Historisches

Schon 1921 fanden sich schachbegeisterte Deggendorfer auf Anregung und mit vorbildlicher Unterstützung des Landgerichtsdirektors Dr. Seeberger zu gemeinsamen Spielabenden zusammen.

1925 wurde offiziell der Deggendorfer Schachverein gegründet.

Zum 1. Vorstand wurde Dr.Seeberger gewählt. Der Krieg zerstreute dann die Anhänger des Schachsports in alle Winde. Er brachte das Vereinsleben, wie bei fast allen anderen Sportarten auch, zum Erliegen.

1945 besetzten amerikanische Truppen auch das bisherige Spiellokal, sodass alle Unterlagen des Vereins verloren gingen. Im Herbst 1945 rief Rechtsanwalt Dr. Arthur Riedl auf Anregung Michael Jungbauers, der bereits 1926 erstmals die Stadtmeisterschaft errungen hatte, zu einer Versammlung zum Zwecke der Neugründung des Deggendorfer Schachvereins auf. Mit Datum vom 7. November 1945 erteilte die Militärregierung des Landkreises Deggendorf die zur Neugründung erforderliche Genehmigung.

"Wir haben gegen die Wiedereröffnung des Schachclubs in Deggendorf nichts einzuwenden, vorausgesetzt, dass die Beitrittsbedingungen keine Klauseln enthalten, die jemanden wegen seiner politischen Überzeugungen, Rasse oder Religion von der Mitgliedschaft ausschließen.

                                        gez. LEROY C.Smallenberger, Captain  F.A.
                                               Mil.Government Officer Commanding".

Am 13. 11. 1945 fand die Versammlung zur Neugründung in einem Nebenzimmer der Gastwirtschaft Dobler in Schaching statt. Es wurde folgende Vorstandschaft gewählt:

1. Vorstand: Dr. Arthur Riedl 
2. Vorstand: J. Huber,
Kassier: Böhmetzrieder
Spielwart und Turnierleiter: Michael Jungbauer

Schon am 28. November 1945 begann das erste Winterturnier, das Michael Jungbauer überlegen gewann. Anschließend streckte der Verein seine Fühler aus:

1946 wurden Wettkämpfe gegen Dingolfing, Landau und Zwiesel ausgetragen, 1947 gegen Hengersberg, Ortenburg, Regen und wieder Dingolfing.

Das Mitgliederverzeichnis vom 1. Januar 1948 vermerkt säuberlich auch die politische Einstufung nach dem Spruchkammer - Bescheid: nicht betroffen, entlastet, Amnestie oder Mitläufer. Der Spielbetrieb ist auch in den folgenden Jahren rege. Es werden Freundschaftsspiele, Blitzturniere und Stadtmeisterschaften durchgeführt.

Erst in der Saison 1957/58 entschloss man sich zur Teilnahme an der Niederbayerischen Mannschaftsmeisterschaft und begann in der B- Klasse. Deggendorf wurde Erster vor Vilshofen, Geiselhöring, Plattling und Castra Batava II Passau mit der Mannschaft: Zinser, Jungbauer, Schindler, Dr.Potzner, Weber, Achatz, Schiller, Stern, Sauer, Aschenbrenner, Hollweck, Mohring, Jansen. Der Aufstieg in die A-Klasse zeigte aber dann schon Grenzen auf: Deggendorf wurde Siebter und Letzter hinter Straubing, Landshut, Castra Batava I Passau, Landau, Passau 1869 und Zwiesel.

1959/60 wiederum Teilnahme in der A - Klasse. Auch dieses Mal langte es nur zuum vorletzten Platz. 1960/61 legte man daraufhin eine Verschnaufpause ein, um sich erst einmal wieder zu sammeln. Dafür fand am 23. 07. 1961 ein Mammutturnier an 32 Brettern gegen die Betriebsmannschaft der Zuckerfabrik Regensburg statt. Vereint mit den seit jehr befreundeten Plattlinger Schachkameraden, konnte der Wettkampf 20 : 12 gewonnen werden. Am 10. 10. 1961wurde ein Freundschaftskampf gegen Ortenburg/Griesbach kombiniert ausge-ragen, der kann 5 : 6 verloren ging. Bemerkenswert war dabei das Remis am Brett 1 zwischen Jungbauer und dem amtierenden niederbayerischen Meister Max Beck. Werner Schindler verlor gegen den Ex-Niederbayernmeister Alois Baumgartner.

1962/63 stiege man dann wieder in die Arena der B - Klasse ein und erreichte mit Boden den geteilten ersten Platz. Die niederbayerische Mannschaftsmeisterschaft in der A - Klasse während der folgenden Saison 1963/64 brachte nur den 9. und damit vorletzten Platz ein. Doch schon im nächsten Jahr 1964/65 wurde der 4. Platz in er ersten Spielklasse Niederbayerns errungen, hinter Passau 1869, Freyung, Straubing II und vor Castra Batava Passau, Landshut II, Bayerwald und Landau a.d.Isar. Die Mannschaft: Feichtinger, Wolfram, Jansen, Rauscher, Pichl, Wetterkamp, Dobler, Krafzik, Dr.Ansarian, Ehmann, Schmidtke, Huber, Achatz, Soika.

1965/66 wurde der SV Deggendorf Sechster hinter Landshut, Straubing II, Castra Batava Passau, Pocking, SC Bayerwald, vor Freyung und Landau. Dann erlahmte jedoch die Initiative nach außen hin. Man zog sich von den Punktspielen zurück und beschränkte sich auf interne Blitzturniere und Meisterschaften sowie gelegentliche Freundschaftsspiele.

1974 wurde die selbst gewählte Isolierung abgeschüttelt. Der SV Deggendorf griff mit einer Achtermannschaft wieder in die niederbayerische Mannschaftsmeister in der Bezirksklasse II ein. Gemeldet wurden: Feichtinger, Dobler, Dörfler, Schmidbauer, Labrenz, Hacker, Leimböck, Bonke, Haidl, Soika, Eberl, Hofmann, Dr.Appel, Treml, Berndl.

Deggendorf wurde in einem glatten Durchgang alleiniger Sieger
 mit 12 : 0 Spielen und 34 : 14 Brettpunkten.