ein unerwartetes 6,5 : 1,5 für den SV Deggendorf und die Tabellenführung.
Katov-ReichReich-Katov-Analyse

http://view.chessbase.com/cbreader/2018/12/1/Game11762475.html

Die Deggendorfer Zweite musste in Röhrnbach gegen den dortigen SV antreten. Der Landesligaabsteiger muss sich erst wieder neu orientieren, aber auch bei den Donaustädtern war nach den beiden 4,5 : 3,5 –Auftaktniederlagen gegen Ortenburg und Landau/ Dingolfing bereits Feuer auf dem Dach. Zudem ging man auch noch ersatzgeschwächt in den Vergleich. An Brett 6 , 5 und 2 erreichten Hans Oberberger, Hans Mittermaier und Michael Bacholke jeweils ein sicheres Remis. An Brett 4 konnte Franz Schmidbauer seinem Gegner nach druckvollem Spiel in der c-Linie einen Läufer abknöpfen und den vollen Punkt sichern. Kurz darauf kam Franz Haselbeck an Brett 1 zu einem Mattangriff. Helmut Ertl an Brett 8 hatte ein klar vorteilhaftes Springerendspiel auf dem Brett, das er umsichtig nach Hause fuhr. Damit war der Deggendorfer Sieg bereits sicher. Unklar waren die Spiele an Brett 3 und 7. Dr. Johannes Grabmeier hatte den nominell stärksten Gegner, konnte aber dann in unübersichtlicher Stellung seine Mehrfigur zur Geltung bringen und Lothar Rader steuerte sein Springerendspiel in den sicheren Remishafen. Der hohe 6 : 2 – Sieg war etwas glücklich, er verschafft den Deggendorfern wieder etwas Abstand zum Tabellenende.

Die dritte Mannschaft war bei der Spielgemeinschaft DJK-SF Haselbach/ Castra Batava Passau zu Gast. Aufgrund Spielermangels musste Brett 8 unbesetzt bleiben, weshalb die Gastgeber bereits zu Beginn mit 1 : 0 führten. Nur vorübergehend konnten die Deggendorfer durch die Siege von Alexander Lenhard (Brett 3) und Daniel Holzer ( Brett 4) in Führung gehen. Die Spiele an Brett 1 und 2 (Staudinger Simon und Alfons Hacker) gingen verloren. Karl Hilmer und Robert Haselbeck steuerten noch ein Remis bei, aber die Niederlage von Egwin Schreiber besiegelte die 5 : 3 – Niederlage, welche die Mannschaft auf den letzten Platz der Bezirksliga Ost abrutschen ließ.

 

 

 

15.04.2018 Bericht von Franz Schmidbauer
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Über die 9. Runde der Schachmannschaften in den Schachligen

Großes Schachfinale der Oberliga Bayern in Deggendorf.

- Bayerischer Meister wird in einem Herzschlagfinale der traditionsreiche
Münchner SC von 1836 knapp vor der 2. Mannschaft des FC Bayern München, die
als Spitzenreiter in die letzte Runde gegangen waren.

- Deggendorf als Neuling in der Oberliga beendet die Saison mit einem
sicheren 4. Platz.

- Passau kann noch auf Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga hoffen.

Nachdem der bereits abgestiegene Schweinfurther Schachclub nicht in
Deggendorf antrat und daher das Spiel kampflos mit 0:8 gegen
Rosenheim-Pang gewertet wurde, waren es doch "nur" 8 Mannschaften mit je 8 Mann
(der Münchner SC hatte auf die Aufstellung der einzigen Frauengroßmeisterin in der Liga

verzichtet) aus ganz Bayern die am vergangenen Sonntag zum gemeinsamen Ligafinale
den Kolpingssaal in Deggendorf füllten.

Der zweitplatzierte Münchner SC 1836, der an den Spitzenbretter mit dem
weltweit bekannten englischen Großmeister Speelman, der 1989 bis ins Halbfinale
um die Herausforderung zur Weltmeisterschaft vordrang,  und einem weiteren GM aus
England angetreten war, besiegte souverän die Vertretung aus Herzogenaurach mit 5,5 : 2,5 und hielt seinen Anspruch auf Platz 1 und den Aufstieg in die 2. Bundesliga hoch. Hingegen gab sich der FC
Bayern, der – für eine Schachmannschaft durchaus unüblich, einheitlich im roten Bayerndress in
Deggendorf aufgelaufen war, sich als Favorit gegen Regensburg einige Blößen. Er musste am
Ende mit einem 4:4 zufrieden sein und vergab damit den Gewinn der
Bayerischen Mannschaftsmeisterschaft an den Münchner Ortsrivalen .

Es steigen die beiden Erstplatzierten in die 2. Bundesliga auf.
Erst in der drei zentralen Schlussrunde der 1. Bundesliga am übernächsten Wochenende
wird es sich zeigen, ob die 1. Mannschaft von Bayern München als derzeit Vorletzter
den Klassenerhalt schafft, dann könnte die 2. Mannschaft in die 2. Bundesliga
aufsteigen. Falls nicht, würde der SK Passau profitieren und als Drittplatzierter
der Oberliga in die 2. Bundesliga aufsteigen. Die Passauer überzeugten in
Deggendorf mit einem 5,5:2,5-Sieg gegen die Absteiger aus Nürnberg.

Da es für den Gegner des ausrichtenden Heimvereins, dem SV Deggendorf,
um nichts Entscheidendes mehr ging, waren die Gäste vom SK München
Südost mit nur 6 Mann angetreten. Das bedeutete, dass auf Brett 3 FM Petar Krstic und
auf Brett 7 Prof. Dr. Johannes Grabmeier kampflose Siege verzeichnen konnten. Es stand
daher lange 2,5 : 0,5, da sehr bald schon an Brett 2 die Partie von Novak Cabarkapa
mit Remis endete. Während am Brett 1 der Deggendorfer GM Sedlak Nikola
von Anfang an gegen seinen Großmeisterkollegen Kostic aus München die Oberhand
behielt und das Spiel bis zum Sieg souverän gestaltete, sah es
zwischendurch auf den anderen Brettern nicht so günstig aus und sogar eine
Niederlage oder ein Unentschieden war denkbar. Die Deggendorfer hatten
am Samstag erfahren, dass ihr GM Dusan Popovic erkrankt war. Ein Ersatz konnte erst
überaus kurzfristig am Sonntag Vormittag mit Dr. Peter Roth gefunden werden.
Während in der Folge Roth an Brett 8 und Hubert Firlbeck an Brett 6 ihre
Partien verloren, wandte sich in den beiden anderen Partien das
Blatt wieder zugunsten der Deggendorfer. Andreas Krauß gelang es an
Brett 4 gegen seinen Gegner in schwieriger Stellung immer wieder Verteidigungszüge
zu finden, stand dann zwischenzeitlich vielleicht sogar besser,
am Ende war die Partie verdientermaßen unentschieden.

Ludwig Bielmeier an Brett 5 verlor zunächst einen Bauern. Es gelang ihm dann aber,
 einen sich zu weit im gegnerischen Feld tummelnden Springer seiner Gegners einzufangen.
Diesen Vorteil einer Mehrfigur führte er dann technisch einwandfrei zum Sieg. Endstand: 5 : 3 für Deggendorf.

Der vierte Platz im ersten Oberligajahr war damit mehr als verdient.
Da denkt manch Deggendorfer zurück an die zweite Runde, wo man etwas unglücklich

mit 3,5 zu 4,5 in Passau verloren hatte. Wäre das Ergebnis damals umgekehrt
gewesen, dann würde man jetzt - statt Passau - als Dritter auf einen
Ausrutscher der ersten Mannschaft von Bayern München in der 1. Bundesliga
warten können.

Die zweite Mannschaft des SV musste in Ergolding antreten.
Man hatte die Ergoldinger leider nicht zu einem Heimrechtswechsel bewegen können,
um die Oberligaendrunde mit zu verfolgen. Wie in den beiden letzten Runden
konnten die Deggendorfer wieder einen knappen 4,5 : 3,5 - Sieg landen,
der die Mannschaft noch ins Tabellenmittelfeld hievte, nachdem man lange das Tabellenende „ geziert“ hatte.
Zum Gesamtergebnis steuerten Haselbeck, Bauer, Mittermaier halbe ,
Schmidbauer, Rader und Holzer mit Siegen den ganzen Punkt bei.
Damit ist der Ligaerhalt in der Niederbayernliga gesichert.

 

 

 

25.03.2018 Bericht von Franz Schmidbauer
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Über die 8. Runde der Schachmannschaften in den Schachligen


Schachverein erfolgreich in der 8.Runde

In der vorletzten Runde der Oberliga hatte es die erste Mannschaft des SV
Deggendorf mit dem Tabellenletzten aus Schweinfurt zu tun.  Die Gegner
hatten sich offensichtlich schon aufgegeben und traten mit nur 7 Mann in nicht
stärkster Besetzung an.  Entsprechend konnten die Deggendorfer mit 7,5 zu 0,5
den höchsten Sieg in der laufenden Saison feiern.

Kampflos gewann Prof. Dr. Johannes Grabmeier an Brett 8. Friedlich einigten
sich Andreas Krauss und sein Gegner bereits nach nur 1,5 Stunden
Spielzeit, das sollte zum Schluss der einzige halbe Punktgewinn für die Schweinfurter sein.
Keine Chance ließ GM Nikola Sedlak seinem Gegner auf Brett 1. Konsequent
schnürte er mit den schwarzen Steinen den Weißen immer stärker ein, zum
Schluss war dieser dann gegen die gegnerische Springerdominanz im eigenen Lager
machtlos und musste die Waffen strecken.

Auf Brett 4 beherrschte Novak Cabakarpa seinen Gegner von Anfang an.  Ein
Doppelbauer im Zentrum war dessen entscheidende Schwäche, die zum
Bauernverlust führte. Den Versuchen seines Gegners Gegenangriffe auf seinen König zu
starten, wurden geschickt gekontert. Zwischenstand: 3,5 zu 0,5 für Deggendorf.

Eine stark verkeilte Partie entwickelte sich zwischen FM Petar Krstic und
seinem Gegner auf Brett 5. Mit einem Qualitätsopfer gelang es ihm einen
Bauern zum Durchbruch und zur Verwandlung in eine zweite Damen zu bringen. Die
Gegenchancen auf seinen blanken König wurden dabei geschickt eliminiert.

GM Aleksandar Delchev trieb seinen Gegner an Brett 2 mit einem Bauernsturm am
Damenflügel in die Enge. Dies führe zu einem gedeckten Freibauern, Figuren- und
Partiegewinn.  Minimale Vorteile erarbeitete sich GM Dusan Popovic an
Brett 3. Beim hoffnungslosen Stand von 5,5 zu 0,5 gab sein Gegner in Respekt vor
der zu erwartenden technischen Umsetzung frühzeitig die Partie verloren.

Die längste Partie des Tages führte Ludwig Bielmeier am 7. Brett zum Endstand
von 7,5 zu 0,5 , indem er mit seinen Schwerfiguren in die gegnerische Hälfte
eindrang und das Matt nicht mehr zu verhindern war.

Damit sicherte sich Deggendorf vorzeitig als Neuling den 4. Platz in der
höchsten bayerischen Spielklasse. Zur Schlussrunde am Sonntag, dem 15.04.
kommen alle 9 Mannschaften der Oberliga nach Deggendorf. Die Deggendorfer
Zeitung wird voraussichtlich über dieses außergewöhnliche Schachereignis
noch im Vorfeld berichten.

Eine faustdicke Überraschung bereitete die Deggendorfer Zweite dem Tabellenführer in der Niederbayernliga Passau 2. Man musste den Passauern ersatzgeschwächt gegenübertreten. Daniel Holzer an Brett 8 willigte ins Remis ein und kurze Zeit später desgleichen Helmut Ertl an Brett 6.

An Brett 4 saß Mannschaftsführer Franz Schmidbauer dem starken Fide-Meister Arpad Geller gegenüber. Das aus der spanischen Verteidigung entstandene Bauernendspiel gestaltete sich vorteilhaft für den Deggendorfer. An Brett 5 musste Hans Mittermaier mit seiner Niederlage jedoch anschließend den 2 : 2- Ausgleich hinnehmen.

Bernd Bauer hatte an Brett 2 zwar einen Bauern weniger, aber seine beiden Freibauern am Königsflügel waren sehr beweglich, so dass der Passauer schließlich eine Figur geben musste. Zwischenzeitlich musste Michael Bacholke seine Niederlage zum 3 : 3 –Zwischenstand quittieren.

Nun lag die Sensation bereits in der Luft. Vorstand Hans Oberberger an Brett 7 konnte dank seines Figurenvorteils die gegnerischen Freibauern stoppen und einen eigenen zur Dame führen, was sich der Passauer aber nicht mehr zeigen lassen wollte.

An Brett 1 fiel nun die Entscheidung über Sieg oder Unentschieden. Franz Haselbeck hatte sich bestens auf die Trompovskyeröffnung seines Gegners vorbereitet. Für seinen Qualitätsverlust hatte er einige Mehrbauern, die das Remis sicherten.

Der 4,5 : 3,5 – Endstand für die Deggendorfer bedeutete eine kleine Sensation,
denn die Passauer Mannschaft war vom Spielstärkerating um ca. 150 Punkte besser,
was praktisch einem Klassenunterschied gleichkommt.
Die Punkte kann der SV im Abstiegskampf gut gebrauchen.


 

... weitere Berichte von Franz Haselbeck und Franz Schmidbauer in unserem Zeitungsarchiv:

Jahr 2016 und 2017: zeitung17.htm 

Jahr 2015 und 2016: zeitung14.htm 

Jahr 2013 und 2014: zeitung13.htm 

Jahr 2011 und 2012: zeitung11.htm 

zeitung10.htm - zeitung09.htm - zeitung08.htm - zeitung07.htm - zeitung06.htm - zeitung05.htm